Nachrichten.

Literatur.

Neu erschienene Werke.

31) Das deutsche Land in seinen charakteristischen Zügen und seinen Beziehungen zu Geschichte und Leben der Menschen. Zur Belebung vaterländischen Wissens und vaterländischer Gesinnung. Von Professor Dr. J. Kutzen. Zweite, vielfach veränderte und großentheils vollständig umgearbeitete Ausgabe. In zwei Bänden. Ferdin. Hirt, Verlags- u. Königliche Universitäts-Buchhandlung. Breslau, 1867. 409 u. 464 Stn. 8. (Preis 3 Thlr. 10 Sgr.)

Das vorliegende Werk verhält sich zu einem gewöhnlichen geographischen etwa wie eine Reliefkarte zu einem Atlasblatt; es zeigt das Land zugleich unter dem Einflusse der Geschichte und Kultur und, indem es Rücksicht nimmt auf Bewohnbarkeit, Bebauung, Hülfsquellen, Vertheidigung einer Gegend u. s. w., gibt es bedeutsame Winke über Einwirkung der Naturbedingungen auf die geschichtlichen Vorgänge. Das Ganze zerfällt in sieben, der Form und Behandlung nach ziemlich gleichartige, auf Grund des wechselnden Stoffes aber in außerordentlich anziehender Mannigfaltigkeit sich bewegende Abtheilungen. Die erste behandelt Deutschland im Ganzen und Allgemeinen und zwar mit Rücksicht auf dessen geographische Stellung und die daraus entspringenden ethnographischen und universalhistorischen Folgen, auf die verticale und horizontale Gestaltung des Landes und deren Einwirkungen auf politsche und Kultur-Geschichte, auf die Flußsysteme in Vergleichung mit denen anderer europäischer Länder, die klimatische Eigenthümlichkeit Deutschlands und deren Einwirkung auf den Volkscharakter, endlich auf das deutsche Volk in quantitativer und qualitativer Beziehung. Unter Festhaltung und zum Theil genauerer Präcisierung der im allgemeinen Abschnitt aufgestellten Gesichtspunkte behandeln die folgenden einzelne Theile des Reiches: der zweite das Gebiet des deutschen Hochgebirges, der dritte das nördliche Vorland der Alpen, der vierte die mittleren Stufenlandschaften Deutschlands, der fünfte die mittelrheinischen und westphälischen Plateau- und Berglandschaften, der sechste die Gegenden nördlich vom mitteldeutschen Hauptgebirgskamme, wie Hessen, Thüringen, den Harz, das Wesergebirge u. s. w., der siebente endlich das norddeutsche Tiefland. Ein Anhang gibt Quellen und Erläuterungen, ein ausführliches Register dient dem Bandgebrauch. Die Bewältigung des außerordentlich umfangreichen Stoffes verlangte von vorneherein eine gewisse Beschränkung, und so ist das Buch im Ganzen im Lapidarstil verfaßt; nur einzelne Stellen, wo Bedeutsamkeit oder Fremdartigkeit des Gegenstandes es verlangte, sind ausführlicher behandelt, ohne daß indeß dadurch der Gleichartigkeit Abbruch geschähe. Das Bild des deutschen Landes, welches uns daraus entgegentritt, ist gewiß so individuell wie vollständig. Daß darin einzelne Irrthümer mit unterlaufen, wie z. B. das erste Entstehen der späteren Reichsstadt Nürnberg bis in die karolingische Zeit zurückgeführt wird, ist nicht zu verwundern, und fällt nur denen zur Last, welche die Spezialstudien zu machen hatten.

v. E.

32) Repertorium der steierischen Münzkunde. Von Dr. Friedrich Pichler. I. und II. Band. Grätz. 1865. 1867. Commissions-Verlag von Leuschner und Lubensky’s Universitäts-Buchhandlung. 8. Je 248 Stn. Mit lith. Tafeln.

