Die Himmelsstadt.

Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen:

Und Er wird bei ihnen wohnen.

Jerusalem, du hochgebaute Stadt,

Wollt Gott, ich wär in dir!

Mein sehnlich Herz so gross Verlangen hat,

Und ist nicht mehr bei mir:

Weit über Berg und Thale,

Weit über blache Feld

Schwingt es sich überalle,

Und eilt aus dieser Welt.

O schöner Tag, und noch viel schönre Stund,

Wann wirst du kommen schier?

Da ich mit Lust, mit Freud und freiem Muth

Die Seele geb von mir

In Gottes treue Hände,

Zum auserwählten Pfand,

Dass sie mit Heil anlände

In jenem Vaterland.

Im Augenblick wird sie erheben sich

Bis an das Firmament,

Wenn sie verlässt so sanft, so wunderlich

Die Stätt der Element:

Fährt auf Eliä Wagen

Mit froher Engel Schaar,

Die sie in Händen tragen,

Umgeben ganz und gar.

O Ehrenburg, sei nun gegrüsset mir,

Thu auf der Gnaden Pfort:

Wie grosse Zeit hat mich verlangt nach dir,

Eh ich bin kommen fort

Aus jenem bösen Leben,

Aus jener Nichtigkeit,

Und mir Gott hat gegeben

Das Erb der Ewigkeit!

Was für ein Volk, was für ein edle Schaar

Kommt dort gezogen schon?

Was in der Welt von Auserwählten war,

Seh ich, die beste Kron,

Die Jesus mir, der Herre,

Entgegen hat gesandt,

Da ich noch war so ferne

In meinem Thränenland.

Propheten gross und Patriarchen hoch,

Auch Christen insgemein,

Die weiland dort trugen des Kreuzes Joch

Und der Tyrannen Pein,

Schau ich in Ehren schweben,

In Freiheit überall,

Mit Klarheit hell umgeben,

Mit sonnenlichtem Stral.

Wenn dann zuletzt ich angelanget bin

Im schönen Paradeis,

Von höchster Freud erfüllet wird der Sinn,

Der Mund voll Lob und Preis:

Das Alleluia reine

Singt man in Heiligkeit,

Das Hosianna feine

Ohn End in Ewigkeit.

Mit Jubelklang dort vor des Lammes Thron,

In Chören ohne Zahl,

Dass von dem Klang und von dem süssen Ton

Erbebt der Freudensaal:

Mit hunderttausend Zungen,

Mit Stimmen noch viel mehr,

Wie von Anfang gesungen

Des Himmels selig Heer.

Johann Matthäus Meyfart. 1590-1642.

The Heavenly City.

Behold, the tabernacle of God is with men, and He will dwell with them, and they shall be His people.

Rev. xxi. 3.

Jerusalem! thou City towering high,

Would God I were in thee!

My longing soul doth ever pant and sigh

Within thy walls to be;

By faith from earth it sallies,

And far o’er stretching plains,

Far over hills and valleys,

Soars till thy gate it gains.

O joyful day, and O thrice joyful hour,

When will thy dawn appear,

When I, with heart released from sin’s dread power,

And joy unmixed with fear,

My parting soul commending

To God’s own faithful hand,

Shall, at my journey’s ending,

Reach that blest Fatherland!

Then in a moment shall my spirit quit

This lower element;

In silent mystery high-soaring flit

To heaven’s bright firmament,

Elijah’s chariot mounting,

Borne on sustaining hands,

That baffle powers of counting,

Of joyful angel bands.

Hail, glorious City! O that thou wouldst ope

Thy gates of mercy wide,

To enter which, with still deferrèd hope,

I long have groaned and sighed,

While here my weary spirit,

In this bleak world of sin,

The kingdom I inherit

Has thirsted sore to win.

Who are these myriads bright, whose glorious band

In countless throng appears,

By Jesus sent to meet me on the strand

Of this dark land of tears?

Of endless life the winners,

These are His joy and crown,

Whom from this world of sinners

He chose to be His Own.

Prophets and patriarchs there, and Christians all

Who have, in every age,

Endured the cross, or, at their Master’s call,

Braved persecution’s rage,

Now, amid joy unbounded,

From earthly care set free,

With cloudless day surrounded,

A dazzling host I see.

When God to his blest paradise of joy

My soul at length shall raise,

Pleasures shall fill my mind which never cloy,

My mouth glad notes of praise:

Voices in concord vying

There Alleluia sing;

Unwearied still replying,

There loud hosannas ring.

