Vor etwa drei Jahrhunderten mögen amerikanische Tabake in den heutigen Ursprungsländern unserer Cigarettentabake eingeführt worden sein. Durch die neuen für das Wachstum der Pflanzen maßgebenden Verhältnisse entstanden aber allmählich völlig neuartige Pflanzen, die heute in der übrigen Welt ihresgleichen nicht finden können.


Zur Gewinnung einer gewissen Übersicht werden die Tabake ihrer Pflanzenart nach hauptsächlich in zwei große Gruppen geteilt. Die erste Gruppe bilden die Basma. Hierzu gehören die berühmtesten und teuersten Tabake. Sie bestehen vorzugsweise aus kleinen und sehr zartrippigen Blättern von meist heller Färbung.

Die zweite Gruppe bilden die Baschibagli, die sich durch größere Blätter und etwas stärkere Rippen von den vorhergehenden unterscheiden. Zu diesen beiden Hauptgruppen treten noch einzelne Zwischenstufen, die sich vermutlich aus der Verbindung beider Arten ergeben haben.

Im allgemeinen werden diese beiden Tabakarten auch in der Manipulation unterschieden. Der Tabak, der in den Herbstmonaten geerntet wird, im Winter die ersten Sortierungen bei den Tabakbauern erfährt und ungefähr zu gleicher Zeit von den Händlern aufgekauft wird, hat den ganzen Sommer hindurch einen Prozeß durchzumachen, den man Fermentation nennt. Für diese Fermentation werden die beiden Arten Basma und Baschibagli unterschiedlich manipuliert. Und zwar werden die Baschibagliblätter, nachdem sie durch verschiedene Sortierungen nach Qualität und Größe eingeteilt sind, Blatt auf Blatt dicht übereinander gelegt und gepreßt. Offensichtlich benötigen die etwas fleischigeren Baschibagliblätter ein dichteres Aufeinanderlegen für die Fermentation als die feineren und kleineren Basmablätter.

An diesen beiden Manipulationsarten können die zum Versand fertigen Ballen schon unterschieden werden. Allerdings gibt es einzelne Baschibagliprovenienzen, die wie die Basma manipuliert werden, und umgekehrt ebenfalls. Vom allgemeinen Gebrauch abweichend wird in der Samsoun- und Schwarzmeer-Gegend der Tabak, der meist einen vorstehenden Stengel hat, übereinander gelegt, an den Stengeln mit Bast befestigt und in dieser Form zur Fermentation gebracht.

Es ist natürlich, daß das relativ große Gebiet der Anbauflächen orientalischer Tabake gewisse Verschiedenheiten in der Behandlung bedingt. Die gleiche Schwierigkeit ergibt sich bei der verschiedenen Bezeichnungsweise ähnlicher oder gleichartiger Sortierungen, die auch in den verschiedenen sprachlichen Vorbedingungen verschiedener Gegenden begründet ist.

Wenn also für den Einkäufer die Basma-Provenienzen an ihrer Manipulationsform äußerlich kenntlich sind, so muß der Fachmann doch sorgfältig untersuchen, ob der Tabak, der in Basmaform geliefert wird, auch die Qualität besitzt, um ihn als Basmatabak im Sinne des Wortes ansprechen zu können. Die Unterscheidungen sind häufig sehr schwer. Es werden beispielsweise öfters griechische Tabake, und zwar solche minderwertigen Ursprungs, als Basma gearbeitet und als erheblich wertvollere mazedonische Basma in den Verkehr gebracht. Es ist Sache des Einkäufers, in solchen Fällen am Geschmack, der Blattform und anderen Anzeichen festzustellen, ob es sich um eine Manipulation handelt, die nicht der eigentlichen Basmapflanze und ihrer Qualität entspricht.


