Fußnoten:
[1] Ueber den ersteren siehe die sorgfältige, nur geringer Ergänzung bedürftige Mittheilung Schulze’s in Herrig’s Archiv 1862, S. 156; über Campen habe ich eingehend in meinem Agricola, S. 83–191 gehandelt. Weiteres siehe bei Harrebomée, Spreekw. der Nederl. taal. Bd. III, Vorrede.
[2] Die schwankende Orthographie kommt natürlich nicht in Betracht.
[3] Quadrati rustici kommen auch in einem Lied bei Feifalik, p. 169, vor.
[4] Das Fließen der Wunden in Gegenwart des Mörders wird noch behauptet in der Magia naturalis „Geheime Unterredungen zwischen zweyen vertrauten Freunden — von der Magia Naturalis u. s. w. zum Druck gegeben von dem Collegio Curiosorum in Deutschland. Im Januario 1702. Gedruckt zu Cosmopoli. 8.“ S. 99: „Anderer häuffigen Wirkungen des Geblüts zu geschweigen, gebe ich dem Herrn nur in Observanz zu ziehen, ob das nicht wunderlich genung und doch natürlich zugehe, wenn das Blut eines umgebrachten Menschens seinen eigenen Thäter verräth, wenn es von dem todten Körper contra ordinem naturae fließet, wie solches der ganzen Welt bekand ist.“
[5] Mit diesem Weisthum haben wir zugleich die Bestätigung, daß Rotweil schon im 12. Jahrh. einen Schultheiss hatte. — Langen sagt S. 68: „Als Friederich Barbarossa den Bischof Egino von Chur zum Fürsten des Reichs machte und dem Stifte viele Privilegien gab, so übertrug dieser Bischof dagegen dem Sohn des Kaisers, dem Herzog Friederich, die Kastenvogtei über das Stift Chur. Nun war es gebräuchlich, daß der Bischof von Chur dem jeweiligen Kastenvogt alljährlich ein Federspiel verehrte, und fiel diese Verehrung laut Urkunden dem Schultheiß von Rotweil zu (als des Reichs Amtmann).“ — Das Rotweiler Schultheißenamt war also ursprünglich kein städtisches Amt, sondern ein kaiserliches; der Bürgermeister leitete die städtischen Angelegenheiten. Bei Rathssitzungen saß der Schultheiß unten gegen die Thüre zu; der Bürgermeister hatte den Vorsitz. Später sind beide städtisch. A. 1546: Der Bürgermeister soll künftig nicht mehr bei der Thür sitzen, sondern an der obersten Stelle, dem Schultheiß auf der rechten Seite. Das Schultheißenamt löste a. 1401 die Stadt von K. Ruprecht aus; es war also von da an städtisch und dauerte auch neben dem Bürgermeisteramt fort; besonders handelte es beim Stadtgericht Straffälle ab und nahm Appellationen von Rathsbeschieden an. Ganz später blieb dem Schultheißenamt nur noch die Erledigung der Gantsachen. Der Bürgermeister hatte die Straffälle. Beide wechselten in der Regierung jährlich ab.
[6] Heckenstaller’s Frising. Bd. CCLXI. Aus einer Copie des 18. Jahrh. Vgl. Anzeiger 1867, Nr. 10, Sp. 303 f.
[7] octo?
[8] Nach Lang ein „Weich-Wald“ (d. i. Weih-Wadl, Weihwedel. D. Red.)
[9] Nach Lang eine davon 6 Schuh hoch und 119 Mark Silber wiegend.
[10] Nr. 10 ist bis jetzt ausgeblieben.
[11] Osenbrüggen, Alem. Strafrecht, S. 91. Rechtsalterth. aus d. Schweiz 1858, H. III, 21. Bamberger Halsgerichtsordn. Art. 146.
[12] Das Häringverbrennen, eine gegen Seuchen und Volkskrankheiten ergriffene allerwärts übliche Maßregel. S. mein Augsb. Wörterb. 220. 221. Häringe waren im 13. Jhdt. schon sehr bekannt und kommen auch im Augsb. Stadtr. in den eingerückten Zolltarifen vor. Man ließ die bei den Kramern gefundenen alten Häringe sogar durch den Nachrichter verbrennen. Stetten, Handw. Gesch. Nachtrag (2. Bd.), S. 137.
[13] Vgl. Anzeiger 1860, Sp. 207. 366.
[14] Ueber den Werth der Marienkirche in architektonischer und malerischer Beziehung hat F. v. Quast ein sehr vortreffliches Gutachten abgegeben, welches, so viel ich weiß, bisher ungedruckt, in Manuscript von der Hand des Verfassers in der Registratur der Marienkirche sich findet.
[15] Vgl. Otte, Kunst-Archäologie. 4. Aufl. S. 82.
[16] Th. Hirsch, die Oberpfarrkirche St. Marien zu Danzig (Danzig, 1843), Bd. I. Von dem, die Kirchengeschichte von Danzig seit der Reformation enthaltenden zweiten Bande sind 1846–47 leider nur 18 Bogen erschienen. Das höchst verdienstvolle Werk bricht S. 280 mit dem J. 1606 ab.
[17] Vgl. Hirsch a. a. O., Bd. I, S. 281 ff.
[18] Danziger Katholisches Kirchenblatt, 1867, S. 299. Vgl. auch Hirsch a. a. O., S. 147.
[19] Danziger Katholisches Kirchenblatt, 1867, S. 316.
[20] Ueber das kostbarste der dortigen Meßgewänder, die goldene Casel in Zarnowitz, habe ich in Nr. 21 des Organs für christliche Kunst von 1867 genauer berichtet.
[21] Vgl. A. Hinz, die Oberpfarrkirche St. Marien und deren Schatz an mittelalterlichen Paramenten. Eine Vorlesung. (Danzig, 1865.)
[22] Es wäre sehr wünschenswerth, daß eine Publication des ganzen Paramentenschatzes in Farbendruck, nach Art der Tafeln zu Bock’s Geschichte der liturgischen Gewänder, zu Stande käme. Wo ist ein Verleger dafür?
Danzig.