From choir to choir, before the Lamb’s bright throne,

The sound is borne along,

Till joy’s bright temple to the wondrous tone

Vibrates in choral song.

In notes of exultation

Unnumbered voices rise,

As since the first creation

They echo through the skies.

Das unschuldige Lamm.

Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird.

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

Der Welt und ihrer Kinder,

Es geht und träget in Geduld

Die Sünden aller Sünder;

Es geht dahin, wird matt und krank,

Ergiebt sich auf die Würgebank,

Verzicht auf alle Freuden,

Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott,

Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod,

Und spricht: Ich wills gern leiden.

Mein Lebetage will ich Dich

Aus meinem Sinn nicht lassen,

Dich will ich stets, gleich wie Du mich,

Mit Liebesarmen fassen:

Du sollst sein meines Herzens Licht,

Und wenn mein Herz in Stücken bricht,

Sollst Du mein Herze bleiben:

Ich will mich Dir, mein höchster Ruhm,

Hiermit zu deinem Eigenthum

Beständiglich verschreiben.

Ich will von deiner Lieblichkeit

Bei Nacht und Tage singen,

Mich selbst auch Dir zu aller Zeit

Zum Freudenopfer bringen:

Mein Bach des Lebens soll sich Dir

Und deinem Namen für und für

In Dankbarkeit ergiessen;

Und was Du mir zu gut gethan,

Dass will ich stets, so tief ich kann,

In mein Gedächtniss schliessen.

Was schadet mir des Todes Gift!

Dein Blut das ist mein Leben:

Wenn mich des Kreuzes Hitze trifft,

So kann mirs Schatten geben;

Setzt mir der Wehmuth Schmerzen zu,

So find ich bei Dir meine Ruh,

Wie auf dem Bett ein Kranker;

Und wenn des Kreuzes Ungestüm

Mein Schifflein treibet um und um,

So bist Du dann mein Anker.

Wenn ich soll endlich treten ein

In deines Reiches Freuden,

So soll diess Blut mein Purpur sein,

Ich will mich darein kleiden;

Es soll sein meines Hauptes Kron,

In welcher ich will vor den Thron

Des höchsten Vaters gehen,

Und Dir, dem er mich anvertraut,

Als eine wohlgeschmückte Braut

An deiner Seiten stehen.

Paul Gerhard. 1606-1676.

The Spotless Lamb.

He is brought as a lamb to the slaughter.

Isaiah, liii. 7.

A holy, pure, and spotless Lamb

Once came to earthly regions;

To bear the weight of sins He came,

Of this world’s countless legions:

A weary way He humbly trod;

When scourged by man’s chastising rod,

Bore all with resignation:

Mid blows and wounds He silent stood,

Till, laid upon the fatal Wood,

He died, a meek Oblation.

Then all day long and every day

My thoughts on this remaining,

Such love with love I will repay,

Love constant and unwaning.

Lord, Thou shalt be my Beacon-light,

To guide me through the world’s dark night,

And cheer my heart in sorrow;

Henceforth myself and all that’s mine

To thee entirely I consign,

From Whom all things I borrow.

By morn and eve my theme shall be

Thy mercy’s wondrous measure;

To sacrifice myself to Thee

My foremost aim and pleasure:

As flows my life’s swift stream along,

Thou still shalt hear a grateful song

Its onward course attending;

From memory’s clearest fount, the thought

Of what Thy love for me has wrought,

With all its eddies blending.

No more I fear death’s fatal sting,

Thy Blood ’gainst death shall arm me:

Beneath the shadow of Thy Wing,

No scorching sun can harm me:

By weight of anxious thought opprest,

On Thee my weary soul shall rest,

As sick man on his pillow:

My Anchor, when ’mid storms of woe,

My bark is driven to and fro,

On trouble’s restless billow.

And when I come before Thy Throne

On Resurrection Morning,

The glorious crown which Thou hast won,

My blissful head adorning,

May I be placed on Thy right side,

With Thy loved Church, Thy chosen Bride,

Drawn out from every nation;

No more of God’s just wrath afraid,

In Purple of Thy Blood arrayed,

And garments of salvation.

Aufsehend auf Jesum.

Wachset in der Gnade und Erkenntniss unsers Herrn und Heilands Jesu Christi.

