Empörung seines zweiten Sohnes Heinrich, der ihn in der Burg Böckelheim (an der Nahe) gefangen setzt und zur Verlesung eines Sündenbekenntnisses und Abdankung zwingt (Fürstentag zu Ingelheim). Der Kaiser entflieht nach Lüttich, wo er 1106 stirbt, während das deutsche Bürgertum für ihn zum Kriege rüstet; die Leiche erst 1111 vom Bann gelöst und im Dom zu Speier beigesetzt.
Heinrich V., durch die päpstliche Partei zum Thron gelangt, aber entschlossen, sein Herrscherrecht zu behaupten. Nachdem er die Grenzländer des Reiches im Westen und Osten (Lothringen und Böhmen) durch Feldzüge gesichert hat, zieht er nach Rom, nimmt den Papst Paschālis II. gefangen, erzwingt die Kaiserkrönung und das Recht der Investitur (1111). Sobald aber der Kaiser Italien verlassen hat, erklärt ein zu Rom im Lateran versammeltes Konzil den Vertrag für erzwungen und nichtig; ein zweites Konzil zu Vienne spricht den Bann über Heinrich aus.
Neuer Aufstand der Sachsen unter ihrem Herzog Lothar von Supplinburg, der die Billunger (S. 159) beerbt hatte; die Erzbischöfe von Mainz und Köln u. a. Fürsten schließen sich an. Sieg der Sachsen am Welfesholze bei Mansfeld 1115. Friedrich und Konrad von Staufen verteidigen die Sache des Kaisers, während dieser zum zweiten Mal nach Italien zieht, dort die der Kirche vererbten Mathildischen Güter in Besitz nimmt und einen Gegenpapst aufstellt (1118). Der Investiturstreit wird nach langen Verhandlungen mit dem Papste Calixtus II. beendigt durch das
Wormser Konkordat: Kirchliche Wahl der Bischöfe und Äbte für Deutschland in Gegenwart des Kaisers oder seiner Abgesandten, kaiserliche Belehnung vor der Weihe, aber nicht mit Ring und Stab, sondern mit dem Scepter; für Italien und Burgund die gleiche Belehnung erst nach erfolgter Wahl und Weihe. Die geistlichen Fürsten bleiben Lehnsträger des Reiches; sie erscheinen auch fernerhin vielfach als treue Stützen der kaiserlichen Macht.
Die Verbindung Deutschlands mit Italien, trotz der vielfachen Kämpfe segensreich für beide Länder, aber in Italien mehr und mehr als Fremdherrschaft empfunden, dauert fort. Handel und Gewerbe entfalten sich in den aufblühenden Städten, z. B. Worms, Köln, Augsburg u. a. m. (S. 190). Kunst und Wissenschaft, von der Kirche gefördert, tragen in Deutschland noch römisches Gepräge, entwickeln sich aber selbständig. Romanischer Baustil: Dome zu Mainz und Speier, Kaiserpfalz zu Goslar. Der kunstsinnige Bischof Bernward von Hildesheim († 1022). Dichtung und Geschichtschreibung in lateinischer Sprache: das Waltharilied, Roswitha von Gandersheim, Widukind von Corvey, Lambert von Hersfeld u. a. Die Volkssprache wird erst allmählich zur Schriftsprache.
Karolinger in Frankreich.
Karl der Kahle behauptet sich mit Mühe gegen die aufständischen Großen, erlangt 875 in Italien den Kaisertitel, † 877. Sein Enkel Ludwig III. besiegt 881 die Normannen bei Saulcourt (Ludwigslied in deutscher Sprache). Karl der Dicke machtlos gegen sie; nach seiner Absetzung (S. 157) wird Graf Odo von Paris, der sich bei der Verteidigung von Paris gegen die Normannen tapfer gezeigt hat, zum König erwählt, † 898. Eine Gegenpartei erwählt 893 Karl den Einfältigen, Bruder Ludwigs III., der nach Odos Tode allgemein anerkannt wird. Durch ihn erhalten normannische Scharen, die bereit sind, das Christentum anzunehmen, 912 feste Wohnsitze in dem oft von ihnen heimgesuchten Küstenlande. Rolf, getauft Robert, erster Herzog der Normandie, herrscht als Vasall des französischen Königs auch über die Bretagne.
Häufige Empörungen gegen das schwache Königtum; Karls Sohn Ludwig IV. (d’Outre-mer genannt, weil er nach England geflüchtet war) wird von Herzog Hugo von Francien, dem Neffen Odos, bedrängt, von Otto I. von Deutschland unterstützt (S. 159). Letzte Karolinger: Lothar († 986). Ludwig V. (Fainéant) † 987.
Capetinger.
