Haus York (Nebenlinie des Hauses Plantagenet).
Eduard IV. sichert seine Herrschaft durch die Siege bei Towton 1461 und Hexham 1464, nimmt Heinrich VI. gefangen, doch wird er 1470 von Margarete und Graf Warwick (dem »Königsmacher«), der früher das meiste zu seiner Erhebung beigetragen hatte, vertrieben und Heinrich VI. wieder auf den Thron gesetzt. Eduard IV. kehrt bald zurück, besiegt das Haus Lancaster bei Barnet (Warwick †) und Tewkesbury 1471 und rottet es fast aus; nur Heinrich Tudor entkommt. König Heinrich VI. im Tower ermordet 1471.
Eduard V., Sohn Eduards IV., mit seinem jungen Bruder Richard im Tower erstickt auf Befehl seines Oheims, des grausamen Richard von Gloucester (spr. Gloster), welcher den Thron besteigt als
Richard III. Er wird bei Bosworth 1485 besiegt von einem Sprößling des Hauses Lancaster, Heinrich Tudor, Grafen von Richmond, welcher durch seine Heirat mit Elisabeth von York, Tochter Eduards IV., die Ansprüche beider Häuser vereinigt. Nach Beendigung der blutigen Adelskriege erstarkt das Königtum unter dem Hause Tudor (1485–1603).
Den vier christlichen Königreichen steht noch immer das durch Ackerbau und Kunstfleiß blühende arabische (maurische) Königreich Granāda gegenüber (S. 194).
Navarra, 1285–1329 mit Frankreich vereinigt (s. S. 207), 1425–1431 mit Aragon, bleibt ein unbedeutendes Grenzland.
König Pedro III. von Aragon (S. 190) unterstützt die Sicilianische Vesper, gewährt 1283, um die Kriegskosten zu bestreiten, den Reichsständen (Cortes) große Rechte durch das Privilegium von Saragossa. Pedro IV. erhöht 1348 die Macht des Königtums und erobert die Balearen, bewilligt aber die Einsetzung eines Oberrichters (Justicia), der Streitigkeiten zwischen König und Reichsständen zu entscheiden hat.
Alfons XI. von Kastilien besiegt 1340 die Araber, bringt aber den Krieg nicht zu Ende. Zwiespalt unter seinen Söhnen Pedro dem Grausamen und Heinrich von Trastamara; letzterer findet bei Aragon Hilfe und vertreibt mit französischen Söldnern den Gegner. Pedro wird 1367 durch einen Kriegszug des Schwarzen Prinzen (S. 208) zurückgeführt, aber nach Erneuerung des Kampfes 1369 besiegt und getötet. Heinrich herrscht darauf bis 1379 in Freundschaft mit Frankreich. Sein Sohn Johann I. versucht vergebens 1385 Portugal zu erobern. Unter Johann II. tritt der Connétable Alvaro de Luna der großen Macht des Adels entgegen, wird aber 1453 gestürzt. Johanns Tochter Isabella vermählt sich 1469 mit Ferdinand, dem Thronfolger von Aragon, wird 1474 Königin von Kastilien.
Ferdinand II., der Katholische, von Aragon. Vereinigung der beiden Reiche Kastilien und Aragon, doch regiert Isabella in Kastilien selbständig. Die Großmeisterwürde der drei Ritterorden (S. 194) wird mit der Krone vereinigt, die Willkür des Adels durch Erneuerung des Friedensbundes der Städte (Hermandad) eingeschränkt. Mit päpstlicher Genehmigung Erneuerung der Inquisition (S. 186) zur Verfolgung der Ketzer, besonders gegen die Moriscos (Nachkommen der Mauren, span. Moros) und Juden gerichtet. Der Dominikaner Torquemada 1483 zum Großinquisitor ernannt; Tausende zum Feuertode verurteilt (Autos da fé).
Eroberung von Granada; der letzte König Abdallah (Boabdil) zieht sich nach Afrika zurück.
Portugal im Aufblühen unter der unecht burgundischen Dynastie seit 1385. Unter König Johann I. wird Ceuta erobert 1415; sein Sohn Heinrich der Seefahrer fördert die Entdeckungsfahrten längs der afrikanischen Küste. 1455 wird Cap Verde erreicht, 1482 die Kongomündung: an dieser Fahrt nahm der um die Nautik und Geographie (sein Globus in Nürnberg) sehr verdiente Nürnberger Kaufmann Martin Behaim teil, Freund des Columbus und Magelhães, († 1506 in Lissabon). 1487 umfährt Bartolomeo Diaz das Cabo tormentoso, von König Johann II. Cabo de boã esperanza (Kap der guten Hoffnung) genannt.
