Augustus ordnet persönlich die Verhältnisse der gallischen und spanischen Provinzen. Unterwerfung der Cantabrer und Asturer. Lugdunum (Lyon) Hauptstadt in Gallien, Tarraco und Corduba Hauptstädte in Spanien.
Augustus ordnet persönlich die Verhältnisse des römischen Asiens. Der Partherkönig Phraates gibt auf die Nachricht von seiner Ankunft in Syrien die bei der Niederlage des Crassus (S. 113) erbeuteten römischen Feldzeichen zurück. Durch Tiberius wird Tigrānes in sein Reich Armenien wieder eingesetzt.
Nach Rom zurückgekehrt erläßt Augustus Gesetze zur Bekämpfung des Luxus und der Ehelosigkeit (lex Iulia sumptuaria, lex Iulia de maritandis ordinibus).
Tiberius und Drusus, die Stiefsöhne des Kaisers, unterwerfen die Alpenvölker und das Gebiet zwischen den Alpen und der Donau; Einrichtung der Provinzen Raetia (Hauptort Augusta Vindelicorum, jetzt Augsburg) und Noricum (Kärnten und Steiermark). Schon einige Jahre früher war von Makedonien aus das untere Donaugebiet Mösien unterworfen worden.
Tiberius unterwirft Pannonien (das südwestliche Ungarn). Damit ist die Donaugrenze des Reiches festgestellt; sie wird ebenso wie die Rheingrenze durch Standlager der Legionen, aus denen später Städte geworden sind, beschützt. Standlager am Rhein: Moguntiacum (Mainz), Civitas Ubiorum (später Colonia Agrippinensis, Köln), Castra vetera (Xanten), Standlager an der Donau: Regina castra (Regensburg), Batava castra (Passau), später auch Vindobona (Wien) und Juvavum (Salzburg).
Drusus unternimmt vom Rhein aus vier Feldzüge in das innere Germanien, das erstemal zur See, vom lacus Flevo (Zuyder-See) in die Emsmündung hinein, dann zu Lande die Lippe aufwärts (Castell Aliso bei Haltern), dann von Mainz aus gegen die Chatten, zuletzt von Mainz bis zur Elbe. Er stirbt auf dem Rückmarsch infolge eines Sturzes mit dem Pferde.
Tiberius, sein Nachfolger im Oberbefehl, bringt einen Teil der germanischen Völkerschaften auf dem rechten Rheinufer zur Anerkennung der römischen Oberhoheit. Er zieht sich dann (6) nach Rhodus zurück und kommt erst 7 Jahre später nach Verbannung seiner Gemahlin Julia wieder nach Rom.
Christus geboren vier oder sechs Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung.[29]
Das Christentum, langsam sich ausbreitend im römischen Reiche, entfaltet nach dem Untergange desselben seine weltbezwingende Macht.
Tiberius, in den letzten Jahren der Regierung des Augustus schon beinahe Mitregent, durchzieht von neuem das nördliche Germanien, besiegt die Langobarden an der unteren Elbe. Römische Statthalter verwalten das Gebiet zwischen Rhein und Elbe. Der unter Tiberius’ Anführung schon begonnene Angriff auf das suebische Reich des Marbod (in Böhmen) wird unterbrochen (6–9) durch einen gefährlichen Aufstand der illyrischen und pannonischen Völkerschaften.
Drei römische Legionen unter P. Quinctilius Varus werden im Teutoburger Walde von dem Cheruskerfürsten Arminius vernichtet. Germanien bis zum Rhein befreit, Tiberius aber sichert die Rheingrenze.
Augustus stirbt in Nola im 76. Lebensjahre. Eine von ihm selbst verfaßte Übersicht seiner Taten (Res gestae divi Augusti) ist in einer Tempelinschrift zu Ancyra (Angora) in Galatien erhalten (monumentum Ancyranum).
Tiberius (vollständig: Tiberius Claudius Nero), des Augustus Stief- und Adoptivsohn, geb. 42, tüchtiger Herrscher, jedoch hart und argwöhnisch. Das Recht der Beamtenwahlen und die Bestätigung der Gesetze wird von den Komitien auf den Senat übertragen. Die an republikanischen Erinnerungen festhaltende Aristokratie wird in strenger Abhängigkeit gehalten, besonders durch Anklagen de maiestate (die auch schon zur Zeit der Republik vorkamen) bei der kleinsten Beleidigung des Fürsten; Belohnung der Angeber (delatores). Gute Verwaltung in den Provinzen.
Drei Feldzüge des Neffen des Tiberius, Drusus Cäsar Germanicus, (von Köln aus) über den Rhein gegen die Germanen, der zweite und dritte mit einer Flottenfahrt in die Emsmündung verbunden. Beim zweiten wird die Stätte der Niederlage des Varus berührt; beim dritten Sieg der Römer auf dem Campus Idisiaviso jenseits der Weser über Arminius, aber keine Unterwerfung des Landes. Die Flotte bei der Rückkehr durch Sturm zerstreut.
