Phot. Fay Cooper Cole.
Abb. 334. Ein Tinguian beim Ölen eines Schweines für das Opfer.
Phot. Bureau of Science, Manila.
Abb. 335. Ifugao beim Tanz um ein Bildnis.
Die Arme werden dabei abwechselnd vorwärts und rückwärts gestoßen.

Die Bogobo heiraten in einem verhältnismäßig viel späteren Alter als anderswo auf den Philippinen; die die Ehe eingehenden Teile sind manchmal schon zwanzig Jahre alt. Die Eltern bringen für gewöhnlich die Partie zustande, die dann in aller Form bei einer Versammlung von Freunden und Verwandten, wobei zwei Gemeindehäuptlinge die beiden Personen vertreten, ihre Bestätigung findet. Der Vater des Mädchens macht stets ein Gegengeschenk, das ungefähr der Hälfte der Hochzeitsgabe von seiten des Bräutigams entspricht, damit es nicht heißt, er habe seine Tochter verkauft. Die Hochzeit findet aber dann noch nicht statt, sondern der Jüngling muß erst ein Jahr lang für seinen zukünftigen Schwiegervater arbeiten. Die Hochzeitszeremonie ist die gleiche wie anderwärts; Braut und Bräutigam bedienen sich gegenseitig mit Reis aus einer gemeinsamen Schüssel, und die Priesterin bringt den Geistern Opfer dar. Die Jungvermählten begeben sich zwar in ihr eigenes Heim, der Ehemann aber muß noch jahrelang gewisse Dienste für die Familie seiner Frau verrichten.

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Abb. 336. Tinguian bei den Vorbereitungen für ein Opfer.
Das Medium ruft die Aufmerksamkeit der Geister auf das Opfer an, das man ihnen darbringt, darauf läßt man eine kurze Zeit verstreichen, damit sie daran teilnehmen können, und richtet die Tiere dann zum Verspeisen zu.

Die Religion der Bogobo ist der Geisterkult; für sie hat man in den Häusern besondere Vorrichtungen als Wohnung geschaffen, damit sie beständig zugegen sein und alles, was die Menschen tun, fördern können. Die Zahl der Geister ist sehr groß; sie üben einen besonderen Schutz für bestimmte Menschen aus, so zum Beispiel kümmert sich ein Geist um die Krieger, ein anderer um die Weber, ein dritter um die Messingarbeiter und so weiter. Der Geist, dem alles Eßbare gehört und der nach den Feldern und Ernten sieht, erhält einen Schrein für sich mitten auf dem Reisfeld erbaut; nachdem die Ernte eingetragen ist, wird ihm zu Ehren eine große Feier abgehalten. Ein Geist führt die Rolle des Oberhauptes aller Geister; er ist es, der die Welt erschaffen hat und der stets sein Opfer zuerst erhält, sobald irgendeine Zeremonie vollzogen wird. Ihm sind die anderen Geister auch untertan. Interessant ist der Aberglaube, daß, wenn Kinder aus zwei Familien sich heiraten, sich die besonderen Schutzgeister jeder Partei miteinander verschmelzen und fortan ein Geist werden, der das Paar beschirmt. Die Geister, die die Krieger beschützen, sind mit besonderer Macht ausgestattet und dürfen auch nur von solchen Kriegern angeredet werden, die eine oder mehrere Personen bereits getötet haben; auch ein Mann, der den Verehrer einer ungetreuen Frau umbrachte, zählt zu diesen Bevorzugten. Diese Krieger haben die Berechtigung, ein besonderes Gewand zu tragen, und wenn sie mehreren Menschen im Kriege den Garaus gemacht haben, diesem einen weiteren Schmuck hinzufügen. Gelegentlich bringt man den Schutzgeistern der Krieger ein Menschenopfer, das in einem Sklaven oder einem Gefangenen besteht; Sklaverei ist eine anerkannte Einrichtung der Bogobo und das Bedürfnis nach Sklaven führt oft zu Einfällen bei den Nachbarstämmen. Bei diesem Opfer darf ein jeder teilnehmen, der während des Jahres von Unglück geplagt wurde, oder jede Familie, in der ein Todesfall vorgekommen ist; Vorbedingung ist aber, daß dem Datu das Opfer bezahlt oder ein eigenes gestellt wird. Der zum Opfer auserlesene Sklave wird mit über den Kopf zusammengebundenen Händen an einen Baum gestellt und über ihn ein Gebet gesprochen. Darauf wird ein Speer mit sehr langem Schaft gegen seine linke Brust gerichtet und alle, die zum Kauf des Sklaven beigetragen haben, beteiligen sich insofern an dem Opfer, als sie den Schaft entweder halten oder ihn berühren. Auf ein bestimmtes Zeichen wird der Speer sodann durch das Herz gestoßen. Die Leiche erhält dann noch eine Anzahl Stichwunden und wird begraben. Hieran schließt sich eine Zeremonie, bei der zwei bekränzte Stangen hoch aufgerichtet werden, um das Ereignis zu kennzeichnen, die Krieger sich stark betrinken, ihre Taten dabei rühmen und so weiter.