Hugo Capet, Sohn Hugos von Francien, von den Großen erwählt, dann in Reims gekrönt, bringt das Königtum wieder zu Ansehen. Er hat den Vasallen gegenüber noch keine bedeutende Macht, hält aber die Lehnshoheit fest. Seine Nachfolger Robert, Heinrich I., Philipp I., († 1108) wissen die Erblichkeit des Königtums zu wahren. Heinrich I. gibt das Herzogtum Burgund (Hauptstadt Dijon, zu unterscheiden von dem mit Deutschland vereinigten Königreich Burgund, S. 164) seinem jüngeren Bruder Robert als Lehen. Zur Sicherung des Landfriedens verkündet der Klerus (zuerst 1040 in Aquitanien) die Treuga Dei, den Gottesfrieden, einen von der Kirche gebotenen Stillstand aller Fehden während der kirchlichen Festzeiten und der zweiten Hälfte jeder Woche (von Mittwoch Abend bis Montag früh).
England unter sächsischen Königen.
Egbert von Wessex vereinigt die sieben Reiche (S. 142) als erster König von England. Einfälle und Ansiedlungen der heidnischen Normannen (Dänen). Sein Enkel
Alfred der Große bekämpft glücklich die Dänen und stellt die alte Grafschaftsverfassung wieder her; das Grafschaftsgericht unter Leitung des vom König ernannten Ealdorman, dessen Stellvertreter der shirgerefa (sherif). Blüte des Reiches noch unter seinem Sohne und seinem Enkel, dann Verfall und neue Bedrängnis durch die Dänen.
Ermordung der Dänen auf englischem Boden an einem Tage (dänische Vesper), auf Befehl König Ethelreds II. Infolge davon neue Rachezüge der Dänen nach England und endlich
dänische Herrschaft über England unter Knud dem Grossen (S. 164), der als Sieger Milde übt und in Dänemark das Christentum zum Siege bringt († 1035), und unter seinen Söhnen Harald I. und Hardiknud.
Das Regiment der angelsächsischen Könige wiederhergestellt. Eduard der Bekenner, Sohn Ethelreds, aus der Normandie zurückgekehrt, begünstigt die Normannen an seinem Hofe, die aber von seinem Schwiegervater Godwin vertrieben werden. Sein Feldherr Siward besiegt Macbeth, der sich in Schottland nach der Ermordung des Königs Duncan des Thrones bemächtigt hat (1054). Duncans Sohn Malcolm nimmt Schottland von Eduard zu Lehen. Nach Eduards Tode wird Harald II., Godwins Sohn, zum König ausgerufen, verliert aber Thron und Leben in der
Schlacht bei Hastings (spr. Hēstings) gegen Wilhelm den Eroberer, Herzog von der Normandie, der sich in Westminster zum König von England krönen läßt. König Malcolm von Schottland schließt mit ihm Vertrag.
Dänemark, Norwegen, Schweden bestehen seit Anfang des 11. Jahrhunderts als christliche Königreiche (Olaf der Heilige in Norwegen † 1030) nebeneinander, noch oft von wildem Streit erfüllt. Am meisten kommt Dänemark empor unter dem Neffen Knuds d. Gr. Svend Estridson († 1076) und dessen Söhnen.
Fernere Staatengründungen der Normannen:
1. Schwedische Waräger fahren über die Ostsee; ihr Fürst Rurik gründet 862 durch Vereinigung slavischer Stämme das russische Reich (Hauptstadt Nowgorod, dann Kiew). Rußland entwickelt sich unter den Ruriks (862–1598) als slavischer Staat im Anschluß an das oströmische Reich. Großfürst Wladimir der Große, vermählt mit der Tochter eines oströmischen Kaisers, führt 988 das Christentum nach griechischer Lehre ein.
2. Norwegische Wikinger kommen um 860 nach Island, 983 nach Grönland (Erich der Rote), um 1000 nach der Küste Nordamerikas (Vinland). Diese Niederlassungen von den Eskimos zerstört. Bestand hat dagegen der Freistaat auf der Insel Island. Hier werden um 1100, als das Christentum bereits eingeführt ist, die nordischen Götter- und Heldensagen in der poetischen oder Lieder-Edda aufgezeichnet (ergänzt durch die jüngere prosaische Edda von dem Isländer Snorri Sturluson um 1230). Island wird 1262 mit Norwegen vereinigt.
3. Der Normannenstaat in Unteritalien, um 1020 von christlichen Normannen aus der Normandie gegründet (vgl. S. 163), nimmt italienische und arabische Kultur an. Bald treten sie in enge Beziehungen zum Papst. Von Robert Guiskard (S. 167) wird das ganze unteritalische Festland, von seinem Bruder Roger Sicilien den Sarazenen entrissen. Herzog Roger wird 1130 vom Papste in Palermo als König von Neapel und Sicilien gekrönt.
Kalifat von Cordŏva, gegründet von dem Omaijaden Abdurrahman (s. S. 150). Glänzendste Zeit im 10. Jahrh. (Abdurrahman III, Hakem II., der Feldherr Almansur). Das volkreiche Cordŏva Sitz der Wissenschaften und Künste.