Germanicus, von Tiberius abgerufen und nach dem Orient gesandt, setzt in Armenien einen König ein, macht Kappadokien zur römischen Provinz, gerät in Syrien mit dem Statthalter L. Calpurnius Piso in Streit. Sein Tod im 34. Lebensjahr (19 in Antiochia an Gift?) in Rom sehr beklagt.
In Deutschland Krieg zwischen Armin und Marbod, letzterer aus seinem Reiche vertrieben, findet bei den Römern Aufnahme († zu Ravenna). Armin wird von seinen eigenen Verwandten, die ihn des Strebens nach der Königsherrschaft beschuldigen, 37 Jahre alt, getötet (21).
L. Aelius Seianus, Befehlshaber der Prätorianer (S. 122), erhebt sich zum übermächtigen Günstling des alternden Kaisers, der 27 seinen Aufenthalt dauernd auf der Insel Capreae (Capri) nimmt. Sejan vergiftet Drusus, den einzigen Sohn des Kaisers, und bewirkt die Verbannung der Agrippina, Witwe des Germanicus.
Sturz Sejans; nach ihm werden viele Senatoren als Teilnehmer an seiner Verschwörung hingerichtet. Macro, nunmehr Praefectus praetorio, bleibt von der Willkür des mißtrauischen Kaisers abhängig.
Das Claudische Herrscherhaus, durch Adoption mit dem Julischen verbunden:
Caligula (Gaius Cäsar Germanicus),
der jüngste Sohn des Germanicus, von den Soldaten als Knabe Caligula (Stiefelchen) benannt, zeigt sich bald als grausamer (oderint, dum metuant!), jeder Schranke spottender Despot. Schwelgerei, Selbstvergötterung, unnütze Feldzüge nach der Rheingrenze und der gallischen Küste. Nach seiner Ermordung durch die Prätorianer wird von diesen zum Imperator ausgerufen sein Oheim
Claudius (Tiberius Claudius Nero Germanicus),
jüngerer Bruder des Germanicus, ein wohlmeinender, aber schwacher Fürst, beherrscht von Günstlingen und von seinen Gemahlinnen: 1. der sittenlosen Messalina und, nachdem er diese (48) hat töten lassen, 2. der herrschsüchtigen Agrippina, Tochter des Germanicus.
Beginn der Eroberung Britanniens unter dem Oberbefehl des A. Plautius (dessen Legat T. Flavius Vespasianus); der südliche Teil wird römische Provinz.
Unter Claudius’ Regierung werden außerdem folgende Provinzen eingerichtet: in Afrika Mauretania, im Orient Lycia und Thracia. Iudaea, von 40 vor Chr. bis 6 nach Chr. und dann wieder 41–44 nach Chr. abhängiges Königreich, wird wieder zur Provinz Syrien gezogen.
Agrippina überredet den Claudius, den L. Domitius, ihren Sohn aus früherer Ehe, zu adoptieren (bei der Adoption erhält er den Namen Nero) und zum Thronfolger zu ernennen an Stelle seines eigenen Sohnes Britannicus (von der Messalina), dessen Schwester Octavia zur Gemahlin Neros bestimmt wird. Als Neros Adoption den Kaiser gereut, vergiftet ihn Agrippina.
Nero (Nero Claudius Cäsar Drusus Germanicus),
von den Prätorianern zum Imperator ausgerufen, in den ersten Jahren geleitet von dem Praefectus praetorio Afranius Burrus und seinem Lehrer L. Annaeus Seneca.
Er vergiftet (55) seinen Stiefbruder Britannicus, mit dessen Erhebung zum Imperator ihm Agrippina gedroht hatte, läßt (59) seine Mutter Agrippina selbst töten, verstößt seine Gemahlin Octavia, die er später ebenfalls töten läßt, und heiratet Poppaea Sabina, die Gemahlin Othos. Ausschweifungen und Grausamkeiten; er tritt öffentlich im Wettkampf als Wagenlenker, Schauspieler und Sänger auf. Kriechende Unterwürfigkeit des Senats,
Aufstand in Britannien, von Suetonius Paulinus unterdrückt.
Krieg gegen die Parther und Armenier. Nach Einnahme und Zerstörung von Artaxăta bringt Domitius Corbŭlo in Armenien den König Tiridates zur Anerkennung der römischen Oberhoheit.
Eine sechstägige und bald darauf eine nochmalige dreitägige Feuersbrunst (nach unbegründetem Gerücht auf Neros Befehl angelegt) zerstört einen großen Teil der Stadt Rom. Nero beschuldigt die Juden und die Christengemeinde Roms der Brandstiftung und verhängt grausame Strafen über sie (erste Christenverfolgung). Großartige Neubauten in Rom, breitere Straßen. Der Kaiserpalast wird vom Palatin bis über den Esquilin ausgedehnt (domus aurea).
Verschwörung des C. Calpurnius Piso entdeckt, viele Hinrichtungen; Seneca genötigt, sich selbst zu töten.
