Ihn kennen heißt, ihn lieben,
Den Lenz, den deutschen Lenz!
Die letzten Flocken stieben;
Doch jeder ruft: „Ich kenn’s,
Es wird nicht lang mehr dauern
Und Veilchen stehn am Rain;
Ich traf ihn vor den Mauern —
Glaub, morgen zieht er ein!“
Da mag kein Sänger fehlen:
Die sich davongemacht,
Mit ausgeruhten Kehlen
Heimkehrn sie über Nacht;
Doch wer sich deß getraute
Und blieb zum Schneeturnei,
Die winterrostige Laute,
Die stimmt er sich aufs neu.
Und all das Blühn und Weben
Ringsum in Busch und Ried,
Des Frühlings schwellend Leben,
Gestaltet sich zum Lied. —
Darf da ein Spielmann feiern,
Der sich den deutschen nennt,
Wenn er der besten Leiern
Lenzfrohe Weisen kennt?
Den Frühling sollt ihr schauen,
Wie ihn der Dichter schaut
Beim Willkommgruß der Auen,
Beim letzten Vogellaut,
Auf daß zunichte werde,
Was je das Herz gequält,
Wenn ihm die deutsche Erde
Von ihrem Lenz erzählt.