Ihr ergebener Tulpenthal.“
Rosette
Chef (der bemerkt, daß ein Lehrling einen Bleistift im Munde hält): „Ich verbitte mir diese ekelhafte Unsitte! Wer soll denn solchen Bleistift hernach wieder in den Mund nehmen?“
Rosette
Der Handlungskommis Fitzer war zwar in seiner Branche „Bandwaren“ ein ganz brauchbarer junger Kaufmann, allein seine, allerdings auch talentierte Neigung fürs Theatralische war gewaltiger als jene für die Bandwaren; kurz, er widmete sich dem Theater und hätte gelegentlich seines Auftretens einmal zu sagen gehabt: „All mein Glück war wandelbar!“ Statt dessen rief er pathetisch aus: „All mein Glück war Bandelwar!“
Rosette
„Für den Vertrieb von Oelen und Lacken werden Provisions-Reisende gesucht. Letztere sind im trocknen Zustande glänzend und hart wie Glas, zerspringen nicht, kriegen keine Risse und sind in dem Handel in Flaschen und Kruken auf dem Bauche mit unserer Firma versehen.“
Rosette
Meine Schreibmaschinen sind in folgenden Häusern im Gebrauch
Außer diesen angeführten Firmen bin ich in der Lage, noch viel mehr Firmen anzuführen!
August Klapperle,
Fabrik patentierter Schreibmaschinen.
Rosette
Sally Friedenthal wollte sein Herrengarderobengeschäft aufgeben und veranstaltete einen Ausverkauf. Schließlich blieben aber noch 49 Anzüge, für die sich keine Käufer finden wollten. „Was fang ich damit an?“ fragte er seinen Freund Lilienfeld, „morgen muß der Laden geräumt sein.“ — „Nichts einfacher als das,“ erwidert Lilienfeld. „Du wirst doch haben, nu — sagen wir: sieben Freunde.“ — „Hab ich,“ versetzte Friedenthal. „Also schickste jedem von den sieben Freunden sieben Anzüge mit der Nota über sechs. Werden se nichts sagen und se behalten.“ — „Ausgezeichnete Idee!“ ruft Friedenthal und begibt sich sofort an die Ausführung. Nach acht Tagen trifft er seinen Freund auf der Straße. „Nu?“ fragt dieser, „wie is es geworden mit den Anzügen?“ — „n' Schlag sollste kriegen!“ ruft Friedenthal, „refüsiert haben se und retourniert haben se alle mit'nander, aber keiner mehr als sechs!“
Rosette
Lehmann kommt in eine Auskunftei, um sich über den Kaufmann Fischer zu erkundigen, auf den er einen Wechsel gezogen. Der Auskunftsbeamte sagt, die Firma sei pikfein, das einzige Nachteilige, wenn jener es so ansehen wolle, sei, daß der Chef blind sei. „Au weih!“ schreit Lehmann, „das genügt, ich bin verloren; mein Wechsel ist ein Sichtwechsel!“
Rosette
In einen Kolonialwarenladen kommt ein Herr und verlangt einen Matjeshering. „Bedaure,“ sagt der junge Kommis, „Matjesheringe haben wir nicht.“ — Der Kunde geht. — Der Prinzipal hat dies vom Nebenzimmer angesehen und haucht den Kommis an. „Wie kenn Se lassen geh'n ä Kundschaft ohne was zu kaufen! Wenn mer haben keene Matjesheringe missen Se anbieten, was is auf Lager: ä Stockfisch, ä Bülowhering, ä Ostseehering, ä paar Sprotten ... aber nie lassen fort die Kundschaft ohne was zu kaufen!“
„Gut,“ sagt der Kommis, „ich werd' mer's merken.“
Am nächsten Tage kommt eine feine Dame in den Laden und verlangt errötend eine Rolle Toilettepapier.
„Bedaure,“ sagte der Kommis, „Toilettepapier haben wir nicht, vielleicht nehmen Sie dafür Schmirgelpapier!“
Rosette
Herren Bock & Ströbel in Mannheim.
Heilbronn, den
Senden Sie uns gef. umgehend per Bahn
3 Ballen grün Santos, wie gehabt, Cond. bekannt.
Achtungsvoll Klug & Comp.
P.S. Wir bemerken soeben beim Gang durch unser Lager, daß wir noch Vorrat haben; wir annullieren also unsern obigen Auftrag; senden Sie nicht!
Rosette
Meyer (Geschäftsreisender): „Gott, bin ich zu bedauern! Du siehst doch die Fliege?“
Schulze: „Natürlich!“
Meyer: „Die sitzt schon seit der Früh' auf meiner Nase, und noch hab' ich keine Zeit gehabt, sie wegzujagen!“
Rosette
Jedem Leser von „Der tolle Koffer“ sei empfohlen:
Die
meschuggene Ente
Die 200 ulkigsten Enten, die im Blätterwalde deutscher Zeitungen unfreiwillig ausgebrütet worden sind.
In Freiheit dressiert und vorgeführt von
Felix Schloemp
Mit einem Vor- und Nachwort von
Otto Julius Bierbaum
Mit lustigen Zeichnungen und Umschlag von C. O. Petersen
Geh. Mk. 2.—, geb. Mk. 3.—
Innerhalb 5 Monaten sind 18 Auflagen erschienen im Verlag von Georg Müller in München
Aus dem Inhalt: Der entfettete Zeppelin — Caruso in der Badewanne — Die elastische Cousine — Die Kuh mit den höheren Absichten — Die leichtfertigen Bullen — Aepfel des Pegasus — Lona Barrisson im Negligé — Der „bockende“ Otto Erich — Der Knabe mit de Schwimmfieß usw. usw.
