Phot. Gebr. Haeckel.
Abb. 429. Wagaiamädchen in ihrer üblichen Tracht.

Bei den Sakalaven erfahren die Könige eine besondere Behandlung. Sie wickeln deren Leichen zunächst in Ochsenhäute und hängen sie tief im Busch an Bäumen auf. Nach einigen Monaten gehen die Häuptlinge hin und entnehmen dem verwesten Leichnam einige Reliquien, nämlich einen Halswirbel, einen Fingernagel und eine Haarlocke. Während der übrige Körper unter großen Feierlichkeiten begraben wird, bringt man die oben genannten Stücke nach einer heiligen Stätte, wo bereits ähnliche Reliquien von früher begrabenen Königen her aufbewahrt sind. Mit ihrem Besitz ist das Recht der königlichen Gewalt verbunden.

Trauernde Madagassen lassen sich das Haar zerzausen und tragen grobe und schmutzige Kleidung (Abbild. 423); sie dürfen sich auch nicht waschen, auch nicht in den Spiegel sehen, falls sie etwa einen solchen im Besitz haben sollten. Die Frauen müssen alle Gedanken an Gefallsucht aufgeben und ihre Umgebung durch ihren jämmerlichen Anblick geradezu zum Abscheu bringen. Die Farbe der Trauer ist, wie überall sonst im Osten, auch bei den Madagassen weiß.