Nachrichten.

Literatur.

Neu erschienene Werke.

25) Die Grabsteine und Epitaphien adeliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark. — Wortgetreue Copien der an denselben befindlichen Inschriften und genaue Beschreibung der daran angebrachten Wappen. Gesammelt von Ad. M. Hildebrandt, Mitglied der Geschichts- und Alterthums-Vereine in der Altmark etc. — Hft. 1. Die Kreise Salzwedel und Gardelegen umfassend. Gardelegen, Druck von A. Keller 1868. 8. 123 Stn. und 8 Tafeln lithographierte Abbildungen.

Der Titel gibt schon vollständig an, was in dieser Schrift zu finden ist. Das Unternehmen, von solchen der Zerstörung mehrfach ausgesetzten Denkmälern aus älterer — zum Theil schon sehr alter — und neuerer Zeit genaue Beschreibung und überhaupt Kunde zu geben, ist ein dankenswerthes, und seine Fortführung kann allen denen, welche sich namentlich für Genealogie und Heraldik interessieren, nur recht erwünscht sein. Ueber eine nicht geringe Anzahl alter Adelsfamilien, die aus der Altmark ihren Ursprung herleiten, dort ansässig waren oder noch sind, aber auch in den andern Marken und nach Hannover, Sachsen etc. sich ausgebreitet haben, finden sich hier Aufschlüsse, die in solcher Sicherheit schwerlich sonst irgendwoher zu erlangen sein dürften. — Der Verfasser ist sehr sorgfältig bei Aufzeichnung der Inschriften und Beschreibung der Wappen verfahren und hat schätzbare genealogische Notizen und Nachweisungen beigebracht, vornehmlich auch in heraldischer Beziehung Alles gegeben, was zur Aufklärung dienen konnte. Die beigefügten 7 Tafeln Abbildungen von alten Grabsteinen (3 aus dem 13., 3 aus dem 14. und 1 aus dem 15. Jhdt.), wie auch das Titelblatt mit dem Wappen der Altmark und den Wappenschildern der in den behandelten zwei Kreisen jetzt ansässigen 12 Adelsfamilien, sind gut gearbeitet, und da auch Druck und Papier zu loben sind, erscheint der Preis von 25 Sgr. (wofür das Heft von dem Verfasser zu Mieste in der Altmark zu beziehen ist) nur gering.

R.

26) Die Siegel der Mark Brandenburg nach Urkunden des königl. Geh. Staatsarchivs, des Staatsarchivs zu Magdeburg, sowie städtischer und anderer Archive. Lieferung I. Berlin in Commission bei J. A. Stargardt. (1868.) (gr. 4., 28 Stn. Text und 12 Tafeln Abbildungen in Holzschnitt).

Der bewährte Alterthumsforscher Voßberg, allen Freunden der Münzkunde und der Sphragistik durch vortreffliche Werke längst bekannt, hat es unternommen, zu dem großen Urkundenwerke des höchst verdienstvollen brandenburgischen Historiographen Riedel, dem Codex diplom. Brandenburgensis, eine schon vielfach vermißte und darum gewünschte Ergänzung zu geben, indem er die in dem Codex selten berücksichtigten alten Siegel in vollkommen treuen Abbildungen der Originale herauszugeben beabsichtigt. Das Material dazu hat er seit vielen Jahren in den ihm bereitwillig geöffneten Staats- und Privat-Archiven angesammelt, und eine große Anzahl von Siegeln der Markgrafen, Bischöfe, Städte, des Adels und der Bürger, der geistlichen Stifter, der Gewerke und des alten Johanniterordens auf’s genaueste zeichnen lassen, deren allmähliche Publicierung mit dieser ersten Lieferung, die schon von allen vorerwähnten Abtheilungen Siegelabbildungen enthält, begonnen ist. Auf den die Siegel der Markgrafen Albrecht des Bären und Otto I. enthaltenden Tafeln hat der Herausgeber sehr zweckmäßig auch Abbildungen von Münzen dieser Fürsten gegeben, welche Münzen zur Erläuterung der Siegel beitragen; sodann ist eine besondere Tafel vorangestellt mit Abbildungen der seltenen Münzen einiger Wendenfürsten, die vor den Ascaniern Theile der Mark beherrschten, und deren Darstellung ungemein interessant ist. — Zu jeder Abbildung der Siegel und Münzen ist eine Beschreibung, zum Theil mit bezüglichen Erläuterungen, und zu den einzelnen Abtheilungen noch eine geschichtliche Einleitung gegeben, — alles kurz, aber doch vollständig genügend und dem Zwecke entsprechend. —

