Nachrichten.

Literatur.

Neu erschienene Werke.

29) Die vornehmsten Kunstdenkmäler in Wien. Von G. F. Waagen, Director der königl. Gemälde-Gallerie u. s. w. in Berlin. 2 Bde. Wien, 1866, 1867. Wilhelm Braumüller. 351 u. 420 Stn. 8.

Einen Complex von Kunstschätzen, wie die alte, reiche Kaiserstadt Wien sie enthält, von der Feder eines so bewährten Kenners beschrieben und ihrem werthvollen Inhalte nach bestimmt und zusammengestellt zu sehen, ist für den Forscher wie für den Liebhaber gewiß eine bedeutungsvolle Thatsache. Nach der allbekannten schriftstellerischen Thätigkeit Waagen’s dürfen wir für Charakterisierung des Buches selbst kein Wort mehr verlieren; der nun verewigte Verfasser hat in dieses sein letztes Werk die ganze Reife und Fülle niedergelegt, welche sein langes, ausschließlich und rastlos dem Studium zugewendetes Leben ihm zum Gewinn gegeben. Es ist, wie wir aus der Vorrede ersehen, die Frucht einer während vierundvierzig Jahre wiederholt aufgenommenen Arbeit. Um indeß auf den Reichthum des Inhalts aufmerksam zu machen, geben wir einige Auszüge der vorgesetzten Verzeichnisse. Der erste Band behandelt mit geringen Ausnahmen, welche durch die örtliche Zusammengehörigkeit des Stoffes veranlaßt sind, ausschließlich die Malerei, und zwar zunächst die k. k. Gemäldegallerie des Belvedere, sodann die Sammlungen der k. Akademie der Künste, des Fürsten Liechtenstein, der Grafen Czernin, Schönborn, Harrach, Landskoronsky und sechs andere Privatgallerieen. Wo Anhaltspunkte gegeben, ist die Geschichte dieser Sammlungen vorangeschickt, von ihrem Inhalte Alles ausgehoben, was der Beachtung werth, und jede Nummer kunstgeschichtlich gewürdigt. Der zweite Band bespricht zunächst die in der k. k. Hofbibliothek befindlichen Miniaturen, die byzantinische Schule in zwei Handschriften, die deutsche in dreizehn, die böhmische in acht, die niederländische in sechsunddreißig Manuscripten u. s. w., mit einem Anhang von arabischen, persischen und türkischen Malereien dieser Art und drei niederländischen Gebetbüchern in der Privatbibliothek des Kaisers. Sodann folgt die Besprechung der Handzeichnungen der Albertinischen Sammlung, der Kupferstiche in dieser und der Hofbibliothek, der Ambraser-Sammlung insgesammt, des k. k. Münz- und Antiken-Cabinets, der kais. Schatzkammer und endlich des österreichischen Museums für Kunst und Industrie. Ausführliche Register machen das Werk zugleich zu einem sehr dienlichen Handbuch.

v. E.

29) Die Waffensammlung des österreichischen Kaiserhauses im k. k. Artillerie-Arsenal-Museum in Wien, herausgegeben von Quirin Leitner, k. k. Hauptmann. I. Band. I. u. II. Lieferung. Wien, Verlag von H. Martin. Gr. Fol.

So unersetzlich die Photographie erscheint, wo es sich darum handelt, den Charakter und geistigen Ausdruck eines Kunstwerkes wiederzugeben, worin sie nach dem jetzigen Stande ihrer Vervollkommnung auch den geschicktesten Künstler übertrifft, so unzulänglich sind ihre Mittel, wenn es gilt, die technische Zusammensetzung und Ausführung irgend eines Kunst- oder Gewerbserzeugnisses zu verdeutlichen. Da sie bekanntlich die Zeichnung in den tieferen Schatten nicht zu verfolgen vermag, hüllt sie oft Theile des Gegenstandes in einen Schleier, der das Verständniß zu sehr unterbricht, und läßt Dinge nur errathen, die man vollständig überschauen müßte. So freuen wir uns, auf einem Gebiete, auf welchem man der neueren Entdeckung bereits einen zu großen Spielraum eingeräumt, wieder einmal ein anderes, solides Verfahren angewandt zu sehen. Die Steinradierung, an passenden Stellen abwechselnd mit Tondruck in Kreidemanier, zeigt sich in Darstellung von Bewaffnungsgegenständen um so entsprechender, wenn sie so trefflich durchgeführt ist, wie in dem vorliegenden Werke. — Jede Lieferung desselben bringt fünf Blätter mit Abbildungen und einen Bogen mit erklärendem Text. Um Abwechselung in die einzelnen Lieferungen zu bringen, sollen stets Gegenstände verschiedener Art abgebildet werden, jedoch das Schlußheft ein chronologisches Verzeichniß enthalten. Aus den vorliegenden Blättern heben wir eine prachtvolle, Kaiser Maximilian I. zugeschriebene Rüstung hervor, einen Mailänder Harnisch aus etwas späterer Zeit, das Koller, welches König Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen trug, u. s. w. Der beschreibende Text ist sehr eingehend, die Ausstattung des Werkes dem Gegenstande angemessen.

