IV.
Wir haben uns bisher nur mit dem homiletischen Theil der reichhaltigen Handschrift beschäftigt und wollen nun zu dem liturgischen übergehen. Es findet sich nämlich darin Fol. 204 eine Saufmesse, von welcher wol einzelne Stücke auch sonst vorkommen; aber so vollständig scheint sie mir neu zu sein. Einige Anklänge gewährt das von Feifalik in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie, Bd. 36, 174, mitgetheilte Stück. Die ersten Verse finden sich bei Edélestand du Meril, Poésies populaires Latines du Moyen-âge (1847), p. 202, nr. 2. Die Sequenz gibt derselbe p. 204 in drei verschiedenen Versionen nach Mone und Wright, und eine vierte Mone im Anzeiger III, 293; aber die unserige ist wieder abweichend. Vereinzelt finden sich unter einem Florus im Cod. Rehdiger. I, 36 in Breslau die Verse:
„Bonum vinum cum sapore Bibit abbas cum priore, Conventus autem de priore“, wo der Reim besser gewahrt ist.
Exhortatio ad potandum perutilis.
Deus qui multitudine vini multorum capita dolere fecisti, tribue quaesumus, ut qui serotina potatione laeduntur, eadem matutinali refocillatione recreentur. Per Bacchum Dominum nostrum etc. Stramen.
Oremus.
Deus qui multitudine virtuteque vini et cerevisiae capita hominum turbari, atque dura Thebaeorum ossa mollificari fecisti: tribue nobis virtutem et fortitudinem, ut qui serotina potatione laedimur, alterius diei repotatione curemur. P. D. B. etc.
Sequentia Vini.
Pater noster.
Potus noster qui es in Cypho, Glorificetur nomen tuum. Adveniat potestas tua sicut in scala et in vitro. Panem pistum et album da nobis hodie et........[57] compotatoribus nostris. Et ne nos inducas in tabernam malam: Sed libera nos ab illa semper. Stramen.
Gratiarum actio.
Es bleibt wol noch Raum, auch das Eselstestament (Fol. 214) mitzutheilen, welches schon von Maßmann im Anzeiger, IV, 185, kurz erwähnt ist. Der Gedanke ist sehr alt, doch in der Form des Schweinetestaments, das schon zu St. Hieronymus Zeiten die Schulkinder ergötzte und zuletzt von M. Haupt im Berliner Index lectionum 1860 ediert wurde. Den sterbenden Esel aber finden wir zuerst bei Feifalik a. a. O., S. 172, und in neueren Bearbeitungen bei Lambecius ed. Kollar II, 925 und bei H. Palm in den Abhandlungen der Schles. Gesellschaft 1862, Heft 2, S. 95. Hier lautet es, von all jenen abweichend, so:
Testamentum Asini.
Heidelberg.
Wattenbach.
(Mit einer Beilage.)
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