K. Bergau.
[23] Ich hatte kurz zuvor diese Ausgabe, ein durchaus wohlerhaltenes und vollständiges Exemplar, erworben aus dem Antiquariat Heerdegen zu Nürnberg, zugleich mit Zincgref’s Apophthegmen. Straßb., 1626. 8. und J. G. Seybold’s Viridarium. Norimb. 1677. 8. zusammen um die Summe von — 1 Gulden und 30 Kreuzer. Es nahte sich gerade damals der Wendepunkt der goldenen Zeit der Bibliophilen, und Kreuzer und Groschen verwandelten sich seitdem in Guldenstücke und harte Thaler — für die Herren Antiquare. Damals boten noch an Butsch zu Augsburg (1842) Kirchhof’s Wendunmnth. Frankf., 1589. 8. zu 48 kr., Seligsberg zu Bayreuth (1842) Erasmi Chiliades. Francof. 1599. 2. zu 36 kr., desgl. Zincgref’s Apophthegmen. Leyden, 1644. 12. 2 Theile zu 36 kr., Müller zu Gotha (1841) Erasmi Adag. Epit. Leyd. 1663. 8. zu 6 Gr., Thoma zu Nürnberg (1840) J. Camerarii Symbola. Mog. 1668. 8. zu 9 Groschen, Heerdegen zu Nürnberg im gleichen Jahre Chr. Lehmann’s Chronik d. Reichsstadt Speyer. Franckf. 1612. 2. zu 48 kr., und im Jahre 1802 begnügt sich Val. Cammerer zu Erlangen für Schottelii Haubtsprach. Braunschw. 1663. 4. mit 36 kr., Rollenhagen’s Froschmeuseler. Magdeb. 1608. 8., oder die Gestriegelte Rockenphilosophie. Chemnitz, 1718. 8., oder Balth. Schuppii sämmtl. Schriften. Franckf. 1701. 8. mit 15 kr. und für Sebast. Franck’s Sprichwörter. Zürich, 1545. 8. gar mit 12 kr. Tempi passati! — Wozu aber diese Note? Sie will nur andeuten, welche materiellen Schwierigkeiten ein Forscher der Gegenwart, der nicht immer ein Crösus ist und häufig fern von größeren Bücherschätzen lebt, bei proverbialen, ein überaus großes und verschiedenartiges Material erheischenden Untersuchungen zu bewältigen habe, und daraus resultierend, mit welcher Nachsicht, wie bei vorliegender Frage, ein Irrthum oder richtiger ein Uebersehen von Seiten eines gewiegten und verdienten Forschers zu beurtheilen sei.
[24] Daß diese sogar in einer Ausgabe (o. O. 1541) nicht 749, sondern „746“ laute, ist mir nicht unbekannt; allein es beruht auch dies auf einem offenbaren Druck- (vielmehr Setz-) Fehler: die unmittelbar vorangehende Numerierung in derselben ist:... „746“. „747“. „748“.
[25] Es ist selbstverständlich, daß mir manche Hülfsmittel mögen fremd geblieben sein, und ich möchte in dieser Beziehung die Aufmerksamkeit auf eine mir gleichfalls verborgene Quelle lenken, auf die mich die Güte meines verehrten Freundes Ottow hingewiesen, die: „Bibliotheca Cypriana, sive catalogus librorum... quos E. Sal. Cyprianus sibi conquisivit“. „Da Cyprian die reichhaltigste Sammlung von Agricola’s Schriften besaß, so möchte, fehlt die Ausgabe dort, die Angabe Nopitsch’s wol irrig sein.“
[26] Wir verdanken dieselben der gütigen Mittheilung eines Verwandten der Familie, des Herrn Ober-Regierungsrathes Juncker von Oberconreid zu Gumbinnen.
[27] Mutz, Stutzschwanz.
[28] Zelten, traben, Trott oder Paß gehen.
[29] Wir gehen daher auch in der unter der Presse befindlichen neuen, vierten Auflage des „Führers durch die Sammlungen des Museums“ näher auf diese Abtheilung ein und lassen deshalb hier die chronologische Frage außer Acht.
[30] Inneres Deckblatt des Vorderdeckels der Hdschr. Clm. 6380 der Staatsbibliothek zu München (X-XI. Jahrh.).
[31] Aus Heckenstaller’s „Frisingensia“ beim Domcapitel in München, IX, 335. (Abschrift des 18. Jahrh.)
[32] Die äußeren Altarblätter oder Thürflügel.
[33] Die Chorherren.
[34] sie communizieren.
[35] Auf Veranlassung des Nachgenannten diene hiemit zur Berichtigung des in der Beilage zur vorigen Nummer d. A. enthaltenen Verzeichnisses der Jahresbeiträge, daß es unter Freiburg nicht „Freiherr von Wengen“, sondern: „von der Wengen“ heißen muß.
[36] leien, leienen, jüdisch-deutsch, lesen.
[37] verteischt, d. i. verdeutscht.
[38] enk, d. i. euch; Schmeller I, 83.
[39] Die mit Cursiv gedruckten Stellen sind durch hebräische Worte, und zwar meist in Abkürzungen, ausgedrückt.
[40] betragen; der Druck: betagen.
[41] um; der Druck: vnd.
[42] Dr. ergan.
[43] Dr. tan, Wald.
[44] Dr. held krefftigen.
[45] Dr. von seim boͤsen Weibe.
[46] nach, mhd., nahe, beinahe; Dr. nahet.
[47] Dr. zwischen.
[48] Dr. beliben.
[49] wendeit (so!), Dr. wendet = wendetet.
[50] Dr. allein.
[51] Dr. uͤchsen, mhd. üehsene, fem., Achselhöhle; Schmeller I, 19.
[52] von galchot, d. i. aus dem Deutschen; galach, jüdisch-deutsch, vom hebr. galach, scheren: der Geschorene; daher: der (kathol.) Geistliche, Pfarrer; der Deutsche (im Gegensatz zum Juden).
[53] schutphim, hebr. plur., Gesellschaft, Compagnie.
[54] „O mens sit iocunda“ hat die Handschrift gegen Rhythmus und Reim.
[55] „vini pari“, Cod.
[56] „haustus“, Cod.
[57] Hier fehlt offenbar etwas, obgleich die Handschrift keine Lücke hat.
[58] Berichtigung. Wie uns erst nachträglich zur Kenntniß gekommen, verdanken wir das unter Nr. 5468 aufgeführte werthvolle Geschenk zweier Kupferstiche von W. v. Abbema nach C. F. Lessing dem Kunstvereine zu Halberstadt.
[59] Bald nach dem Erscheinen der Schrift gestorben.
[60] Vgl. Schmoller II, 513. D. Red.
[61] Auf der Rückseite der Urkunde, welcher wir diese Nachricht verdanken, findet sich von anderer Hand die Bemerkung: „Es waren welsch Haselnuß“.
[62] Die Familie von Lohe ist eine preußische (in Thorn). Wahrscheinlich erfolgte die Mittheilung auf Ersuchen des Danziger Raths.
[63] Herbst.
[64] Aus dem Danziger Stadtarchiv: Milit. D. 1. a.
[65] Kraveel, navis vectoria grandis et tarta (Frisch 544 c); holl. karveel, karvielschip; ital. caravella, span. caraba, carabela, franz. caravelle, aus mittellat. carabus, caravala, caravella (Ducange II, 168 b. 170 c. Diez 88.) D. Redact.
[66] gegossen.
[67] Kammern.
[68] Bord?
[69] Hauptstück.
[70] Verdeck.
[71] Mast.
[72] eine Tonne? — Vielleicht i vnd j (durchstrichen). — d. i. 1½ Tonne. D. Redact.
[73] eine Neige, ein Rest.
[74] wahrscheinlich 400 Vorschläge: iiijc.
[75] wol 300 eiserne kugeln: iijc.
[76] Celtes selbst schreibt den Namen bald so, bald anders (u. A. auch Rosuita), was hinreichend dafür zeugt, daß er für seine Person von der richtigen Etymologie des Wortes keine Ahnung hatte.
[77] Die Orig. der beiden Urkunden auf Perg. im Egerer Stadtarchiv.
