Hymn to the Good Shepherd.

I have gone astray like a sheep that is lost; Lord, seek Thy servant

Ps. cxix. 176.

Wilt Thou not, my Shepherd true,

Spare Thy sheep, in mercy spare me?

Wilt Thou not, as shepherds do,

In Thine arms rejoicing bear me;

Bear me where all troubles cease,

Home to folds of joy and peace?

See, on earth’s wide desert way

How my truant steps mislead me;

Bring me back, no more to stray,

In Thine own green pastures feed me.

Gather me within the fold,

Where Thy lambs Thy light behold.

With Thy flock I long to be,

With the flock to whom ’tis given

Safe to feed, and, praising Thee,

Roam the happy plains of heaven:

Free from fear of sinful stain,

They can never stray again.

Lord! I here am fore beset,

Fears at every step confound me;

Lo! my foes have spread their net,

And with craft and might surround me:

Such their snares on every side,

Safe Thy sheep can ne’er abide.

Jesus, Lord! my Shepherd true,

Oh from wolves Thy sheep deliver;

Help, as shepherds wont to do,

From their jaws preserve me ever:

Bid Thy trembling wanderer come

To his everlasting home.

Christus unser Licht.

Alsdann werden der Blinden Augen aufgethan werden.

Was Du vor tausend Jahren,

Mein Heiland, hast gethan,

Lässt Du noch jetzt erfahren

Die so Dir gläubig nahn.

So wie den armen Blinden,

Nach deines Worts Bericht,

Liess’st Du mich Gnade finden,

Und gabst mir Freud und Licht.

Betrübt sass ich am Wege,

Tiefblind in meinem Geist,

Sehnsucht im Herzen rege,

Doch Wehmuth allermeist:

Die Psalmen hört ich singen,

Die Palmen fühlt ich wehn,

Die Dir die Gläubgen bringen,

Und konnte Dich nicht sehn.

Zu gross wards mit dem Schmerze,

Zu drückend ward die Pein,

Da fasst ich mir ein Herze,

Hub an nach dir zu schrein;

Sohn Davids, rette, heile,

Wie Du’s verheissen hast;

O liebster Jesu, eile,

Nimm von mir Nacht und Last.

Und immer heisser weinend,

Mit immer lauterm Wort,

Stets mehr mein Herz entsteinend,

Fuhr ich zu rufen fort.

Da ward mein Aengsten minder,

Da sagte was zu mir:

Getrost, du armer Blinder,

Getrost, Er rufet dir!

Du standst, ich fühlt es, stille,

Ich wankte zu Dir hin;

Abfiel mein eigner Wille,

Verändert war der Sinn.

Du sprachst: Was willst du haben?

O Herr, ich möchte sehn,

An deinem Blick mich laben.

Du sprachst: Es soll geschehn!

Und was Du hast gesprochen,

Das fehlt ja nimmer nicht;

Mein Zagen ward gebrochen:

Und meiner Seele Licht.

Du giebst mir deinen Segen;

Frei von der alten Schmach,

Folg ich auf deinen Wegen,

Dir, Herr, in Freuden nach.

Friedrich Freiherr de la Motte Fouqué. 1777-1843.

Christ our Light.

Then shall the eyes of the blind be opened.

Isa. xxxv. 5.

A thousand years have fleeted,

And, Saviour, still we see

Thy deed of love repeated,

On all who come to Thee.

As he who sat benighted,

Afflicted, poor, and blind,

So now, Thy word is plighted,

Joy, light, and peace I find.

Dark gloom my spirit filling,

Beside the way I sat;

Desire my heart was thrilling,

But anguish more than that:

To me no ray was granted,

Although I heard the psalms

The faithful sweetly chanted,

And felt the waving palms.

With grief my heart was aching,

O’erwhelming were my woes,

Till, heavenborn courage taking,

To Thee my cry arose:

“O David’s Son! relieve me,

My bitter anguish quell;

Thy promised succour give me,

And this dark night dispel.”

With tears that fast were flowing,

I sought Thee through the crowd,

My heart more tender growing,

Until I wept aloud:

Oh! then my grief diminished,

For then they cried to me,

“Blind man, thy woe is finished,

Arise, He calleth thee.”

I came with steps that faltered,

Thy course I felt Thee check;

Then straight my mind was altered,

And bowed my stubborn neck:

Thou saidst, “What art thou seeking?”