Dänemark, seit Knud dem Großen (S. 170) ein christliches Reich, entfaltet seine Seemacht unter Waldemar I., der 1168 Rügen erobert, und Waldemar II., dem Sieger, der 1219 Estland gewinnt, auch bis 1227 über Holstein und den angrenzenden Teil von Mecklenburg herrscht (S. 187). Dann folgen schwächere Könige; erst Waldemar IV. beseitigt die innere Zerrüttung. Er überläßt 1346 Estland dem Deutschen Orden, gewinnt 1360 von Schweden die Landschaft Schonen zurück, muß dann vor der Seemacht der deutschen Hanse weichen (S. 201).
Margareta, Tochter Waldemars IV., Gemahlin Hakons VI. von Norwegen, regiert seit 1375 in Dänemark für ihren unmündigen Sohn Olaf († 1387), nach Hakons Tode 1380 auch in Norwegen, wird 1388 von einem Teil des schwedischen Adels zur Regentin Schwedens erwählt. Sie besiegt ihren Gegner Albrecht von Mecklenburg (seit 1364 König von Schweden), dessen Anhänger sich mit Hilfe der seeräuberischen Vitalienbrüder noch einige Jahre in Stockholm behaupten, bis die deutsche Hanse dagegen einschreitet.
Kalmarische Union. Die Stände der drei Reiche beschließen zu Kalmar die Vereinigung unter einem gemeinsamen Wahlkönigtum. Margareta regiert mit hohem Ansehen, † 1412.
Krieg um Schleswig. Dieses Herzogtum, schon seit 1326 nach der sogen. Waldemarschen Konstitution, nach der es nie wieder mit Reich und Krone von Dänemark vereinigt werden sollte, größtenteils im erblichen Besitz der deutschen Grafen von Holstein (aus dem Hause Schauenburg, S. 179), 1386 von Margareta dem Grafen Gerhard VI. zu Lehen gegeben, wird von seinen Söhnen mit Hilfe der Hanse behauptet gegen Margaretas Nachfolger Erich VII.
König Christian I. von Dänemark (aus dem Hause der Grafen von Oldenburg, Schwestersohn Adolfs VIII. von Holstein) wird von den Ständen von Schleswig-Holstein nach dem Aussterben des Schauenburgischen Hauses zum Herzog erwählt, nachdem er die Waldemarsche Konstitution beschworen hat. Personal-Union mit Dänemark bis 1863.
Als Unionskönig kann Christian I. die Herrschaft über Schweden gegen den dort erwählten Reichsvorsteher Sten Sture nicht behaupten, doch wird unter seinem Nachfolger Johann die Union der drei Reiche wieder hergestellt.
Schlacht bei Hemmingstedt; die Dithmarschen, wie die Stedinger (S. 188), eine Art Bauernrepublik unter dem Schutze des Stiftes Bremen, behaupten ihre Freiheit gegen das dänisch-holsteinische Adelsheer.
Rußland, nach dem Tode Wladimirs des Großen (S. 170) in mehrere Fürstentümer geteilt unter Oberhoheit des Großfürsten von Kiew, kommt 1237 unter die Herrschaft der Mongolen (S. 195). Der Chan der »Goldenen Horde« ernennt den Großfürsten und die Teilfürsten, empfängt von ihnen Tribut. Um 1330 wird Moskau Residenz des Großfürsten, als Kiew von den Litauern erobert worden ist.
Iwan III., der Große, Zar von Großrußland, Begründer der einheitlichen Monarchie, macht der Mongolenherrschaft ein Ende, nachdem er 1478 die mit der deutschen Hanse verbündete Republik Nowgorod unterworfen hat.
Polen, seit etwa 840 unter Fürsten aus dem Hause der Piasten, christlich seit 965, oft in Kampf mit dem deutschen Reiche, mit den heidnischen Preußen (später dem Deutschen Orden) und mit Rußland. An Stelle der Teilfürstentümer begründet Wladislaw Lokietek 1320 ein einheitliches Königtum, Residenz Krakau.
Kasimir der Große, trefflicher Regent, sorgt für den Bauernstand, gründet Städte, zieht deutsche Ansiedler herbei. Ihm folgt sein Schwestersohn Ludwig der Große (s. unten) von Ungarn († 1382); dessen Tochter Hedwig vermählt sich 1386 mit dem bisher noch heidnischen Großfürsten Jagello von Litauen. Seitdem Polen und Litauen vereinigt unter den Jagellonen 1386–1572. Ludwigs zweite Tochter Maria, Erbin von Ungarn, mit dem deutschen König Sigismund vermählt (S. 203).
Preußen wird 1230–1283 in langem Kampfe von dem Deutschen Orden (s. S. 178f.) erobert; durch den Anschluß des in Livland vom Bischof von Riga gegründeten Schwertbrüderordens (1237) erweitert sich das Ordensgebiet über Kurland, Livland, Estland hin. Königsberg 1255 gegründet; seit 1309 die Marienburg Sitz des Hochmeisters. Blüte des Ordens unter Winrich von Kniprode (1351–1382), dann allmählicher Verfall. Verhängnisvoll für den Orden wurde die Vereinigung Litauens mit Polen 1386.