Die Tabakpflanze wird durchschnittlich 70 cm hoch und trägt an einem geraden Schaft verschiedene Blätter in regelmäßigen Abständen, die von unten anfangend nach oben gleichmäßig kleiner werden. Die Erntezeit, die sich auf ca. zwei Monate erstreckt, beginnt mit dem Einsammeln der untersten Blätter und hört in periodischen Abständen mit dem Pflücken der obersten, ganz kleinen Blätter auf. Die Stellung der einzelnen Blätter bedingt einen unterschiedlichen Wert derselben. Die wertvollsten und gesuchtesten Blätter sind die zuletzt geernteten ganz kleinen Blätter an der Krönung der Pflanze. Diese werden vielfach Dubec-Blätter genannt. Der Fachmann unterscheidet danach verschiedene Blätter verschiedener Stellungen zum Stamm der Pflanze und infolgedessen verschiedene Erntezeiten. Die Namen wechseln jedoch nach den verschiedenen Gegenden. Es ist verständlich, daß die Stellung eines Blattes zum Stamm der Pflanze für den Geschmack der betreffenden Blätter von großer Wichtigkeit ist. Die unteren, zuerst geernteten größeren Blätter haben weniger Gehalt im Verhältnis zu ihrer Masse als die ganz feinen Blätter an der Spitze, und dementsprechend werden sie auf dem Markt bewertet.


Außer den Unterscheidungen der eigentlichen Pflanzen und weiterhin der Stellung der Blätter zum Stamm der Pflanze kennt der Fachmann auch noch weitere Einteilungen, die sich jedoch mehr auf die unmittelbare Qualität des jeweiligen Materials in seiner äußeren Form beziehen. Für diese reinen Qualitätsunterschiede nimmt man wiederum Bezeichnungen, die teilweise von den vorhergehenden Unterscheidungen übernommen worden sind und damit gleichzeitig in einen Zusammenhang mit den qualitativ in erster Linie maßgebenden Unterschieden der Ernten selbst kommen. Auch diese Bezeichnungen sind nach dem jeweils örtlichen Sprachgebrauch unterschiedlich und wenig verallgemeinerungsfähig, so daß ihr Gebrauch nur für den mit der Mannigfaltigkeit aller Sorten vertrauten Fachmann von Wert ist.


Außer den rein qualitativen Unterschieden im Bereich einer einzelnen Pflanze sind natürlich die Unterschiede der Provenienzen selbst maßgebend, und zwar nicht nur in qualitativer Hinsicht, sondern auch für die geschmackliche Eigenart, die der Fabrikant für diese oder jene Cigarette zu diesem oder jenem besondern Zweck erreichen will. Die bevorzugten Tabakprovenienzen teilt man im großen und ganzen in drei Hauptsorten ein. Zuerst die Mazedonischen Tabake aus den Gebieten der ehemaligen Europäischen Türkei, dann die heutigen Türkischen Tabake Kleinasiens mit den Schwarzmeertabaken türkischer Gebiete und zuletzt die Russischen Tabake, die hauptsächlich aus den russischen Schwarzmeer-Gegenden kommen.

Das älteste europäische Tabakland von Rang ist Mazedonien. Schon seit Jahrhunderten nimmt der Tabak im dortigen Wirtschaftsleben den Hauptplatz ein, wenn auch die frühere Produktion gegenüber der heutigen sehr klein war. Der mazedonische Tabak war wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften schon seit langer Zeit berühmt, und noch bevor das Abendland sich in größerem Umfange dem Konsum der Cigarette zuwandte, wurden die wertvollen Blätter dieses Gebietes im Palast des Sultans und den Konaks der hohen Beamten und Würdenträger besonders hoch geachtet. Hauptsächlich der Halbkreis, der sich über Yenidje, Xanthi und Drama bis nach Cavalla erstreckt, war schon frühzeitig fast ausschließlich der Tabakkultur gewidmet. Von diesen Bezirken erzeugte Yenidje weniger Tabak als die anderen Distrikte, aber qualitativ war gerade dieser Tabak der weitaus gesuchteste. Später wurde der Tabakbau auch auf die Bezirke des heutigen Bulgarien und Altgriechenland ausgedehnt.

Zu den Hauptarten dieser Gebiete, die vor allen Dingen durch den Xanthi (Yenidje) und Cavalla repräsentiert werden, treten die türkischen Tabake hinzu, deren bedeutendste Vertreter die Samsoun- und Smyrna-Tabake sind. Die vier wichtigsten Herkunftsgebiete der russischen Tabake sind 1. der kaukasische Distrikt, 2. die Krim, 3. der Sochoum-Distrikt und 4. die beiden bessarabischen Distrikte.