[78] Orig. ddo 1410, 16. Okt. im Egerer Stadtarchiv.
[79] Copie auf Papier im Egerer Stadtarchiv.
[80] Orig. auf Perg. im Egerer Archiv.
[81] Während der Belagerung von Neuhaus sollen sich die Bürger von Eger durch ihren tapferen Eifer hervorgethan und unter ihnen wieder die Mitglieder der Tuchmacher-Zunft, „als die den Vorzug gehabt haben“, besonders ausgezeichnet haben, weshalb ihnen vom Rathe der Gebrauch der Trompete bei Tanz und Festspielen gestattet wurde. So erzählt Pankraz Engelhard, der älteste Chronist von Eger, der um das Jahr 1560 seine „Chronika“ schrieb.
[82] Orig. ddo 27. Sept. im Egerer Stadtarchiv.
[83] Die Orig. dieser Urk. auf Perg. im Archiv zu Eger. — Ueberdies beriefen sich die Egerer auf K. Karls IV. Verordnungen.
[84] Die angezogenen Briefe im Stadtarchiv zu Eger.
[85] Diese weitläufige Berufungs-Urkunde wurde zunächst in deutscher Sprache verfaßt und alsbald behufs Ueberreichung in Rom ins Lateinische übersetzt. Sie liegt in beiden Fassungen im Egerer Stadtarchive vor. Der Schiedsspruch des Konrad Truchseß von Pommersfelden ist da nur mehr in der Copie vorhanden.
[86] Dietrich von Gemmingen war der Sohn Pleikarts, der 1515 starb und in Gemmingen begraben liegt. Dietrich war von Anfang ein eifriger Anhänger der Reformation, ja, er war der erste kraichgauische Ritter, der zur lutherischen Lehre übertrat. Mit Erhard Schnepf, Brenz, Capito, Buzer stand er in innigem Verkehr, und er, sowie seine Brüder Wolff und Philips bedauerten aufrichtig den Zwiespalt der Evangelischen wegen der Abendmahlslehre. Kurz vor seinem Tode widmet ihm Brenz seine Anmerkungen zum Buche Hiob, als Anerkennung seiner Frömmigkeit und ritterlichen Gesinnung.
[87] Wenn anstatt 3 ₰ bei den Kleidern 3 lb. gelesen wird, so stellt sich nach österr. Rechnung die Gesammtsumme allerdings auf 71 Pfd. und differiert nur in Schillingen und Pfennigen.
[88] Vgl. Anzeiger, Jhrg. 1867, Nr. 11, woselbst es Sp. 341, Z. 13 v. u. statt „Eleganz“ heißen muß: „Auflegung“.
[89] S. Lüneburger Urkundenbuch, VII. Abthlg., S. 133.
[90] Auf süddeutschen Siegeln ist mir bis jetzt kein Beispiel bekannt; sollte es welche geben, so wäre mir ihre Mittheilung sehr erwünscht.
[91] S. a. a. O., S. 135.
[92] Auf mittelalterlichen Wappen kommt der Fall sehr häufig, mitunter als Beizeichen, vor, daß der untere Theil des Schildes ganz von Pelz, oder von Pelz und einer Farbe gestreift ist, was häufig die Ursache ganz falscher Blasonnierung aus Unkenntniß der heraldischen Pelzformen solcher Wappen war, — und noch ist. Es gab überhaupt in der ersten Zeit und bis in die Zeit, aus welcher die Züricher Wappenrolle stammt, außer den zusammengesetzten, meist aber monogrammatisch zusammengeschobenen, wie L. v. Ledebur sie nennt, keine mehrfeldigen Wappen. Wie sollte es auch solche gegeben haben, so lange dieselben auf dem wirklichen Schilde geführt wurden, welcher nur aus einem Felde bestand? — Das muss auch bei der richtigen Blasonnierung ausgedrückt werden. So z. B. ist das Wappen von Wartensee, Nr. 192 der Züricher Rolle, als ein von Weiß, und Blau — und — Weiß quergestreifter getheilter Schild, mit einem wachsenden, rothen Löwen in Weiß, und das Wappen Nr. 350 als ein von Gelb, und Weiß — und — Roth schräggestreifter gespaltener Schild, mit einer schwarzen Lilie in Gelb, zu blasonnieren, — nicht aber Nr. 192 als ein gespaltener Schild im obern, weißen Felde mit einem wachsenden, rothen Löwen, und im untern, blauen Felde mit zwei weißen Querbalken, und Nr. 350 als ein gespaltener Schild im rechten Felde mit einer schwarzen Lilie, im linken, rothen mit drei weißen (oder in weißem mit drei rothen) Schrägbalken. Das hier Gesagte möchte wol auch von der Blasonnierung der Wappen auf den drei Siegeln der hannover’schen Linie Behr gelten, bei Lisch, a. a. O., S. 12, abgebildet Taf. X, Fig. 52–55.
[93] S. meine Monographie über das herald. Pelzwerk, S. 21, Fig. 6 und Lüneburger Urk.-Buch VII. Abthlg., S. 185.
[94] Die Bodendike, Blankenburg, Harlingeberg und Elvelingerode gehören alle, nach Grotefend, zum Geschlechte der Herren von Campe.
[95] In der Legende des Siegels steht Bodendibe statt Bodendike, ein Versehen des Stempelschneiders, wie deren auf alten Siegeln nicht selten vorkommen.
[96] Aus den Materialien zu einer Kulturgeschichte der Grafschaft Wertheim. Vergl. das Würzburger Chilianeum, Jahrg. 1866, Nr. 3 ff. — Die erläuternden Anmerkungen bitte ich mit Nachsicht aufzunehmen, da mir an hiesigem Orte zu erschöpfenden Ausführungen die wichtigsten Hülfsmittel fehlen. Ich habe darum nur beigefügt, was Aufzeichnungen aus älterer Zeit (Collectanea zur Kulturgeschichte, welche ich in den 40er Jahren am Rhein gesammelt habe) oder in jüngerer Zeit wieder durchgelesene Schriftsteller darboten.
[97] Pokal, Becher; Schmeller III, 392.
[98] In Heilbronner Inventarien begegnet für Deckel noch der mhd. Ausdruck lit; vgl. Schmeller II, 438.
[99] So steht deutlich in unserem Inventar. Es ist dafür ohne Zweifel Makhöllein zu lesen, welche Form Schmeller II, 556 aufführt, während die erwähnten Heilbronner Inventarien, wie mir Herr Dekan Bauer in Weinsberg mittheilt, Magölin und Magelin schreiben als Bezeichnung kleinerer Becher, deren z. B. 5 Stück 2 Mark 7 Loth wogen. Doch hat auch Diefenbach in seinem Glossarium latino-germanicum p. 116c unter cyathus neben Magölein etc. die Form backehlygen verzeichnet und das Wort mit dem ital. majolica, majorica in Verbindung gebracht.
[100] Hans Schaff, 1560 gräflicher Schultheiß.
[101] Der Mosbacher Weidner (Hirschfänger; Schm. IV, 27.) thut auch Fischart Erwähnung: All. Pract. Großmutter, hg. v. Scheible, pag. 654.
