Weihnachtslied. I.

Ach dass die Hülfe aus Zion über Israel käme, und Gott sein gefangenes Volk erlösete:

So wurde sich Jacob freuen; und Israel fröhlich seyn.

Wir singen Dir, Immanuel,

Du Lebensfürst und Gnadenquell,

Du Himmelsblum und Morgenstern,

Du Jungfrausohn, Herr aller Herrn!

Wir singen Dir in deinem Heer

Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr,

Dass Du, o lang gewünschter Gast,

Dich nunmehr eingestellet hast.

Vom Anfang, da die Welt gemacht,

Hat so manch Herz nach Dir gewacht;

Dich hat gehofft so lange Jahr

Der Väter und Propheten Schaar.

Ach, dass der Herr aus Zion käm

Und unsre Bande von uns nähm:

Ach, dass die Hülfe bräch herein,

So würde Jacob fröhlich sein.

Nun bist Du hier, da liegest Du,

Hältst in dem Kripplein deine Ruh:

Bist klein und machst doch alles gross,

Bekleidst die Welt und kömmst doch bloss.

Du kehrst in fremder Hausung ein

Und sind doch alle Himmel dein,

Trinkst Milch aus einer Menschenbrust,

Und bist doch selbst der Engel Lust.

So fass ich Dich nun ohne Scheu,

Du machst mich alles Jammers frei:

Du trägst den Zorn, Du zwingst den Tod,

Verkehrst in Freud all Angst und Noth.

Du bist mein Haupt, hinwiederum

Bin ich dein Glied und Eigenthum,

Und will, so viel dein Geist mir giebt,

Stets dienen Dir, wie Dirs beliebt.

Ich will dein Alleluia hier

Mit Freuden singen für und für:

Und dort in deinem Ehrensaal

Solls schallen ohne Zeit und Zahl.

Paul Gerhard. 1606-1676.

Christmas Hymn. I.

O that the Salvation were given unto Israel out of Sion! O that the Lord would deliver His People out of captivity! Then should Jacob rejoice, and Israel should be right glad.

Ps. liii. 7, 8.

We sing to Thee, Emmanuel,

The Prince of Life, Salvation’s Well,

The Plant of Heaven, the Star of Morn,

The Lord of lords, the Virgin-born!

All glory, worship, thanks, and praise,

That Thou art come in these our days;

Thou Heavenly Guest expected long,

We hail Thee with a joyful song.

For Thee, since first the world was made,

Men’s hearts have waited, watched, and prayed;

Prophets and patriarchs, year by year,

Have longed to see Thy Light appear.

“O God,” they prayed, “from Sion rise,

And hear Thy captive people’s cries;

At length, O Lord, salvation bring,

Then Jacob shall rejoice and sing!”

Now Thou, by Whom the world was made,

Art in Thy Manger-cradle laid,

Maker of all things great, art small,

Naked Thyself, though clothing all.

Thou Who both Heaven and earth dost sway,

In strangers’ inn art fain to stay,

And though Thy power makes angels blest,

Dost seek Thy food from human breast.

Encouraged thus, our love grows bold

On Thee to lay our steadfast hold;

The Cross which Thou didst undergo

Has vanquished Death, and healed our woe.

Thou art our Head, then, Lord, of Thee

True living members we will be,

And, in the strength Thy Grace shall give,

Will live as Thou wouldst have us live.

As each short year goes quickly round,

Our Alleluias shall resound;

And, when we reckon years no more,

May we in heaven Thy Name adore.

Weihnachtslied. II.

Also hat Gott die Welt geliebt,

Dass Er seinen eingebornen Sohn gab.

Auf, schicke dich,

Recht feierlich

Des Heilands Fest mit Danken zu begehen:

Lieb ist der Dank,

Der Lobgesang,

Durch den wir Ihn, den Gott der Lieb, erhöhen.

Sprich dankbar froh:

Also, also

Hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet:

O wer bin ich,

Herr, dass Du mich

So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet?

Er, unser Freund,

Mit uns vereint,

Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren;

Er wird uns gleich,

Um Gottes Reich

Und seine Lieb im Fleisch zu offenbaren.

An Ihm nimm Theil,

Er ist das Heil;

Thu täglich Buss und glaub an seinen Namen:

Der ehrt Ihn nicht,

Wer Herr, Herr, spricht,

Und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen.

Aus Dank will ich

In Brüdern Dich,

Dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken;

Der Frommen Herz

In ihrem Schmerz

Mit Trost erfreun, und Dein dabei gedenken.