Schlacht bei Tannenberg, Sieg der Polen über den Orden. Heinrich von Plauen verteidigt die Marienburg, schließt als Hochmeister den noch günstigen ersten Frieden zu Thorn, wird aber 1413 von den Ordensrittern abgesetzt. Unzufriedenheit des Landadels und der Städte mit der Ordensherrschaft, sie treten in Verbindung mit Polen. Neuer Krieg 1454, König Kasimir II. erobert 1457 die Marienburg und behauptet sie in heftigem Kampfe 1460; der Hochmeister zieht sich nach Königsberg zurück.
Zweiter Friede zu Thorn: Westpreußen mit Ermeland an Polen abgetreten, Ostpreußen bleibt dem Orden als polnisches Lehen.
In Livland behauptet ein Teil des Ordens unter dem Landmeister Wolter von Plettenberg (1494–1535) seine Unabhängigkeit gegen Rußland.
Ungarn gegen Ende des 9. Jahrhunderts von den Magyaren (S. 158, 160) in Besitz genommen, bis 1301 unter dem Regentenhause der Arpaden. Einführung des Christentums durch Herzog Geisa und seinen Sohn Stephan den Heiligen, ersten König von Ungarn (S. 163). Einwanderung zahlreicher Deutscher, namentlich in Siebenbürgen unter König Geisa II. um 1150. Bildung einer mächtigen Aristokratie (Magnaten). Die Goldene Bulle, dem Könige Andreas II. 1222 nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzuge (S. 177) abgenötigt, bildet die Grundlage der Privilegien des ungarischen Adels.
Nach dem Erlöschen der Arpaden regiert in Ungarn das Haus Anjou (1308–1382), Blütezeit unter Ludwig dem Großen (1342–1382, s. oben), der 1370 auch den polnischen Thron besteigt.
Unter König Sigismund, Ludwigs d. Gr. Schwiegersohn aus dem Hause Luxemburg (1387–1437), beginnender Verfall des Reiches. Albrecht von Österreich 1438–1439, dann 1440 Wladislaw III. von Polen gewählt, der bei Varna 1444 gegen die Türken fällt, darauf Albrechts unmündiger Sohn Ladislaus Postumus (vgl. S. 206). Der Reichsverweser Johann Hunyadi besiegt die Türken bei Belgrad 1456; sein Sohn Matthias Corvinus wird zum König erwählt. Nach dessen glänzender Regierung (1458–1490) wird Ungarn unter Wladislaw, dem Sohn Kasimirs IV. von Polen, mit Böhmen vereinigt und dem Erzherzog Maximilian (S. 206) die Nachfolge zugesichert.
Reich der Osmanischen Türken, um 1300 durch Osman I. in Kleinasien begründet. Sein Sohn Urchan erobert 1330 Nicäa, bildet aus dem Knabenzins unterworfener christlicher Völker das Fußvolk der Janitscharen, unternimmt Landungen an der europäischen Küste. Murad I. macht Adrianopel 1365 zu seiner Residenz, unterwirft Bulgarien (S. 194).
Sieg Murads über die Serben auf dem Amselfelde bei Kossova; Serbien wird tributpflichtig (S. 172).
Sieg Bajazets I. bei Nikopoli an der Donau über ein großes Kreuzheer ungarischer, deutscher und französischer Ritter unter Führung König Sigismunds. Seitdem Schrecken des türkischen Namens im christlichen Abendlande.
Die weitere Entfaltung der osmanischen Macht wird vorübergehend gehemmt durch eine neue Erhebung der Mongolen in Asien unter Timur Lenk, welcher in gewaltigem Siegeszuge Persien (bei Ispahan 70000 Köpfe erschlagener Feinde zusammengeschichtet), das Indusland, Syrien, Kleinasien unterwirft. Bagdad zerstört. Hauptstadt seines Reiches Samarkand.
Schlacht bei Angora in Kleinasien; Bajazet besiegt und gefangen.
Nach Timurs Tode (1405) zerfällt sein Reich; die Osmanen stellen ihre Herrschaft in Kleinasien und der griechischen Halbinsel wieder her. Erste Belagerung von Konstantinopel 1422.
Die Donaugrenze wird von den Ungarn heldenmütig verteidigt. Öftere Verhandlungen der oströmischen Kaiser mit den Päpsten über Herstellung der kirchlichen Einheit (S. 176); die Beschlüsse des (in Ferrara 1438 eröffneten) Unionskonzils zu Florenz 1439 werden in Konstantinopel von der Geistlichkeit und dem Volke nicht angenommen. Papst Eugen IV. läßt das Kreuz predigen gegen die Türken, aber die Schlacht bei Varna (s. oben) lähmt den Kriegseifer. Sultan Mohammed II. macht dem oströmischen Reiche ein Ende durch die
Eroberung Konstantinopels.
Tapfere Verteidigung durch den letzten Kaiser Konstantin XII. und den Genuesen Giustiniani. Griechische Gelehrte flüchten nach Italien (s. S. 211).