Halt im Gedächtniss Jesum Christ,

O Mensch, Der auf die Erden

Vom Thron des Himmels kommen ist,

Dein Bruder da zu werden;

Vergiss nicht, dass Er dir zu Gut

Hat angenommen Fleisch und Blut:

Dank Ihm für diese Liebe.

Halt im Gedächtniss Jesum Christ,

Der für dich hat gelitten,

Ja gar am Kreuz gestorben ist,

Und dadurch hat bestritten

Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod,

Und dich erlöst aus aller Noth:

Dank Ihm für diese Liebe.

Halt im Gedächtniss Jesum Christ,

Der auch am dritten Tage

Siegreich vom Tod erstanden ist,

Befreit von Noth und Plage:

Bedenke, dass Er Fried gemacht,

Sein Unschuld Leben wieder bracht:

Dank Ihm für diese Liebe.

Halt im Gedächtniss Jesum Christ,

Der nach den Leidenszeiten

Gen Himmel aufgefahren ist,

Die Stätt dir zu bereiten,

Da du sollst bleiben allezeit

Und sehen seine Herrlichkeit:

Dank Ihm für diese Liebe.

Halt im Gedächtniss Jesum Christ,

Der einst wird wiederkommen,

Und sich, was todt und lebend ist,

Zu richten vorgenommen:

O denke, dass du da bestehst

Und mit Ihm in sein Reich eingehst,

Ihm ewiglich zu danken.

Gieb, Jesu, gieb, dass ich Dich kann

Mit wahrem Glauben fassen,

Und nie, was Du an mir gethan,

Mög aus dem Herzen lassen,

Dass dessen ich in aller Noth

Mich trösten mög, und durch den Tod

Zu Dir ins Leben dringen.

Cyriacus Günther. 1650-1704.

Looking unto Jesus.

Grow in grace, and in the knowledge of our Lord and Saviour Jesus Christ.

2 St. Peter, iii. 18.

Bear Jesus Christ the Lord in mind,

Who left His heavenly throne,

And, out of love to humankind,

Put human nature on—

Our Brother, born of flesh and blood,

To make His sure salvation good;

Then thank Him for His love.

Bear Jesus Christ the Lord in mind,

Who sore by grief was tried;

A Ransom for our souls to find,

Upon the Cross He died:

He vanquished sin and every foe,

And saved us from eternal woe;

Then thank Him for His love.

Bear Jesus Christ the Lord in mind,

Who, freed from grief and pain,

A Conqueror death hath failed to bind,

The third day rose again;

The righteous acts of Christ the Lord

Have life and peace to man restored;

Than thank Him for His love.

Bear Jesus Christ the Lord in mind,

Who, all His sorrows past,

In light of those He left behind,

Returned to heaven at last,

There to prepare for us a place,

Where we shall always see His face;

Then thank Him for His love.

Bear Jesus Christ the Lord in mind,

Who, from His throne above,

Once more will come, the Judge assigned

Both quick and dead to prove;

Take heed that thou mayst stand the test,

And enter then His holy rest,

To thank Him for His love.

Lord, let me ever bear in mind,

And let my faith embrace

Thy love to me and all mankind,

And may Thy cheering grace

In hours of sorrow comfort give,

And cause me after death to live,

And thank Thee for Thy love.

Gottergebenheit.

Meine Seele dürstet nach Gott.

Nach Dir, o Gott, verlanget mich;

Mein Gott, ich denke stets an Dich:

Zieh mich nach Dir, nach Dir mich wend

Aus Zion deine Hülf mir send.

Ach, wer wird mich befreien doch

Von diesem schweren Sündenjoch?

O Herr, ich sehne mich nach Dir;

Befreie mich und hilf doch mir.

Es ist mein Will nach Dir gericht;

Doch das Vollbringen mir gebricht:

Und wenn ich hab was Guts gethan,

So klebt doch was Unreines dran.

Gedenke, dass ich bin dein Kind,

Vergieb und tilge meine Sünd;

Dass ich zu Dir, mit freiem Lauf,

Mich könne schwingen himmelauf.

Den Sinn der Welt rott in mir aus,

Sei Du nur Herr in meinem Haus;

Den Schild des Glaubens mir verleih,

Und brich des Feindes Pfeil entzwei.

Nach Dir, mein Gott, lass stets forthin

Gerichtet sein den ganzen Sinn:

Ich eigne Dich mir gänzlich zu,

Und such in Dir nur meine Ruh.