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Abb. 337. Ein Tinguian beim Darbringen eines Opfers für die Wächtersteine.
Diese Steine, in die der Aufenthalt der Wachtgötter verlegt wird, werden vor Beginn bestimmter Zeremonien mit Rindenbändern umwickelt und mit Öl eingerieben, darauf wird vor ihnen Reis mit Schweineblut ausgestreut.

Erkrankt ein Bogobo, so wird er in das Haus eines anderen gebracht, damit die bösen Hausgeister ihn aus den Augen verlieren und die guten der anderen Behausung sich seiner annehmen; sobald man aber den Eindruck des bevorstehenden Todes hat, wird der Kranke in sein eigenes Haus wieder zurückgebracht, damit sein Tod nicht die Aufmerksamkeit der bösen Geister auf das Haus des Freundes lenke. Stirbt ein Mensch dennoch im Hause eines anderen, so muß seine Familie für das Unglück, das sein Tod diesem sicherlich bringen wird, eine Buße zahlen. — Von einer Klasse Geister glaubt man, daß sie die Schatten des Toten verzehren und Macht besitzen, den Lebenden ein Leid anzutun; sie werden manchmal direkt als gleichbedeutend mit den Geistern der Toten betrachtet.

Die Subanun kennen ebenfalls zahlreiche Geister, unter anderen solche der See, der Erde, der Wälder, der Flüsse und Beschützer der Kranken. Ihre Religion beruht auf einer Reihe Offenbarungen, die den Medizinmännern von Zeit zu Zeit zuteil werden. Deren Tätigkeit besteht in dem Verkünden von Orakeln oder Aussprüchen der Geister, mit denen sie zu sprechen vermögen, in Opfern und Gebeten an diese und in der Heilung von Krankheiten. Die bedeutenderen unter ihnen werden hochgeehrt. Man begräbt die Medizinmänner auch nicht, sondern setzt sie unter Schutzdächern aus, da man glaubt, daß sie wieder zur Erde zurückkehren.

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Abb. 338. Weiberschlafhaus bei den Bontokigorroten.
Die Mädchen schlafen in diesen Hütten, die so niedrig sind, daß eine Person kaum aufrecht in ihnen stehen kann, und einen knapp dreiviertel Meter hohen Eingang besitzen, etwa zwei Jahre lang bis zu ihrer Heirat.

Den Geistern werden rohe Altäre errichtet, auf denen man Reis, Hühner, Eier, Betel, Tabak und Reisbier in Krügen darbringt; auch kleine Boote setzt man mit Opfergaben beladen aufs Wasser, wohl in der Hoffnung, daß sie die bösen Einflüsse mit sich fortnehmen möchten. Auch auf Vorbedeutungen legt man Gewicht; auf Grund solcher Verkündigungen wird gelegentlich eine Verlobung wieder aufgelöst oder eine Reise unterlassen, bei anderen das Vorhaben nur aufgeschoben. Viele Zeremonien dienen der Versöhnung der Geister oder ihrer Vermittlung bei unangenehmen Lagen, auch der Förderung der Ernte, dem Schutze des Hauses bei seinem Aufbau und anderes mehr.