Rath, Kraft und Held,

Durch den die Welt

Und alles ist im Himmel und auf Erden:

Die Christenheit

Preist Dich erfreut,

Und aller Knie soll Dir gebeuget werden.

Erhebt den Herrn,

Er hilft uns gern,

Und wer Ihn sucht, den wird sein Name trösten:

Alleluia!

Alleluia!

Freut euch des Herrn, und jauchzt Ihm, ihr erlösten!

Christian Fürchtegott Gellert. 1715-1769.

Christmas Hymn. II.

God so loved the world, that He gave His only begotten Son.

St. John, iii. 16.

Come, tune your heart,

To bear its part,

And celebrate Messiah’s Feast with praises;

Let love inspire

The joyful choir,

While to the God of Love glad hymns it raises.

Exalt His Name!

With joy proclaim,

God loved the world, and through His Son forgave us;

Oh! what are we,

That, Lord, we see

Thy wondrous Love, in Christ Who died to save us!

Behold our Friend

His Love commend,

In that when foes He died to reconcile us;

Our flesh He took,

His Throne forsook,

That from His Kingdom God might not exile us.

Your refuge place

In His free Grace,

Trust in His Name, and day by day repent you;

Ye mock God’s Word,

Who call Him Lord,

And follow not the Pattern He hath lent you.

O Christ, to prove

For Thee my love,

In brethren Thee my hands shall clothe and cherish;

To each sad heart

Sweet hope impart,

When worn with care, with sorrow nigh to perish.

Heaven and earth

Received their birth

From Thee, in Whom both Strength and Wisdom blended;

Let heart and voice

In Thee rejoice;

Be every knee in adoration bended.

Come, praise the Lord!

In heaven are stored

Rich gifts for those who here His Name esteemèd;

Alleluia!

Alleluia!

Rejoice in Christ, and praise Him ye redeemèd!

Epiphaniaslied.

Ich bin die Wurzel des Geschlechts Davids:

Ein heller Morgenstern.

Im Abend blinkt der Morgenstern,

Die Weisen nahen sich von fern;

Im Niedergang entsteht ein Licht,

Das kennet keinen Aufgang nicht.

Es strahlet aus der Ewigkeit,

Und senket sich hier in die Zeit;

Sein heller Glanz vertreibt die Nacht,

Aus Finsterniss wird Tag gemacht.

O Jesu, heller Morgenstern,

Leucht in die Näh und in die Fern,

Dass du auch seist zu unsrer Zeit

Von uns erkannt und benedeit.

Ernst Lange. 1650-1727.

Epiphany Hymn.

I am the root and the offspring of David, and the bright and Morning Star.

Rev. xxii. 16.

The wondering sages trace from far

Bright in the west the Morning-Star

A Light illumes the western skies,

Seen never in the east to rise.

Eternity produced its blaze,

Time’s Fulness hails its nearer rays;

Its brightness chases night away,

And kindles darkness into Day.

O Jesu! brightest Morning-Star!

Shed forth Thy beams both near and far,

That all, in these our later days,

May know Thee, and proclaim Thy praise.

Gethsemane.

Der Herr warf unser aller Sünde auf Ihn.

Bei stiller Nacht,

Zur ersten Wach,

Erscholl ein banges Klagen;

Am düstern Ort,

Im Garten dort,

Begann ein Herz zu zagen.

Es war der Herr,

Er litt so schwer,

Die Seele rang im Qualen;

In grosser Noth,

Betrübt zum Tod,

Der Sünde Sold zu zahlen.

Den Adern heiss

Entquoll der Schweiss,

In schweren Tropfen Blutes;

Sein Herz ward leer,

Stets mehr und mehr,

Der Stärke und des Muthes.

Denn grenzenlos,

Unendlich gross,

Steht da vor seinem Blicke

Der Menschen Schuld

Gen Gottes Huld,

Ein Abgrund voll der Tücke.

Der Bösen Rath,

Der Frevler That,

Und aller Menschen Fehle,

Tritt grauenvoll,

Wie Höllengroll,

Vor die erschreckte Seele.

Die Sünden all,

Von Adams Fall,

Bis zu dem jüngsten Tage,

Der ganzen Fluch

Im Schuldenbuch

Liegt auf dem Herrn als Klage.

Ihm sich enthüllt,

Hoch angefüllt,

Der Kelch der bittern Leiden,

Von Judas Kuss,

Und falschem Gruss,

Bis zu der Seele Scheiden.