[102] d. i. Trühelein, kleine Truhe, Lade; Schm. I, 487.
[103] Kranz, Schm. III, 375. „Das ein ist der Elsen geben worden als es vf Michel Freundts Dochter Hochzeitt gen Umbstat gereist 13. Februarij 88“. Randbemerkung des Inventars.
[104] Brenn-Spiegel, speculum ustorium.
[105] Brustfleck, pectorale; Grimm, Wbch. II, 450.
[106] zugetheilt, vermacht (als Legat); Schm. III, 333.
[107] annulus memorialis; vgl. Grimm, Wbch. II, 942. Vorzugsweise wurden Ringe, welche aus drei in einander gefügten Ringen bestanden, Denkringe genannt.
[108] Wol ein bei einem Sternschießen als Preis gewonnener Ring.
[109] Ohrenringe werden in keinem Wertheimer Inventar erwähnt. Nach Geiler von Kaisersberg wurden solche von den Zigeunern getragen; doch meint er es würden auch die deutschen Frauen bald diese Mode annehmen. Vergl. Grimm, Gramm. III, 453.
[110] Fischart’s Gargantua (hgg. v. Scheible, p. 303) erwähnt italiänische „Zahnsteurer“ aus Mastixholz und niederländische aus Wacholder- und Lorbeer-Holz.
[111] Gewöhnlicher: Agstein, succinum, Bernstein. Grimm’s Wbch. I, 816. 190.
[112] Wol Graf Georg von Isenburg, welcher 1577 zu Wertheim im neuen Bau starb. Braunes Buch (im Archiv der Stadt Wertheim), fol. 657. Vergl. Aschbach, die Grafen v. Wertheim. I, 312.
[113] Haematites, der faserige rothe Eisenstein, Eisenerz mit rothem Strich, zum Blutstillen dienlich.
[114] Chalcedonier, Chalcedonyx.
[115] Man trug solche auch an Paternostern, um diese wohlriechend zu machen; Geiler von Kaisersberg. Vergl. Luthers Uebersetzung von Jesaia 4, 20.
[116] Wolfszähne erleichtern das Zahnen der Kinder; Fischart, a. a. O., p. 233.
[117] Dattelkerne sollen vor dem Fallen schützen; Fischart, a. a. O. Vergl. Grimm Wbch. II, 826.
[118] Vgl. Grimm’s Wbch. III, 413.
[119] Reutling? Herr Dekan Bauer erinnert mich an „Quellen zur deutschen und bayerischen Geschichte“ V, 140, wonach (im Landfrieden v. J. 1244) der Bauer nur führen sollte „simulum aut rentil, non cultrum latinum“. Doch liest das Archiv für österreich. Geschichtsquellen 1848, I, 52 an derselben Stelle wol richtiger „stimulum vel reutil“. Der Reutling (mhd. riutelinc) ist eine Art kleinen Speers (Grimm, Gramm. III, 443. Benecke-Müller, mhd. Wbch. II, 748. Schm. III, 164), aber auch ein Schwert. Vergl. Sandrub:
Ich würde oben im Text „Reutling“ lesen, stünde nicht das doppelte n entgegen.
[120] Grimm’s Wbch. s. v. Dusik, Dusak. Schm. I, 402. Der Kallenbachische war nach einer Randbemerkung für 150 fl. abgegeben worden.
[121] Grimm’s Wbch. III, 1383: kleines Schießgewehr. Der Fäustling ist das frz. pétrinal, poitrinal.
[122] Es folgen gewöhnliche Acker- und Gartengeräthschaften. Das gesammte Inventar über Kallenbach’s Fahrniß beträgt 55 S. in kl. Fol.
[123] Eine venetianische Silbermünze, worüber Näheres in Gräter’s Iduna und Hermode, 1816, Nr. 21 (Nachträge des Prälaten Schmid zu Scherz-Oberlins Glossar).
[124] Zwehel, Handtuch; Schm. IV, 304.
[125] Küpferling, kupfernes Wassergefäß; Schm. II, 320. „Pfui aus mit dem Küpfferling, der Schwaben willkomm!“ Fischart, Gargantua, Scheible, p. 176.
[126] Ofenhafen; Schm. II, 171.
[127] Das german. Museum hat schon längst auf diesen, die Kulturgeschichte tief berührenden Gegenstand aufmerksam gemacht. Der Aufsatz über die kriegswissenschaftlichen Werke des 15. und 16. Jahrh. (Anzeiger 1857, Sp. 401) hat auf die Bedeutung der handschriftlichen Literatur über diesen Zweig hingewiesen, die an Brauchbarkeit theilweise den späteren Drucken voransteht. Eine fernere Anregung gab v. Retberg’s Mittheilung über den Münchener Codex Germ. 600. Die Zeughausregister und sonstige urkundliche Mittheilungen liefern mancherlei werthvolle Beiträge. Es würde allerdings Sache der militärischen Blätter sein, auf diesem Gebiete, das ja ebensoviel militärisches als kulturgeschichtliches Interesse hat, etwas mehr zu thun, und in Verbindung mit der Kriegsgeschichte den Einfluß festzustellen, den die Veränderung der Waffen jeweils auf Taktik und Befestigungskunst ausgeübt hat. Die geringe Aufmerksamkeit, welche die militärische Literatur dem Gegenstand widmet, hat wol neben der großen Aufmerksamkeit, welche die jetzige Umgestaltung des Waffenwesens in Anspruch nimmt, ihren Grund darin, daß das Material in Deutschland sehr zersplittert ist und daß noch immer das an’s Licht gezogene nicht ausreicht. Wir können nicht umhin, bei dieser Gelegenheit Herrn Major Toll und in Bezug auf Befestigungskunst Herrn Oberst v. Cohausen unsere Anerkennung auszusprechen. Auch die Herausgeber der deutschen Städtechroniken haben in dankenswerther Weise diesem Gegenstand ihre Aufmerksamkeit zugewendet. Die historischen Vereine finden wol leicht Gelegenheit, der Wissenschaft durch Veröffentlichung von Waffen und der darüber vorhandenen Urkunden gute Dienste zu leisten. Der „Anzeiger“ ist zur Aufnahme diesbezüglicher Artikel gerne geneigt.
[128] Es ist freilich sehr bedenklich, nach ähnlichen Manuscripten direkte Schlüsse auf die Größe der einzelnen Objekte zu machen. So ist allerdings ein Theil der Geschütze im fraglichen Münchener Codex als Steinbüchsen zu betrachten und daher größeres Kaliber anzunehmen. Die Fig. 17 b, auf die wir sofort zurückzukommen haben, zeigt einen Thurm, der so klein gegen das Geschütz sich herausstellt, daß man eben so leicht annehmen kann, daß das Geschütz, der Figur gegenüber, zu klein gezeichnet sei. Daß die Geschosse steinerne sind, geht aus dem Text hervor. Doch ist eine große Steinbüchse, wie sie in Deutschland seit 1380 vorkommen, nicht dabei.
[129] Eine Figur des Manuscriptes hat eine eigentliche Handröhre, die an den sofort zu besprechenden Schießprügel erinnert.