Hinweg, hinweg, du schnöde Lust,

Bleib mir auf Erden unbewusst;

Was mein Herz fort vergnügen soll,

Des ist allein der Himmel voll.

Ach, alles was mich reisst von Dir,

O höchstes Gut, das treib von mir:

In Dir, mein Gott, in Dir allein

Lass hinfort meine Freude sein.

Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig. 1633-1714.

Devotedness to God.

My soul is athirst for God.

Ps. xlii. 2.

O Lord! I long Thy face to see,

My thoughts for ever dwell with Thee:

Come, draw my heart, constrain my will,

And send me help from Sion’s hill.

Oh! who shall now my freedom win,

And save me from this yoke of sin?

My God, for Thee my soul doth thirst,

For Thou alone my bonds canst burst.

To keep Thy laws my will is bent,

But fails in the accomplishment:

E’en when I follow good, I find

Some stain of evil lurks behind.

Lord, on Thy child compassion take,

Blot out my sins for Jesu’s sake;

That thus my spirit more and more

With free ascent to heaven may soar.

The foolish worldly mind expel,

Sole Lord within my mansion dwell;

The shield of faith, my God, bestow,

And break sin’s poisoned shaft in two.

Let every thought and feeling be

Henceforth directed, Lord, to Thee:

Let heart and mind, by Thee possest,

Now seek in Thee alone their rest.

Unknown to me while here I stay,

Earth’s vain delights, away! away!

For now the joys of heaven above

Alone have power my heart to move.

Then bid, Thou Good Supreme, depart

Whate’er from Thee withdraws my heart;

In Thee, my God, and only Thee

Henceforth my every joy shall be.

Anrufung des Heiligen Geistes.

Siehe, Ich stehe vor der Thür und klopfe an: So jemand meine Stimme hören wird, und die Thür aufthun, zu dem werde Ich eingehen.

Zeuch ein zu deinen Thoren,

Sei meines Herzens Gast,

Der du, da ich geboren,

Mich neu geboren hast:

O hochgeliebter Geist

Des Vaters und des Sohnes,

Mit Beiden gleichen Thrones,

Mit Beiden gleich gepreist!

Zeuch ein, lass mich empfinden

Und schmecken deine Kraft,

Die Kraft, die uns von Sünden

Hülf und Errettung schafft;

Entsündge meinen Sinn,

Dass ich mit reinem Geiste

Dir Ehr und Dienste leiste,

Die ich dir schuldig bin.

Ich war ein wilder Reben,

Du hast mich gut gemacht;

Der Tod durchdrang mein Leben,

Du hast ihn umgebracht

Und in der Tauf erstickt,

Als wie in einer Fluthe

Mit dessen Tod und Blute,

Der uns im Tod erquickt.

Du bist das heilge Oele,

Dadurch gesalbet ist

Mein Leib und meine Seele

Dem Herren Jesu Christ

Zum wahren Eigenthum,

Zum Priester und Propheten,

Zum König, den in Nöthen

Gott schützt im Heiligthum.

Du bist ein Geist, der lehret

Wie man recht beten soll;

Dein Beten wird erhöret,

Dein Singen klinget wohl;

Es steigt zum Himmel an,

Es steigt und lässt nicht abe,

Bis der geholfen habe,

Der Allen helfen kann.

Du bist ein Geist der Freuden,

Vom Trauren hältst Du nicht,

Erleuchtest uns im Leiden

Mit deines Trostes Licht:

Ach ja wie manchesmal

Hast Du mit süssen Worten

Mir aufgethan die Pforten

Zum goldnen Freudensaal.

Du bist ein Geist der Liebe,

Ein Freund der Freundlichkeit,

Willst nicht, dass uns betrübe

Zorn, Zank, Hass, Neid und Streit:

Der Feindschaft bist Du feind,

Willst, dass durch Liebesflammen

Sich wieder thun zusammen

Die voller Zwietracht sind.

Du, Herr, hast selbst in Händen

Die ganze weite Welt,

Kannst Menschenherzen wenden,

Wie Dir es wohlgefällt:

So gieb doch deine Gnad

Zum Fried und Liebesbanden,

Verknüpf in allen Landen

Was sich getrennet hat.

Erhebe Dich und steure

Dem Herzleid auf der Erd,

Bring wieder und erneure

Die Wohlfarth deiner Herd:

Lass blühen wie zuvor

Die Länder, so verheeret,

Die Kirchen, so zerstöret

Durch Krieg und Feuers Zorn.

