Sein Auge folgt mit Wohlgefallen
Dem schönsten von den Knaben allen,
Die zierlich, mit gelenken Knien,
Im Chore den Altar umziehn.
Ahnt wohl der Mann mit innrer Wonne
— Von Neid sind solche Seelen frei —
Daß, der da schwebt, die neue Sonne,
Daß Sophokles der Knabe sei!
Zur selben Stunde, wie wir lesen,
War eines Sohns ein Weib genesen;
Der Vater hebt ihn auf und spricht:
„Dich grüßt der Freiheit Morgenlicht.
Mut, teures Weib! Wir alle haben
Nun hinter uns die Zeit des Wehs.
Die Götter segnen meinen Knaben!“
— Das Kindlein war Euripides.
Ja, wenn die Götter einmal segnen,
Dann strömt es, wie wenn Wolken regnen
Im Wetter, überschwenglich auch;
Nichts halb zu tun ist Götterbrauch.
Sieg, Freiheit, Ruhm — für künft’ge Tage
Voll Glanz ein dreifach Unterpfand.
Das war — wer hält ihm denn die Wage? —
Der schönste Tag von Griechenland.