Aufstand in Gallien (C. Julius Vindex) und im diesseitigen Spanien, dessen Statthalter, der 73jährige Sulpicius Galba, zum Imperator ausgerufen wird. Nero, erst kürzlich von einer großen Kunstreise nach Griechenland zurückgekehrt, flieht und tötet sich auf dem Landgute eines seiner Freigelassenen in der Nähe von Rom.
Das Reich wird nach dieser verderblichen Regierung abermals durch Bürgerkriege zerrüttet:
Galba (Servius Sulpicius Galba),
der sich bald durch unzeitige Strenge und Sparsamkeit verhaßt macht. Die Prätorianer ermorden ihn und erheben an seiner Stelle
Otho (Marcus Salvius Otho),
einen ehemaligen Günstling Neros. Schon vorher war von den Legionen am Rhein zum Imperator ausgerufen
Vitellius (Aulus Vitellius),
der, nachdem seine Legaten den Otho bei Bedriacum (östlich von Cremona) besiegt haben und dieser sich selbst getötet hat, in Rom einrückt und die Stadt zum Schauplatze seiner Prasserei und Verschwendung macht. Er wird bei einem Straßenkampf in Rom umgebracht.
Die drei Flavier:
Vespasianus (Titus Flavius Vespasianus),
besonders auf Betreiben des Statthalters von Syrien, Licinius Mucianus, zum Imperator ausgerufen, während er in Palästina seit 66 gegen die aufständischen Juden Krieg führt. Er übergibt seinem Sohne Titus den Oberbefehl und kommt nach längerem Aufenthalt in Alexandrīa nach Rom, wo inzwischen Vitellius durch das siegreiche Eindringen der Donauarmee (Antonius Primus) beseitigt ist. — Wiederherstellung der Mannszucht im Heere, der Ordnung in den Finanzen. Der Kaiser gibt das Beispiel strengerer und einfacher Sitte, sorgt für öffentlichen Unterricht von Staats wegen (Grammatik und Rhetorik).
Aufstand der Batāver unter Claudius Civīlis,
einem ihrer Häuptlinge aus fürstlichem Geschlecht. Die Aufständischen geben anfangs vor, nicht gegen das römische Reich, sondern gegen Vitellius und für Vespasianus zu kämpfen. Dadurch gelingt es ihnen, einen Teil der römischen Soldaten für sich zu gewinnen. Civilis schlägt die Römer wiederholt und dringt, durch beutelustige rechtsrheinische Germanen unterstützt, weit in Gallien vor. Ein großer Teil der gallischen Völkerschaften fällt ihm zu; es tritt der Plan hervor, ein unabhängiges gallisches Reich zu gründen. Nachdem aber die Herrschaft Vespasians in Rom befestigt ist, macht Petilius Cerialis, begünstigt durch die unter den verbündeten Völkern ausgebrochenen Zwistigkeiten, dem Aufstand ein Ende und unterwirft ganz Gallien wieder der römischen Herrschaft.
Titus erobert und zerstört Jerusalem nach langer, hartnäckiger Verteidigung. Schreckliches Strafgericht über die zum Osterfest dort zusammengekommenen Juden. Triumphbogen in Rom errichtet im Anschluß an andere Bauten Vespasians (Templum Pacis; Amphitheatrum Flavium, auch Colosseum genannt).
Gn. Iulius Agricola, Schwiegervater des Geschichtschreibers Tacitus, wird Statthalter in Britannien. Dem Vespasian folgt sein Sohn
Titus (Titus Flavius Vespasianus),
der die ihm entgegengebrachten Befürchtungen durch milde und sorgsame Regierung glänzend widerlegt (»amor et deliciae generis humani«).
Ausbruch des Vesuvs. Herculanĕum durch Lava, Pompeii durch Asche und Schlamm verschüttet (Ausgrabungen seit 1719 und 1748). Tod des älteren Plinius, Anführers der römischen Flotte in Misenum. — Dem Titus folgt sein ihm unähnlicher Bruder
Domitianus (Titus Flavius Domitianus),
der mit der Zeit immer mehr zum habsüchtigen und grausamen Despoten wird.
Feldzug gegen die Chatten. Im Anschluß daran wird der großartige Grenzwall (limes) zwischen dem mittleren Rhein und der oberen Donau (von Rheinbrohl bis Kehlheim) begonnen. Eins der dazu gehörenden Kastelle ist in der Saalburg wieder erstanden. Das dahinter liegende Land als Zehntland (agri decumates) mit der Provinz Germania superior (Hauptstadt Moguntiacum, Mainz) verbunden.
Glückliche Feldzüge des Agricola in Britannien, die römische Herrschaft bis nach Schottland hinein ausgedehnt.
Erfolgloser Krieg gegen die Dacier; Domitian soll vom Könige Decebălus den Frieden erkauft haben.
Domitian durch eine Palastverschwörung ermordet.