[130] Von dem Ursprung und den ersten Fortschritten des heutigen Geschützwesen durch den Ritter J. B. Venturi etc., übersetzt von F. A. Rödlich. Berlin, 1822.
[131] Die Figur zeigt, daß diese Waffen, wie schon aus ihrer Form hervorgeht, nicht an die Wange angelegt wurden, sondern daß der Schütze sie in der linken Hand vor sich hielt. Aehnlich ist auch die Handfeuerwaffe im Münchener Codex germ. 600 fol. in der Form; auch sie hält der Schütze dort schräg in der Hand vor sich.
[132] Die Metzger-Innung war in dem großen Aufruhr v. J. 1349, in welchem die Handwerke den alten Rath aus der Stadt verjagt hatten, demselben treu geblieben; zur Anerkennung hiefür erhielt sie, nachdem der Aufstand unterdrückt worden, von Kaiser Karl IV. die Erlaubniß, zu jeder Fastnachtzeit einen öffentlichen Maskenzug und Tanz zu halten. Aus gleicher Ursache hatten auch die Messerer die Erlaubniß zu einem Tanz erhalten.
[133] Dorf mit Pfarrkuratie, ungefähr eine Stunde von Wertheim, auf rechter Mainseite. Der Ort wird 1146 zuerst erwähnt (Ussermann, S. 380) und besaß bereits damals eine Capelle. S. über denselben auch Reg. Bav. vol. X, 322. Aschbach, Gr. v. Wertheim I, 289. Reininger im Arch. d. hist. Vereins zu Würzburg, Bnd. XVIII, 93 u. A.
[134] Gippe = Juppe, Joppe, Jacke, Ueberkleid mit Aermeln; ital. giubba, frnz. jupe. Schmeller II, 270.
[135] Vestis utriusque fili. Vergl. Beiderwand und Dirdendei. Haltaus, Wbch. zur Clara Hätzlerin. S. auch Grimm’s Wbch. unter Beiderwand u. Dirdendei. Beidermasz (beidermäszig) fehlt bei Grimm. Vilmar, hess. Idiot. 29: Beiderwand, Beidermann, Gewand, Zeug, halb aus Linnen, halb aus Wolle.
[136] Ein Trockenmaß, namentlich für Getreide. Vgl. ahd. sâtil, mhd. sât, Grimm, Gramm. III, 459. Graff, VI, 166. Benecke-Müller II, II. Sotel, Sodel nennt man in unserer Gegend auch die gewöhnlich durch Reiser abgesteckten und bezeichneten Abtheilungen eines zu besäenden Grundstücks, — also eine Art Flächenmaß, wahrscheinlich so viel, als man mit einem Sodel Samens besäen kann. Nach der Anzahl der Sodel wird die Größe eines Ackers bestimmt. Vilmar, hess. Idiot. 338. Vgl. Sümmern, Metze etc.
[137] S. Grimm Wbch. II, 1668, 5.
[138] hahela, hahla, hala in ahd. Glossen für cramaculus; mhd. hâhel, Kesselhaken; in Hessen: Helen, Hoelen, Hangehohlen, am Niederrhein: Haellen u. s. w. Benecke-Müller I, 160. Schmeller II, 166. Zeitschrift f. d. d. Mundarten III, 556, 66. V, 446. Vgl. auch Simplicissimus I, c. 8. In einer niederrheinischen Urkunde von 1663, Immission in den Domhof zu Eschweiler betr. Annalen des hist. Ver. f. d. Niederrhein, XVII, 261, begegnet der Ausdruck Hall in einem für die Symbolik des Rechts interessanten Zusammenhang: „Welchemnach Mehrwolgter Hr. von Hezingen vnd Herr zue Borgaw sich zum gten halben Thumbshoffs woenplatz begeben, in praesens hierunten specifirten angeweszenen Scheffen vblichen brauch nach observatis solemnibus den Hall geschürtz, vorn fewr sitzend daszelb gestochet, widderumb ausgegoszen, die Thewr zum drittenmahll vff vnnd zuegeschloszen, im garten von den baumen Zweich abgebrochen, grasz vffgenohmen“ u. s. w. Vgl. Grimm, Rechtsalterth. 194. 195. Vilmar, a. a. O. 143: Hahle.
[139] In der Stadt-, späteren Collegiatkirche befand sich ein Altar der h. Katharina, fundiert 1361 durch Johannes, Pfarrer zu Gamburg.
[140] Marienbildchen.
[141] In einem Häuserverzeichniß aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts findet sich noch, als im Brückenviertel gelegen, das „Beckhinen oder armen haus“ aufgeführt. Eine Begine Kunigunde Niederländerin macht im Jahre 1304 eine Schenkung an das Kloster Bronnbach. Unter den Zeugen befindet sich eine Alheidis Beggina dcta Windenmannin. Beide dürften der Wertheimer Beguinage angehört haben.
[142] Zwischen Haus Campe beim Dorfe Steinbild und Meppen zieht sich am rechten Ufer der Ems ein Hügelzug hin, welcher es außer Hengstberg auch noch zu anderen besonderen Namen, wie Ossenberg, Kellerberg, Galgenberg und Flüteberg gebracht hat und jetzt durch die hannover’sche Westbahn durchschnitten wird. Diese Sandhügel oder Dünen, welche das Werk der Ems sein mögen, sind jedoch schon vor der christlichen Zeit bewohnt gewesen, wofür die vielen Todtenhügel, welche man auf ihren Rücken erblickt, den untrüglichsten Beweis liefern. Um nun auf diesen breiten Sandstreifen, welcher zwischen dem Bourtagner Moor und der Tinner Dose liegt, zu gelangen, mußte Germanicus, welcher am linken Ufer gelandet war und bei Amisia (Emden) die Flotte zurückgelassen hatte, seine Truppen, die sich mühsam genug durch das Bourtagner Moor durchgearbeitet haben mochten (das Vorrücken durch die ostfriesischen Moorgegenden am rechten Ufer mochte noch schwieriger sein und Germanicus deshalb den Weg am linken Ufer vorgezogen haben, obgleich auch das Bourtagner Moor auf einer Landkarte von Joannes Janssonius (Amsterdam 1660) als „desertum ob paludes et aquas inaccessum“ und „loca paludosa et inaccessa“ bezeichnet wird) in der Nähe von Lathen über die Ems setzen (dextras in terras iturum), wo dann der Brückenbau mehrere Tage in Anspruch nahm. Es ist nicht klar, warum Germanicus seine Soldaten nicht gleich bis an diese Stelle durch Schiffe heraufbringen ließ; denn die Ems ist zu allen Zeiten bis nach Haren, noch oberhalb Lathen gelegen, hin schiffbar gewesen, wie denn dieser Ort noch heute Hauptort der Emsschiffer, der sogenannten Püntker ist, und Düthe, wenn es wirklich das auf den Karten des Ptolemäus genannte Tuderion, eine alte Schiffsstation an der Ems, ist, liegt nicht weit vom nördlichen Abhange der oben beschriebenen Hügelreihe. Darin liegt demnach die Erklärung des Tadels, welchen Tacitus Ann. II, 8 mit den Worten ausspricht: in eo erratum est, quod non subvexit „und darin wurde gefehlt, dass er nicht weiter hinauffuhr“. Tacitus meint also, daß Germanicus, wenn er weiter hinaufgefahren, bessere Landwege gehabt haben würde, die Soldaten sofort am rechten Ufer hätte aussetzen und dadurch die Mühe und Zeit mit dem Brückenbau sparen können.