v. E.


Aufsätze in Zeitschriften.

Europa: Nr. 39, Sp. 1223. Die aus Holz geschnitzte Stube zu Lübeck (das Fredenhagensche Zimmer, verfertigt 1573–85). — Nr. 41, Sp. 1289. Ritter Blaubart.

Die Grenzboten: Nr. 40, S. 19. Die mecklenburgische Pfandstadt Wismar.

Der Hausfreund: 16. Heft, Nr. 47, S. 748. Das graue Kloster. (Wilh. Petsch.)

Danziger Kathol. Kirchenblatt: Nr. 41. Die Pfarrkirche zu Christburg. (R. Bergau.)

Magazin für die Literatur des Auslandes: Nr. 42, S. 623. Das Burggrafenamt Meran. — S. 635. Besprechungsformeln (aus Pommern, 1604).

Illustrierte deutsche Monatshefte: Octbr., Nr. 49 (145), S. 59. Die Mythen u. Sagen von wundersamen Meergeschöpfen und Meerbewohnern. (G. F. Daumer.) — Ueber Ursprung und Bedeutung der Sage von Shylock. (Rud. Grisebach.)

Die Natur: Nr. 40. 42. Zur Geschichte der Erfindung des Fernrohrs und des Mikroskops. Nach dem Holländ. des Prof. Harting, von H. Meier. 1. u. 2. Artikel.

Notes and Queries: Nr. 38. 40. The „St. Christopher of 1423.“ — Nr. 38–41. Fairford windows. — Nr. 40. Observations on early engraving and printing. Part. 1. (Henry F. Holt.)

Novellen-Zeitung: Nr. 37. Die Vogelsprache bei den Czechen. (Alfr. Waldau.)

Revue des deux mondes: 1. Septbr., 1. livr., p. 81. La Suisse et ses ballades. II. Les chants de la guerre, par M. Louis Etienne.

Deutscher Sprachwart: Nr. 13, S. 202. Ueber die sprichwörtliche Redensart „Hunde führen“. (J. Franck.)

K. preuß. Staatsanzeiger: Beil. Nr. 192. 198. 204. Die vaterländischen Bildwerke in dem k. Residenzschloß Potsdam. — Nr. 192. Aus dem bürgerlichen Leben in Graudenz während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. — Nr. 210. Preußische Städtewappen. — Uebersicht der Nothmünzen, welche während der Belagerung preußischer Festungen ausgegeben worden sind.

Wochenblatt d. Joh.-Ord.-Balley Brandenburg: Nr. 37. Deutsche Fürsten im Reformationszeitalter. I. Landgraf Wilhelm der Weise von Hessen-Kassel. — Nr. 38. II. Landgraf Moritz I. von Hessen-Kassel, zubenannt der Gelehrte.

Zeitschrift f. d. ges. luth. Theol. u. Kirche: 4. Quart.-Heft. Die Mystik und ihr Verhältniß zur Reformation. 1. Art. (Tietz.)

Zeitschrift f. wissenschaftl. Theol.: 11. Jhg., 4. Hft. Zwei ungedruckte Briefe Philipp Melanchthon’s. (B. Spiegel.)

Allgem. Zeitung: Beil. Nr. 261. Prof. Aschbach und die Gedichte der Nonne Roswitha. (Wilh. Christ.)

Illustr. Zeitung: Nr. 1315, S. 183. Der Feenstein bei Regnier in Savoyen. (W. Lampmann.) — Nr. 1316, S. 199. Land und Leute in Mecklenburg. — Nr. 1317, S. 221. Das „goldene Rössel“ zu Altötting. (Hans Weininger.)

Land- und forstwissensch. Zeitung der Prov. Preußen. Nr. 34. Der Mörtel in den Bauten des Deutschen Ordens in Preußen. (R. Bergau.)