Nerva und seine Adoptivfamilie:
Nerva (Marcus Cocceius Nerva),
ein 64 jähriger Senator, durch die Mörder Domitians und den Senat auf den Thron erhoben, stellt die Majestätsprozesse ab, ruft die Verbannten zurück, vermindert die Abgaben, legt den Grund zur Einrichtung der Alimentatio, d. h. Staatsunterstützung zur Erziehung der Kinder, in Italien. Er adoptiert und ernennt zu seinem Mitregenten und Nachfolger
Trajan (Marcus Ulpius Traianus),
Statthalter der Provinz Germania superior, geboren 53 in der römischeu Kolonie Italica in Spanien, den ersten Nicht-Italiker auf dem Throne der Cäsaren. Trefflicher Regent und Feldherr. Großartige Bauten in Rom (Forum Traiani); Straßen und Häfen in den Provinzen, der Hauptteil des germanischen Grenzwalls gebaut.
Unterwerfung des Landes Dacien (Rumänien und Siebenbürgen). Die römischen Legionen dringen aus Mösien und Pannonien (Kolonie Sirmium an der Save) über die Donau vor, erstürmen Sarmizegethusa, die Hauptstadt des Decebălus; eine steinerne Brücke wird (unterhalb Orsova) über die Donau gebaut. Decebalus unterwirft sich (102), doch wird 105 neuer Krieg nötig; 107 wird das Land römische Provinz. Ansiedlung zahlreicher Kolonisten, von denen die heutigen Rumänen abstammen. Darstellung des Krieges auf den Reliefs der Trajanssäule in Rom.
Einrichtung der römischen Provinz Arabia durch den Statthalter von Syrien, A. Cornelius Palma, (das Land östlich und südlich von Damaskus und Judäa, bis zum Roten Meere; Hauptstadt Petra).
Krieg Trajans gegen die Parther.
Der Neffe des Partherkönigs Chosroës wird aus Armenien vertrieben. Armenia, Mesopotamia, Assyria römische Provinzen. Trajan erobert Seleucia und Ktesiphon am Tigris, fährt zu Schiff den Tigris hinunter bis zum Persischen Meerbusen, setzt bei den Parthern einen Vasallenkönig ein, stirbt auf der Rückkehr in Cilicien.
Hadrian (Publius Aelius Hadrianus),
von seinem Verwandten Trajan adoptiert. Friedliebend, auf sorgsame Verwaltung des Reiches bedacht, gelehrt und kunstliebend. Er gibt die neuen Provinzen Armenia, Mesopotamia und Assyria wieder auf, so daß der Euphrat die östliche Grenze des Reiches bildet, stellt in Mösien und Dacien die Ruhe wieder her, regiert in Rom in gutem Einverständnis mit dem Senat.
Rundreisen durch die Provinzen des Reiches (121–126, 129–134), um überall die Wohlfahrt zu fördern; sein Günstling und Begleiter Antinous; längerer Aufenthalt in Athen, wo er einen neuen Stadtteil anlegt und den Zeustempel (S. 36) vollendet. In Rom erbaut er den Doppeltempel der Venus und Roma; sein großes Grabmal Mausoleum Hadriani, jetzt die Engelsburg. Seine Villa bei Tibur (Tivŏli) mit prächtigen Gartenanlagen. In Britannien Grenzwall gegen die Picten und Scoten (von Newcastle bis zum Solwaybusen).
Sammlung der Edikte früherer Prätoren (Edictum perpetuum) durch den Rechtsgelehrten Salvius Iulianus; daran knüpft sich die weitere Ausbildung der Rechtsgelehrsamkeit, welche für den inneren Bestand des großen Reiches von der höchsten Bedeutung war.
Aufstand der Juden wegen Anlegung der Kolonie Aelia Capitolina an der Stelle des zerstörten Jerusalem. Ihr Anführer Bar-Kochba. Verzweifelter Kampf; Niederlage und Zerstreuung der Juden. Eine christliche Gemeinde sammelt sich bald wieder an der heiligen Stätte; der Name Jerusalem wird später wieder hergestellt.
Antoninus Pius (Titus Aurelius Antoninus Pius),
von Hadrian adoptiert. Friedliche, segensreiche Regierung, jedoch die Grenzen des Reiches kräftig gegen die Angriffe der Barbaren geschützt. Zweiter Grenzwall in Britannien (vom Forth zum Clyde). Gemäß der von Hadrian festgesetzten Erbfolgeordnung folgt ihm sein Neffe
Marcus Aurelius Antoninus, weiser und tätiger Regent, hochgebildet (Schüler des Redners Cornelius Fronto), stoischer Philosoph, bis 169 gemeinschaftlich mit seinem Adoptivbruder, dem ausschweifenden Lucius Verus.
Krieg gegen die Parther, unter Oberleitung des L. Verus, der sich aber bald in Antiochia dem Wohlleben hingibt, während seine Legaten den Krieg glücklich führen. Ein Teil Mesopotamiens wird wieder römische Provinz (S. 130).
Krieg mit den Markomannen und Quaden (in Böhmen).