Auflösung des Kalifats von Cordŏva in eine Menge kleiner Herrschaften. Die Morabethen aus Mauretanien zu Hilfe gerufen, stellen sich mit Erfolg dem Andrängen der Christen entgegen (1086 Schlacht bei Salaka unweit Badajoz) und reißen dann die Herrschaft des mohammedanischen Spaniens an sich.
Christliche Reiche: Asturien, seit Alfons III. († 910) bis zum Duero reichend, nach der neuen Residenz auch Königreich Leon genannt, mit dem Grenzgebiet Kastilien, das seinen Namen von den gegen die Araber errichteten Kastellen hat. Navarra, ursprünglich fränkische Grafschaft, seit 905 Königreich, erweitert durch Eroberung der Landschaft Aragon am oberen Ebro. Barcelona, ebenfalls fränkische Grafschaft (S. 152), seit etwa 900 unabhängig unter einer erblichen Dynastie.
Sancho III., der Große, König von Navarra, auch über Kastilien herrschend, teilt sein Reich unter seine Söhne. Der zweite, welcher Kastilien erhält, gewinnt bald auch Leon hinzu; der dritte erhält Aragon als Königreich. Daher fortan die drei Königreiche Navarra, Kastilien, Aragon, daneben die Markgrafschaft Barcelona (Katalonien).
König Alfons VI. von Kastilien, Enkel Sanchos d. Gr., erobert 1085 Toledo; der kastilische Ritter Rodrigo Diaz, von den Arabern Cid, d. h. Herr, genannt, erobert 1094 Valencia, doch fällt es nach seinem Tode wieder in die Hände der Araber.
Das oströmische Reich unter der makedonischen Dynastie.
Basilius I. (867–886), durch Ermordung seines Vorgängers Michael III. auf den Thron gelangt, regiert kraftvoll, wehrt die Araber in Kleinasien und zur See ab, mildert den Steuerdruck, verbessert die Rechtspflege. Seine beiden Nachfolger Leo VI. und Konstantin VII. Porphyrogennetos Beschützer der Wissenschaften. Nikëphoros II. (963–969) kämpft glücklich gegen Araber und Bulgaren; Basilius II. (976–1025) unterwirft die Bulgaren in blutigen Kämpfen.
Die Serben, ein im 7. Jahrhundert eingewandertes slavisches Volk, machen sich unabhängig von Ostrom; Königreich Serbien bis 1458.
Haus der Komnenen.
Alexius I. (1081–1118) tritt dem von der Donau her vordringenden türkischen Stamme der Petschenegen erfolgreich entgegen. Den Seldschuken (s. u.) kann Kleinasien nicht wieder entrissen werden.
Das Kalifat von Bagdad gerät seit 861 durch Emporkommen von Teilfürsten in Verfall. Die Abbassiden werden von den Anführern ihrer türkischen Leibwache abhängig.
Die aus Persien stammenden Bujiden reißen die Würde des Emir al Omra (Fürst der Fürsten) an sich; der Kalif bleibt nur noch geistliches Oberhaupt
Ägypten sondert sich ab als eigenes Kalifat unter den Fatimiden (Schiiten, vergl. S. 149). Kairo glänzende Hauptstadt, Syrien bald hinzuerobert.
Sultan Mahmud, Herrscher des Gasnavidenreichs, gewinnt die früher von den Samaniden (unter Oberhoheit der Kalifen) beherrschten Gebiete um Buchara und Samarkand, dringt erobernd nach Indien vor. An seinem Hofe zu Gasna (in Afghanistan) der persische Dichter Firdusi und der arabische Philosoph Ibn Sina (Avicenna), Erklärer des Aristoteles.
Togrulbeg, Sultan der seldschukischen, aus der Bucharei stammenden Türken, befreit den Kalifen von der Übermacht der Bujiden. Er vererbt die Würde des Emir al Omra auf seinen Neffen Alp Arslan und dessen Sohn Malekschah; dieser stellt die Einheit des Kalifenreiches wieder her, entreißt den Fatimiden Syrien, den Gasnaviden Buchara und Samarkand, residiert zu Ispahan.
Nach Malekschahs Tode Teilung der Seldschukenherrschaft; besondere Sultanate in Iran, Karman (östliches Persien), Aleppo, Damaskus, Iconium. Trotzdem wird der Bestand des Kalifats durch die nun folgenden Angriffe der Christen nicht wesentlich erschüttert.
Bagdad bleibt glänzender Herrschersitz bis zum Eindringen der Mongolen (S. 195).
Veranlassung: Die Wallfahrten der Christen nach dem heiligen Grabe (die Kirche über demselben erbaut von Helĕna, der Mutter Konstantins d. Gr.) werden gestört, seitdem die Fatimiden, und mehr noch seitdem die Seldschuken über Palästina herrschen. Mißhandlungen der Pilger, Hilferufe des bedrängten byzantinischen Reiches; das neu erstarkte Papsttum schenkt ihnen Gehör und ruft mit Benutzung der asketisch angeregten und zugleich kriegerischen Stimmung im Abendlande eine großartige Völkerbewegung hervor.