Die Peinigung

Vom Geisselschwung,

Der Schmerz der Dornenkrone,

Und jede Plag,

Und jede Klag,

Steht vor dem Menschensohne.

Und vor Ihm schwebt—

Er schaut’s und bebt—

Das Kreuz, vom Fluch beschweret;

Er fühlt die Qual,

Die Ihm am Pfahl

Des Lebens Mark verzehret.

Zur Erde fällt

Der Herr der Welt,

Ihm will die Brust zerspringen;

Blickt stöhnend dann

Den Himmel an,

Und ruft mit Händeringen:

O lass an Mir,

Gefällt es Dir,

Den Kelch vorübergehen!

Doch, Vater, nicht

Was mein Herz spricht,

Was Du willst soll geschehen.

Und dreimal schickt,

In Staub gebückt,

Der Mittler dieses Flehen

Zum Himmel auf—

Vom Himmel d’rauf

Wird Lind’rung seinen Wehen.

Heil uns! Er nimmt,

So Ihm bestimmt,

Den bittern Kelch der Leiden!

Anbetung Dir,

Herr, für und für,

Und Preis in ew’ge Zeiten!

Ungenannt.

Gethsemane.

The Lord hath laid on Him the iniquity of us all.

Isaiah, liii. 6.

Within a Garden’s bound,

Where still night reigned around,

A mournful cry of bitter anguish wailed;

There, hid from mortal gaze,

One knelt in deep amaze,

A Heart oppressed beneath its Burthen quailed.

That One, in travail sore,

Was our dear Lord, Who bore

Our sins’ great burthen that on Him was laid;

While none could bring relief,

To that exceeding grief,

The grief that made His human Soul afraid.

But lo! from those hot veins,

Forced out by mental pains,

Great Drops of Blood adown the verdure fall;

Such whelming fears assail,

That heart and courage fail,

As first essays of sin’s strange load appal.

No other gaze but His

Could fathom that abyss,

Whose lowest depths to Him stood all revealed;

The sins of Adam’s race,

Against God’s Love and Grace,

His thought embraced them all as thus He kneeled.

Ungodly counsels then,

And deeds of evil men,

All sins of each degree, of every kind;

Not as to mortal eyes,

But in their hellish guise,

Were then all bared to His Omniscient Mind.

The ponderous weight of all,

From Adam’s grievous fall,

Till earth’s Last Day and solemn Reckoning Time;

Of all God’s Books record,

The curse, the due reward,

Th’ iniquity of all now laid on Him!

That high-filled Cup of Woes,

His Prescient Mind foreknows,

From first approach of Judas’ torch-led host;

That false disciple’s kiss,

And all that followed this,

Till on the Cross He yielded up the ghost.

Each furrowed, bleeding gash,

From cruel scourge’s lash,

And sharpest pricks of that mock thorny Crown;

The insults, blows, and scorn,

That must be meekly borne,

These weigh the Son of Man’s meek Spirit down.

He sees with vision clear,

And shrinks with human fear,

The Cross with curse o’erlaid and angry doom;

The hours of racking pain

He must, nailed there, sustain,

While lingering death life’s marrow shall consume.

Maker and Lord of all!

Behold Him prostrate fall,

And humbly kneel in silent anguish there;

Till, with an inward groan,

Towards the Heavenly Throne,

With earnest pleading, He directs His Prayer.

“Father, to Thee I pray,

O take this Cup away!

Thou hast all power to do Thy Will Divine;

Remove, if it may be,

This Cup away from Me!

Yet, Father, not My Will be done, but Thine.”

Thus thrice our suffering Lord,

With Prostrate Form implored,

That even then that Hour might pass away;

Until from heaven, at length,

An angel brought Him strength,

And healing balm His troubled Soul to stay.

O well for us, indeed!

He took, as was decreed,

And drained the Cup His Heavenly Father gave;

And therefore songs of praise

We ransomed sinners raise,

To Him Who meekly died our souls to save.

Lied für den Charfreitag. I.

Er ist um unsrer Missethat willen verwundet,

Und um unsrer Sünde willen zerschlagen.

Herzliebster Jesu, was hast Du verbrochen,

Dass man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen?

Was ist die Schuld? in was für Missethaten

Bist Du gerathen?

Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet,

Gegeisselt und mit Dornen scharf gekrönet,

Mit Essig, als man Dich ans Kreuz gehenket,

Wirst Du getränket.

Was ist die Ursach aller solcher Plagen?

Ach, meine Sünden haben Dich geschlagen;

Ich, ach Herr Jesu! habe diess verschuldet,

Was Du erduldet.

Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe!

Der gute Hirte leidet für die Schaafe,

Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte,

Für seine Knechte.

Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt,

Der Böse lebt, der wider Gott misshandelt,

Der Mensch verwirkt den Tod, und ist entgangen,

Gott wird gefangen.

Ich war von Fuss auf voller Schand und Sünden,

Bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden,

Dafür hätt ich dort in der Höllen müssen

Ewiglich büssen.

O grosse Lieb, o Lieb ohn alle Masse,

Die Dich gebracht auf diese Marterstrasse!

Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden,

Und Du musst leiden.

Ach, grosser König, gross zu allen Zeiten,

Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten?

Kein menschlich Herze mag ihm diess ausdenken,

Was Dir zu schenken.

Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen,

Mit was doch dein Erbarmung zu vergleichen:

Wie kann ich Dir denn deine Liebesthaten

Im Werk erstatten!

Doch ist noch etwas, das Dir angenehme,

Wenn ich des Fleisches Lüfte dämpf und zähme,

Dass sie aufs Neu mein Herze nicht entzünden

Mit alten Sünden.

Weil aber diess nicht steht in eignen Kräften,

Dem Kreuze die Begierden anzuheften,

So gieb mir deinen Geist, Der mich regiere,

Zum Guten führe.

Alsdann so werd ich deine Huld betrachten,

Aus Lieb zu Dir die Welt für gar nichts achten,

Ich werde mich bemühen, deinen Willen

Stets zu erfüllen.

Ich werde Dir zu Ehren alles wagen,

Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen,

Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen

Nehmen zu Herzen.

Diess alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen,

Wirst Du es doch nicht gar bei Seite setzen,

In Gnaden wirst Du diess von mir annehmen,

Mich nicht beschämen.

Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne

Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone,

Da will ich Dir, wenn alles wird wohlklingen,

Lob und Dank singen.

Johann Heermann. 1585-1647.

Hymn for Good Friday. I.

He was wounded for our transgressions, He was bruised for our iniquities.

Isaiah, liii. 5.

What laws, my blessed Saviour, hast Thou broken,

That so severe a sentence should be spoken?

How hast Thou ’gainst Thy Father’s Will contended,

In what offended?

With scourges, blows, and spitting they reviled Thee,

They crowned Thy Brow with thorns while King they styled Thee;

When faint with pains Thy tortured Body suffered,

Then gall they offered.

Say! wherefore thus by woes wast Thou surrounded?

Ah! Lord, for my transgressions Thou wast wounded:

God took the guilt from me, who should have paid it,

On Thee He laid it.

How strange and marvellous was this correction!

Falls the good Shepherd in His sheep’s protection;

The servants’ debt behold the Master paying,

For them obeying.

The Righteous dies, Who walked with God true-hearted,

The sinner lives, who has from God departed;

By man came death, yet man its setters breaketh,

God it o’ertaketh.

The guilt and shame of sin had whelmed me over,

From head to foot no good couldst Thou discover;

For this in hell should I, with deep lamenting,

Be aye repenting.

But oh! the depth of love beyond comparing,

That brought Thee down from heaven, our burden bearing!

I taste all peace and joy that life can offer,

Whilst Thou must suffer!

Eternal King! in power and love excelling,

Fain would my heart and mouth Thy praise be telling,

But how can man’s weak powers at all come nigh Thee?

How magnify Thee?

Such wondrous love would baffle my endeavour,

To find its equal should I strive for ever:

How should my works, could I in all obey Thee,

Ever repay Thee!

Yet this shall please Thee, if devoutly trying

To keep Thy laws, mine own wrong will denying,

I watch my heart, lest sin again ensnare it,

And from Thee tear it.

But since I have not strength to flee temptation,

To crucify each sinful inclination,

Oh! let Thy Spirit grace and strength provide me,

And gently guide me.

Then shall I see Thy grace, and duly prize it,

For Thee renounce the world, for Thee despise it;

Then of my life Thy Laws shall be the measure,

Thy Will my pleasure.

For Thee I fain will bear all griefs and losses,

No persecution, no disgrace or crosses,

No pains of death or tortures e’er shall move me,

Howe’er they prove me.

This, though at little value Thou dost set it,

Yet Thou, O gracious Lord, wilt not forget it;

E’en this Thou wilt accept with grace and favour,

My blessed Saviour.

And when, O Christ, before Thy Throne so glorious,

Upon my head is placed the crown victorious,

Thy praise I will, while heaven’s full choir is ringing,

Be ever singing.

