Die Regenzeit hatte nun mit aller Heftigkeit eingesetzt, und vor zwei Monaten war keine Aussicht auf besseres Wetter vorhanden. Obwohl die fruchtbringende Regenperiode von den Ansiedlern mit Freuden begrüßt wird, so hat sie doch auch ihre Nachteile. Die tage- und wochenlang anhaltenden starken Regengüsse weichen den Steppenboden derart auf, daß ein Verkehr mit Wagen in den wegelosen Gegenden unmöglich gemacht wird. Die kleinen Gebirgsbäche verwandeln sich in kurzer Zeit in unpassierbare Ströme. Die reißenden Wasserfluten führen häufig Buschwerk, entwurzelte Urwaldriesen usw. mit sich, die das Wasserbett in den Schluchten und Tälern leicht verstopfen. Ungemein schnell stauen sich dann die Wassermassen, und wehe dem Ansiedler oder Reisenden, der mit seinem Fuhrwerk zwischen zwei solche Flüsse gerät. Wochenlang kann er dadurch von der Außenwelt abgesperrt werden, und Tier und Mensch haben unter den kalten Regengüssen schwer zu leiden. Dazu treten um diese Zeit häufig Viehseuchen, wie Küstenfieber, Pferdesterbe usw. auf, die ganze Viehbestände oft in wenigen Tagen dahinraffen. Besonders die Pferdesterbe wird sehr gefürchtet, da man bis heute noch dieser Seuche machtlos gegenübersteht. Mir raffte diese Krankheit in einem Jahre vier meiner wertvollsten Reitpferde dahin.
So waren durch die Ungunst der Verhältnisse viele Mühe und große Geldopfer umsonst aufgewendet worden. Der Tierbestand war arg zusammengeschmolzen, da außer den erwähnten vier Giraffen auch noch andere Tiere eingegangen waren. Dem Rest ließ ich die beste Pflege angedeihen, aber es vergingen noch einige Monate, ehe ich daran gehen konnte, den Abtransport zur Küste in Angriff zu nehmen.