“O Lord! that I might see.”

Oh! then I heard Thee speaking;

“Believe, and it shall be.”

Our hope, Lord, faileth never,

When Thou Thy word dost plight;

My fears then ceased for ever,

And all my soul was light.

Thou gavest me Thy blessing;

From former guilt set free,

Now heavenly joy possessing,

O Lord! I follow Thee.

Des Sieges Krone.

Sei getreu bis in den Tod:

So will Ich dir die Krone des Lebens geben.

Steil und dornig ist der Pfad

Welcher zur Vollendung leitet;

Selig ist, wer ihn betrat,

Und als Streiter Jesu streitet:

Selig, wer den Lauf vollbringt,

Siegend sich zu Jesu schwingt.

Ueberschwenglich ist der Lohn

Der bis in den Tod Getreuen,

Die der Lust der Welt entflohn,

Ihrem Heiland ganz sich weihen,

Deren Hoffnung unverrückt

Nach der Siegeskrone blickt.

Den am Kreuz wir bluten sehn,

Er hat uns den Lohn errungen,

Und zu seines Himmels Höhn

Sich vom Staub emporgeschwungen:

Sieger in des Todes Nacht,

Sprach Er selbst: Es ist vollbracht!

Zeuch, o Herr, uns hin zu Dir,

Zeuch uns nach, die Schaar der Streiter:

Sturm und Nacht umfängt uns hier,

Droben ist es still und heiter;

Jenseits, hinter Grab und Tod,

Stralt des Lebens Morgenroth.

Auf dann, Mitgenossen, geht

Muthig durch die kurze Wüste:

Seht auf Jesum, wacht und fleht,

Dass Gott selbst zum Kampf euch rüste:

* * *

Der in Schwachen mächtig ist,

Gieb uns Sieg durch Jesum Christ.

Samuel Gottlieb Bürde. 1753-1794.

The Crown of Victory.

Be thou faithful unto death, and I will give thee a crown of life.

Rev. ii. 10.

Steep and thorny is the way,

Straight to heaven our home ascending;

Happy he who every day

Walks therein, for Christ contending;

Happy when, his journey o’er,

Conqueror he to Christ shall soar.

Great shall be his recompense,

True to death on God who waited,

Who renounced the joys of sense,

To his Saviour consecrated;

Who has gazed with steadfast eye

On the crown of victory.

On the Cross our dying Lord

Bled for man who had offended,

Purchased us the great reward,

Then from earth to heaven ascended:

Victor e’en in death, He said,

“Father! it is finishèd.”

May we soon approach Thee near,

We who long on earth have striven!

Storms and night surround us here,

Bright and peaceful ’tis in heaven:

Death may strike, and graves may yawn,

Yonder beams life’s endless dawn.

On then, comrades, wend your way,

Let not life’s drear waste alarm you;

Look to Jesus, watch and pray

’Gainst the fight that God would arm you.

* * *

God, Who strong the weak canst make,

Victory give for Jesus’ sake.

Des Christen Gebet. I.

Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Ein reines Herz, Herr, schaff in mir,

Schleuss zu der Sünden Thor und Thür,

Vertreibe sie, und lass nicht zu,

Dass sie in meinem Herzen ruh.

Dir öffn ich, Jesu, meine Thür,

Ach komm und wohne Du bei mir,

Treib all Unreinigkeit hinaus

Aus deinem Tempel und Wohnhaus.

Lass deines guten Geistes Licht

Und dein hellglänzend Angesicht

Erleuchten mein Herz und Gemüth,

O Brunnquell unerschöpfter Güt.

Und mache denn mein Herz zugleich

An Himmelsgut und Segen reich;

Gieb Weisheit, Stärke, Rath, Verstand,

Aus deiner milden Gnadenhand.

So will ich deines Namens Ruhm

Ausbreiten als dein Eigenthum,

Und dieses achten für Gewinn,

Wenn ich nur Dir ergeben bin.

Heinrich Georg Neuss. 1664-1716.

The Christian’s Prayer. I.

Blessed are the pure in heart: for they shall see God.

St. Mat. v. 8.

A new and contrite heart create

In me, Thou God compassionate:

Shut close the gate, and keep the door,

That sin may enter in no more.

To Thee my soul I open wide,

Come, Jesu! and therein abide,

And from Thy temple, Lord, my heart,

Bid all unrighteousness depart.