Beschirm die Obrigkeiten,

Bau unsers Fürsten Thron,

Lass Segen uns begleiten,

Schmück als mit einer Kron

Die Alten mit Verstand,

Mit Frömmigkeit die Jugend,

Mit Gottesfurcht und Tugend

Das Volk im ganzen Land.

Erfülle die Gemüther

Mit reiner Glaubenszier,

Die Häuser und die Güter

Mit Segen für und für:

Vertreib den bösen Geist,

Der Dir sich widersetzet,

Und, was dein Herz ergötzet,

Aus unserm Herzen reisst.

Gieb Freudigkeit und Stärke,

Zu stehen in dem Streit,

Den Satans Reich und Werke

Uns täglich anerbeut:

Hilf kämpfen ritterlich,

Damit wir überwinden,

Und ja zum Dienst der Sünden

Kein Christ ergebe sich.

Richt unser ganzes Leben

Allzeit nach deinem Sinn,

Und wenn wirs sollen geben

Ins Todes Rachen hin;

Wenns mit uns hier wird aus,

So hilf uns fröhlich sterben

Und nach dem Tod ererben

Des ewgen Lebens Haus.

Paul Gerhard. 1606-1676.

Invocation of the Holy Spirit.

Behold, I stand at the door and knock; if any man hear My Voice, and open the door, I will come in to him.

Rev. iii. 20.

Come, enter Thine own portal,

My heart is Thy domain;

Through Thee, though first born mortal,

I since was born again;

Thou Holy Spirit blest,

The Father’s honour bearing,

The Son’s great glory sharing,

Of equal power possest.

Come, my new life to cherish,

My constant Guest abide;

Lest after all I perish,

Daily new strength provide:

My heart make clean and sound,

That I due praise may render,

And worthy service tender,

To Thine allegiance bound.

An olive wild by nature

Thou grafftest me anew;

Death claimed me, though Thy creature,

As his own rightful due;

But Christ’s atoning Blood,

To me new life there granting,

Drowned Death, with all his vaunting,

In His baptismal flood.

With virtue unabated,

Thou art the Holy Oil,

Through which are consecrated

Soul, body, ease and toil,

To Christ, Whose guardian wings,

Where’er their lot appointed,

Protect His own anointed,

His prophets, priests, and kings.

Thy Grace our frail tongue teacheth,

Spirit of Holy Prayer,

Prayer that God’s Temple reacheth,

Song that mounts heaven’s stair;

Thy suit hath never failed,

For, skillful weapons using,

Thou wilt take no refusing,

Until Thou hast prevailed.

Thy bliss no sorrow knoweth,

Spirit of Holy Joy!

Thy Peace true calm bestoweth,

With none of earth’s alloy:

E’en in this mortal state,

Of pleasure’s golden mansion,

Oft-times with wide expansion,

Thou openest me the gate.

All discord wouldst Thou smother,

Spirit of Holy Love!

Wouldst have men love each other,

As angels do above:

The Friend of all below

Who act with love’s intention;

Of envy, strife, dissension,

Thou art the constant Foe.

Thou rulest every nation,

Each widely distant land;

Where’er men’s occupation,

Their hearts are in Thy Hand:

Let Thy controlling grace

In holy concord bind them,

Although dispersed it find them

Through every time and place.

Hear us, Thy help imploring,

And make heart-sorrow cease,

Thy scattered flock restoring

To union, joy, and peace:

Bid flourish once again

The lands by man forsaken,

The churches spoiled and shaken

By war’s unhallowed train.

Our rulers’ peace securing,

O shower Thy blessings down,

And make their thrones enduring;

Adorn, as with a crown,

With piety our youth,

Old men with wisdom fitting,

Fathers to sons transmitting,

From age to age, Thy Truth.

The true Faith’s influence nourish

Within each heart and mind,

While house and garner flourish

Beneath Thy favour kind:

Keep far, O far apart

The foe who makes his pleasure

To take away good treasure

Once sown within our heart.

With steadfast heart and joyous

Confirm our Christian band,

While ready to destroy us

The powers of darkness stand;

That so no Christian may,

With well-proved weapons furnished,

And armour brightly burnished,

To Satan fall a prey.

According to Thy pleasure

Our term of days dispose;

And when they reach their measure,

And earthly scenes must close,

Spirit of Holy Faith!

In that dread hour be near us,

With gladsome thoughts to cheer us,

Of life that knows no death!