Als Nebensorten kommen dann noch altgriechische und bulgarische Tabake in Betracht. Geringere und mittlere Sorten liefern das ehemalige Herzegowina, geringe Sorten Ungarn und auch China, ferner die Inseln Samos, Chios usw.


Xanthi und Cavalla sind die klassischen Tabakgegenden. Im Xanthi-Bezirk werden fast ausschließlich Basma-Tabake erzeugt. Dieser Bezirk zerfällt wiederum in drei größere Gruppen, und zwar die eigentliche Xanthi-Gegend, die Sarischaban und die Gumuldjina. Sarischaban umfaßt die Ebene im Mündungsgebiet der Mesta und das nächstliegende nördliche Bergland im Westen dieses Flusses. Zu Gumuldjina gehören die Umgebung der gleichnamigen Stadt sowie das nordwestliche Bergland. Den engeren Xanthi-Bezirk bilden die Gegenden der Stadt Xanthi am Gebirgsrand der südlichen Ebene mit Yenidje und das Bergland nördlich von Xanthi bis gegen die bulgarische Grenze hin.

Für die weitere Einteilung der drei Gruppen ist im Xanthi-Bezirk in der Hauptsache die Bodenlage maßgebend. Man unterscheidet im engeren Distrikt Xanthi die Yakka-, Ova- und Djebel-Dörfer, ebenso die Karchi-Yakka, die Ova von Sarish und die Djebel von Sarish. Bei der Gumuldjina-Gruppe hält man sich gleichzeitig an die Landschaften und bezeichnet als Unterschiede Gumuldjina-Djebel-, Gumuldjina-Schech-Djuma-, Gumuldjina-Djem-Dereh und die Gumuldjina-Deri-Dereh-Dörfer. Man unterscheidet also ganz allgemein in diesen Gebieten Yakka-Tabake, Ova-Tabake und Djebel-Tabake mit ihren Unterarten. Unter Yakka-Tabaken versteht man Tabake auf einem Anbaugebiet, das am unteren Berghang liegt. In dieser Lage wachsen von den edlen Sorten des edlen Bezirkes die alleredelsten Tabake. Die Ova-Tabake sind in den mittleren Höhenlagen, und die Djebel-Tabake sind vorzugsweise Bergtabake, die sich durch eine gewisse Kleinheit, aber infolgedessen große Würzigkeit und Süßigkeit auszeichnen.

Die Yakka-Tabake zerfallen wieder in die eigentlichen Yakka, die Kütschück-Yakka und die Sova-Yakka. Einige der bekanntesten Dörfer dieser Provenienzen sind: Okdjailar, Tschakirly, Fedjirly, Djeleber.

Die eigentlichen Ova sind die Xanthi-Ova, wozu auch noch diejenigen Tabake gerechnet werden, die auf den Hügeln nahe der Westseite der Bucht von Lagos wachsen. Die Hauptdörfer sind Kiretschiler, Bujuk-Murselli, Kutschuk-Murselli, Saltykly, Emirler-Teké, Hametli, Horozlon, Mussellin, Misraculy, Mizanly.

Die bekannteren Djebel-Provenienzen sind: Yenikeny, Koronlar, Arpadijk, Mahmondlon, Koslondja.

Karchi-Yakka: Sarychabon, Indjeghiz, Agalar, Avably, Béglémich, Seltehouklon, Tchobonly.


Diese Angaben könnten noch sehr viel weiter geführt werden, doch wird der Laie nicht viel damit anfangen können. Die angegebenen Namen haben aber vielleicht einen Nachschlagewert, da diese oder jene Provenienz doch hin und wieder auch in der Öffentlichkeit genannt wird.

Die weitgehende Unterscheidung kleiner und kleinster Distrikte, wie sie gerade für das Xanthi-Gebiet durchgeführt ist, ist durchaus keine Übertreibung. Infolge der Empfindlichkeit dieser hochwertigsten Tabaksorten spielt die schon vorhergehend betonte Unterschiedlichkeit bezüglich Bodenbeschaffenheit, Klima, Sonnenlage usw. die größte Rolle für die Qualität der Tabake der einzelnen Dörfer.