Athen wird 1456 von den Türken besetzt, die Halbinsel Morea 1460 verwüstet. In Albanien leistet Georg Castriota (Skanderbeg) tapferen Widerstand, † 1467. Bosnien und die Walachei werden 1462–1464 unterworfen, bald auch Albanien. Belgrad (S. 218) bleibt noch bis 1521 (s. unten) ungarische Grenzfeste.
Seekrieg der Venetianer gegen die Türken; sie behalten Kandia, Korfu und mehrere Plätze in Morea, verpflichten sich aber zur Tributzahlung, um ihren Handel zu behalten.
Rhodus von den Johannitern rühmlich verteidigt. Sultan Bajazet II. überläßt 1489 den Venetianern die Insel Cypern (Katharina Cornaro, Gemahlin des letzten Fürsten aus dem Hause Lusignan, s. S. 175), vertreibt sie aber 1500 aus Morea. Kriegszug nach der Moldau 1497.
Sultan Selim I. unterwirft 1515–1517 Mesopotamien, Syrien und Ägypten. Die Ausbreitung der Türkenherrschaft versperrt die alten Handelswege nach Indien.
Die von den Türken dem christlichen Europa drohende Gefahr steigert sich unter Sultan Soliman II., der 1521 Belgrad erobert (vgl. S. 230).
In Persien erst 1505 die Mongolenherrschaft beseitigt und eine einheimische Dynastie wieder eingesetzt. Begründung des neupersischen Reiches. 1582–1627 regiert der Schah Abbas der Große. Residenz Ispahan.
In Indien begründet Baber, ein Nachkomme Timurs, 1525 das Reich des Großmogul; Hauptstadt Delhi. Blüte dieses Reiches unter Dschelaleddin Mohammed (Akbar) 1556–1605.
In China unter der Ming-Dynastie (1368–1644) wird die bis 1911 noch geltende Regierungsform ausgebildet. Der Kaiser, »der Sohn des Himmels«, besitzt unumschränkte Gewalt über alle Untertanen, ist geistliches Oberhaupt, höchster Richter und Anführer im Kriege. Er genießt abgöttische Verehrung (Kotau). Strenges Zeremoniell. Gelbe Kleidung äußeres Zeichen seiner Würde. Der Nachfolger von ihm aus seinen Söhnen gewählt, falls diese fehlen, aus den nächsten Verwandten. Dem Kaiser stehen Minister zur Seite, auf deren Anregung und Verantwortung er die Gesetze erläßt. In Wirklichkeit jedoch ist die Regierung des Reiches der Mitte in eine Willkürherrschaft der Provinzvorstände (Vizekönige) ausgeartet.
Japan, wohin um die Mitte des 6. Jahrhunderts nach Chr. von China aus (über Korea) der Buddhismus und zugleich chinesische Civilisation gekommen, wird aus einem Geschlechterstaat in einen Beamtenstaat nach chinesischem Muster umgewandelt. Der Mikado wird unumschränkter Herrscher des Reiches. Hauptstadt Kioto. Der Großkanzler (Daijo Daijin) und die Minister führen die Regierung des Landes, die Provinzen von Statthaltern verwaltet. Alle Beamten mit erblichem Landbesitz ausgestattet. Einzelne Familien sichern sich den erblichen Besitz der wichtigsten Ämter. So bildet sich ein Hausmeiertum aus. Der Mikado von den Ministern, die Provinzialstatthalter von den Großgrundbesitzern in den Provinzen, d. h. von den Ministern allmählich bei Seite geschoben. Militär- und Zivilgewalt getrennt. Der Oberfeldherr des aus den Hörigen der mächtigsten Geschlechter hervorgegangenen Soldatenstandes, der Shogun, bringt schließlich auch das Amt des Großkanzlers in seinen Besitz. Nach langen erbitterten Kämpfen fällt das Shogunat, d. h. der Inbegriff aller Regierungsgewalt, der Familie der Minamoto zu. Der Kaiser in Kioto in strenger Abhängigkeit gehalten, bleibt nur im Besitz gewisser Ehrenrechte. Residenz der Shogune in Kamakura.
Vergebliche Expedition des Mongolenfürsten Kublai-Chans zur Unterwerfung Japans. Eine zweite Flotte gleichfalls zurückgeschlagen, durch einen Taifun völlig vernichtet (S. 195). Gegen Ende des 15. Jahrhunderts werden die Militärgouverneure in den Provinzen (Shugo) nach Beseitigung der Statthalter unabhängige Territorialherren (Daimyo).