Papst Urban II. ruft auf den Kirchenversammlungen zu Piacenza und zu Clermont in der Auvergne die Gläubigen zum Kreuzzug auf; allgemeine Begeisterung. (Gott will es!). Der Eremit Peter von Amiens predigt in Frankreich mit großem Erfolge das Kreuz. Die von ihm und dem Ritter Walter Senzaveir (Habenichts) geführten Scharen gelangen unter großen Verlusten nach Kleinasien und werden dort im Kampfe aufgerieben, andere gehen schon in Ungarn und Bulgarien zugrunde.
Erster Kreuzzug. Königreich Jerusalem. Anführende Fürsten: Gottfried von Bouillon, Herzog von Nieder-Lothringen; seine Brüder Balduin und Eustachius; Robert, Herzog der Normandie, Sohn Wilhelms des Eroberers; Robert von Flandern; Stephan von Blois; Raimund, Graf von Toulouse; Hugo von Vermandois, Bruder Philipps I., Königs von Frankreich; Boëmund von Tarent, Sohn Robert Guiscards; sein Neffe Tankred. Sie führen über 200000 Krieger, meist Franzosen und Normannen, nach dem Orient. Der Bischof Adhemar von Puy, der in Clermont zuerst sich das Kreuz anheftete, nimmt als päpstlicher Legat am Zuge Teil († 1098).
Die Fürsten ziehen auf verschiedenen Wegen (Gottfried von Bouillon die Donau abwärts, Raimund von Toulouse durch Oberitalien und Dalmatien, die Nordfranzosen und Normannen von Apulien aus zur See) nach Konstantinopel; sie leisten mit Ausnahme Raimunds dem Kaiser Alexius Komnenus den Lehnseid für die zu erobernden Länder und werden auf griechischen Schiffen übergesetzt.
Nicäa, von den Kreuzfahrern belagert, ergibt sich dem griechischen Kaiser. Sieg der Kreuzfahrer bei Doryläum über den Sultan von Iconium. Balduin trennt sich vom Hauptheere, zieht über den Euphrat und erwirbt sich die Herrschaft in Edessa.
Das Hauptheer belagert lange vergeblich Antiochīa am Orontes, endlich verrät ein armenischer Renegat die Stadt an Boemund von Tarent.
Kerboga, Emir von Mosul, rückt mit einem ungeheuren Heere heran und belagert in Antiochīa die durch Krankheit und Mangel erschöpften Kreuzfahrer. Siegreicher Ausfall der Christen (die heilige Lanze!), das Heer der Seldschuken wird in die Flucht geschlagen und zerstreut. Lange Rast und Streitigkeiten der Kreuzfahrer in Antiochīa.
Zug an der Küste entlang nach Jerusalem. Am 7. Juni erblicken die Kreuzfahrer (nur noch 21500 kampffähige Krieger) die heilige Stadt, welche im J. 1098 den Seldschuken durch die Fatimiden wieder entrissen worden war. Nach fünfwöchiger Belagerung.
Erstürmung Jerusalems. Furchtbares Blutbad, Wallfahrt nach der Kirche des heiligen Grabes.
Das christliche Königreich Jerusalem wird als Lehnsstaat nach französischem Vorbild eingerichtet; kleinere Lehnsstaaten: das Fürstentum Antiochīa, die Grafschaften Edessa und Tripolis. Sammlung der Gesetze in den Assises du royaume de Jérusalem. Zwei Patriarchen, in Jerusalem und in Antiochīa.
Gottfried von Bouillon, Beschützer des heiligen Grabes. Er besiegt den Sultan von Ägypten bei Askalon 1099; † 1100. Sein Bruder Balduin I. nimmt den Königstitel an. Akkon, Tripolis, Beirut, Sidon mit Hilfe der Pisaner und Genuesen erobert, etwas später Tyrus mit Hilfe der Venetianer.
Auf Balduin I. († 1118) folgen Balduin II. († 1131), Fulco von Anjou († 1143), unter dem das Königreich Jerusalem die größte Ausdehnung gewinnt, Balduin III. († 1162), Amalrich († 1173), Balduin IV. († 1184), Balduin V. (unmündig, † 1186), Guido von Lusignan († 1195) s. S. 175.
Zweiter Kreuzzug. Ohne Erfolg. Veranlassung: Eroberung Edessas durch Imadeddin Zenki, Emir von Mosul (1144), und nochmals durch dessen Sohn Nureddin (1146). Abt Bernhard von Clairvaux predigt das Kreuz.
Konrad III. von Deutschland und Ludwig VII. von Frankreich brechen, jener von Regensburg, dieser etwas später von Metz aus, nach Palästina auf. Sie ziehen nacheinander durch Ungarn nach Kleinasien. Das deutsche Heer dringt bis Doryläum vor, erleidet aber durch Mangel und Kämpfe mit dem Sultan von Iconium schwere Verluste. Die nach Nicäa Entkommenen kehren zum Teil heim; mit den übrigen schließt sich Konrad dem Zuge des französischen Heeres an der Küste entlang an, kehrt aber zur Herstellung seiner Gesundheit nochmals nach Konstantinopel zurück. Ludwig fährt mit dem französischen Adel zu Schiffe nach Antiochīa. Das übrige Heer setzt den Weg zu Lande fort, wobei es durch Hunger und feindliche Angriffe vollends aufgerieben wird. Konrad kommt 1148 zur See nach dem Heiligen Lande und macht zusammen mit den Franzosen einen vergeblichen Angriff auf Damaskus.