Neben Xanthi ist der Cavalla-Bezirk der bedeutendste. Er zerfällt wieder in die wichtigen Unterdistrikte Cavalla, Drama und Seres. Für die Basma-Sorten dieser Gegend sind die wichtigsten die der Sichna-, Machalla-, Mahalladakia- und Kir-Dörfer, die zu beiden Seiten der Stadt Drama liegen. Die Qualitäten dieser Gegend sind ganz außerordentlich wertvoll, aber doch um ein geringes weicher, zarter und daher weniger ergiebig als die schweren, gehaltvollen und überaus ergiebigen Xanthi-Qualitäten.

Ungefähr in der Mitte zwischen dem Drama-, Seres- und Cavalla-Bezirk liegen noch mehrere kleine Bezirke, unter denen Zichna mit dem gleichnamigen Tabak als wertvoller Herkunftsort am bekanntesten ist.


Neben den den Hauptwert des berühmten Tabaklandes bedingenden Basma-Tabaken werden auch einige Tabake gewonnen, die als Baschibagli verarbeitet in den Handel kommen. In der Cavalla-Region sind es die Pravi-Tabake; in der Drama-Ebene werden die besten Baschibagli-Tabake in den Dörfern Pursitschan (Persitschan) und Kirlikova gewonnen. Danach kommen die Djebel-, Drama- und die sogenannten Nevrokop-Baschibagli des gleichen Bezirkes, die jedoch hinter den erstgenannten an Güte zurückstehen.

Eine Zwischenstellung nimmt der teils im Drama-Bezirk, teils im Cavalla-Bezirk gewonnene Kabakoulak ein, der zwar als Baschibagli verarbeitet wird, jedoch in Blattform und Größe zwischen einem Baschibagli-(Persitschan-) und einem Basma-Blatt steht.

Von den um dieses klassische Gebiet des Orienttabaks herumliegenden Anbaugebieten kommen noch die Nigrita-, die Salonik- und die Chalchis-Region bis zum Golf von Saloniki in Betracht, dann weiter nördlich die Doiran-, die Strumitza- und die Petrich-Region. Nördlich von Seres liegen die Dimirhisar-, die Melnik- und die Nevrokop-Regionen. Dazu kommen nordwestlich von Xanthi die Egridere- sowie die Kirjali-Regionen. In diesen Bezirken werden in der Hauptsache Baschibagli-Tabake erzeugt.

Unter den teilweise sehr guten Bulgaren-Tabaken ist der als Baschibagli in den Verkehr kommende Dubnitza besonders zu nennen, Dubnitza ist ein kleiner Platz südlich von Sofia. Südlich von Dubnitza wächst ein ähnlicher Tabak in einem kleinen rings um den Ort Djumaja gelegenen Bezirk.


Von den Tabaken der heutigen Türkei, deren Hauptgebiet Kleinasien ist, ist der stärkste der Samsoun-Tabak. Er brennt ziemlich schwer und gibt auch dunkle Asche, er hat aber die für die Mischungsprobleme außerordentlich wichtige Eigenschaft, alle diejenigen Tabake, die nicht besonders harmonisch zusammengepaßt werden können, zu verbinden. Er ist im Rauchen glatt und besitzt die bereits oben erwähnte seltene Eigenschaft, den Geschmacksausgleich in sich selbst finden zu können, so daß er ohne Beimischung anderer Tabaksorten geraucht werden kann. Der feinste Samsoun-Tabak wächst in dem Gebiet von Samsoun, das dieser Provenienz den allgemeinen Namen gegeben hat, und zwar auf dem Berge nördlich der Stadt gleichen Namens. Den wertvollsten bezeichnet man mit Maden. Dieser Tabak ist mittelkräftig, dabei aber außerordentlich glatt und von angenehmem Geschmack. Der in der Ebene wachsende Samsoun-Tabak ist ebenfalls von großer Feinheit und sehr gutem Geschmack.

Südlich von diesem Gebiet wächst der Bafra-Tabak, welcher voll und kräftig ist. Auch dieser Tabak ist von ausgezeichneter Qualität. Die Farbe des Bafra-Tabaks ist mehr rötlichbraun, während der Samsoun-Tabak mehr ins Gelbliche geht.

