Frühlingsstimmen

Seht, was da draußen vor sich geht!
Es regt sich, was schon lang geruht.
Die Sonn besieht sich’s jeden Tag
Und lacht es an und sagt: „’s wird gut.“
Man spricht davon im Sperlingsnest;
Da zwitschert es mit hellem Ton.
„Ihr Kinder, bald gibt’s größres Brot.
’s wird besser schon, ’s wird besser schon.“
Im Wald ist auch der Haselbusch
Schon wach und blinzelt schon ins Licht.
Und schneit’s ihm in die Augen mal,
Er ist’s gewohnt, ihn stört es nicht.
Aus dunkeln Beeten bricht’s hervor;
Hellgrün und rot drängt sich’s herauf.
Eins sieht sich nach dem andern um:
„Kommst auch so früh? Bist auch schon auf?“
Ein Sträuchlein schimmert grünlich schon,
Noch zittert’s, wenn der Nordwind weht;
Doch ruft’s getrost: „Ihr andern, kommt!
Man hält es aus — es geht, es geht.“
Ein Lerchlein schwebt in klarer Luft
Hoch überm Ackersmann und singt:
„Ich bin die erst; die erst bin ich,
Die dir ein Lied vom Frühling bringt.“
So regt sich Leben überall
Und neue Lust und froher Klang.
Auf, stimmet mit den Herzen ein!
Freut euch und sagt dem Himmel Dank!
Johannes Trojan