Dritter Kreuzzug. Eroberung von Akkon.
Veranlassung: Saladin, Sohn des Kurden Ejub, Gründer der Dynastie der Ejubiden in Ägypten, erobert Nureddins Reich, schlägt die Christen in der blutigen Schlacht bei Hittin (Tiberias) am See Genezareth, erobert Jerusalem 1187. Die christlichen Einwohner großmütig behandelt, König Guido von Lusignan und viele Ritter geraten in Gefangenschaft.
Kaiser Friedrich I., der als Jüngling am zweiten Kreuzzug teilgenommen hatte, tritt als Greis im Frühjahr 1189 den Zug von Regensburg aus an, zieht durch Ungarn, erzwingt den Durchzug durch das griechische Kaiserreich, bleibt den Winter in Adrianopel, setzt 1190 nach Kleinasien über, erobert Iconium und zieht nach Cilicien; dort ertrinkt er (10. Juni) im Kalykadnus (Saleph). Sein Sohn, Herzog Friedrich von Schwaben, führt einen Teil der Pilger (viele kehren um) über Tarsus, Antiochīa und Tyrus nach Akkon. Er stirbt 1191 während der Belagerung dieser Stadt, welche der frei gewordene König Guido leitet.
Richard Löwenherz, König von England, und Philipp II. Augustus, König von Frankreich, fahren zur See, Richard von Marseille, Philipp von Genua aus nach dem Heiligen Lande (1190); Beteiligung von Genua, Pisa und Venedig. Nach längerem Aufenthalt in Sicilien kommen die beiden Könige vor Akkon an, welches Lusignan schon fast zwei Jahre belagerte. Die Stadt wird nun schnell zur Übergabe gezwungen (Juli 1191).
Philipp, mit Richard entzweit, kehrt nach Frankreich zurück. Heldentaten und Grausamkeiten Richards, der zweimal vor Jerusalem umkehren muß. Waffenstillstand mit Saladin (1192): der Küstenstrich von Joppe bis Akkon wird an die Christen abgetreten, der Besuch der heiligen Orte gestattet. Cypern wird von Richard, der es 1191 erobert hatte, an Guido von Lusignan zu Lehen gegeben, der seine Würde als »König von Jerusalem« an Heinrich von Champagne überläßt.
Richard leidet auf der Rückkehr Schiffbruch bei Aquileja, wird trotz seiner Verkleidung bei Wien erkannt, von Herzog Leopold VI. von Österreich, den er vor Akkon tödlich beleidigt hatte, festgenommen und an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Dieser hält ihn in der Feste Trifels (westlich von Landau in der Pfalz) gefangen und gibt ihn erst nach 13 Monaten gegen ein Lösegeld von 100000 Mark Silbers und Lehnshuldigung frei.
Vierter Kreuzzug.
Lateinisches Kaisertum 1204–1261.
Auf Anregung des Papstes Innocenz III. (1198–1216) (Kreuzpredigt des Fulco von Neuilly) unternehmen mächtige französische Barone zusammen mit dem Grafen Balduin von Flandern und dem Markgrafen Bonifacius von Montferrat einen Kreuzzug, der ursprünglich gegen Ägypten gerichtet war. Die Kreuzfahrer übernehmen für die Venetianer (Doge Heinrich Dandolo), zum Teil als Preis der Überfahrt, die Eroberung von Zara in Dalmatien.
Auf Bitten des byzantinischen Prinzen Alexius für seinen Vater, den entthronten Kaiser Isaak Angelus, fahren die Kreuzfahrer auf der venetianischen Flotte nach Konstantinopel, nehmen die Stadt ein und setzen Alexius und seinen Vater auf den Thron (1203). Aber die Erfüllung der eingegangenen Bedingungen (Vereinigung der griechischen Kirche mit der römischen, Zahlung bedeutender Geldsummen) scheitert an dem Widerstande der Bevölkerung. Streitigkeiten, bei denen die Stadt in Brand gerät. Zweite Einnahme der Stadt; Plünderung, wobei viele Werke der alten Kunst zugrunde gehen (1204).
Errichtung des Lateinischen Kaisertums (Balduin Kaiser). Viele Küstenstriche und Inseln kommen an die Venetianer; Korfu, Zante, Kandia, ein großer Teil von Morea (Peloponnes). Gewaltiges Aufblühen des venetianischen Handels. Der Markgraf von Montferrat wird König von Thessalonich, französische Herzöge in Athen, Theben, Achaja; Villehardouin, der Geschichtschreiber des Kreuzzuges, Marschall des Reiches.