Oh! let Thy Holy Spirit’s light,

And Thine own heavenly radiance bright,

O’erflow my spirit like a flood,

Eternal Source of every good!

Thus to my cleansed and contrite heart

Thy heavenly riches, Lord, impart;

And let Thy Wisdom, Truth, and Grace

Take root within the barren place.

Then shall I tell in grateful song

The praises that to Thee belong;

And while I live, my joy shall be

To consecrate myself to Thee.

Des Christen Gebet. II.

Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe,

Kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts.

O Gott, Du frommer Gott,

Du Brunnquell guter Gaben,

Ohn Den nichts ist was ist,

Von Dem wir alles haben:

Gesunden Leib gieb mir,

Und dass in solchem Leib

Ein unverletzte Seel

Und rein Gewissen bleib.

Gieb, dass ich thu mit Fleiss

Was mir zu thun gebühret,

Wozu mich dein Befehl

In meinem Stande führet;

Gieb, das ichs thue bald,

Zu der Zeit da ich soll;

Und wann ichs thu, so gieb

Dass es gerathe wohl.

Hilf, dass ich rede stets

Womit ich kann bestehen;

Lass kein unnützlich Wort

Aus meinem Munde gehen;

Und wenn in meinem Amt

Ich reden soll und muss,

So gieb den Worten Kraft

Und Nachdruck ohn Verdruss.

Findt sich Gefährlichkeit,

So lass mich nicht verzagen;

Gieb einen Heldenmuth,

Das Kreuz hilf selber tragen:

Gieb dass ich meinen Feind

Mit Sanftmuth überwind,

Und wenn ich Rath bedarf,

Auch guten Rath erfind.

Lass mich mit Jedermann

In Fried und Freundschaft leben,

So weit es christlich ist:

Willst Du mir etwas geben

An Reichthum, Gut und Geld,

So gieb auch diess dabei,

Dass von unrechtem Gut

Nichts untermenget sei.

Soll ich auf dieser Welt

Mein Leben höher bringen,

Durch manchen sauren Tritt

Hindurch ins Alter dringen;

So gieb Geduld, vor Sünd

Und Schanden mich bewahr,

Auf dass ich tragen mag

Mit Ehren graues Haar.

Las mich an meinem End

Auf Christi Tod abscheiden;

Die Seele nimm zu Dir

Hinauf zu deinen Freuden;

Dem Leib ein Räumlein gönn

Bei seiner Aeltern Grab,

Auf dass er seine Ruh

An ihrer Seiten hab.

Wenn Du die Todten wirst

An jenem Tag erwecken,

So thu auch deine Hand

Zu meinem Grab ausstrecken:

Lass hören deine Stimm,

Und meinen Leib weck auf;

Und führ ihn schön verklärt

Zum auserwählten Hauf.

Johann Heermann. 1585-1647.

The Christian’s Prayer. II.

Every good gift and every perfect gift is from above, and cometh down from the Father of Lights.

St. James, i. 17.

Thou good and gracious God,

Whose care to all extendeth,

On Whose Almighty Will

Creation all dependeth;

These my petitions grant,

Within a body found

A conscience uncorrupt,

A soul without a wound.

Make me with zeal pursue

My rightful occupation,

Do all as unto Thee,

And as becomes my station;

With promptness make me act,

And at the time most fit,

And when the act is done,

Then bless and prosper it.

O let me never speak

What bounds of truth exceedeth,

But watch that no vain word

From out my mouth proceedeth;

And when, if need must be,

I speak at duty’s call,

Grant that without offence

My words with force may fall.

In danger’s threatening hour,

Let me not flee despairing,

But, fighting faith’s good fight,

My Saviour’s standard bearing,

Let me with deeds of love

Turn fiercest foe to friend,

And when in doubt I stand,

Do Thou Thy counsel lend.

Make me, as Thou hast taught,

Love Christians all as brothers,

And, far as Christian ought,

Live peaceably with others.

Should worldly ease or wealth

E’er be my prosperous lot,

Let not therein be found

Riches unjustly got.

If Thou my term of days

In feeble old age lengthen,

And, with increasing years,

If griefs and troubles strengthen,

Give patience, faith, and love,

Unmurmuring all to bear,

And let no spot of sin

Disgrace my hoary hair.

Let me in my last hour

Find joy and peace in dying,

My only hope and trust

On Jesus’ Death relying;

Then let my soul ascend

To Thee in regions blest,

And by my parents’ side

My wearied body rest.