Gottvertrauen.

Es ist ein grosser Gewinn,

Wer gottselig ist und lässet ihm genügen.

Was Gott thut, das ist wohl gethan;

So denken Gottes Kinder.

Wer auch nicht reichlich erndten kann,

Den liebet Gott nicht minder.

Er zieht das Herz

Nur himmelwärts,

Wenn Er sie lässt auf Erden

Beim Mangel traurig werden.

Was Gott thut, das ist wohl gethan

Im Nehmen und im Geben;

Was wir aus seiner Hand empfahn,

Genüget uns zum Leben.

Er nimmt und giebt,

Weil Er uns liebt;

Lasst uns in Demuth schweigen

Und vor dem Herrn uns beugen.

Was Gott thut, das ist wohl gethan;

Wer darf sein Walten richten,

Wenn Er, eh man noch erndten kann,

Den Segen will vernichten?

Weil Er allein

Der Schatz will sein,

Nimmt Er uns andre Güter,

Zum Heile der Gemüther.

Was Gott thut, das ist wohl gethan;

Es geh nach seinem Willen.

Lässt Er uns auch den Mangel nahn,

Er weiss das Herz zu stillen:

Wer wie ein Christ

Genügsam ist,

Kann auch an wenig Gaben

Mit Dankbarkeit sich laben.

Was Gott thut, das ist wohl gethan;

Lasst in Geduld uns fassen!

Er nimmt sich unser gnädig an,

Und wird uns nicht verlassen:

Er, unser Gott,

Weiss was uns noth,

Und wird es gern uns geben.

Kommt, lasst uns Ihn erheben!

Ungenannt.

Trust in God.

Godliness with contentment is great gain.

1 Timothy, vi. 6.

What God hath done is done aright,

So think all true believers;

They feel His love, they own His might,

Though fond hopes prove deceivers:

Mid seeming ill

God loves them still,

And, e’en by sorrow’s leaven,

Would raise their hearts to heaven.

What God hath done is done aright,

In gifts withheld or sent us;

And what sufficeth in His sight,

Should always well content us:

’Tis for our sakes

He gives or takes;

Then, humbly bowed before Him,

In silence we adore Him.

What God hath done is done aright;

Cease, faithless tears, to trickle;

What though our harvest He doth blight,

Ere we put in the sickle!

Who dares reprove,

When, all in love,

He thwarts our will and pleasure,

To be Himself our Treasure?

What God hath done is done aright,

Because ’tis His ordaining;

Though want may press, and cares affright,

He soothes the heart’s complaining:

The Christian will,

Contented still,

While fewest gifts possessing,

Rejoice with praise and blessing.

What God hath done is done aright,

May He submissive make us!

His gracious promise He doth plight,

That He will ne’er forsake us:

Our Saviour knows

Our wants and woes,

And all we need provideth:

Praise God, whate’er betideth!

Selbstgespräch eines Christen.

Herr Gott, du bist unsere

Zuflucht für und für.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Gott ist gut, der aus Erbarmen

Alle Hülf auf Erden thut,

Der mit Macht und starken Armen

Machet alles wohl und gut:

Gott kann besser als wir denken,

Alle Noth zum Besten lenken:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Soll Der schlummern oder schlafen,

Der das Aug hat zugericht?

Der die Ohren hat erschaffen,

Sollte Dieser hören nicht?

Gott ist Gott, der hört und siehet,

Wo dem Frommen weh geschiehet:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Der den Erdenkreis verhüllet

Mit den Wolken weit und breit,

Der die ganze Welt erfüllet,

Ist von uns nicht fern und weit;

Wer Gott liebt, dem will Er senden

Hülf und Trost an allen Enden:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Bist du schwer mit Kreuz beladen,

Nimm zu Gott nur deinen Lauf,

Gott ist gross und reich von Gnaden,

Hilft den Schwachen gnädig auf:

Gottes Gnade währet immer,

Seine Treu vergehet nimmer:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Wenn dich deine Sünden kränken,

Dein Verbrechen quält dich sehr,

Komm zu Gott, Er wird versenken

Deine Sünden in das Meer;

Mitten in der Angst der Höllen

Kann Er dich zufrieden stellen:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Will dich alle Welt verlassen,

Und weisst weder aus noch ein;

Gott wird dennoch dich umfassen,

Und im Leiden bei dir sein:

Gott ist, der es herzlich meinet,

Wo die Noth am grössten scheinet:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Lass den Himmel sammt der Erden

Immerhin zu Trümmern gehn;

Lass die Höll entzündet werden,

Lass den Feind erbittert stehn,

Lass den Tod und Teufel blitzen,

Wer Gott traut, den will Er schützen:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Gott lebet noch!