Lied für den Charfreitag. II.

Die Worte, die Ich rede,

Die sind Geist und sind Leben.

Da Jesus an des Kreuzes Stamm

Der ganzen Welt Sünd auf sich nahm,

Sprach Er in seinen Schmerzen

Noch sieben Wort, die lasset uns

Erwägen wohl im Herzen.

Zum ersten: Vater, strafe nicht

An ihnen, was mir jetzt geschieht,

Weil sie es nicht verstehen:

Vergieb uns, Gott, wenn wir auch noch

Aus Irrthum Sünd begehen.

Zum andern Er des Schächers dacht:

Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht

In meinem Reich heut leben:

O Herr, nimm uns auch bald zu Dir,

Die wir im Elend schweben.

Zum dritten: deinen Sohn sieh, Weib:

Johannes, ihr zu Dienste bleib

Und sie als Mutter liebe:

Versorg, Herr, die wir lassen hie,

Dass niemand sie betrübe.

Zum vierten sagte Er: mich dürst!

O Jesu, grosser Lebensfürst,

Du hast Durst und Verlangen

Nach unsrer Seligkeit, drum hilf,

Dass wir sie auch empfangen.

Zum fünften: o mein Gott! mein Gott!

Wie lässt Du Mich so in der Noth!

Hier wirst Du, Herr, verlassen,

Dass uns Gott wieder dort aufnehm:

Den Trost lass uns wohl fassen.

Zum sechsten: hiermit ists vollbracht,

Und alles nunmehr gut gemacht!

Gieb, dass wir auch durchdringen,

Und was Du, Herr, uns auferlegt,

Hilf seliglich vollbringen.

Zum siebenten: Ich meine Seel,

O Gott, mein Vater, Dir befehl

Zu deinen treuen Händen:

Diess Wort sei unser letzter Wunsch,

Wenn wir das Leben enden.

Wer oft an diese Wort gedenkt,

Wenn seine Missethat ihn kränkt,

Der wird es wohl geniessen:

Denn er durch Gottes Gnad erlangt

Ein ruhiges Gewissen.

Verleih uns diess, Herr Jesus Christ,

Der Du für uns gestorben bist;

Gieb, dass wir deine Wunden,

Dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod

Betrachten alle Stunden.

Johann Zwick. Died 1542.

Hymn for Good Friday. II.

The words that I speak unto you, they are spirit, and they are life.

St. John, vi. 63.

Seven Times our blessed Saviour spoke,

When on the Cross our sins He took,

And died lest man should perish:

Let us His last and dying Words

In our remembrance cherish.

“Forgive them, Father, just and true,

Forgive! they know not what they do;”

So far His Love extended:

Forgive us, Lord, where we too have

Through ignorance offended.

Now to the contrite thief He cries,

“Thou, verily, in Paradise

Shall meet Me ere to-morrow:”

Lord, take us to Thy Kingdom soon,

Who linger here in sorrow.

To weeping Mary standing by,

“Behold thy son!” now hear him cry,

To John, “Behold thy mother!”

Protect, Lord, those we leave behind,

Let each befriend the other.

Now from His Frame exhausted burst

Those few faint Words, “I thirst! I thirst!”

O Lord! for our salvation

Thy Thirst was great: then help us still

To overcome temptation.

Then rose that Cry, “My God, oh why

Forsake me in my Agony?”

Lord, Thou wast here forsaken,

That we might be received on high;

Let this our hope awaken.

Next, hear Him, ere His Spirit fled,

Proclaim aloud, “’Tis finishèd:”

To Thee our work commending,

May we each talk Thou dost impose

Bring to a joyful ending.

One piercing Cry, and all is done!

“Father, to Thy true Hands alone

I now commend My Spirit:”

Be this, when sinks our dying heart,

The wish that last shall stir it.

Whoe’er, by sense of sin opprest,

On These blest Words his thoughts doth rest,

Thence joy and hope obtaineth:

And, through God’s Love and boundless Grace,

A peaceful conscience gaineth.

O Jesu Christ! our Lord and Guide,

Who hast for our salvation died!

On this for ever dwelling,

May we each hour Thy Death regard,

Thy Grief, all grief excelling!

Osterlied.

Der Christum von den Todten auferwecket hat,

Der wird auch eure sterblichen Leiber lebendig machen.

Jesus lebt, mit Ihm auch ich:

Tod, wo sind nun deine Schrecken?