Da der Herausgeber in dieser ersten Lieferung die Reihefolge der Siegel weder nach dem Alter, noch nach dem Buchstaben geordnet, sondern nur eine, wie es scheint, willkürliche und zufällige Auswahl getroffen hat und auch wol in dieser Weise bei den folgenden Lieferungen fortfahren wird, so beabsichtigt er wahrscheinlich, bei Vollendung eines Theiles seines Werks oder bei dem Abschlusse desselben die wünschenswerthe Uebersichtlichkeit des Inhalts durch ein vollständiges Namenregister zu erhöhen, in welchem dann auch auf die betr. Urkunden des Riedel’schen Codex Bezug genommen werden möchte. —

Von Forschern und Freunden des Alterthums, der Geschichte und Genealogie wird dies Unternehmen mit eben so großer Freude aufgenommen werden, wie von den Sphragistikern insbesondere, da es für Kunde der Vorzeit im allgemeinen und insbesondere der Marken viel Interessantes und zur Aufklärung Dienendes bringt. Die Ausführung im Holzschnitte — für Siegel gewiß mehr zu empfehlen, als die freilich viel billigere Lithographie — ist musterhaft, insbesondere auch wegen der ungemeinen Genauigkeit, von der sich Referent durch Vergleichung mit Originalen überzeugt hat. — Der Herausgeber hat es vorgezogen, ein sehr festes, aber doch wegen der gelblichen Farbe nicht angenehm in’s Auge fallendes Papier anzuwenden: sicherlich würde das durch vorzüglichen Druck ausgezeichnete Heft im Aeußeren noch gewonnen haben, wenn dazu ein ganz weißes Papier verwandt wäre.

R.

27) Alterthümer und Kunstdenkmale des Cisterzienserklosters St. Marien und der Landesschule zur Pforte, von W. Corssen. Mit XII Tafeln und 99 Holzschnitten. Halle, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses. 1868. gr. 4. 344 Stn.

Den Freunden mittelalterlicher Baukunst war die Kirche des Cisterzienserklosters zur Pforte, der jetzigen Schulpforte, an der Saale längst lieb und werth, seit Puttrich in seinem großen Werke über die sächsischen Baudenkmale Abbildungen gegeben hatte. Die Bauwerke Pfortes haben aber auch ein besonderes Interesse für die vielen Angehörigen der Schule, und so wird wol das glänzend ausgestattete Werk, das beiden Kreisen willkommene Mittheilungen und Abbildungen bringt, allseitig freundliche Aufnahme finden.

Der Verfasser gibt zunächst die urkundlich belegte Geschichte des Klosters, dann die der Fürstenschule und fügt daran eine Beschreibung und Würdigung der Gebäude und sonstigen Kunstwerke, die durch gute Abbildungen dem Auge des Lesers vorgeführt werden. Von besonderem Interesse wird für das größere Publikum die Beschreibung der einzelnen Theile des ehemaligen Klosters sein, durch die auch der Laie ein übersichtliches Bild des Lebens und der Thätigkeit eines größeren Klosters erhält; schon die Aufzählung der einzelnen Räume — die leider zum großen Theile nicht mehr, oder doch nicht in alter Weise vorhanden sind — zeigt, welch mannigfaltige Bedürfnisse vorhanden waren, und wie das Kloster eine Welt für sich bilden konnte, in der für alle leiblichen wie geistigen Bedürfnisse gesorgt war.

Die schönen und edeln Formen der Kirche, die guten Verhältnisse, die schöne Ornamentik, ebenso die Gliederung und Verzierung der Abtskapelle werden allen jenen besonders willkommen sein, die das Studium der alten Baukunst mit Rücksicht auf ihre Wiederanwendung betreiben; die Grabdenkmale, Skulpturen und manches andere haben Bedeutung für die Kunstgeschichte und geben so in Verbindung mit der Architektur eine Uebersicht über die Kunstgeschichte des Mittelalters.