And when the last Great Day

Each secret thing revealeth,

Lord, let it be Thy Hand

Which then my grave unsealeth;

And let me hear Thy Voice

Bid me awake, arise!

And join Thy chosen saints,

All glorious in the skies.

Des Kranken Morgenlied.

Ich bin der Herr dein Gott, der deine rechte Hand stärket, und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, Ich helfe dir.

Nun tret ich wieder aus der Ruh,

Und geh dem sauern Tage zu,

Wie mir ist auferleget:

Nicht weiss ich, was für neue Plag

Mir heute noch begegnen mag;

Doch weiss ich, dass mich träget

Mein frommer Gott in seiner Hut,

Dass mir die Last nicht Schaden thut.

Zwar meine Bürd ist täglich neu,

Doch ist mein Gott auch täglich treu,

Der träget meine Sorgen;

Vor Abends Keiner recht vernimmt,

Was ihm den Tag all ist bestimmt:

Es bahnt ein jeder Morgen

Mir einen frischen Weg zur Pein,

Der kann mit Gott erstiegen sein.

Weil ich denn das versichert bin,

Was trauerst du, verzagter Sinn,

Die Bürd auf dich zu legen?

Trag was du kannst, Gott träget mit,

Der Herr der Welt, Der strauchelt nicht,

Bei Ihm ist lauter Segen;

Mit Ihm geh ich stets frisch daran,

Und scheue nicht die Leidensbahn.

So ist getrost mein frischer Muth,

Wenn ich mich in des Höchsten Gut

Kann eingeschlossen sehen;

Doch das ich des versichert sei,

Muss ich von Sünden leben frei,

Und Gottes Wege gehen:

Mein Gott geht nimmer meinen Steg,

Wo ich nicht wandle seinen Weg.

Drum, liebster Gott, leit meinen Fuss,

Dass ich Dir folg in wahrer Buss,

Und läutre mich von Sünden;

So kann ich, als ein kühner Held,

Bestreiten diese böse Welt,

Mit Dir sie überwinden:

So tret ich muthig an den Tag,

Und scheue nicht, was kommen mag.

Ich leg auf Dich, mein Gott und Herr,

Was mir zu tragen wird zu schwer,

Die Last, die mich gebogen:

Ich lege meine Würd und Stand

In deine grosse Allmachtshand,

Die Du mir nie entzogen:

Mit der hast Du von Jugend auf

Geleitet meinen Lebenslauf.

Ich leg in deinen Schooss hinein

Die meine Blutsverwandten sein,

Da sind sie wohl beschlossen:

Ich lege meine arme Seel

In Jesu sichre Wundenhöhl,

Du wirst sie nicht verstossen,

Wenn sie vom Leibe scheidt der Tod:

Ich leg mich ganz in Dich, mein Gott.

Anton Ulrich, Duke of Brunswick. 1633-1714.

The Invalid’s Morning Hymn.

I, the Lord thy God, will hold thy right hand, saying unto thee, Fear not, I will help thee.

Isaiah, xli. 13.

From blest, unconscious sleep I wake again,

To sense of cheerless days and wearing pain,

My sad, appointed lot;

I know not if to-day my righteous God

Will add fresh strokes of His chastising rod,

Yet be it so or not,

His love will guard me with its watchful care,

And keep me safe beneath the cross I bear.

Though every morning bring some burden new,

My heavenly Father every day is true,

Who all my sorrow feels;

No man before the evening’s close can say

What unforeseen event shall mark the day,

Which time alone reveals:

Each day may open some new path of pain,

Yet God will in that path my feet sustain.

Then why, faint heart, dost thou still hesitate,

Appalled and frightened at the burden’s weight

Upon thy shoulder laid?

Grasp it more firmly, and the Lord of all,

Who ne’er was known to stumble or to fall,

Thy staggering steps will aid:

Cheered by this thought, thou shalt no longer dread

The dreary way of that rough road to tread.

Fain would I take this comfort to my heart.

Could I but feel secure that I have part

In His almighty love;

Which blessed hope no flattering view can give,

Unless a life of holiness I live,

A saving faith to prove;

For if I walk not closely with my God,

I cannot lean on His supporting rod.