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Abb. 339. Tinguianenhochzeit.
Die Braut nimmt eine Handvoll Reis aus einem Napf und zerstreut sie zwischen die Latten des Bambusfußbodens als Opfer für die Geister. Der Bräutigam wirft einen Reisballen in die Luft, um aus dessen Niederfallen festzustellen, ob seine Verbindung glückbringend sein wird. Beide trinken darauf Wasser aus einer Kokosnußschale, womit die Zeremonie beendet ist.

Sehr häufig werden Feste gefeiert, zu denen die Vorräte bereits beizeiten gesammelt und die benachbarten Häuptlinge eingeladen werden. Eigenartig ist die Form der Einladung; es werden Rotangstücke überbracht, die Knoten tragen, und zwar so viel, als noch Tage bis zur Veranstaltung des Festes vorhanden sind. Jeden Tag schneidet der Eingeladene einen Knoten ab, und wenn nur noch ein Knoten übrig bleibt, dann weiß er, daß die festgesetzte Zeit herangekommen ist. Haben sich die Gäste versammelt, dann werden alle Waffen beiseite gelegt und der Obhut eines oder zweier Männer übergeben. Vor Beginn des Festes pflegt ein Freund des Festgebers darauf aufmerksam zu machen, daß derjenige, der nicht den erforderlichen Anstand bewahrt, in Strafe genommen wird. — Bei solchen Festen, die zur Erfüllung eines Gelübdes, daß ein Kranker sich erhole, oder zur Erinnerung an einen Toten, oder zu irgendeinem anderen frommen Zweck veranstaltet werden, errichtet man Altäre, vor denen die Medizinmänner die Zeremonien vollziehen. Die Gäste aber lassen sich dadurch in ihrem Vergnügen nicht im geringsten stören, da sie auf dem Standpunkt stehen, daß die ernste Seite der Feier ausschließlich Sache der Medizinmänner ist.

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Abb. 340. Ein Ifugaopaar im Hochzeitsschmuck.
Die Hochzeit wird bei den Ifugao wie alle besonderen Ereignisse in ihrem Leben mit großer Festlichkeit begangen. Sie verwenden viel Zeit auf das Sammeln des für solche, einen religiösen Charakter tragenden Feiern notwendigen Materials.

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Wie schon erwähnt, werden die Leichen der Medizinmänner im Freien ausgesetzt; der gewöhnliche Mensch wird in eine Matte gehüllt oder in einen Sarg gelegt und dann in der Erde begraben. Nach dem Begräbnis baden die Angehörigen im Flusse, bevor sie in ihre Wohnungen zurückkehren.

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Abb. 341. Trauer bei einem Begräbnis der Tinguianen.
Der Tote ruht, in seine besten Gewänder gekleidet und von Tüchern und anderen Wertsachen, die er ins Jenseits mitnehmen soll, umgeben, in sitzender Stellung gegen die Wand der Hütte gelehnt.

Es erübrigt sich noch der Moro (Abb. 346) zu gedenken, Malaien mohammedanischen Glaubens, die ursprünglich Bewohner der Nordküste Borneos waren, wo sie unter der Bezeichnung Bajau oder Seezigeuner bekannt sind und erhebliche Kreuzungen mit Arabern eingegangen sind. Kurz vor der Entdeckung der Philippinen durch die Spanier nahmen sie von den Suluinseln Besitz und wurden von hier aus durch ihre Raubzüge zur See zu Anfang des vorigen Jahrhunderts eine ständige Quelle des Schreckens für die Bewohner der umliegenden Inseln, deren Besitztum und Frauen ihre Bedürfnisse befriedigen. Daher bekunden sie auch eine Abneigung gegen die Arbeit, zumal sie von früher Jugend ab bereits an die Waffen und die Seeräuberei gewohnt werden. Durch diese ihre Beschäftigung sind sie kriegerisch und furchtlos, selbst grausam geworden, trotzdem heutzutage wenig Gelegenheit für die Ausübung ihres Handwerks sich ihnen bietet, da man sehr auf sie acht gibt. Um ihrem Gewerbe leicht nachgehen zu können, haben sie ihre Wohnungen an der Küste auf Pfählen errichtet; im gegebenen Augenblick können sie von hier aus sofort in ihre Boote gelangen, die dicht vor der Tür vor Anker liegen. Es bedarf keines Hinweises, daß sie tüchtige Seeleute und des Schwimmens kundig sind.