[143] Siehe Lodtmann, Monumenta Osnabrugensia pag. 34:
„Quidam ex amicis meis (Möser), qui eorum vidit plurimos, me docuit, numerari inter illos numos Antonii Aug. argenteos, qui exhibeant signa legionum II. III. IIII. V. VI. VII. VIII. VIIII. X. XIII. XV. XVI. XVII. XX., tum numos M. Scauri, Aedilis Curulis, Valerii Acilii, Paulli Aemilii, C. Pisonis L. F. Frugi, Metelli Pii, Antonii et Augusti Triumvir. R. P. C. nec non Augusti aureum cum inscriptione Signis Receptis, de signis, quae Parthi ceperant, intelligendum. Numi hi, quorum singuli quater, quinquies, nonnulli sexies et septies reperti, omnesque anno, quo Romani cum Germanis ad Dümmeram manus conseruerunt, anteriores, non aliunde huc translati sunt, sed ex praelio aut in ipso, ubi reperiuntur, loco aut in vicina habito supersunt“.
Auch neuerdings noch ist eine Goldmünze auf dem Gute Barenau aus dem Jahre 2 nach Christo gefunden, ebenso vor mehreren Jahren ähnliche Goldmünzen des Kaisers Augustus. (Handschriftliche Mittheilung des Cultusministers Bar.)
[144] Will, Nürnbergische Münz-Belustigungen. Altdorf, 1768. 4. Band I. S. 385 und Tafel 49.
[145] Skizzen zur Kunstgeschichte der modernen Medaillen-Arbeit von Heinrich Bolzenthal. Berlin, 1840. 8. S. 195 u. Tafel 31.
[146] Wird bestätigt. Die Redaktion.
[147] S. Anzeiger 1868, Nr. 7.
[148] S. Lisch, Urkunden u. Forschungen z. Gesch. des Geschlechts Behr, S. 52 fl. I u. Sgl. Taf. II, Fig. 6.
[149] Den Hirsch, wahrscheinlich als Symbol der von jeher in Deutschland hochgehaltenen Hohen Jagd, treffen wir auf verschiedenen mittelalterlichen Dynasten-Siegeln II, A u. B. als reines Siegelbild, ohne alle heraldische Bedeutung und Zugabe, z. B. auf dem Siegel II, B Otto’s von Lobdeburg von 1186 und dem Siegel II, B des Grafen Ludwig von Oettingen um 1224. Auch der Keuler (in einem Schilde) auf dem Siegel II, B des Grafen Hermann von Cilly von 1427 möchte dieselbe Bedeutung haben.
[150] Mein gelehrter Freund Lisch sagt hierüber (a. a. O., S. 57):
„Diese Abweichungen gehören nun zu den größten sphragistischen Merkwürdigkeiten in den Ostseeländern und dürften hier kaum ein ähnliches Beispiel finden. Daß die Behr mit den Spitzen im Schilde zu den Vorfahren und Stammhaltern der noch jetzt blühenden rügen’schen Behr gehören, kann keinem Zweifel unterworfen sein, eben so wenig, als daß die Behr, welche eine Zeit lang drei Schwanenhälse im Schilde führen, die Vorfahren der gützkow’schen Behr sind.“
[151] S. Lisch a. a. O., Fig 7.
[152] S. Lisch a. a. O., Fig. 8.
[153] Nr. 1764 der Siegelsammlung des kgl. Staatsarchivs zu Brüssel.
[154] Nr. 1763 der Brüsseler Siegelsammlung.
[155] S. O. T. v. Hefner, Handb. d. theoret. u. prakt. Heraldik, S. 81 u. Taf. XV, Fig. 422, und Siebmacher IV, 176 u. V, 42 u. 241.
[156] In Nr. 7 des Anzeigers Sp. 230, Z. 15 v. u. lies destinant, Z. 9 v. u. consonat u. Sp. 231, Z. 22: Mundum.
[157] So verbessert für mit Herr Dr. Martin, dem ich auch einige andere Rathschläge verdanke.
[158] Vgl. Gräser, römisch-katholische Liturgie (Halle, 1829), Bd. I, S. 54. Eine große Anzahl solcher Meßbücher haben Hain (Repertorium bibliographicum, Vol. II, pag. 423–33) und Brunet (Manuel du libraire, Paris 1862, Bd. III, Sp. 1758–75) verzeichnet. Beide kennen jedoch das vorliegende nicht.
[159] Doch gab es auch in Preußen um das Jahr 1300 mehrere (fünf) verschiedene Meßbücher. Vergl. Krüger, über den kirchlichen Ritus in Preußen während der Herrschaft des deutschen Ordens, in der Zeitschrift für Geschichte Ermland’s, Bd. III, S. 694 ff.
[160] Die Nachrichten über die Danziger Exemplare verdanke ich gütiger Mittheilung des Herrn Predigers A. Bertling, diejenigen aus Königsberg Herrn Dr. R. Reicke und die aus Thorn Herrn Gymnasiallehrer M. Curtze.
[161] Vergl. Altpreuß. Monatsschrift Bd. I, S. 752.
[162] Vergl. M. Curtze in der Altpreuß. Monatsschrift, Bd. V, S. 152, Nr. 86.
[163] Georg Stöchs oder Stuchs in Nürnberg arbeitete 1484–1515 und druckte besonders Missalien, Breviarien und Psalterien. Ueber ihn: Falkenstein, Gesch. der Buchdruckerkunst (Leipz., 1840), S. 164 und Hain, Nr. 3807, 3938, 11,272 und 11,421.
[164] Ueber die Verbindung Nürnbergs mit dem Ordenslande Preußen siehe Joh. Voigt im IV. Bd. von Ferd. Schmidt’s Deutscher National-Bibliothek (Berlin).
[165] Die von T. O. Weigel und Zesterman (Anfänge der Druckerkunst, Bd. I, S. 21–22) angegebenen Merkmale genügen nicht, um dieses mit Sicherheit entscheiden zu können.
[166] Eine ganz ähnliche Composition, die aber sehr roh ausgeführt ist, befindet sich auf einem alten Kupferstich im kgl. Kupferstich-Cabinet zu München. Brulliot hat sie in Heft II seiner Copies photographiques (München, 1855) publiciert.
[167] Vgl. Piper, Evangelischer Kalender 1861, S. 25–26.
[168] Der Photograph Ballerstädt in Danzig hat eine photographische Copie dieses Blattes, wenig kleiner als das Original, gefertigt.
[169] Meusel’s historisch-litterarisch-bibliographisches Magazin (Chemnitz, 1792), S. 106.
[170] Hirsch, St. Marien, Bd. I, S. 213.
[171] S. Jörg, Deutschland in der Revolutionsperiode von 1522–1526, S. 657 ff.