Marcus Aurelius kämpft mit wechselndem Glück gegen die immer von neuem andringenden Barbaren. Während eines kurzen Friedens mit ihnen Besiegung des aufständischen Avidius Cassius in Syrien, 175. Triumph in Rom 176; der Senat errichtet dem Kaiser eine Reiterstatue, die noch heute das Kapitol schmückt. Ehe es dem Kaiser gelingt, die Grenze des Reiches an der Donau völlig zu sichern, stirbt er in Vindobŏna (Wien). Ihm folgt sein entarteter Sohn
Commodus,
der mit den Germanen Frieden schließt und sich in Rom, die Regierung meist den Praefectis praetorio (S. 122) überlassend, Ausschweifungen und seinem immer mehr hervortretenden Hange zu Grausamkeiten hingibt. Er wird endlich von seiner Umgebung ermordet.
Philosophische Schriften und Briefe des Stoikers L. Annaeus Seneca († 65); sein Neffe M. Annaeus Lucanus verfaßt ein Epos Pharsalia. Epigramme des Martialis, Satiren des Persius und Iuvenalis. M. Fabius Quintilianus Lehrer der Rhetorik, Verfasser der Institutio oratoria. Ein Werk umfassender Gelehrsamkeit ist die Naturalis historia des C. Plinius Secundus († 79). Briefsammlung seines Neffen, des jüngeren Plinius, welcher mit dem Geschichtschreiber Cornelius Tacitus († 117), dem hervorragendsten Schriftsteller dieser Zeit, befreundet war; Tacitus’ Germania 98, Plinius Statthalter in Bithynien 111. — Kaiserbiographien des C. Suetonius.
Unter Augustus der Geograph Strabo aus Amaseia in Pontus, der Altertumsforscher Dionysios von Halikarnaß, beide in Rom. Unter Trajan und Hadrian der Philosoph und Geschichtschreiber Plutarchos von Chaironeia, der Perieget Pausanias. Um 150 der Geograph Ptolemaios zu Alexandrīa, um 180 der Satiriker Lukianos von Samosata, um 220 der Geschichtschreiber Cassius Dio.
Wirksamkeit der Apostel im ersten Jahrhundert. Paulus predigt in Antiochia (42), in Athen und Korinth (53), in Ephesos (55), wird 61 nach Rom geführt, erleidet dort gleichwie Petrus den Märtyrertod. Verfolgungen im zweiten und dritten Jahrhundert können die zahlreichen christlichen Gemeinden nicht ausrotten; das Beispiel der Märtyrer (Ignatius Bischof von Antiochia 115, Polykarpos Bischof von Smyrna 167 und viele andere) wirkt erhebend. Christliche Schriftsteller: Clemens, Bischof von Rom (um 90), Clemens in Alexandria (200), Tertullianus in Karthago (200), Origenes in Alexandria (230), Cyprianus in Karthago (230), Lactantius in Nicomedia (300), Eusebios, Bischof von Cäsarea (330), Augustinus, Bischof von Hippo Regius (354–430), s. S. 141.
Zeit der Soldatenkaiser.
Der Mangel einer festen Erbfolge stürzt das römische Reich oftmals in Verwirrung; dennoch behauptet es sich noch lange gegen die andringenden Barbaren. Nach den kurzen Regierungen der von den Prätorianern erhobenen Kaiser Pertinax und Didius Iulianus folgt der von den illyrischen Legionen zum Kaiser ausgerufene Statthalter von Pannonien
Septimius Severus,
welcher vom Senat anerkannt wird und sich gegen die anderen Prätendenten (Pescennius Niger im Orient, Clodius Albinus in Britannien und Gallien) behauptet. Umwandlung der bisher aus Italikern bestehenden Prätorianer in eine aus allen Provinzlegionen sich ergänzende Truppe. Verbesserung der Rechtspflege (die Juristen Papinianus, Ulpianus, Paulus). Erfolgreicher Krieg gegen die Parther, ihre Hauptstadt Ktesiphon 197 zerstört; die Provinz Mesopotamien wiederhergestellt. (Hauptstädte Edessa und Nisibis). Zug nach Britannien 208; der Grenzwall Hadrians wiederhergestellt. Septimius stirbt in Eburācum (York). Sein Sohn
Caracalla (M. Aurelius Antoninus)
ermordet seinen Bruder und Mitregenten Geta mit Tausenden seiner Anhänger, darunter Papinianus. Durch die Constitutio Antoniniana 212 Erteilung des römischen Bürgerrechts an alle freien Provinzialen. Aber auch von der Grausamkeit und Habsucht des Kaisers werden die Provinzen in weitem Umfange betroffen (das Blutbad in Alexandrīa 215).