Längs des Schwarzen Meeres, bei Brussa beginnend, gedeiht ebenfalls ein aus Bafra-Samen gezogener Tabak, der aber in der Qualität minderwertiger ist. Die Sortierungen der Schwarzmeer-Tabake werden auch vorzugsweise nach Blattgrößen gewonnen, und zwar heißen die kleinsten Blätter Doruk, die etwas größeren Doruk-Alti und eine etwas andere Blattart Bitjak. Dazu kommen noch als Untersortierungen die Baljabitjak und die Gourmez hinzu.

Zu erwähnen ist noch der östlich von Samsoun gezogene Taschowa-Tabak, ein gehaltloser, gelber und leichter Fülltabak.


Der vornehmste und edelste kleinasiatische Tabak ist der Smyrna-Tabak. Er ist meist hell, besonders in der besseren Qualität. Er ist sehr weich und von sehr starkem Aroma. Der Smyrna-Tabak ist das typischste Beispiel von Würztabaken. Sein Aroma und seine Schärfe läßt ihn für sich allein gemischt für den menschlichen Genuß völlig ungeeignet erscheinen. Aber er besitzt die Eigenschaft, in kleinen Mengen anderen Tabaksorten beigemischt, ein wundervoll süßes Aroma hervortreten zu lassen.

Der feinste Smyrna-Tabak wächst in den Bezirken Ayassoluk, Ghiourkoi und Tshangli. Diese Tabake werden nicht als Basma manipuliert, sondern als Caloups, d. h. die Blätter werden an Fäden aufgereiht, während die in den Bezirken Ligda, Odemich wachsenden Tabake hauptsächlich als Basma verarbeitet werden, was man hier Pastals nennt. Der Ligda-Bezirk ist neben dem Ayassoluk und dem Ghiourkoi der beste Smyrna-Bezirk. Die Bezirke im Innern Kleinasien, und zwar besonders Magnesia, bringen die weniger wertvollen Smyrna-Tabake hervor.

Die Süße und der Duft des guten Smyrna-Tabaks und besonders der als bevorzugt bezeichneten Bezirke ist unvergleichlich. Er ist infolgedessen das hochwertigste Material für Cigaretten einer entsprechenden Geschmacksabsicht. Die verschiedenen Qualitäten des Smyrna-Tabaks, soweit es sich um Pastals d. h. Basma-Arbeit handelt, werden in Dubec, Dubec Basma, Sirapastal und Teterta eingeteilt; soweit sie in Caloups gearbeitet sind, teilt man sie in Caloup-Maxoul, Caloups, Cabas (gereihte Blätter wie die Caloups, aber in geringerer Qualität), Matzakia (geringere Sortierungen) und in Tonges oder Refusen (lose Blätter). Die minderwertigste Sortierung nennt man Kirik, das sind zersplitterte oder zerbrochene Refusen.

Die vorgenannten Tabake, vor allem die mazedonischen, Samsoun- und Smyrna-Tabake werden in ihren oberen Qualitäten je nach der Qualitätsanforderung der Cigarette in größeren oder kleineren Mengen als ausschlaggebende Würztabake beigemischt. Die Mittelqualität dieser Tabaksorten dient bei guten Cigaretten als Füllmaterial. Bei geringeren Cigaretten werden als Füllmaterial in der Hauptsache bulgarische und ähnliche Tabake verwendet.


Die russischen Tabake bilden eine ziemlich scharf abgetrennte Gruppe für sich, da ihre Herbheit und Eigenart eine besondere Form der Cigarette und eine besondere Art zu rauchen bedingt.

Bei fast allen russischen Distrikten werden qualitativ zwei Arten von Tabaken unterschieden, nämlich Tabake, die aus Samsoun-Samen gezogen werden, und solche, die aus Trapezunt-Samen herkommen. Von diesen beiden Arten ist die erste ganz erheblich wertvoller als die zweite. So unterscheidet man z. B. in dem kaukasischen Distrikt, dem sogenannten Kuban-Distrikt, außer dem edelsten Gewächs dieses Gebietes, dem Maikub-Tabak, noch je zwei Arten Sakuban-, Abin- und Martanska-Tabake. Von diesen Sorten besitzt vor allem der Martanska-Tabak aus Samsoun-Samen einen sehr guten Ruf. Er ist ziemlich neutral in seiner Mischwirkung, hellfarbig und von gutem, edlem und vor allem reinem Geschmack.