[172] Wie wenig ernstlich dieser Widerruf gemeint war, zeigt der Umstand, daß sich zwei Jahre später im Amte Bayersdorf abermals eine aus 50 Mitgliedern bestehende Bande von „Träumern und Schwärmern“ — also wurden die Wiedertäufer genannt — gebildet hat. Der Markgraf ließ einige derselben hinrichten. Die andern wurden auf den Pranger gestellt, mit Ruthen ausgehauen und des Landes verwiesen.
[173] Szalay László, Magyarország története (Geschichte von Ungarn), III, 3–5.
[174] Franz Palacky, Geschichte von Böhmen, III, 3, 294–300.
[175] Gróf Teleki József, Hunyadiak kora Magyarországban (die Zeit der Hunyadi in Ungarn), I, 63–68, 87–91.
[176] Franz Palacky, Geschichte von Böhmen, III, 3, 251–252.
[177] Bibliothek des literarischen Vereins zu Stuttgart, Bd. 63, S. 264.
[178] Das Siegeskreuz der griechischen Kaiser.
[179] Vgl. Bock, der Domschatz zu Gran im III. Bande des Jahrbuchs der k. k. Centralkommission für Baudenkmale.
[180] Die Leibärzte wurden von den Markgrafen immer nur auf eine bestimmte Anzahl Jahre aufgenommen; sie hatten den Rang der fürstlichen Räthe; ihre Bestallungsdecrete besagen jedesmal, sie seien als Leibärzte aufgenommen und als Räthe. Sie durften sich ohne besondere Vergünstigung vom fürstlichen Hofe nicht entfernen und Niemand behandeln, namentlich keinen Pestkranken oder andere ansteckende Krankheiten. Sie erhielten eine jährliche Geldbesoldung von 100 bis 130 fl., freie Verpflegung am Hof und in der Regel zwei Pferde zu ihrer Verfügung. Beiden Theilen stand es frei, den Dienst halbjährig zu künden. Im Jahre 1458 wurde Meister Nikolaus Horn, 1476 Meister Jorg Bramberger und 1484 Meister Stephan Schütz als markgräflicher Leibarzt aufgenommen.
[181] Die alte Heilkunde schrieb bekanntlich manchen Edelsteinen große Heilkraft zu.
[182] Peschiera (?).
[183] Städtchen zwischen Lodi und Pavia.
[184] Es ist anzunehmen, daß die Kürisser oder Raisigen, sowie die andern Reiter, je eine Anzahl berittene Knechte mit sich führten.
[185] Mehrere 1000 Schweizer standen in französischen Diensten.
[186] Ergänze „beschaffen“ oder „zugangen“.
[187] Morian und Conpian, Flecken oder Schlösser in der Nähe von Lodi und Pavia.
[188] innen.
[189] espionnage (?).
[190] verschanzt.
[191] Italiänern (?).
[192] Marx Sittich von Hohenems.
[193] Schloß.
[194] Es fehlte nicht viel, die Deutschen wären geschlagen worden; aber der König setzte so heftig in sie, daß er zuletzt zwischen den Feind und sein eigenes Geschütz gerieth, das nunmehr sein Feuer einstellen mußte. Die Deutschen sammelten sich schnell und rückten mit vereinten Kräften den Franzosen entgegen.
[195] in der Flanke.
[196] Keine Lähmung, so daß das Pferd noch kampffähig war.
[197] Widerstand.
[198] Gascogner.
[199] Zu verhindern, daß sie den Kaiserlichen zu Hilfe kommen.
[200] ohne.
[201] sich.
[202] das glôch schôn betzalt, d. i. das Gelage, die Zeche schön bezahlt, hier = umgekommen; vgl. Schmeller II, 427.
[203] Navarra.
[204] An anderen Stellen heißt er Pollitzo.
[205] Siehe unten, wo blos von 3500 die Rede ist.
[206] Heißt an anderen Stellen Lestü oder Lesü.
[207] Wird in gleichzeitigen Listen der Gefangenen Herr von Denga genannt.
[208] An andern Stellen findet sich der Zusatz „Hertzog von Sifordt, künig.“
[209] Sonst Tromoli genannt.
[210] Wird auch Buschy genannt.
[211] Admiral.
[212] „graf Galiatz Viscundt der den kaiser Maximilian vor Mailandt verratten wollt haben“, wie er in einer andern Liste ganz richtig bezeichnet wird.
[213] Siehe oben.
[214] Rüthlein.
[215] Eid mit aufgehobenen Fingern.
[216] d. h. nicht mehr zuziehen.
[217] Schwere Reiterei.
[218] Leichte Reiterei.
[219] In der vorigen Nummer des Anzeigers ist die Zählung aus Versehen mit 3838 statt mit 3839 geschlossen worden.
[220] Nunmehr durch die Güte des Verf. dieses Artikels dem german. Museum überwiesen. Nach Vergleich mit einer Anzahl von Thongefäßen, die nicht heidnischen Ursprungs sind, sondern der Periode vom 9–15. Jahrhundert angehören, sind diese Gefäße mittelalterlich. Auch dürfte es sich vielleicht nicht um ein Todtenfeld, sondern um eine Töpferwerkstätte handeln.
Anm. d. Red.
[221] Ausführlicheres über den nachstehenden Fund bringen, wie oben („Aufsätze in Zeitschr.“) bereits mitgetheilt, die Köln. Ztg. (Nr. 310, 2. BL.) und die Weserzeitung (vgl. Korr. v. u. f. D. Nr. 585).
[222] Vgl. Wackernagel, Bibliographie zur Geschichte des deutschen Kirchenliedes im 16. Jahrh., S. 280. Gödeke, Grundriß zur deutschen Dichtung, I. Bnd. 158 f.
[223] Die Adler auf den übrigen kaiserlichen und königlichen Bannern in diesem Manuscripte sind alle einfach.
[224] Auffallend sind auch die beiden Doppeladler an der Schatzkammer-Mutter-Gottes in Mariazell aus dem 14. Jahrh. nach der von A. Essenwein im Anzeiger 1867, Nr. 9, Sp. 301 u. 302, mitgetheilten Abbildung.
[225] Als Reichswappen, im Gegensatz zu dem mehr persönlichen des Kaisers (?).
[226] Nach Erbstein soll zwar der Doppeladler auf dieser Münze „sein Erscheinen lediglich demselben Umstande, dem das Vorkommen der französischen Lilie in derselben Stelle auf einer ganz gleichen Goldmünze König Johann’s von Böhmen, des Lützelburger’s (1311–1346), zuzuschreiben ist“, verdanken. „Während hier der Stempelschneider ein Goldstück des Königs Philipp VI. von Frankreich nachahmte, diente dort dem Künstler die flanderische Münze zum Vorbilde.“ („Der Doppeladler auf den flanderischen Münzen, wo er schon im 13. Jahrh. erscheint, soll der von Allost sein.“)
Dr. Erbstein schreibt mir ferner: „daß man im Mittelalter bei dem, theilweise aus Verkehrsrücksichten gebotenen Nachahmen fremder, besonders cursfähiger Münzen, darauf sah, daß eine möglichst vollkommene Uebereinstimmung in den Bildern herrsche. Die Umschriften waren ja den Meisten unverständlich; man hielt sich an das Bild, und so findet man oft bei Münzen bis in die kleinsten Nebentheile des Bildes wahrhaft peinlich ausgeführte Copieen, die im Zusammenhange mit den veränderten Umschriften zum Theil große Widersprüche ergeben. Ein Beispiel solcher weitgetriebenen Nachahmungen führte ich unter Nr. 9 an.“ (S. Anzeiger 1864, Nr. 5, Sp. 169 u. 170).
