April

April! April
Weiß nicht, was er will,
Ist gar ein launischer Gesell,
Bald düster, bald hell,
Bald lacht er wie Maien-Sonnenschein
Dir freundlich und hell ins Herz hinein
Und grüßt dich mit Blicken, mit frühlingswarmen,
Bald weint er und heult schier zum Erbarmen.
Bald läßt er des Sommers Strahlen blitzen,
Daß Perlen dir von der Stirne schwitzen,
Bald rüttelt und schüttelt er deine Glieder
Und hagelt und wettert wild hernieder.
Dem Frühling heut zu dienen beginnt er,
Und morgen dient er wieder dem Winter.
Ist eben zweier Herren Knecht
Und macht’s drum keinem Herren recht,
Will sich für keinen von den beiden
Mit ehrlich festem Sinn entscheiden.
Was er verspricht, das hält er nicht,
Was er bringen soll, das bringt er nicht,
Was er singen soll, das singt er nicht,
Wenn er lachen kann, so lacht er nicht,
Was er machen kann, das macht er nicht,
Tut, was er schafft, nur mit Verdruß,
Und tut’s nur darum, weil er muß.
Da lob ich mir, denn der kommt jetzt herbei,
Vor allem doch den Monat Mai!
Rudolf Löwenstein