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Abb. 342. Eine Frau der Bontokigorroten in ihrem Leichenstaat.
Die Igorroten nehmen den Tod sehr gelassen auf und klagen weder, noch trauern sie lange um einen Verstorbenen, am wenigsten um eine bejahrte Person. Trotzdem dauern die Trauerzeremonien zwei bis acht Tage, je nach dem Rang des Verstorbenen.

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Die Moro sind von kleiner Gestalt, schlank gebaut und doch muskulös; sie sind sehr beweglich und zeigen sehr lebhafte Augen unter einer niederen Stirn in einem kleinen Gesicht. Der Sultan von Sulu ist nominell der Herrscher aller Moro, doch wird seine Autorität auf den außenliegenden Inseln nicht immer anerkannt von denen, die ihm untergeordnete Vertrauensstellen innehaben. In jedem Dorfe nämlich liegt die Führung der Gemeinde in den Händen eines Datu oder Pangiran; daneben aber kommt auch dem Priester eine gewisse Macht zu. Mit der Religiosität des Moro ist es nicht weit her; sie tritt meistens nur dann in Erscheinung, wenn er, vom Leben angewidert oder um ein Gelübde zu erfüllen, Amok läuft und möglichst viele Ketzer umbringt, ehe er mit dem eigenen Leben die Strafe seiner Begeisterung bezahlt. Die Moscheen der Moro sind in schlechtem Zustand, die vorgeschriebenen Fasten werden unregelmäßig eingehalten und sonstige Enthaltsamkeit, die der Islam vorschreibt, wird wenig beachtet, sofern man annehmen kann, daß diese Übertretung nicht bemerkt wird. Der Moro zollt zwar dem Koran große Verehrung, hat aber fast keine Ahnung von seinem Inhalt.

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Abb. 343. Ein Bogobo
mit prächtig gestickter Kleidung.
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Abb. 344. Zeremonie des Durchpeitschens bei einer Totenfeier der Tinguianen.
Jeder der männlichen Gäste wird durchgepeitscht, damit alle sich so traurig fühlen, wie die Familie des Verschiedenen.

Die Männer tragen Hemden, Jacken und Hosen, dazu eine Schärpe in leuchtender Farbe und Kopf- oder Halstuch, Leute, die eine Wallfahrt nach Mekka unternommen haben, auch einen Turban. Ihre Gewänder sind gleichfalls kunstvoll gestickt und oft aus schwerster Seide hergestellt. Die Männer tragen das Haar herabfallend, die Frauen schlingen es zu einem mehr oder weniger phantastischen Knoten. Eine Eigenart ist das Feilen und Schwärzen der Zähne. — Besondere Sorgfalt widmen die Moro ihren Waffen, als da sind der Barong, ein kurzes, schweres Hackmesser mit einer scharfen Schneide wie ein Rasiermesser und einem dicken Rücken, sodann der Kris, der Kampilan, ein Schwert mit zwei Griffen, und die Lanze. Diese Waffen sind durchweg aus dem allerbesten Material hergestellt, manchmal prächtig mit Gravierungen und Tauschierung aus Silber verziert.

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Abb. 345. Frau der Subanun (westliche Halbinsel Mindanaos),
die sich sehr zu putzen lieben.