Now truly contrite, in Thy way direct

Make me henceforth to walk more circumspect,

And cleanse me from my sin;

Then, strengthened by Thy saving Arm of might,

I ’gainst this evil world shall bravely fight,

And shall the battle win:

With this conviction I my road pursue,

Regardless what each turn may bring to view.

I lay on Thee, my God and Saviour blest,

The weight which has my failing strength opprest,

Too ponderous to endure;

My worldly state with trusting faith I place

In Thine o’er-ruling Hand, throughout my race

My tried support and sure,

Which, from my youth, has never failed to guide

The changeful course of life’s eventful tide.

Allies and kindred now, and cherished friends,

To kind, protecting love my prayer commends

Of Thy paternal Heart;

To that safe refuge of Christ’s wounded Side

I trust my soul, its frailties there to hide,

When soul and body part,

And from this suffering frame at length set free,

I lay myself, O God, at rest on Thee.

Trost des Traurenden.

Unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maasse wichtige Herrlichkeit.

Wem in Leidenstagen

Aller Trost steht fern,

Der vertrau sein Klagen

Seinem Gott und Herrn.

Er blickt in die Kammer,

Wo der Dulder weint,

Wenn in seinem Jammer

Er verlassen scheint.

Gott bleibt nicht verborgen

Was dich trübt und quält;

Er kennt deine Sorgen

Und weiss was dir fehlt.

Richte deine Blicke

Nach Ihm himmelwärts,

Wenn im Missgeschicke

Zagend ist dein Herz.

Auch dir wird Er lindern

Dein verborgnes Leid,

Der stets seinen Kindern

Helfen ist bereit.

Alle deine Leiden

Sind des Trosts nicht werth,

Nicht der süssen Freuden,

Die dein Herz erfährt,

Wenn Er mit Erbarmen

An sein Herz dich drückt,

Und in seinen Armen

Für dein Leid erquickt.

Heinrich Siegmund Oswald. 1793.

The Mourner’s Consolation.

Our light affliction, which is but for a moment, worketh for us a far more exceeding and eternal weight of glory.

2 Cor. iv. 17.

Oh! let him whose sorrow

No relief can find,

Trust in God, and borrow

Ease for heart and mind.

Where the mourner weeping

Sheds the secret tear,

God His watch is keeping,

Though none else be near.

God will never leave thee,

All thy wants He knows,

Feels the pains that grieve thee,

Sees thy cares and woes.

Raise thine eyes to heaven

When thy spirits quail,

When, by tempests driven,

Heart and courage fail.

When in grief you languish,

He will dry the tear,

Who His children’s anguish

Soothes with succour near.

All thy woe and sadness

In this world below,

Balance not the gladness

Thou in heaven shalt know,

When thy gracious Saviour,

In the realms above,

Crowns thee with His favour,

Fills thee with His love.

Der Leidensweg.

Welchen der Herr lieb hat, den züchtiget Er; Er stäupet aber einen jeglichen Sohn den Er aufnimmt.

Gott, Den ich als Liebe kenne,

Der Du Krankheit auf mich legst,

Und des Leidens Gluth erregst,

Dass ich davon stöhn und brenne:

Brenne doch das Böse ab,

Das den Geist bisher gehindert,

Das der Liebe Regung mindert,

Die ich öfters von Dir hab.

In der Schwachheit sei Du kräftig,

In den Schmerzen sei mir süss;

Schaffe, dass ich Dich geniess,

Wenn die Krankheit streng und heftig:

Denn was jetzt den Leib bewegt,

Was mein Fleisch und Mark verzehret,

Was den Körper jetzt beschweret,

Hat die Liebe selbst erregt.

Leiden ist jetzt mein Geschäfte;

Anders kann ich jetzt nicht thun,

Als nur in dem Leiden ruhn:

Leiden müssen meine Kräfte,

Leiden ist jetzt mein Gewinnst;

Das ist jetzt des Vaters Wille,

Den verehr ich sanft und stille,

Leiden ist mein Gottesdienst.

Gott, ich nehms aus deinen Händen

Als ein Liebeszeichen an,

Denn in solcher Leidensbahn

Willst Du meinen Geist vollenden:

Auch die Labung, die man mir

Zu des Leibes Nothdurft giebt,

Kommt von Dir, Der mich geliebet,

Alles kommt, mein Gott, von Dir.