Caracalla bekämpft 213 die Alamannen jenseits des Grenzwalls, 214 die Goten an der unteren Donau, greift 216 die Parther an, wird in Mesopotamien auf Anstiften des Praefectus praetorio Macrinus ermordet. Dieser, vom Heere zum Nachfolger erwählt, erkauft von den Parthern den Frieden. Die Soldaten rufen zum Imperator aus den 14jährigen Varius Avitus Bassianus, genannt
Elagabălus, Sonnenpriester zu Emĕsa in Syrien, der für einen Sohn Caracallas ausgegeben wird. Macrinus, bei Antiochia besiegt, wird in Kleinasien verhaftet und hingerichtet. Elagabalus überläßt sich in Rom den schändlichsten Ausschweifungen; die Regierung führt seine Großmutter Julia Maesa, Schwester der Mutter Caracallas. Er wird von den Prätorianern ermordet; ihm folgt sein Vetter
Alexander Severus,
von den besten Absichten beseelt, aber schwankend und nicht energisch, geleitet von seiner Mutter Julia Mamaea, Tochter der Julia Maesa, und von den Rechtsgelehrten Domitius Ulpianus und Julius Paulus. Seine Maßregeln zur Herstellung der Mannszucht im Heere veranlassen Empörungen; bei einer derselben wird Ulpianus, der Befehlshaber der Prätorianer, ermordet.
Infolge der Auflösung des Partherreiches unter den Arsakiden (S. 65) und Stiftung des Neupersischen Reichs (Dynastie der Sassaniden) erwächst dem römischen Reiche ein neuer gefährlicher Feind im Orient, doch wird im Kriege (231–33) die Reichsgrenze vorerst noch behauptet, Nach Ermordung des Alexander Severus am Rhein erheben die Soldaten auf den Thron ihren Feldherrn
Maximinus Thrax,
einen Thraker von außerordentlicher Größe und Stärke. Siegreicher Zug über den Rhein, dann nach der untern Donau. Unterdessen wird in Afrika zum Imperator ausgerufen der 80jährige Senator Gordianus I., der seinen Sohn Gordianus II. zum Mitregenten ernennt, bald aber sich selbst tötet, nachdem der Sohn in Afrika kämpfend gefallen. Maximinus, vom Senat für abgesetzt erklärt, wird bei der Belagerung von Aquileia von den Soldaten getötet. — Die Prätorianer erheben Gordians I. Enkel, Gordianus III., auf den Thron. Dieser wird nach glücklicher Beendigung eines Krieges gegen die Neuperser 244 ermordet auf Veranlassung des Praefectus praetorio Philippus Arabs, eines Mannes von semitischer Abkunft, welcher 248 das tausendjährige Bestehen des römischen Reiches feiert, 249 von den mösischen Legionen unter ihrem Feldherrn Decius besiegt und getötet wird. Unter diesem Kaiser
Allgemeine Christenverfolgung, nachdem man längere Zeit die Christen hatte gewähren lassen. Decius schlägt die Goten, welche Thrakien plündern, verliert aber Sieg und Leben, als er sie nach der Donau hin verfolgt (251). Die Legionen erwählen den Feldherrn Gallus, unter dessen ebenfalls kurzer Regierung die Pest in mehreren Provinzen des Reiches wütet. Er wird 253 ermordet von dem gegen die Goten siegreichen Aemilianus, dieser nach kaum 4 Monaten von
Valerianus,
der seinen Sohn Gallienus zum Mitregenten annimmt. Beide kämpfen gegen die fortwährend erneuten Einfälle germanischer Heerhaufen, namentlich der Franken in Gallien und Spanien, der Alamannen in Ober-Italien (bei Mailand besiegt), der Goten in die Balkan-Halbinsel und Kleinasien. Unglücklicher Feldzug des Valerianus gegen die Perser; er wird bei Edessa geschlagen, gefangen und (als 70jähriger Greis) bis zu seinem Tode von dem König Sapores als Sklave umhergeschleppt. Gegen ihn und seinen Sohn
Gallienus
tritt eine große Anzahl von Gegenkaisern auf, während die Barbaren ihre Einfälle in das römische Gebiet fortsetzen. Längere Zeit behaupten sich Postumus in Gallien und Odaenathus (aus Palmȳra) in Syrien. Letzterer wird von Gallienus als Mitregent für den Orient anerkannt; nach seiner Ermordung (267) herrscht seine Gemahlin Zenobia in Palmȳra. Gallienus wird vor Mediolanum, wo er den Prätendenten Aureŏlus belagert, von Verschwörern ermordet. Diese erheben auf den Thron
Claudius II.,
einen erfahrenen Feldherrn, der nach Hinrichtung des Aureolus die Alamannen am Gardasee, die Goten bei Naissus in Mösien (an der Morawa) besiegt. Ihm folgt
Aurelianus, der Hersteller des Reiches (Restitutor orbis). Er schließt mit den Goten Frieden, indem er die Provinz Dacien aufgibt. Die Donau von jetzt ab Reichsgrenze; der größte Teil der römischen Kolonisten wird nach Mösien zurückversetzt. Aurelian vertreibt die abermals in Italien eingedrungenen Alamannen und Markomannen und beginnt zum Schutze Roms vor den Barbaren den Bau einer neuen Stadtmauer, welche die erweiterte Kaiserstadt umfaßt. Er unterwirft Syrien, belagert und zerstört Palmyra (273), nimmt Zenobia gefangen und erobert Ägypten wieder. Nachdem er so den Orient unterworfen, wendet er sich gegen Tetricus in Gallien, der, bei Châlons besiegt, sich ergibt. Nach kurzem Aufenthalt in Rom reist er wieder in die östlichen Provinzen, wird aber unweit Byzanz von Verschwörern ermordet. Auf Ansuchen des Heeres ernennt der Senat in Rom zum Augustus den 75jährigen Senator
Tacitus,
der die Alanen und Goten, welche in Kleinasien eingefallen waren, schlägt, aber bald von den Soldaten ermordet wird.