Die Moro finden anscheinend nicht viel Vergnügen am Tanz, dagegen widmen sich ihm viel die Frauen, so bei Hochzeiten und anderen Gelegenheiten. Ihr Tanz kennzeichnet sich durch Bewegungen mit dem Oberkörper, die im besonderen die Arme und Hände ausführen, während die Füße überhaupt nicht in Tätigkeit treten. Die jungen Leute bekunden nur Interesse an einer Art Kriegstanz, den sie mit Schwert und Stock bewaffnet aufführen, und bei dem sie mit besonderer Geschicklichkeit und Schnelligkeit Fechterkunststücke darbieten. — Die Musik, für die die Moro viel übrig haben, soll ihre Lebensweise widerspiegeln, ihr Gesang dem Rollen der See ähneln. Das am meisten gebräuchliche Instrument ist eine Art Xylophon, auf dem die Frauen oft stundenlang spielen.

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Abb. 346. Moromann vom Suluarchipel.
Die Moro wanderten kurz vor der Invasion der Spanier ein.

An die Geburt eines Kindes knüpfen sich bei den Bewohnern des Suluarchipels einige eigenartige Gebräuche. Bei zögernder Geburt wird durch Spalten von Pinang oder Zerschneiden der Ingwerwurzel darüber Rat eingeholt, was die Ursache hierfür sein könnte, und dementsprechend werden Maßregeln getroffen. Hat die Kreißende zum Beispiel mit ihren Eltern Streit gehabt, so müssen diese sich Gesicht und Hände in einem Gefäß mit Wasser waschen und dabei geloben, nach günstigem Verlauf der Geburt ein Opfer darzubringen. Ein Teil dieses Waschwassers wird der Gebärenden zu trinken gegeben, der Rest über sie ausgegossen. Unmittelbar vor der Abnabelung ruft die Hebamme dem Kinde einen Namen zu und fragt an, ob es so heißen will; gibt es durch einen Ton seine Zustimmung, so behält es diesen Namen, verhält es sich aber ruhig, so wird ein anderer Name ausgedacht. Den abgetrennten Nabelstrang eines Knaben hebt man in einem kleinen Kober auf, der von diesem, sobald er erwachsen ist, um den Hals oder den Bauch getragen wird; derjenige der Mädchen wird sofort begraben. Die Nachgeburt wird mit Asche und Pinangblüten in ein Pinangblatt gewickelt und in eine Kalapanuß gelegt, die man zubindet. Eine der Geburtshelferinnen trägt sie mit bedecktem Kopfe hinaus und begräbt sie dicht bei der Wohnung; unterwegs aber darf sie kein Wort sprechen und niemand Rede stehen; sonst wird das Kind heuchlerisch. An der Stelle, wo die Nachgeburt vergraben ist, pflanzt man einen Gagabaum und zündet dort vier Nächte hindurch Harzfackeln an. Eigenartig ist die Anerkennung des Kindes durch den Vater. Die Hebamme gibt die Erklärung ab, wer der Vater ist. Dieser oder einer der männlichen Blutsverwandten muß dann den Bambussplitter, mit dem die Nabelschnur durchtrennt wurde, an einem Speer befestigen. Diesen steckt der Betreffende dann in einen bestimmten Baum und erkennt durch diese Zeremonie das Kind vor allen Dorfgenossen als sein eigenes an. Der Baum verbleibt Eigentum des Kindes.

Abb. 347. Bogobomusikanten.
Bemerkenswert ist ihre reich bestickte Kleidung, die häufig noch mit Muschelreihen oder Perlen behängt wird.

Die Polygamie ist allgemein verbreitet, da der Koran mehrere legale Frauen erlaubt. Die Frauen werden meistens gekauft; ihre Stellung ist eine ziemlich hohe. Ihre Heiratsfähigkeit beginnt mit dem dreizehnten Lebensjahr. Auf den Suluinseln soll vor der Landung der Spanier die Homosexualität sehr verbreitet gewesen sein, in dem Maße, daß auf Antrag der Frauen an dem Gliede der geschlechtsreifen jungen Männer eine eigentümliche Operation vorgenommen wurde, durch die jeder gleichgeschlechtliche Verkehr unmöglich gemacht werden sollte.