Die schöne Ausstattung des Buches wird mit dazu beitragen, dasselbe auch in Kreisen, denen sonst ernstere Studien ferne liegen, heimisch zu machen.


Aufsätze in Zeitschriften.

Das Ausland: Nr. 32, S. 751. Worsaa’s Erklärung der Moor- und Erdfünde. — S. 754. Tacitus und die rheinischen erloschenen Vulkane. (Dr. Jacob Nöggerath.)

Die Biene: Nr. 23. Holzkirchen in Mähren.

Börsenblatt f. d. deutsch. Buchh.: Nr. 143. Aldus Manutius.

Europa: Nr. 29, Sp. 921. Tanzlieder und Pfeiferkönige. — Nr. 30, Sp. 951. Der Wenden Untergang auf Rügen. — Nr. 31. Sp. 977. Zwei mittelalterliche Reisende. — Sp. 983. Chiffrierschrift und schwarze Kunst (Tritheim’s Steganographie.)

Die Gartenlaube: Nr. 31 f. Die Mutter unserer heutigen Scheidekunst (über Alchemie). (Dr. O. L. Erdmann.)

Die Grenzboten: Nr. 29, S. 81. Der gegenwärtige Stand der Runenkunde. — Nr. 31, S. 161. Die alte Kunst und die Mode. (Otto Jahn.)

Jagd-Zeitung: Nr. 12, S. 370. Die Moritzburg (bei Dresden).

Danz. Kathol. Kirchenblatt: Nr. 30. Eine Monstranz in Stuhm. (R. Bergau.)

Evang.-reform. Kirchenzeitung: 18. Jahrg., Maiheft. Zur Geschichte des Heidelberger Katechismus.

Illustr. deutsche Monatshefte: Aug., Nr. 47 (143), S. 473. Eine hochberühmte Schatzgräbergeschichte (1715). (Moritz Müller.)

Notes and Queries: Nr. 28, S. 40. Calvin and Servetus.

Revue des deux mondes: 1. Juillet, 1. livr., p. 84. Le drame religieux du moyen âge jusqu’à nos jours. (Nach Dr. K. Hase.)

Rübezahl: 5. Heft, S. 203. Bräuche und Sagen aus Oesterreichisch-Schlesien. (Prof. A. Peter). — S. 206. Lerchenborner Sagen. (Pastor K. J.Th. Haupt.) — S. 212. Geschichte des Görlitzer Theaters (Ewald Schulz.) — 6. Heft, S. 266. Ein Wort über schlesische Mundart. (K. F. W. Wander.)

Augsburger Sonntagsblatt: Nr. 30. 31. Zur Geschichte der Rose.

Sonntagsblatt (von E. Dohm): Nr. 29. Zur Geschichte des Hundes.

Preuß. Staats-Anzeiger: Beil. Nr. 150 ff. Alterthümer und Kunstdenkmale des Erlauchten Hauses Hohenzollern. — Zur Geschichte der deutschen Handelsgesetzgebung. — Nr. 174 ff. Die Kirchenbauten der romanischen und der gothischen Periode in Preußen. — Nr. 180. Das Leichenbegängniß des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg zu Frankfurt a. M. am 12. März 1486.

Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg: Nr. 32. Zwei Lutherbriefe.

Zeitschrift f. Protestantismus u. Kirche: N. F. 55. Bd., 6. Hft. Episoden aus der Kirchengeschichte der Grafschaft Leiningen-Westerburg, besonders der Gemeinde Grünstadt. — Reformationsgeschichtliches.

Allgemeine Zeitung: Beil. Nr. 221. Fund eines römischen Militärdiploms bei Weißenburg in Mittelfranken. — Nr. 227. Die Restauration des Ulmer Münsters.

Danziger Zeitung: Nr. 4924. 4926. Wendlers Modell für die Wiederherstellung des Hochaltars der Oberpfarrkirche St. Marien zu Danzig.