Probus
schlägt am Rhein die Franken und Alamannen, an der Donau die Burgunder, Vandalen und Goten zurück, stellt den Grenzwall (limes) zwischen Rhein und Donau wieder her, fördert den Weinbau in Gallien, am Rhein und an der Mosel, sichert auch Syrien und Mesopotamien gegen die Perser. Starke Ansiedelung von Barbaren in den Grenzgebieten des Reiches. Als er in Pannonien die Soldaten zu Kanal- und Wegebauten nötigt, wird er bei Sirmium von ihnen erschlagen,
Carus
besiegt an der unteren Donau die Sarmaten und dringt, während der germanische Grenzwall mit den agri decumates an die Alamannen verloren geht, erfolgreich gegen die Perser vor, stirbt aber bald nach der Einnahme von Ktesiphon (vom Blitze erschlagen?). Das heimkehrende Heer wählt in Chalkēdon zum Kaiser den Feldherrn
Diocletianus,
welcher dem römischen Reiche eine neue Verfassung gibt auf Grund der unbeschränkten Monarchie. Der Senat verliert allen Einfluß auf die Regierung, Rom nicht mehr Wohnsitz des Kaisers. Strenges Hofceremoniell nach orientalischer Art. Der Kaiser trägt das Diadem, läßt sich mit Dominus anreden. Neuordnung der Verwaltung, die Provinzen verkleinert und an Zahl vermehrt (101 Provinzen, in 12 Diöcesen geordnet; auch Italien in Provinzen geteilt). Steigender Abgabendruck. Zum Mitregenten (mit dem Titel Augustus) ernennt Diocletian, indem er sich außer der allgemeinen Oberleitung die Regierung des Ostens vorbehält (Residenz Nicomedia in Bithynien), seinen Waffengefährten Maximianus (Residenz Mediolanum, Mailand).
Diocletian ernennt zwei Cäsaren: 1. Constantius Chlorus, der seine Gemahlin Helĕna, eine Christin, verstoßen und die Stieftochter Maximians heiraten muß; er erhält die Verwaltung von Gallien, Britannien und Spanien (Residenzen Augusta Treverorum (Trier) und Eburācum (York)), während Maximianus die Verwaltung von Italien und Afrika behält; 2. Galerius, welcher Diocletians Schwiegersohn wird und die Verwaltung von Illyricum (mit Makedonien und Griechenland, Residenz Sirmium a. d. Save) übernimmt.
Die vier Regenten sorgen im Einverständnis miteinander für die Verwaltung und den Grenzschutz, Diocletian selbst namentlich in Ägypten, Galerius am Euphrat gegen die Perser. Der Tigris als Grenzfluß festgesetzt. Edictum de pretiis 301 zur Abstellung des Wuchers. Glänzende Bauten in Trier.
Allgemeine Christenverfolgung, durch Constantius in seinen Provinzen gemildert.
Diocletian († 313 in Salona in Dalmatien) und Maximian danken ab, Constantius und Galerius werden Augusti; letzterer setzt die Christenverfolgung fort. Die beiden nach seinem Vorschlag von Diocletian ernannten Cäsaren kommen nicht zu Ansehen; in den westlichen Provinzen übernimmt 306 Constantinus, Sohn des Constantius und der Helena, nach dem Tode des Vaters die Regierung, in Rom erheben die Prätorianer Maxentius, den Sohn Maximians.
Nach Galerius’ Tode Krieg zwischen Maxentius und Konstantin; dieser dringt in Italien ein und siegt bei Turin und bei Saxa rubra unweit Rom (hoc signo vince!); Maxentius ertrinkt auf der Flucht im Tiber. Konstantin erkennt Licinius an, welchen Galerius zum Mitregenten des Ostens ernannt hatte, und erläßt 313 in Mailand ein Edikt zum Schutze der Christen. Nach einiger Zeit entsteht Krieg zwischen den beiden Herrschern; Licinius, 323 in zwei Schlachten, bei Adrianopel und bei Chalkēdon, besiegt, ergibt sich und wird 325 hingerichtet.
Konstantin der Große Alleinherrscher.
Das Christentum wird vom Staate anerkannt und dem Heidentum gegenüber begünstigt.
Erste allgemeine Kirchenversammlung (ökumenisches Konzil), unter Vorsitz des Kaisers zu Nicaea in Bithynien. Der Arianismus, d. h. die Lehre des Arius, ehemaligen Presbyters in Alexandria, von der Gott dem Vater nur ähnlichen Natur Christi wird verworfen; die Lehre des Athanasius (späteren Bischofs von Alexandria) von der Gott dem Vater gleichen Natur Christi wird durch das Symbŏlum Nicaenum zum Dogma der Kirche erhoben.