Die bekanntesten und verbreitetsten russischen Tabake kommen aus der Krim. Es gibt dort einen sehr edlen als Basma verarbeiteten Dubec, der zwar schwer brennt, aber als Würztabak seines starken Aromas wegen sehr gesucht ist. Daneben gibt es auch Baschibagli-Arten. Der eigentliche Krim-Tabak im engeren Sinne wird von Fachleuten Joujenberger genannt.

Den Sochoum-Distrikt teilt man in die Gebiete Batum, Sozji, Tuapse und des eigentlichen Sochoum, von denen der letztere sehr beachtenswert ist. Der aus Trapezunt-Samen gewonnene Sochoum ist leicht, hellfarbig und gehaltlos, aber die andere Art aus Samsoun-Samen ist sehr aromatisch, voll, sehr ergiebig und gegenüber dem erstgenannten von mehr bräunlicher Farbe. Beide Arten sind durchaus rein im Geschmack und nicht schmierig. Der Sochoum aus Samsoun-Samen ist der wertvollste Tabak russischer Provenienz. Er ist dem originalen Samsoun-Tabak ziemlich gleichwertig, und deshalb ist er in die Rangabstufung der edelsten türkischen Provenienzen sehr wohl einreihbar.

Der bessarabische Distrikt ist bezüglich seiner Qualitäten ziemlich monoton. Man unterscheidet eigentlich nur einen westlichen und einen östlichen Teil und kann dabei behaupten, daß der Tabak desto besser ist, je östlicher seine Herkunft innerhalb des Gebietes bezeichnet wird. Für den europäischen Markt haben seine Erzeugnisse qualitativ nur eine geringe Bedeutung.


Zu erwähnen sind noch die häufig zur Verarbeitung gelangenden altgriechischen Tabake, insbesondere der Argos-Tabak, der Missilonghi-Tabak, der Volo-Tabak und der Agrinion-Tabak; ferner die auf den verschiedenen Inseln des Jonischen und Ägäischen Meeres kultivierten Tabake.

Die altgriechischen Tabake sind mit Ausnahme des Agrinion-Myrodata-Tabaks qualitativ mehr oder weniger minderwertig. Sie brennen in der Hauptsache schwer und hinterlassen beim Rauchen einen bitteren Nachgeschmack, der sich erhöht, wenn der Tabak nicht unmittelbar nach der Verarbeitung zur Cigarette geraucht wird. Die Farbe des griechischen Tabaks ist mit geringen Ausnahmen hellgelb. In der Hauptsache finden diese Tabake jedoch nur für geringere Cigarettensorten Verwendung. Wenn auch häufig diese Tabake für bessere Cigaretten von nicht besonders fachkundigen Fabrikanten verarbeitet werden, so muß doch gesagt werden, daß eine gute, in der Qualität sich gleichbleibende Cigarette aus den altgriechischen Tabaken nicht hergestellt werden kann. Der Myrodata-Tabak aus dem Agrinion-Bezirk dagegen ist süß, brennt gut und ist als Beimischung zu mazedonischem Tabak verwendbar. Die auf den Inseln gezogenen Tabake sind gleichfalls in der Farbe größtenteils hellgelb und besitzen zumeist dieselben Eigenschaften wie der altgriechische Tabak. Eine Ausnahme bildet der auf der Insel Samos wachsende Tabak, der im Charakter dem Smyrna ähnelt, ohne ihn allerdings auch nur im entferntesten an Wert zu erreichen. Dieser Tabak wird vielfach als Smyrna-Tabak angeboten und gekauft. Der nicht sehr fachkundige und in diesem Falle betrogene Fabrikant stellt dann erst viel später fest, daß der Tabak ihn enttäuscht hat.


