Vorwort.

Seit den verdienstvollen und erfolgreichen Reisen der Herren Vettern Sarasin im centralen Celebes in den Jahren 1895/96 und 1902 wurden diese schwer zugänglichen Gebiete von keinem deutschen Forscher mehr aufgesucht.

Einer Anregung des Direktors am kgl. Völkermuseum in Berlin, Herrn Professor Dr. Albert Grünwedel Folge gebend, entschloß ich mich zu dem Versuche einer rein ethnographischen Zwecken dienenden Reise in den bis heute noch großenteils unerforschten Gebietsteilen von Central-Celebes. Das in Aussicht genommene Gebiet reizte mich umsomehr, als seine Erforschung gewissermaßen einen Abschluß meiner früheren großen Reisen in Malakka, Java, Sumatra und Borneo bildete.

Daß ich meine ausgedehnten Expeditionen im Innern der Insel zu einem glücklichen Abschlusse bringen konnte, verdanke ich in erster Linie dem großen Entgegenkommen und der mir jederzeit liebenswürdigst gewährten Unterstützung durch das Holländisch-Indische Gouvernement. Es ist mir ein tiefgefühltes Bedürfnis, der Königlich Niederländischen Regierung, sowie allen den Herren Beamten, mit denen es mir vergönnt war, in nähere Beziehungen zu treten, meinen innigsten Dank für das mir erwiesene Wohlwollen und die mir gewährte Gastfreundschaft auszusprechen.

In knapp 3½ Monaten gelang es mir, große Landgebiete der Insel kennen zu lernen und eine über 1200 Stück umfassende ethnographische Sammlung, sowie ca. 500 eigene photographische Originalaufnahmen von dort mit zurückzubringen.

Es bedurfte harter Mühen und großer Ausdauer, um in so kurzer Zeit dieses Resultat zu erzielen. Wenn es mir dabei gelungen ist, dem Gebäude unseres ethnologischen Wissens über Celebes einige Bausteine anzufügen, so gereicht mir dies zu hoher Befriedigung.

Aber auch allen denen, welchen tief im Herzen das Sehnen nach den Wundern fremder Welten lebt, ohne daß es ihnen vergönnt wäre, die unvergleichlich herrliche Tropennatur mit eigenen Augen zu schauen und von Kultur völlig unberührte Volksstämme mit ihren ursprünglichen Sitten aus persönlicher Anschauung kennen zu lernen, soll durch die Wiedergabe meiner unmittelbaren Eindrücke auf einer Tropeninsel, die zu den schönsten dieser Erde zählt, Anregung und Belehrung geboten werden.

Schließlich sei es mir noch gestattet, darauf hinzuweisen, daß selbst bei der größten Objektivität und der peinlichsten Nachprüfung der von Eingeborenen erhaltenen Angaben Irrtümer nicht ausgeschlossen sind. Dies bitte ich bei der Beurteilung mit berücksichtigen zu wollen.

Und so übergebe ich denn dieses Buch der Öffentlichkeit mit dem herzlichen Wunsche, daß es sich viele Freunde erwerben und zur Vertiefung unserer Kenntnis von der wundersamen Insel seinen Teil beitragen möge. —

Berlin-Tempelhof, im Oktober 1913.

Der Verfasser.