„Im Mittelalter wurden übrigens meist immer gleich mehrere Stempel verfertigt, mit denen man gleichzeitig ausprägte, bei starker Ausmünzung sogar viele. Es kann daher nicht auffallen, wenn von der bewußten Goldmünze eine ganze Reihe von Stempeln existieren, die bei genauer Vergleichung ein wenig von einander abweichen.“ (Im Anzeiger 1854, Nr. 11, Sp. 274–75, sind zehn solcher verschiedenen Stempel aufgeführt.)
Ueber den Werth der Ansicht Wideburg’s, daß in Folge des Frankfurter Reichstages von 1338 diese Schaumünze mit dem Doppeladler geprägt worden sei, zu entscheiden, muß ich den Herren Numismatikern überlassen.
[227] Gleichartige Rücksiegel führten K. Heinrich VII., K. Günther von Schwarzburg und K. Karl IV.; auf letzterem steht der Adler nach rechts und sieht nach links zurück.
[228] S. Freih. L. v. Ledebur, Archiv f. deutsche Adelsgesch. I, S. 258 u. 259.
[229] Römer-Büchner: Der deutsche Adler nach Siegeln, S. 39.
Solchen (nicht heraldischen) Siegelbildern begegnen wir im Mittelalter nicht selten. So z. B. dem Adler (Nr. 3) auf den beiden Siegeln II. B. der Gräfin Adelhaid (Adilhild) von Zollern, von 1262, und der Euphemia von Hohenlohe-Brauneck (Nr. 4) v. 1326 (Nr. 14 u. 15 meiner mittelalt. Frauensiegel); ersterer spielt auf den Taufnamen der Sieglerin an, und letzterer ist das bekannte Symbol des Evangelisten Johannes.
[231] Abgebildet bei Römer-Büchner a. a. O., Taf. II, Fig. 2.
[232] Der Abguß des Grabsteins im germanischen Museum ist Geschenk Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. von Oesterreich.
[233] Die Doppeladler an der Bamberger tunica imperialis K. Heinrich’s II. (1002–24), abgebildet bei F. Bock, Gesch. d. liturg. Gewänder d. Mittelalt. II, Lief. II u. III, S. 281 u. 282 — selbst die richtige Zutheilung dieses Gewebes vorausgesetzt, — gehören wol ebenso in die Ornamentik, wie der Doppeladler auf der Cassette König Ludwig’s des Heiligen von Frankreich; (E. Ganneron, „la cassette de Saint Louis etc.“ 1855, Pl. IV, Sig. IV).
[234] Rudolf ist, soviel bis jetzt bekannt, der erste deutsche König, der ein Wappensiegel führte; auf seinem Secretsiegel IV. A. 1 von 1277 ist aber der einfache Adler zu sehen.
[235] Auf dem Grabmale der 1281 verstorbenen K. Anna im Münster zu Basel befindet sich ein einfacher Adler in der gewöhnlich heraldischen Form jener Zeit (v. Hefner-Alteneck, a. a. O., I. Taf. 67). Nach Jacob Burckhardt soll das jetzige Monument aber erst nach dem Erdbeben v. J. 1356, welches den Chor des Münsters zerstörte, verfertigt worden sein (s. die Beschreibung der Münsterkirche in Basel, 1842, S. 18). Dafür spricht die Form der Dreieckschilde. Auch v. Hefner-Alteneck bezweifelt die Gleichzeitigkeit desselben. Da jedoch anzunehmen ist, daß K. Rudolf seiner Gemahlin noch selbst ein Denkmal setzen ließ, so möchte das jetzige eine Copie des ursprünglichen sein.
[236] Gewiß nach dem Steine, von dem Ottokar von Horneck berichtet; denn dem Charakter der Figur, dem Kostüme und der Form der Buchstaben nach gehört das Original des Bildes dem Ende des 13. Jahrhunderts an.
[237] Zum Behufe dieser Abbildung ließ ich, um ganz sicher zu gehen, einen Gypsabguß des Originals fertigen. Auf demselben befand sich nun, zu meinem Erstaunen, auf der Brust des Adlers eine kleine, erhabene Figur in der Form eines Hermelinschwänzchens oder ausgezackten Blattes oder dergleichen, welches heraldische Curiosum mich veranlaßte, den Abguß mit dem Original noch selbst ganz genau zu vergleichen. Und siehe da, auf dem Original war keine Spur davon zu finden! Es muß daher wol in die noch weiche Form sich zufälliger Weise irgend ein Gegenstand eingedrückt und diesen Fehler im Abgusse veranlaßt haben. Also selbst auf Abgüsse kann man sich nicht immer unbedingt verlassen! Das mahnt zur Vorsicht.
[238] So tief dürfen wir unsere „edle Heroldskunst“ doch nicht stellen!
[239] Johann Friedrich Böhmer; s. dessen „Leben, Briefe und kleinere Schriften“, herausgegeben von Janssen III, 453 ff.
[240] Diese 1848 erschienene und wol nur im Drange der damamaligen Verhältnisse schnell entworfene kleine Schrift enthält neben einigen heraldischen Unrichtigkeiten wenig Neues und würde schwerlich von ihrem gelehrten Verfasser in ihrer ursprünglichen Form wieder veröffentlicht worden sein.
[241] Es ist überdies noch ein großer Unterschied zwischen den von jeher und constant so erscheinenden Löwen und Leoparden, z. B. im böhmischen und saynischen Wappen, und den willkürlich, wol nur aus Mißverständniß der ältesten Formen so verschlimmbesserten Löwenschwänzen unserer Zopfheraldiker älterer und neuerer Zeit.
[242] Bei Römer-Büchner: „Die Siegel der deutschen Kaiser“ etc., Frankfurt, 1851, S. 51, sollte es daher heißen: „auf jeder Seite ein stehender doppelköpfiger Adler“ (statt: „auf beiden Seiten zwei stehender Adler“).
[243] Mittheilungen der k. k. Centralcommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, XI, S. XLVI.
[244] Archiv für Anthropologie, II, S. 291.
[245] Anzeiger f. K. d. d. Vorzeit 1866, Nr. 1, Sp. 37.
[246] Archiv für Anthropologie, II, S. 294.
[247] Anzeiger f. K. d. d. Vorzeit, 1866, Nr. 10.
[248] Weinhold, heidnische Todtenbestattung in Deutschland, Sitzungsberichte der Acad. der Wissenschaften, XXIX, S. 155.
[249] Ganz dem entsprechend ist die bayerische Aussprache Mark für Markt (v. lat. mercatus).