Wenn man einem Orientalen eine Frage über die Abwertung der einzelnen Provenienzen vorlegt, so kann man gewiß sein, daß er die Tabake seiner engeren Heimat als die jeweils besten bezeichnet. Trotzdem die Möglichkeiten der Schaffung guter Cigaretten mannigfaltig sind, wird doch eine gewisse Übereinstimmung in dem Urteil festzustellen sein, daß die edlen mazedonischen Tabake der Xanthi- und Cavalla-Bezirke und die Smyrna-Tabake, wozu noch der Samsoun tritt, die edelsten Gewächse sind, die zur Verarbeitung kommen können. Die drei genannten Hauptarten charakterisieren gleichzeitig gewisse Geschmacksunterschiede der durch sie erzeugten Cigaretten. Während die aus vorzugsweise mazedonischen Tabaken hergestellten Cigaretten meist sehr voll, weich und blumig wirken, zeigen die Cigaretten aus vorzugsweise Samsoun-Tabaken ein gewisses herbes und charaktervolles Aroma. Die durch Smyrna-Tabake charakterisierten Cigaretten dagegen zeichnen sich durch eine außerordentliche Süßigkeit aus, zu der je nach den verwendeten Fülltabakmischungen eine mehr oder weniger starke Völligkeit, Weichheit oder auch Strenge der unmittelbaren Geschmackswirkung hinzukommt.

Die Europäer sind gewohnt, noch von einer anderen charakteristischen Cigarettensorte mit typischen Geschmackseigenschaften zu sprechen. Es sind dies die ägyptischen Cigaretten. Die früher starke Einfuhr von Cigaretten aus Ägypten hat die Meinung verbreiten lassen, daß dieses Land ebenfalls zu den eigentlichen Tabakländern gerechnet werden muß. In Wirklichkeit ist dies durchaus nicht der Fall. Auf Grund eigentümlicher Zollverhältnisse, die sich aus der Zugehörigkeit des Landes zur Türkei und innerhalb dieser Zugehörigkeit doch besonderen Stellung durch die britische Oberhoheit ergaben, sahen sich eine ganze Anzahl Unternehmer veranlaßt, in Ägypten Fabrikationsunternehmungen zu gründen, um die dadurch gegebenen günstigen Zollbedingungen auszunützen. Dadurch erhielt ein Land, das ursprünglich mit Cigarettentabaken so gut wie gar nichts zu tun hatte, den Charakter eines Tabaklandes. Heute ist der eigentliche Anlaß für eine ägyptische Cigarettenindustrie nicht mehr gegeben. Es mag zwar einerseits einem Bedürfnis der Tradition entsprechen, die Fabrikation dort aufrecht zu erhalten, und andererseits ist die Fabrikation bis zu einem gewissen Grade durch die besonders günstigen klimatischen Verhältnisse begründet. Aber auch hierin vermag die technische Vervollkommnung unserer Zeit eine Unabhängigkeit zu garantieren, so daß ein Rückgang der ägyptischen Produktion vorausgesehen werden kann.


Aus der großen Anzahl der genannten Provenienzen, die sich in der Praxis noch weit komplizierter verästeln, ergibt es sich, daß der Einkauf von Tabaken ganz außerordentliche Fachkenntnisse voraussetzt, und daß von diesem Einkauf besonders das Wohl und Wehe einer Fabrik abhängt. Die Tabake werden im allgemeinen nach ihrer Manipulation in Ballen durch einen weiteren Zwischenhandel auf die europäischen Märkte gebracht. Die weitaus meisten europäischen Fabriken erwerben erst an diesen Plätzen die Tabake, die sie zur weiteren Verarbeitung in Cigaretten ihren Unternehmungen zuführen. Diejenigen Cigarettenfabriken dagegen, die sich erhöhte Möglichkeiten der Qualifizierung ihrer Erzeugnisse zu verschaffen suchen, müssen sich von dem europäischen Markt unabhängig machen und versuchen, in den Ursprungsländern des Tabaks selbst einzukaufen. Naturgemäß ist dies mit außerordentlichen Schwierigkeiten verknüpft, denn der direkte Einkauf setzt nicht nur einen großen technischen Apparat voraus, sondern zugleich Fachkräfte, die den Europäern selten zur Verfügung stehen. Aber nur dann ist es möglich, die vielen Zufälligkeiten unterschiedlicher Ernten zum Erwerb besonders hochqualifizierter Tabake auszunutzen und dadurch die Möglichkeit zu gewinnen, allererste Provenienzen bei relativ niedrigen Preisen zu verarbeiten und diesem entsprechend hochwertige Cigaretten relativ billig auf den Markt zu bringen.