Ein griechisches Kaisertum behauptet sich in Nicäa, ein zweites in Trapezunt am Schwarzen Meere. Von Nicäa aus macht Michael Paläolŏgus 1261, von Genua unterstützt, dem Lateinischen Kaisertum ein Ende. Er erkennt 1274 die Suprematie des Papstes an. Aber der griechische Klerus und das Volk gegen die Ansprüche der Päpste. Schon 1280 wurde diese Union wieder gelöst (S. 218).
Kinderkreuzzug. Tausende von Knaben und Mädchen aus Frankreich und Deutschland ziehen nach Marseille und Genua; viele kommen unterwegs um, manche werden zur Rückkehr genötigt, andere in Alexandria als Sklaven verkauft.
Kreuzzug des Königs Andreas II. von Ungarn; er versucht von Akkon aus vorzudringen, doch ohne Erfolg.
Neue Pilgerscharen, die sich in Akkon sammeln, unternehmen einen Angriff auf Ägypten, erobern Damiette 1219, müssen es aber 1221 wieder räumen.
Fünfter Kreuzzug. Jerusalem auf kurze Zeit wiedergewonnen.
Friedrich II., römischer Kaiser, wegen verzögerter Erfüllung seines Versprechens, einen Kreuzzug zu unternehmen, im päpstlichen Banne, fährt zur See nach Akkon, erhält von dem ägyptischen Sultan Elkâmil durch Vertrag Jerusalem (wo er sich krönt[31]) und Nazareth, sowie die Landstriche von da bis zur Küste, nebst Sidon.
Jerusalem durch die Chowaresmier (S. 195) im Dienste des Sultans von Ägypten erobert und den Christen auf immer verloren.
Sechster Kreuzzug. Ohne Erfolg.
Ludwig IX., der Heilige, König von Frankreich, fährt zur See nach Cypern und verweilt dort den Winter. Um die Sarazenenherrschaft in ihrem Hauptsitze Ägypten zu vernichten, fährt er im Frühjahr 1249 nach Damiette und nimmt die Stadt ein. Auf dem Zuge nach Kairo wird Ludwig geschlagen, von Damiette abgeschnitten und mit dem ganzen französischen Heere gefangen (April 1250). Die Ausführung des Friedensvertrages, wonach der König gegen Räumung von Damiette und bedeutendes Lösegeld frei kommen soll, gefährdet vorübergehend der Sturz der Ejubiden (S. 175) durch die Mamelucken. Ludwig fährt nach Palästina, befestigt während eines fast vierjährigen Aufenthalts Akkon und andere Küstenstädte, kehrt 1254 nach Frankreich zurück.
Antiochīa von dem Sultan Bibars von Ägypten erobert.
Siebenter Kreuzzug. Ohne Erfolg.
Ludwig IX. fährt zur See nach Tunis, wo ihn und einen großen Teil des Heeres Krankheit hinwegrafft.
Akkon wird von den Mamelucken erstürmt, die letzten Besitzungen in Palästina (Tyrus, Beirut, Sidon) werden von den Christen geräumt.
Folgen der Kreuzzüge: 1. Erhöhtes Ansehen der Kirche und des Papsttums. 2. Ausbildung des Rittertums, welches sowohl für den Staat wie für das gesellschaftliche Leben hohe Bedeutung erlangt. 3. Aufschwung des Seehandels und Entwickelung der Städte, zunächst in Italien (Venedig und Genua). 4. Fortschreiten der geistigen Bildung durch die im Orient gewonnenen neuen Anschauungen und Kenntnisse (besonders der Philosophie des Aristoteles, Geographie und Naturkunde).
Stützen der kirchlichen Macht, zugleich Förderer des Ackerbaues, der Künste und Wissenschaften sind die neugebildeten Mönchsorden: Cistercienser 1098 (Citeaux unweit Dijon), Prämonstratenser 1120 (Prémontré bei Laon), die Bettelorden der Dominikaner 1216, Franziskaner 1223 (Franz von Assisi in Umbrien) und Augustiner 1244. Ausbildung der Scholastik (Philosophie im Dienste der Kirche) durch die beiden Dominikaner Albertus Magnus (Albert von Bollstädt in Schwaben, lehrte in Paris und Köln, † 1280) und Thomas von Aquino (lehrte in Paris, Köln, Rom, Neapel, † 1274).
Die kräftigsten Vorkämpfer der christlichen Staaten im Orient waren
1. Tempelherren oder Templer (so genannt nach ihrem nahe der Stelle des salomonischen Tempels gelegenen Ordenshause in Jerusalem), hervorgegangen aus einem 1118 geschlossenen Bunde 8 französischer Ritter (Hugo de Payens). Zu den drei Mönchsgelübden (Armut, Keuschheit, Gehorsam) wird die Verpflichtung zum Kampfe gegen die Ungläubigen hinzugefügt. Weißer Mantel, rotes Kreuz. Der Orden wird 1291 nach Cypern verlegt, 1312 auf dem Konzil zu Vienne durch Papst Clemens V. aufgehoben.
