1) Will dw tausendt geharnaster leyt (oder wye vil dw jn ein felt) machen:
so gee an einem suntag eins morgens früwes auß, ee dy sun(n) aufget vnd ye lautern es am himel ist, ye pesser es ist. dan so schlache von einem felber (hs. feler) ein zweil in einem schlach vnd gee zwe einem pach, der fleust vnd schlach mit dem zwaylin den pack und sprich dyse wordt: Astaroth mille gemisera vnd thue auff yelichs wordt drew creyz.
2) Will dw machen das man dich nit sechen mach:
so nym einen raben vnd schlach jmb das haup(t)[249] veber ein hauß geswell ab und leg das haup in die sun, da sy haiß hinscheyndt und las ligen xxx tag den so waxt ein bluemen darauf dye trag pey dir in der rechten handt u. s. w.
3) Der Wolfssegen:
sprich also, wen du wild, das man hab, es sey vieh oder lewt, sprich also: hunt, du muest beint oder heut als loß sein als unser liebe fraw was da sye jrs lieben trauten suns genas. amen. 3 stunt (mal) sprich in und 3 pat. n. und 3 ave Maria.
4) Wildw machen das dir yeder jederman holt ist:
so nym ein hawß (?) der drey jar alt ist vnd stoß in in einem haffen vnd mach den haffen vol mit lecher und secz in in einen ameyßhauffen und laß in sten 14 tag, so tragen dy ameyssen ein stein in das hefflin: den trag pey dir u. s. w.
5) Wildw allen vnkeuschheyt vertreiben vnd leschen:
so nym ein turteltauben hercz vnd zustoß vnd thue es in ein wolfen leder und trags pey dir.
6) Wildw ein esel werden:
so nym pluet von einem pock vnd schreyst (streichs) vnder die augen, so wirt du zu einem esel.
7) Daz die weyber auß dem pad laffen und hyeten geren etwas:
so nym rote amasayr in ain klains sackhl vnd legs in ein warms wasser i stundt vnd gews auf den offen, so werden sy lauffen und lustig.
Handschriftliches Arzneibuch, 15. Jahrhundert, in 12., auf der Regensburger Stadtbibliothek, Nr. 22.
Dr. A. Birlinger.