Drei noch dem Mittelalter angehörige Erfindungen, die mit dem Beginn der neueren Zeit zu allgemeinerer Anwendung kommen, sind auf die Umgestaltung der Welt von großem Einfluß gewesen. 1. Der Kompaß (um 1310 durch Flavio Gioja von Amalfi erfunden?), fördert Sicherheit der Schiffahrt und ermöglicht die Entdeckungsfahrten. 2. Das Schießpulver, wahrscheinlich aus Asien (China, Indien, Arabien) nach Europa gekommen, nach einer unhaltbaren Überlieferung erfunden durch den Mönch Berthold Schwarz zu Freiburg im Breisgau (1354?), jedenfalls um die Mitte des 14. Jahrhunderts in Europa zuerst angewendet. Durch diese Erfindung eine allmähliche Umgestaltung des Kriegswesens und der Untergang des Rittertums herbeigeführt (S. 226). 3. Die Buchdruckerkunst (S. 206), allgemeiner verbreitet, seitdem sich nach der Eroberung von Mainz (1462 in der Pfälzer Fehde, s. S 206) die Gehilfen Fusts in verschiedene Länder zerstreut hatten, das wichtigste Mittel zur Verbreitung geistiger Bildung, Förderung des Humanismus und der Reformation.
Entdeckung Amerikas durch Columbus.
Cristoforo Columbo (er selbst nannte und schrieb sich, seit er Spanier geworden, stets Cristobal Colon), aus Genua, seit seiner frühesten Jugend Seefahrer, will einen westlichen Seeweg nach Indien und namentlich nach der Wunderinsel Zipangu (Japan) suchen, welche der Venetianer Marco Polo (Reisen von 1271–1295, S. 206) in dem Buche Mirabilia mundi beschrieben hatte. Vom Könige von Portugal abgewiesen, tritt Colon 1486 in den Dienst der Königin Isabella von Kastilien (S. 214). Erst nach der Einnahme Granādas werden notdürftige Mittel für das große Unternehmen beschafft. Vertrag mit Colon, dem der Adel, die erbliche Würde eines Admirals und Vizekönigs und ⅒ der Einkünfte der neuen Länder zugestanden werden. Er unternimmt 4 Reisen.
Erste Reise 1492. Abfahrt von Palos mit 3 kleinen Schiffen am 3. Aug. 1492, von den Kanarischen Inseln am 6. September. Am 12. Oktober Landung auf Guanahani (San Salvador), einer von den Bahama-Inseln. Entdeckung von Cuba und Haïti; erste Kolonie Española auf Haïti gegründet.
Zweite Reise 1493–1496 von Cadiz aus. Entdeckung der Kleinen Antillen und der Insel Jamaika; Niederwerfung des Aufstandes in Española.
Dritte Reise 1498–1500. Trinidad und das Festland von Südamerika[41] (die Mündung des Orinoko) entdeckt; dann Fahrt nach Española. Colon, als Ausländer, auch durch Härte und nicht abzuleugnende Habsucht verhaßt, wird bei Hofe angeklagt. Bobadilla, mit Vollmacht als Oberrichter nach der Kolonie gesendet, schickt ihn in Ketten nach Spanien. Dort wird Colon sofort in Freiheit gesetzt und mit Auszeichnung behandelt, behält auch die Admiralswürde, wird aber als Statthalter durch Ovando ersetzt.
Vierte Reise 1502–1504. Küste von Honduras entdeckt, Schiffbruch, trauriger Aufenthalt bei den Wilden auf Jamaika, endlich Rückkehr von Haïti aus.
Columbus stirbt in Valladolid 1506, ohne zu wissen, daß er einen neuen Erdteil entdeckt hat; er hielt jene Länder für Teile Asiens (Indien). Sein Sohn Diego Colon, 1509 Admiral und Vizekönig von Española († 1526). Die Admiralswürde vererbt sich auf seinen Enkel und Urenkel.
Der gelehrte Florentiner Amerigo Vespucci gibt nach mehreren Fahrten mit den Portugiesen nach Südamerika (die Küste von Venezuela durch den Spanier Hojeda entdeckt) Karten und Beschreibungen der neu entdeckten Länder heraus. Nach ihm, nicht durch ihn erhält der neue Erdteil den Namen Amerika.
Seeweg nach Ostindien von Vasco da Gama entdeckt. Die Portugiesen behalten die schon seit längerer Zeit von ihnen verfolgte Richtung der Entdeckungsfahrten (S. 215) bei; Vasco da Gama landet um Weihnachten 1497 an der Costa Natal, dann in Melinde; von da gelangt er unter Führung eines arabischen Lotsen nach Calicut an der Küste Malabar.
Brasilien entdeckt von Cabral, dessen Schiffe bei der zweiten Fahrt nach Indien in die westliche Meeresströmung geraten; er landet dann in Calicut und Cotschin.
Begründung portugiesischer Kolonien in Asien durch die Vizekönige Almeida und Albuquerque. Hauptort Goa, andere Ansiedlungen in Diu, Malakka, Ceylon, Macao (der Dichter Camoëns 1555).
Der Spanier Balboa dringt vom Meerbusen von Darien aus zum Stillen Ozean vor.
Der Spanier Diaz de Solis erreicht die La Plata-Mündung.