2. Johanniter, entstanden aus der Brüderschaft des Hospitals des heiligen Johannes in Jerusalem, welches Kaufleute aus Amalfi um 1048 gestiftet hatten. Die Brüderschaft wird erweitert nach dem ersten Kreuzzuge, dann nach dem Vorbild der Templer zum Ritterorden umgestaltet (Raimund Dupuis). Schwarzer Mantel, weißes Kreuz. Der Orden wird verlegt nach Cypern 1291, nach Rhodus 1310, nach Malta 1526, wo er bis 1798 seinen Sitz hat (daher Malteser genannt).
3. Deutscher Orden, aus einer bei der Belagerung von Akkon 1190 gestifteten Brüderschaft für Krankenpflege[32] zum ritterlichen Orden umgewandelt 1198. Weißer Mantel, schwarzes Kreuz. Ordenssitz in Akkon. Unter dem Hochmeister Hermann von Salza wird 1226 der Orden von dem polnischen Herzog Konrad von Masovien zur Bekämpfung der heidnischen Preussen eingeladen, von Kaiser Friedrich II. dazu bevollmächtigt und im Besitz des Landes Kulm sowie der künftigen Eroberungen bestätigt. Hermann Balk, erster Landmeister in Preußen, welches durch blutige Kämpfe 1230–1283 unterworfen wird. Im Jahre 1291 wird der Sitz des Hochmeisters nach Venedig, 1309 nach Marienburg, 1457 nach Königsberg verlegt. 1525 wird das Ordensland weltliches Herzogtum. Die katholisch bleibenden Ritter behaupten sich im Besitz der deutschen Güter; Sitz ihres Hochmeisters zu Mergentheim in Franken. Der Orden wird 1809 aufgehoben.
In allen drei Orden: Ritter, Priester, dienende Brüder.
Lothar von Sachsen, gewählt auf Betreiben der Erzbischöfe von Mainz und Köln, (er läßt seine Wahl vom Papst bestätigen) im Gegensatz zu den Neffen Heinrichs V., Friedrich und Konrad von Staufen. Er bekämpft sie mit Hilfe seines Schwiegersohnes Heinrichs des Stolzen, Herzogs von Bayern, aus dem Welfenhause (S. 166). Konrad läßt sich in Italien zum König krönen, wird aber bald von seinen Anhängern verlassen; Friedrich verteidigt sein Herzogtum Schwaben; beide unterwerfen sich erst 1135.
Lothar entscheidet bei einer zwiespältigen Papstwahl für Innocenz II., zieht dann 1131 nach Dänemark und benutzt einen Thronstreit daselbst, um den König Magnus zum Vasallen des Reiches zu machen; dann 1132 Zug nach Italien.
Lothar, in Rom von Innocenz II. zum Kaiser gekrönt, nimmt die Allodien der Markgräfin Mathilde von Tuscien († 1115) vom Papste zu Lehen, kehrt nach Deutschland zurück, ohne den Gegenpapst Anaklet, der sich auf die Normannen stützt (S. 171), aus Rom vertrieben zu haben.
Zweiter Zug nach Italien. Lothar vertreibt den Normannenfürsten Roger II. auf kurze Zeit vom italischen Festlande, stirbt auf dem Rückwege in Bayern, nachdem er Heinrich dem Stolzen die Mathildischen Güter und das Herzogtum Sachsen übertragen hat.
Unter Lothars Regierung erfolgreicher Wiederbeginn der deutschen Kolonisation im Norden und Osten des Reiches. Drei Fürstenhäuser, welche dafür viel geleistet haben, verdanken ihm ihre Einsetzung: die Schauenburger in Holstein, die Wettiner in Meissen, die Askanier in Brandenburg (Albrecht der Bär 1134, Markgraf der Nordmark, (Altmark)). Bei den wendischen Pommern predigt Bischof Otto von Bamberg 1124 und 1127 das Christentum.
Haus der Hohenstaufen (Staufer), nach der Burg Staufen in Schwaben benannt.
Konrad III., von der dem sächsischen Hause feindlichen Partei ohne Beteiligung der Sachsen und Bayern gewählt.
Kampf der Welfen gegen die Staufer (letztere auch Waiblinger genannt nach der Burg Waiblingen in Schwaben). In Italien heißen die Parteinamen Guelfen und Ghibellinen.
König Konrad spricht über Heinrich den Stolzen die Acht aus und verleiht das Herzogtum Sachsen an Albrecht den Bären, Bayern an Leopold IV., Markgrafen von Österreich. Während des Kampfes stirbt Heinrich der Stolze 1139. Die sächsischen Großen halten zu seinem 10jährigen Sohne Heinrich; in Bayern und Schwaben kämpft sein Bruder Welf VI. für seinen Neffen.
Schlacht bei Weinsberg (unweit Heilbronn), Sieg Konrads über Welf VI., die Stadt muß sich ergeben. (Die treuen Weiber von Weinsberg).