Lass nur nicht den Geist ermüden

Bei des Leibes Mattigkeit,

Dass er sich zu aller Zeit

In Dich senk in Lieb und Frieden:

Lass des Leibes Angst und Schmerz

Nicht der Seelen Auffahrt hindern

Und die Ruhe in mir mindern;

Unterstütze Du das Herz.

Hilf mir, dass ich ganz bescheiden

Und mit aller Freudigkeit,

Ruhe und Gelassenheit,

Mög auf meinem Bette leiden:

Denn wer so am Fleische leidt,

Wird gereinigt von den Sünden,

Und durch schmerzliches Empfinden

Nur an seinem Geist erneut.

Dir empfehl ich nun mein Leben,

Und dem Kreuze meinen Leib;

Gieb, dass ich mit Freuden bleib

An Dich völlig übergeben:

Denn so weiss ich festiglich,

Ich mag leben oder sterben,

Dass ich nicht mehr kann verderben;

Denn die Liebe reinigt mich.

Christian Friedrich Richter. 1676-1711.

The Path of Grief.

Whom the Lord loveth He chasteneth, and scourgeth every son whom He receiveth.

Hebrews, xii. 6.

O God, Whose attributes shine forth in turn,

To me conspicuous as a God of Love,

Since with weak health Thou dost my patience prove,

And kindlest fires of grief that fiercely burn;

Burn in the furnace of affliction’s fire

All that has been a hindrance and a let,

When, through Thy grace, my heart was fully set

To serve Thee as Thy righteous laws require.

In hours of weakness, O be Thou my Strength!

My Source of comfort, when by anguish tried;

And let thy joy within my breast abide,

Through agonizing days of tedious length:

What though incessant pain through weary hours

My flesh and bones in constant torture keep,

Though ceaseless throbbings bar my eyes from sleep,

’Tis love that on my head its blessing showers.

My sole employment now the whole day long,

The only talk my time to occupy,

Is still in meek submission here to lie;

To suffer weakness makes me grow more strong,

To suffer loss of health is greatest gain;

Reposing in my heavenly Father’s Will,

In silent adoration I lie still;

My only service is to suffer pain.

As token, Lord, of thy great love I take

The pains I suffer, calm in this belief,

That thou dost purpose through my path of grief

My soul more perfect in thy sight to make:

The tender watchful care of nursing friends,

With kind attempts my suffering to relieve,

As from thy gracious Hand I will receive,

Since ’tis thy love the welcome succour sends.

Let not my soul halt in its heavenward race,

By weakness of this woe-worn frame opprest;

But let it evermore find peace and rest

In Thee, O Lord, and thy refreshing grace:

Then shall no constant ache, or sudden smart

Impede my spirit in its upward flight,

Or my repose and inward comfort blight;

O be Thou still the Stay of my poor heart!

So long as Thou seest fit my faith to try,

Let me with firm, serene, and tranquil mind,

Entirely to thy Holy Will resigned,

Unmurmuring on my bed of sickness lie;

Since it is through the offending body’s pains,

The groaning spirit is made white and tried,

And from that human frailty purified,

Which with each tenant of the earth remains.

My span of days to Thee I dedicate,

Content to bear with Thee the blessed Cross;

Let me, through joy and grief, in gain or loss,

With trusting heart commit to Thee my fate:

I fear no ill, of this conviction sure,

That whether my sad journey’s end be near,

Or long in weakness I must linger here,

Love works my good by all that I endure.

Kindliches Gemüthe.

Es sey denn, dass ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

O liebe Seele, könntst du werden

Ein kleines Kindchen noch auf Erden,

Ich weiss gewiss, es käm noch hier

Gott und sein Paradies zu dir.

Ein Kind kann nicht an Gold noch Schätzen,

Noch Pracht der Reden sich ergötzen:

Man mach es arm, man mach es reich,

Es gilt ihm Alles eben gleich.

Der Menschen Ansehn gilt ihm wenig,

Es fürchtet weder Fürst noch König:

O Wunder, und ein Kind ist doch

So arm, so schwach, so kleine noch!

Es kennet kein verstelltes Wesen,

Man kanns aus seinen Augen lesen:

Es thut einfältig was es thut,

Und denkt von Andern nichts als gut.

Mit Forschen und mit vielem Denken

Kann sich ein Kind das Haupt nicht kränken:

Es lebt in süsser Einfalt so

Im Gegenwärtigen ganz froh.

Ein Kindchen kann allein nicht stehen,

Geschweige, dass es weit sollt gehen;

Es hält die liebe Mutter fest,

Und so sich führn und tragen lässt.