Erste Erdumsegelung unter Ferdinand Magalhães (spr. Magaliängs), einem in spanische Dienste getretenen Portugiesen. Durchfahrt nach dem Stillen Ozean durch die Magalhãesstraße. Er selbst wird 1521 auf einer der Philippineninseln erschlagen (S. 215).
Eroberung von Mexiko durch Hernan Cortez. Dieser segelt mit 600 spanischen Soldaten von Cuba nach dem Hafenort Veracruz, wo er seine Schiffe versenkt. Dann marschiert er mit den Tlaskalanern verbündet auf Mexiko, die Residenz des Königs der Azteken, Montezuma, der ihn in die Stadt einläßt. Er nimmt den König in seinem Palast gefangen. Infolgedessen Aufstand der Mexikaner, Tod Montezumas. Die Spanier verlassen die Stadt, nächtlicher Kampf auf einem der Dämme des Sees, furchtbare Verluste (Noche triste). Sieg der Spanier. Von Tlaskala, wohin er sich zurückgezogen, kehrt Cortez bald mit Verstärkungen vor die Hauptstadt zurück. Einnahme von Mexiko nach hartnäckigem Belagerungskampf 1521. Der König Guatmotzin hingerichtet. Cortez anfangs unumschränkter Statthalter von »Neuspanien«, dann auf die militärische Oberleitung beschränkt, entdeckt Kalifornien 1535, stirbt in Spanien 1547.
Eroberung von Peru durch Pizarro.
Die »Conquistadoren« (Eroberer) finden in dem silberreichen Peru, wie in Mexiko, eine schon lange bestehende einheimische Kultur vor. Adelsherrschaft bei den Inkas, die sich »Söhne der Sonne« nannten. Sonnentempel in der Hauptstadt Cuzko, reich mit Gold geschmückt. Pizarro nimmt den König Atahualpa vor seinem Heere gefangen und läßt ihn, nachdem er ein ungeheueres Lösegeld von ihm erpreßt hat, hinrichten. Gründung von Lima 1535, Fehden zwischen den spanischen Anführern. Pizarros Nebenbuhler Almagro, aus Chile zurückgekehrt, wird 1538 von ihm besiegt und hingerichtet, er selbst von dessen Freunden 1541 in einem Aufstande erschlagen. Die Krone übernimmt die Verwaltung des Landes 1548.
Drei spanische Vizekönigreiche: Mexiko, Peru, Neu-Granada, später ein viertes für das La Plata-Gebiet; für die westindischen Inseln das Generalkapitanat Cuba.
China und Japan werden den Portugiesen im 16. Jahrh. gleichfalls geöffnet (Ningpo, Macao), später auch den Spaniern und Niederländern (Formosa). Der Handelsverkehr mit Europa von den Daimyo in Japan (S. 220) sehr begünstigt. Das Christentum (schon Papst Clemens V. hatte 1307 ein Erzbistum in Peking und 1313 ein Bistum in Zeitun eingerichtet) (S. 195), findet in China (Jesuiten Franz Xaver, Ruggieri) und ebenso in Japan schnell Verbreitung.
1. Die Ausbreitung des Christentums und der europäischen Kultur über die ganze Erde ist ermöglicht. 2. Aufschwung von Handel und Gewerbe durch die Verwertung der überseeischen Erzeugnisse, Sinken des Geldwertes durch die Ausbeutung der Gold- und Silberbergwerke in Südamerika. 3. Bereicherung der Wissenschaften, besonders der Geographie und Naturkunde. 4. Im europäischen Staatensystem kommen die Seemächte durch den Besitz von Kolonien zu besonderer Geltung. Spanien und Portugal treten jedoch am Ende des 16. Jahrh. zurück gegen die Niederlande und England. 5. Auswanderung aus den übervölkerten Teilen Europas nach Amerika.
Maximilian I. zieht nicht mehr zur Krönung nach Rom, nennt sich »erwählter römischer Kaiser«.
Reform der Reichsverfassung durch die Beschlüsse des Reichstags zu Worms: Ewiger Landfriede, Reichssteuer (gelangt nicht zu bleibender Einführung), Reichskammergericht (erst in Frankfurt, dann in Speier, seit 1693 in Wetzlar). Besserung der Rechtsprechung durch Annahme des römischen Rechts (S. 147), welches seit Friedrich I. (S. 183) noch immer als kaiserliches Recht galt.
Auf den Reichstagen werden, nachdem die Berufung der Reichsstädte (seit 1487) üblich geworden ist, die kaiserlichen Vorschläge in 3 Kollegien beraten: Kurfürsten, Fürsten (geistliche und weltliche), Reichsstädte. Der Kaiser verkündet die Beschlüsse im Reichsabschied.