Nach dem Tode Leopolds von Österreich kommt Bayern an seinen Bruder Heinrich Jasomirgott,[33] welcher Gertrud, Heinrichs des Stolzen Witwe, heiratet (1142). Des letzteren Sohn Heinrich der Löwe erhält Sachsen zurück. Albrecht der Bär entsagt seinen Ansprüchen auf das Herzogtum Sachsen, erhält seine anhaltischen Besitzungen zurück, regiert in der Nordmark und (seit Pribislavs Tode 1150) im Havellande als Markgraf von Brandenburg (S. »Anhang«).
Während Konrad III. den zweiten Kreuzzug nach Palästina unternimmt, herrscht in Italien große Verwirrung. Der Mönch Arnold von Brescia im Kampf mit dem Papst. In Rom eine Republik gegründet, der Papst vertrieben. In Norddeutschland Wendenkreuzzug: Heinrich der Löwe gegen den Obotritenfürsten Niklot, dessen Söhne später das Christentum annehmen; Albrecht der Bär und Konrad von Wettin gegen den Pommernfürsten Ratibor, der 1149 sich zum Christentum bekennt. Seitdem deutsche Einwanderung in Mecklenburg und Pommern, welche deutsche Reichsländer werden.
Konrad III. empfiehlt zum Nachfolger seinen Neffen Friedrich von Schwaben, der von den Fürsten einstimmig in Frankfurt gewählt, dann in Aachen gekrönt wird. Im Gegensatz zu Lothar und Konrad III. zeigt er dem Papst seine Wahl nur an.
Friedrich I., Barbarossa, durch Tapferkeit und Gerechtigkeit hervorragend. Reichstag zu Merseburg 1152, Entscheidung des dänischen Thronstreits: Svend wird König von Dänemark als Vasall des Reiches.
Welfen.
Hohenstaufen (Staufer).
Friedrichs Hauptbestreben ist, das Ansehen des Kaisertums wiederherzustellen. Daher Streit mit den zu mächtigen Republiken gewordenen lombardischen Städten. Sechs Züge nach Italien, bei welchen das deutsche Rittertum seine Kraft entfaltet.
Erster Zug. Friedrich zerstört einige kleine Orte, die sich ihm widersetzen, und wird in Rom von Hadrian IV. zum Kaiser gekrönt. Tapferer Kampf Heinrichs des Löwen gegen die aufständischen Römer. Arnold von Brescia (Schüler des Scholastikers Abälard), der gegen die weltliche Herrschaft der Geistlichen und den Güterbesitz der Kirche aufgetreten war, wird verurteilt und verbrannt.
Auf dem Rückwege von Rom erstürmt Otto von Wittelsbach den Engpaß im Etschtale bei Verona.
Heinrich der Löwe erhält auch Bayern zurück. Österreich bleibt im Besitze der Babenberger (S. 162) als ein auch in weiblicher Linie erbliches Herzogtum.
Gegenüber der welfischen Machtstellung in Sachsen und Bayern stützt die kaiserliche Macht sich auf die Stammgüter in Schwaben und auf die von den Saliern ererbten Güter in Franken, außerdem auf bedeutende Reichsgüter in anderen Landschaften, besonders in der Rheingegend. Das »goldene Mainz« Mittelpunkt des Handels und Verkehrs. Die Verwaltung dieser Güter werden Ministerialen übertragen, d. h. den Gehülfen (ministri) der Ritter und freien Herren, die ursprünglich unfrei gewesen waren, dann aber infolge ihrer gehobenen Stellung sich mehr und mehr von ihren hörigen Standesgenossen abhoben und schließlich den freien Rittern gleich geachtet wurden. Kaiserliche Pfalzen zu Hagenau (im Elsaß), Trifels und Kaiserslautern (in der Rheinpfalz), Ingelheim, Gelnhausen, Aachen, Dortmund, Goslar, Tilleda (am Kyffhäuser), Nürnberg u. a. Die Pfalzgrafschaft am Rhein überträgt Friedrich 1156 seinem Halbbruder Konrad, der die Burg Heidelberg gründet.
vermählt Friedrich sich mit Beatrix, der Erbin von Hochburgund.
Zug Friedrichs über die Oder nach Polen. Herzog Boleslav IV. unterwirft sich, räumt um 1163 seinen Neffen besondere Fürstentümer in Schlesien ein; seitdem deutsche Einwanderung in dieses Land.
Reichstag zu Würzburg; es erscheinen Gesandtschaften aus dem byzantinischen Reich, aus England, Dänemark, Ungarn, Italien, Burgund. Auf dem Reichstage zu Besançon (Okt.) huldigen die burgundischen Großen. Der Kanzler des Kaisers, Graf Rainald von Dassel, tritt gegen den Kardinal Roland von Siena auf, welcher auf Grund eines päpstlichen Schreibens die Kaiserkrone für ein päpstliches Lehen (beneficium) erklärt.
Fürstentag zu Regensburg; Herzog Wladislav von Böhmen erhält von Friedrich die Königskrone.