Seele, was verzagst du doch?

Musst du schon geängstet wallen

Auf der harten Dornenbahn;

Es ist Gottes Wohlgefallen,

Dich zu führen himmelan:

Gott will, nach dem Jammerleben,

Friede, Freud, und Wonne geben:

Seele, so bedenke doch,

Lebt doch unser Herr Gott noch.

Johann Friedrich Zihn. 1650-1719.

The Christian to his Soul.

Lord, Thou hast been our refuge from one generation to another.

Ps. xc. 1.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

God is good; from His compassion

Earthly help and comfort flow;

Strong is His Right Hand to fashion

All things well for men below:

Trial, oft the most distressing,

In the end has proved a blessing:

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

He who gave the ear its mission,

Shall He slumber once or sleep?

He who gave the eye its vision,

Sees He not when mortals weep?

God is God; His ear attendeth,

When the sigh our bosom rendeth;

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

He who gives the clouds their measure,

Stretching out the heavens alone;

He who stores the earth with treasure,

Is not far from every one:

God in hour of need defendeth

Him whose heart in love ascendeth:

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

Is thy cross too great and pond’rous,

Cast on Him thy grievous load;

God is great; His love is wondrous,

He will speed thee on thy road:

Truth and Mercy, sundered never,

Are His attributes for ever:

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

Is thy yoke of sin too galling,

Christ Himself has set you free,

Borne for you their weight appalling,

Cast them in oblivion’s sea:

Now in hell no longer living,

All is peace through God forgiving:

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

When the world would let thee perish,

Pathless all thy tangled way,

God the nearer draws, to cherish

Him who makes the Lord his stay:

Children oft that most He loveth

Thus with strictest rod He proveth:

Wherefore then, my foul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

Heaven’s huge vault may cleave asunder,

Earth’s round globe in ruins burst;

Devils’ fellest rage may thunder,

Death and hell may spend their worst

Then will God keep safe and surely

Those who trust in Him securely:

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

God liveth still!

Trust, my soul, and fear no ill:

Be thy life, until its ending,

One long course of grief or need,

God, in love the trial sending,

Thus to heaven thy soul would lead:

There will dawn, when cares are ended,

Joy and peace for ever blended:

Wherefore then, my soul, despair?

God still lives, Who heareth prayer.

Die Vergänglichkeit des Lebens.

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen:

Auf dass wir klug werden.

Ach, was ist doch unsre Zeit?

Flüchtigkeit!

Nebel, Rauch und Wind und Schatten:

Menschen können nicht bestehn;

Sie vergehn

Wie die Blumen auf den Matten:

Unser Leben fleucht behende;

Mensch, bedenke doch das Ende!

Menschen sind zerbrechlich Glas,

Nichtig Gras,

Blumen, die nicht lange stehen;

Ach, wie bald wird ihre Kraft

Hingerafft,

Wenn die Todeslüfte wehen:

Unser Leben fleucht behende;

Mensch, bedenke doch das Ende!

Jugend, die den Rosen gleicht,

Die verbleicht,

Ihre Schöne muss verschwinden;

Es vergeht durch Todesnacht

Alle Pracht,

Die wir an den Menschen finden:

Unser Leben fleucht behende;

Mensch, bedenke doch das Ende!

Menschen sind der Zeiten Spiel,

Und ein Ziel,

Drauf die Todespfeile fliegen:

Die wie schlanke Zedern stehn,

Gross und schön,

Müssen durch den Tod erliegen.

Unser Leben fleucht behende;

Mensch, bedenke doch das Ende!

Ach, der Tod ist dir gewiss,

Drum vergiss

Alles Eitle dieser Erden;

Lenke dich zur Ewigkeit

Jederzeit,

Willst du dort unsterblich werden:

Unser Leben fleucht behende;

Mensch, bedenke doch das Ende!

Schwinge dein Gemüth und Herz

Himmelwärts,

Wo nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden;

Denk an das, was ewig ist,

Lieber Christ,

Soll dich einst der Himmel weiden:

Unser Leben fleucht behende;

Mensch, bedenke doch dein Ende!

Ungenannt.