Ein Kindchen kann nicht überlegen,

Es lässt sich heben, tragen, legen,

Denkt nicht an Schaden und Gefahr,

Es bleibt nur überlassen gar.

Ein Kind weiss nichts von fremden Sachen;

Was Andre thun, was Andre machen,

Was ihm vor Augen wird gethan,

Schaut es in stiller Unschuld an.

Sein liebstes Werk und höchst Vergnügen

Ist in der Mutter Armen liegen,

Sie anzusehen spät und früh,

Und zärtlich zu umarmen sie.

O süsse Unschuld, Kinderwesen!

Die Weisheit hab ich mir erlesen,

Wer dich besitzt ist hoch gelehrt

Und in des Höchsten Augen werth.

O Kindheit, die Gott selber liebet,

Die Jesu Geist alleine giebet,

Wie sehnet sich mein Herz nach Dir!

O Jesu, bilde Dich in mir!

O Jesu, lass mich doch auf Erden

Ein solch unschuldges Kindlein werden;

Ich weiss gewiss, so kommt schon hier

Gott und sein Paradies zu mir.

Gerhard Tersteegen. 1697-1769.

Childlike Temper.

Except ye be converted, and become as little children, ye shall not enter into the kingdom of heaven.

St. Matt. xviii. 3.

Soul, while on earth thou still remainest,

If thou a childlike frame retainest,

With thee, e’en here, I know full well,

God and His Paradise will dwell.

A child does not in gold or treasure,

Or dazzling pomp of words take pleasure;

For whether he be poor or rich

Is one to him, he cares not which.

He holds not men in admiration;

Nor prince, nor king, nor lofty station

Can e’er a little child appal,

Yet is he poor, and weak, and small.

Still in his eyes his soul revealing,

He dreams not, knows not of concealing;

Does all he does with single mind,

And thinks of others what is kind.

No anxious thoughts his bosom vexing,

No fond conceits his head perplexing,

In sweet simplicity he lives,

Happy in what the present gives.

A child can not go any distance,

Nay, can not stand without assistance;

He holds his mother closely pressed,

And lets her lead where she sees best.

No projects in his mind combining,

To others’ arms his fate resigning,

He fears not mischief may befall,

But passively submits to all.

No care on others’ things bestowing,

Of others’ actions nothing knowing,

Whate’er before his eyes is done,

In innocence he still looks on.

All day ’tis his beloved employment,

From morn till eve his chief enjoyment,

To gaze upon his mother’s face,

Or cling to her with fond embrace.

O Innocence! sweet child’s existence!

This have I learnt through God’s assistance—

He who possesses thee is wise,

And valued in th’ Almighty’s eyes.

O childhood! well-beloved of heaven!

Whose mind by Christ alone is given,

How longs my heart to feel like thee!

O Jesu! form Thyself in me.

Lord, let me, while on earth remaining,

Thus live, a childlike frame retaining;

Then with me here, I know full well,

God and His Paradise will dwell.

Lied an dem Gott der Liebe.

Darinnen stehet die Liebe: nicht das wir Gott geliebet haben, sondern dass Er uns geliebet hat.

Liebe, die Du mich zum Bilde

Deiner Gottheit hast gemacht,

Liebe, die Du mich so milde

Nach dem Fall hast wiederbracht,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die Du mich erkoren,

Eh als ich geschaffen war,

Liebe, die Du Mensch geboren

Und mir gleich wardst ganz und gar,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die für mich gelitten

Und gestorben in der Zeit,

Liebe, die mir hat erstritten

Ewge Lust und Seligkeit,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die Du Kunst und Leben,

Licht und Wahrheit, Geist und Wort,

Liebe, die sich blos ergeben

Mir zum Heil und Seelenhort,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die mich hat gebunden

An ihr Joch mit Leib und Sinn,

Liebe, die mich überwunden

Und mein Herze hat dahin,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die mich ewig liebet,

Die für meine Seele litt,

Liebe, die das Lösgeld giebet

Und mich kräftiglich vertritt,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die mich wird erwecken

Aus dem Grab der Sterblichkeit,

Liebe, die mich wird umstecken

Mit dem Laub der Herrlichkeit,

Liebe, Dir ergeb ich mich,

Dein zu bleiben ewiglich.

Johann Angelus. 1624-1677.