Reichstag zu Köln, Einteilung des deutschen Reiches in 10 Landfriedenskreise:
1. der österreichische, 2. bayrische, 3. schwäbische, 4. fränkische (Maingebiet, Burggrafschaft Nürnberg), 5. oberrheinische (Lothringen, Hessen u. a.), 6. kurrheinische (Mainz, Trier, Köln, Pfalz), 7. burgundische (Niederlande), 8. westfälische, 9. niedersächsische (Braunschweig, Lüneburg, Lauenburg, Holstein, Mecklenburg u. a.), 10. obersächsische (Sachsen, Brandenburg, Pommern u. a.).
Böhmen (mit seinen Nebenländern Mähren, Schlesien, Lausitz) und die Schweiz bleiben außerhalb der Kreisverfassung; das Ordensland Preußen steht unter polnischer Oberhoheit (S. 217).
Wenig erfolgreiche Teilnahme Maximilians an den italienischen Kriegen (S. 285, 239); Mailand kommt an Frankreich, die Schweiz wird tatsächlich unabhängig vom deutschen Reiche, da den Eidgenossen (seit 1501 dreizehn Orte, außerdem die »zugewandten Orte«) Freiheit von Reichssteuern und vom Reichskammergericht zugestanden wird (S. 260).
Bildung der habsburgischen Hausmacht. Durch Verträge und Heiraten gewinnt Maximilian seinem Hause die Herrschaft über Spanien mit seinen Nebenländern, sowie über Böhmen und Ungarn.
Maximilians Sohn, Erzherzog Philipp, heiratet Johanna, die Erbin der spanischen Monarchie (Aragon, Kastilien, Neapel [s. S. 235] und die amerikanischen Kolonien), nimmt 1504 den Titel König von Kastilien an, stirbt aber, ehe sein Anspruch mit dem Recht König Ferdinan/ds auf die Regentschaft über Kastilien ausgeglichen ist (S. 241).
Philipps ältester Sohn Karl, 1516 König des vereinigten Spaniens, erbt 1519 von Maximilian die habsburgischen Erblande (Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Vorderösterreich am Oberrhein, Tirol) und die Niederlande, überträgt die ersteren 1521 bezw. 1522 an seinen Bruder Ferdinand. Dieser heiratet Anna, Schwester Ludwigs II., des letzten Königs von Böhmen und Ungarn (dessen Gemahlin Maria ist Ferdinands Schwester) und erwirbt 1526 die Herrschaft über Böhmen und Ungarn (S. 207, 230).
Die Umbildung des Rechts unter dem beherrschenden Einfluß des römischen (S. 224) bewirkt in Deutschland allmählich eine Stärkung der fürstlichen Gewalt. Das römische Recht, das der jetzt allgemein durchgeführten Geld Wirtschaft mehr entspricht als das der früheren Naturalwirtschaft angepaßte deutsche Recht, mißt den Landesherren unumschränkte Gewalt zu (S. 183), schließt das Volk und den Adel von der Teilnahme an der Rechtsprechung und Verwaltung aus und überträgt diese den römisch gebildeten Juristen. So bildet sich im Laufe der Zeit überall der fürstliche Absolutismus aus, wie ihn in Italien Friedrich II. begründete (S. 187). In Deutschland werden die Fürsten nach und nach absolute Territorialherren, deren Selbständigkeit die Kaiser nicht zu bezwingen vermögen. Unter dem Einfluß des römischen Rechts wird auch die Erstgeburtserbfolge und die Aufhebung der Landesteilungen allmählich durchgeführt, z. B. für Brandenburg in der Constitutio Achillea von 1473, für Bayern 1506 usw.
An die Stelle des alten ritterlichen Lehnsaufgebots tritt das Söldnerheer (Landsknechte), das weniger durch den Fahneneid als durch die Soldzahlung an die Fürsten gekettet (vgl. S. 229), die sicherste Stütze des Absolutismus wird. Der Unterhalt dieser stehenden Heere durch Steuern aufgebracht, deren Bewilligung den Landständen (Vertretung der Geistlichkeit, der Vasallen und Städte) vorbehalten bleibt.
Das Rittertum verliert den militärischen Vorrang seit der Einführung der Feuerwaffen an die Landsknechte und die bürgerliche Artillerie. Die Burgen gewähren keinen sicheren Schutz mehr. Infolge der veralteten Art der Bewirtschaftung (Dreifelderwirtschaft) ist der Ackerbau unrentabel geworden, zumal im Verhältnis zu den städtischen Erwerbszweigen. Hierdurch und durch die fortgesetzten Erbteilungen der Adelsgüter verschlechtert sich auch die materielle Lage der Ritter. Daher Erhöhung der Leistungen und Abgaben der Bauern, die infolge der Bevölkerungszunahme auch vielfach die Hufen teilen müssen, da sie von jedem gewerblichen Betrieb der Bürger ausgeschlossen sind. In den Städten blühen Handel und Gewerbe. Ansammlung großer Kapitalien in den Händen der patrizischen Geschlechter, z. B. der Welser und Fugger in Augsburg (S. 234). Blüte der Kunst und Literatur. Pflege des Meistergesanges (Hans Sachs in Nürnberg). In den Städten geordnete Verwaltung, Sorge für Unterricht, Arme und Kranke, während der fürstliche Staat für die Volkswohlfahrt wenig leistet, weil es ihm an Beamten fehlt.