Der erste Band dieses fleißigen Werkes behandelt nach vorausgeschickter Einleitung über die Pflege der Numismatik in Steyermark die daselbst gefundenen keltischen und consularen Münzen, der zweite die der römischen und byzantinischen Kaiser. Jener beschreibt 115 keltische und 50 consularische nebst einigen ägyptisch-ptolemäischen und sicilischen Geprägen; dieser etwa 2300 der römischen und 24 der byzantinischen Kaiser unter Nachweisung der Fundorte, Angabe der Literatur u. s. w. Manche sonstige archäologische Beziehungen sind mit eingeflochten, von besonderem Interesse Beilagen über keltische Sprachdenkmäler in Orts-, Stamm- und Personen-Namen im Umfange der Grenzen des Landes. Was aber dem Werke bezüglich seines Hauptzweckes vor allem Werth verleiht, ist, daß es nicht mehr nach hergebrachter Weise die Münzen als bloße Curiositäten aufführt, sie allein nach ihrem äußeren Aussehen beschreibt, sondern auch als das behandelt, als was sie ursprünglich gegolten, ihren Werth festzustellen sucht. Den keltischen Münzen ist eine Tafel mit Abbildungen und eine Karte mit Bezeichnung der Fundstätten, eine solche in ausgedehnterem Maßstabe, mit Rücksicht auf die Entdeckung antiker Denkmäler überhaupt, auch den Kaisermünzen beigefügt.

v. E.


Aufsätze in Zeitschriften.

Das Ausland: Nr. 44 f. Vier esthnische Volksmärchen. (Michael Weske.)

Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel: Nr. 221. Zur Geschichte des Leipziger Buchhandels. Culturhistor. Skizze von Otto Moser. (Leipz. Tagbl.)

Illustr. Familien-Journal: Nr. 45 (779). Zur Geschichte des Claviers.

Die Gartenlaube: Nr. 44, S. 695. Die Martinsgans.

Deutsche Gemeindezeitung: Nr. 38. Ueber Raths-Ernennungen früherer Zeiten, insbesondere in Olmütz.

Die Grenzboten: Nr. 43, S. 154. Das Museum für vaterländische Alterthümer in Kiel. (Gust. Freytag.) — Nr. 44, S. 161. Colin Muset der Jongleur.

Der Katholik: Aug. Die ewige Anbetung im Mittelalter.

Danz. kathol. Kirchenblatt: Nr. 43. Die Kirche zu Baumgart. (R. Bergau.)

Korrespondent v. u. f. Deutschland: Nr. 563. Das friesische Zwölfmänner- oder Rathsgericht. — Nr. 564. Die Stadtbibliothek in Nürnberg. — Nr. 574. Die Barfüßerkirche zu Lindau. — Nr. 585. Der Fund zu Hildesheim. (Aus der Weserzeitung, von Prof. Unger aus Göttingen.)

Illustr. deutsche Monatshefte: Nr. 50 (146), Novbr., S. 137. Zur Geschichte der Glocken. (Aug. Vogel.) — S. 144. Der Dom zu Regensburg. (Hans Weininger.)

Monatsrosen: 1869, Nr. 1, S. 22. Kulturhistorische Wanderbilder aus dem Bereiche der Natur und Kunst. I. Frauenchiemsee. (Dr. H. Holland.)

Notes and Queries: Nr. 42 f. Observations upon early engraving and printing. Part. II. The block books.

Augsb. Postzeitung: Beil. Nr. 71. Das Haus Dietrichstein.

Sonntagsblatt (von Dohm): Nr. 36. Das Wunderblut u. seine Rolle in der Religionsgeschichte. (E. Krause.)

K. preuß. Staats-Anzeiger: Beil. Nr. 222 u. 228. Die deutsche Volkswirthschaft unter den beiden ersten Königen von Preußen. 1. 2. — Die Wartburg. 1. 2. — Bildnisse brandenb. Kurfürsten in dem herzogl. Museum zu Braunschweig. — Die antike Rüstkammer des Emdener Rathhauses.

Wochenblatt d. Joh.-Ordens-Balley Brandenburg: Nr. 44 ff. Preußische Skizzen (Deutschorden, Christianisierung, Gebräuche etc.)

Allgem. Zeitung: Beil. 294. 295. Kloster Königsfelden im Aargau u. seine Glasgemälde. (Forts. u. Schluß.) (Gottfried Kinkel.) — Nr. 305. Tiroler Ruinen. — Nr. 312. Albrecht Dürer’s Haus zu Nürnberg.

Illustr. Zeitung: Nr. 1322. Alte Jungfern. (v. R. D.) — Ein Porträt Luther’s von Lukas Cranach. — Nr. 1324. Kloster Veßra (Henneberg.)

Köln. Zeitung: Nr. 310, 2. Bl. Der große antike Fund bei Hildesheim. (Dr. Otto Benndorf.)