Konstantin erwählt Byzantium unter dem Namen Constantinopolis zur Hauptstadt. Die Reichsverwaltung wird auf den von Diocletian geschaffenen Grundlagen abschließend geordnet; Einteilung in 4 Präfekturen (Oriens, Illyricum, Italia, Galliae), mit 14 Diöcesen und 117 Provinzen. Strenge Rangordnung der Beamten, 7 Minister bekleiden die obersten Hofämter, Staatsrat (consistorium principis), Trennung der Zivil- und Militärgewalt. Neue Abgabenordnung. Abschaffung der Prätorianer. Verminderung der Truppenzahl der Legionen, dafür Erhöhung der Anzahl der Legionen auf 175. Den Oberbefehl führen 2 Kronfeldherren (magistri militum), 5 magistri der Reiterei und des Fußvolkes, unter ihnen stehen die Comites und Duces (Grafen und Herzoge).
Konstantin empfängt kurz vor seinem Tode die Taufe und teilt die Verwaltung des Reiches unter seine drei Söhne als Augusti und zwei Neffen als Cäsaren. Nachdem er in Nikomedia gestorben ist, werden die beiden Cäsaren getötet. Die drei Augusti geraten bald in Streit: Constantinus II. wird 340 bei Aquileia erschlagen, als er gegen Constans, der in Italien herrscht, zu Felde zieht. Constantius II. schützt den Osten gegen die Perser, vereinigt nach Constans’ Tode 350 das ganze Reich. Sein Vetter Julianus besiegt als Statthalter Galliens 357 die Alamannen bei Argentoratum (Straßburg) und bekämpft erfolgreich die Franken; die Soldaten rufen ihn 361 zum Kaiser aus. Constantius stirbt auf dem Zuge gegen ihn.
Iulianus, genannt Apostăta, weil er als Anhänger der heidnischen Philosophie (Schule der Cyniker) das Christentum verläßt und eine Wiederherstellung des heidnischen Götterdienstes in gereinigter Form versucht. Er muß bald einen Krieg gegen die Perser beginnen, besiegt sie bei Ktesiphon, stirbt aber auf dem Rückzuge an einer Wunde. Die Soldaten erheben zum Kaiser den Christen Iovianus, der mit den Persern Frieden schließt, aber schon 364 stirbt.
Valentinianus, in Nicaea erwählt, ebenfalls Christ, teilt abermals das Reich, ernennt seinen Bruder Valens, einen Arianer, zum Mitregenten für den Osten; beide um gute Verwaltung des Reiches bemüht. Herabsetzung der Steuern. Edikt gegen die Schenkungen an den Klerus und die Kirche. Religiöse Duldung auch gegen die Heiden geübt. Die Regierung des Westens übernimmt 375 Valentinians Sohn Gratianus, schon vorher Mitregent.
Beginn der Völkerwanderung (s. S. 140). Nachdem Valens bei Adrianopel (378) gegen die Westgoten gefallen ist, erhebt Gratianus den Spanier
Theodosius zum Mitregenten und übergibt ihm die Verwaltung des Ostens. Theodosius schreitet mit wachsender Entschiedenheit gegen das Heidentum ein. Gratian fällt 383 im Kampfe gegen den in Britannien von den Soldaten erhobenen Maximus; Theodosius erkennt diesen als Herrscher des Westens an, doch soll Italien dem Bruder Gratians, Valentinian II., verbleiben. Als Maximus dennoch in Italien eindringt, wird er 388 von den Truppen des Theodosius in Aquileia getötet. Gute Reichsverwaltung, glänzende Bauten in Konstantinopel. 381 Konzil zu Konstantinopel. Die athanasianische Lehre als allein berechtigt anerkannt.
Aufstand in Thessalonike, von Theodosius grausam bestraft; 7000 Menschen im Cirkus getötet. Deshalb schließt der Bischof Ambrosius von Mailand den Kaiser von der christlichen Kommunion aus, bis er (8 Monate später) öffentlich Buße getan hat.
Allgemeines Verbot der heidnischen Opfer, die sich auf dem Lande länger halten als in den Städten; die Heiden werden in dieser Zeit pagani genannt. Letzte Feier der Spiele zu Olympia (s. S. 30).
Theodosius siegt bei Aquileia über den Franken Arbogast, der Valentinian II. gestürzt und getötet und einen Schattenkaiser ernannt hat. Das römische Reich nochmals vereinigt.
Bleibende Reichsteilung nach Theodosius’ Tode. Sein älterer Sohn
Arcadius erhält das oströmische Reich (395–1453), auch byzantinisches oder griechisches Kaisertum genannt; Hauptstadt: Byzanz oder Konstantinopel.
Honorius, der jüngere Sohn, erhält das weströmische Reich (395–476); Hauptstadt Rom, seit 402 Ravenna kaiserliche Residenz. Die Grenze bildet etwa die Verlängerung der Linie Budapest-Draumündung.
Beide Reiche werden durch das Eindringen germanischer Völker gefährdet; der größte Ansturm wendet sich gegen das weströmische.