Aus den zahlreichen spaltenlangen Urteilen der Presse: „... Wer auch nur eine Seite in diesem urkomischen Werkchen aufschlägt und liest, der lacht, lacht Tränen und ruft den Freund und läßt ihn mitlachen! Das gesunde, herzliche Lachen, das von dieser Sammlung wunderbarer Untaten des Zeitungsteufels ausgeht, verscheucht alle düsteren Schatten der Melancholie.“
Von dem Herausgeber des „Tollen Koffer“ erschien ferner:
Die Über-Ente
Ein lustigtoller Rekordflug von 300 neuen, meschuggenen Enten, so von allerlei Zeitungen unfreiwillig losgelassen wurden.
Arrangiert unter Protektorat von
Felix Schloemp
Mit zahlreichen neuen Zeichnungen von
Carl Olaf Petersen
Elfte Auflage
Elfte Auflage
Preis geh. 2 Mark, geb. 3 Mark
Verlag von Georg Müller in München
Die außerordentlich beifällige Aufnahme der „meschuggenen Ente“ veranlaßte den Herausgeber diese neue Sammlung unfreiwilliger Zeitungskomik in künstlerisch-gediegener Ausstattung herauszugeben. Die mit eminentem Sammelfleiß aus Tausenden und Abertausenden von deutschen und ausländischen Zeitungen gesammelten Beiträge sind wieder mit glänzendem Humor und feinem Verständnis für die Pointen so geschmackvoll arrangiert, daß die Lektüre jedem Freund drastischer, unfreiwilliger Komik einen vollendeten Genuß gewährt.
Von dem Herausgeber des „Tollen Koffer“
erschien im Verlag von Georg Müller in München ferner:
Der
perverse Maikäfer
Galante und ungalante Satiren von
Felix Schloemp
Mit einem Leitgedicht von
Rudolf Presber
Mit seltsamem Umschlag von Carl Olaf Petersen und
zahlreichen ganzseitigen Original-Kunstblättern von
Franz von Bayros
Achte Auflage
Preis geheftet Mk. 2.—, gebunden Mk. 3.—
Aus dem Inhalt: Der gepiesackte Nordpol. — Abenteuer im Eispalast. — Diabolo des Herzens. — Nietzsche im Lindenkasino. — Das impotente Knickebein. — Reinhold Reinbold im „Rheingold“. — Das eingebildete Känguruh. — Die Musik des Mädchenleibes. — Das Mitternachtsmädchen u. a. m.
Alle guten Geister des Humors werden in diesem eigenartigen, lustigtollen Werk glänzend entfesselt: scharfpointierte, aktuelle Satiren gegen die Torheiten unserer Zeit, amüsante Schilderungen galanter Liebesabenteuer, feingeschliffene Parodien auf moderne Literaten, wie Kerr, Sudermann, H. H. Ewers, Peter Altenberg, R. M. Rilke u. a. m. und die zahlreichen eleganten Originalkunstblätter von der Meisterhand Franz von Bayros' gestalten das Werk zu einem reizvollen Leckerbissen für alle Freunde lustig-galanter Satire.
Ferner ist vom Herausgeber von „Der tolle Koffer“ erschienen:
Der gekitzelte Aeskulap
Eine kräftige Dosis der medicynischsten Witze, Schnurren und Anekdoten von Aerzten, Patienten und lustigen Studenten
Verordnet von Felix Schloemp
Mit einem Geleitbrief von Roda Roda
Mit vielen urkomischen Originalbildern von E. Preetorius.
Geh. 2 M., geb. 3 M. — Dreizehnte Auflage.
Verlag von Georg Müller in München.
Ein glänzendes Brillantfeuerwerk funkelnder Witzraketen mit scharfknatternden Pointen ist es, was durch dieses einzigartige Kompendium medizinischen Humors zur Erheiterung eines lachlustigen Publikums unter Assistenz erster Humoristen wie Roda Roda, Dr. Owlglaß, H. H. Ewers und vieler humorbegabter Mediziner abgefeuert wird.
Aus dem Inhalte seien nur einige besonders ulkige Schlager erwähnt: Der Student mit dem Saumagen — Blasensteine der Dummheit — Bernhard Shaw als Gynäkologe — Das Therapeutische bei Rich. Wagner — Das Herz in der Blase — Die verschluckte Rasierseife — Schallbäder und Bettgymnastik und hunderte andere lustig-tolle Schlager!
Aus den zahlreichen Urteilen der Presse:
Die Heilkunde. Wien. (Dez. 1909) schreibt: „Der Verfasser der „meschuggenen Ente“ hat das Wagnis unternommen, dem alten, ehrlichen Gott der Heilkunde, Aeskulap, mit dem Federkiel gewaltig das Zwerchfell zu kitzeln. Und das Wagnis ist durch die Witzanthologie „Der gekitzelte Aeskulap“ glänzend gelungen. Der Gott lacht und jeder wird von dieser göttlichen Heiterkeit angesteckt und muß mitlachen! Aus allen Elixieren des Humors ist in der Retorte dieses lustigen Werkchens eine kräftige Dosis von Lachgas herausdestilliert, die selbst den griesgrämigsten Hypochonder zum Lachen bringen muß. So entsteht ein außerordentlich reichhaltiges, urkomisches Kompendium medizinischer Satire und Witzes, das nicht nur jedem Arzt, sondern auch jedem Patienten, Apotheker, Zahnarzt, Student, überhaupt jedem Freund drastischen Humors einige lachfrohe Stunden bereiten wird“.
Druck von Mänicke und Jahn, Rudolstadt.