Tanzszene aus dem antiken Griechenland
Hellas! — Aus abgrundtiefem Meer
Hebt sich ein sonnbeglänzter Strand.
Blauseiden spannt sich’s drüber her —
So schaut ich dich, mein Griechenland.
Und hohe Tempel sah ich stehn
Auf schlanken Säulen, weit und licht,
Und Götter, stolz und marmorschön,
Mit reinem Menschenangesicht.
Du Volk der Schönheit, sei gegrüßt,
Gegrüßt mir auf Olympias Flur!
Aus deines Lebens Quelle fließt
Auch Deutschlands edelste Kultur.
Was deine Heldenschar erstritt,
Was deiner Künstler schönster Traum,
Die deutsche Jugend lebt es mit
Noch heut, vergessend Zeit und Raum.
Und deutsche Dichter schufen neu
Die alte Griechenherrlichkeit
Und gaben ihre Melodei
Dem längstverrauschten Völkerstreit,
Und zeigten, wie im heitern Spiel
Des Griechen dunkler Ernst gebot,
Wie ihn ein stolzes Hochgefühl
Ließ lachend schreiten in den Tod.
Nicht was aus fremdem Idiom
Die scharfgeschliffne Brille liest,
Nur was als frischer Lebensstrom
Durch deutsche Dichteradern fließt,
Was wieder Blut von unserm Blut
Und Geist von unserm Geiste ward:
Das weckt aufs neu den Tatenmut
Und lockt die stammverwandte Art.
Wer finden will hellenisch Land
Und griechisch Leben möcht verstehn,
Dem reicht der Spielmann heut die Hand
Und lehrt mit Dichteraugen sehn,
Mit Dichteraugen groß und weit,
Durchdringend der Geschichte Dunst —
Denn lebenswarme Wirklichkeit
Wird Hellas nur im Reich der Kunst.
Der deutsche Spielmann