Aufblühen der Wissenschaften und Künste in Deutschland, angeregt durch den von Italien aus sich verbreitenden Humanismus (S. 211). Deutsche Humanisten: Johann v. Dalberg, 1483 Kanzler der Universität Heidelberg und Bischof von Worms, Konrad Celtis, 1497 Prof. in Wien, Wilibald Pirkheimer, Ratsherr in Nürnberg, Konrad Peutinger in Augsburg, Johann Reuchlin, Prof. in Tübingen, 1482 mit Graf Eberhard in Italien, 1502 Richter des schwäbischen Bundes (S. 206), gerät 1510 mit den Dominikanern von Köln in Streit über die Religionsbücher der Juden: viele Humanisten nehmen an dem Streit teil, namentlich der Ritter Ulrich von Hutten, als Mitverfasser der Epistolae obscurorum virorum 1516. Erasmus von Rotterdam, bekannt durch seine satirische Schrift Laus stultitiae, gibt 1516 das griechische Neue Testament heraus.
Nikolaus Kopernikus (geb. zu Thorn 1473, Domherr zu Frauenburg am Frischen Haff, † 1543), angeregt durch die Schriften des Astronomen Johannes Müller von Königsberg in Franken (Regiomontanus, 1471 in Nürnberg, † 1476), begründet die richtige Lehre vom Sonnensystem, Seine Nachfolger Joh. Kepler aus Württemberg († 1630) und Galilei aus Pisa († 1642).
Blüte der bildenden Künste namentlich in Nürnberg: der Holzschnitzer Veit Stoß († 1533), der Bildhauer Adam Kraft († 1507), der Erzgießer Peter Vischer († 1529), der Maler Albrecht Dürer (geb. 1471, † 1528); in Augsburg die Maler Hans Holbein, Vater und Sohn, † 1524 im Elsaß, bezw. 1543 in London.
Auch die Baukunst strebte die Wiedergeburt der griechisch-römischen Bauweise im Anschluß an die erhaltenen Baudenkmäler an (Renaissancestil) (S. 211). In Deutschland vermischte sich der antike Stil vielfach mit nationalen, der Gotik entlehnten Elementen, z.B. Türmchen und Erkern. (Heidelberger Schloß.)
Beginn der Reformation durch Luther.
Martin Luther, geb. 10. Nov. 1483 in Eisleben, Sohn eines Bergmanns, studiert seit 1501 in Erfurt, geht 1505 ins Augustinerkloster daselbst, wird 1508 Professor an der Universität Wittenberg, 1511 in Angelegenheiten seines Ordens nach Rom geschickt. Da der Dominikaner Johann Tetzel im Auftrage des Erzbischofs Albrecht von Mainz Ablaß verkaufend umherzieht, schlägt Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Sätze (Thesen) gegen den Mißbrauch des Ablasses an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg.
In der Schweiz Beginn der Reformation durch Ulrich Zwingli in Zürich, veranlaßt durch den Ablaßkrämer Bernardin Samson.
Luther, vor den Kardinal Thomas de Vio aus Gaëta (Cajetanus) nach Augsburg gefordert, weigert sich zu widerrufen, appelliert an den Papst.[42] Vermittelung durch den päpstlichen Kämmerer v. Miltitz (Gespräch zu Altenburg). Luther geschützt von Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen (Ernestinische Linie des Hauses Wettin), während Herzog Georg (Albertinische Linie) ihm abgeneigt bleibt.[43] Philipp Melanchthon (Schwarzerd), ein Verwandter Reuchlins, geb. 1497 zu Bretten in Baden, seit 1518 als Professor in Wittenberg, Luthers Mitarbeiter († 1560).
Disputation zu Leipzig; Joh. Eck, Prof. zu Ingolstadt, gegen Karlstadt (Andreas Bodenstein aus Karlstadt) und Luther. Letzterer bekennt, daß Papst und Konzilien nicht unfehlbar seien, und daß sich in Hussens Lehre viel Wahres finde. Das war der Bruch mit Rom. Eck reist darauf nach Rom und erwirkt eine päpstliche Verdammungsbulle gegen 41 Artikel aus Luthers Schriften.
Luther veröffentlicht 3 reformatorische Schriften: 1. An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung, 2. Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche, 3. Von der Freiheit eines Christenmenschen, verbrennt die päpstlichen Dekretalen und die Bannbulle vor dem Elstertore zu Wittenberg.
Karl V., Enkel Maximilians, abwesend gewählt von den in Frankfurt versammelten Kurfürsten, 1520 in Aachen gekrönt. Friedrich der Weise hatte die Kaiserkrone wegen hohen Alters abgelehnt.