Er, Er lebt und wird auch mich

Von den Todten auferwecken:

Er verklärt mich in sein Licht;

Diess ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, Ihm ist das Reich

Ueber alle Welt gegeben;

Mit Ihm werd auch ich zugleich

Ewig herrschen, ewig leben:

Gott erfüllt was Er verspricht;

Diess ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, wer nun verzagt,

Lästert Ihn und Gottes Ehre;

Gnade hat Er zugesagt,

Dass der Sünder sich bekehre:

Gott verstösst in Christo nicht;

Diess ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, sein Heil ist mein,

Sein sei auch mein ganzes Leben;

Reines Herzens will ich sein,

Und den Lüsten widerstreben:

Er verlässt den Schwachen nicht;

Diess ist meine Zuversicht.

Jesus lebt; ich bin gewiss,

Nichts soll mich von Jesu scheiden,

Keine Macht der Finsterniss,

Keine Herrlichkeit, kein Leiden:

Er giebt Kraft zu dieser Pflicht;

Diess ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, nun ist der Tod

Mir der Eingang in das Leben:

Welchen Trost in Todesnoth

Wird Er meiner Seele geben,

Wenn sie gläubig zu Ihm spricht:

Herr, Herr, meine Zuversicht!

Christian Fürchtegott Gellert. 1715-1769.

Easter Hymn.

He that raised up Christ from the dead, shall also quicken your mortal bodies.

Rom. viii. 11.

Jesus lives! no longer now

Can thy terrors, Death, appal me;

Jesus lives! by this I know

From the grave He will recall me;

Brighter scenes at death commence;

This shall be my confidence.

Jesus lives! to Him the Throne

High o’er heaven and earth is given;

I may go where He is gone,

Live and reign with Him in heaven:

God through Christ forgives offence;

This shall be my confidence.

Jesus lives! Who now despairs,

Spurns the Word which God hath spoken:

Grace to all that Word declares,

Grace whereby sin’s yoke is broken:

Christ rejects not penitence;

This shall be my confidence.

Jesus lives! for me He died;

Hence will I, to Jesus living,

Pure in heart and act abide,

Praise to Him and glory giving:

Freely God doth aid dispense;

This shall be my confidence.

Jesus lives! my heart knows well

Nought from me His Love shall sever;

Life, nor death, nor powers of hell,

Part me now from Christ for ever:

God will be a sure Defence;

This shall be my confidence.

Jesus lives! henceforth is death

Entrance-gate of life immortal;

This shall calm my trembling breath,

When I pass its gloomy portal:

Faith shall cry, as fails each sense,

Lord, Thou art my Confidence.

Himmelfahrtslied.

Gott fähret auf mit Jauchzen,

Und der Herr mit heller Posaune.

Gott fähret auf gen Himmel

Mit frohem Jubelschall,

Mit prächtigem Getümmel

Und mit Posaunenhall:

Lobsingt, lobsinget Gott,

Lobsingt, lobsingt mit Freuden

Dem Könige der Heiden,

Dem Herren Zebaoth.

Der Herr wird aufgenommen,

Der ganze Himmel lacht;

Um Ihn gehn alle Frommen,

Die Er hat frei gemacht:

Es holen Jesum ein

Die lauten Seraphinen;

Den hellen Cherubinen

Muss Er willkommen sein.

Wir wissen nun die Stiege,

Die unser Haupt erhöht;

Wir wissen zur Genüge,

Wie man zum Himmel geht:

Der Heiland geht voran,

Will uns nicht nach sich lassen;

Er zeiget uns die Strassen,

Er bricht uns sichre Bahn.

Wir sollen himmlisch werden,

Der Herre macht uns Platz;

Wir gehen von der Erden

Dorthin, wo unser Schatz:

Ihr Herzen, macht euch auf!

Wo Jesus hingegangen,

Dahin sei das Verlangen,

Dahin sei euer Lauf.

Lasst uns gen Himmel dringen

Mit herzlicher Begier;

Lasst uns zugleich auch singen:

Dich, Jesu, suchen wir!

Dich, o Du Gottes Sohn,

Dich Weg, Dich wahres Leben,

Dem alle Macht gegeben,

Dich unsers Herzens Kron!

Wann soll es doch geschehen?

Wann kommt die liebe Zeit,

Dass wir Ihn werden sehen

In seiner Herrlichkeit?

Du Tag, wann wirst du sein,

Dass wir den Heiland grüssen,

Dass wir den Heiland küssen:

Komm, stelle dich doch ein!

Gottfried Wilhelm Sacer. 1635-1699.

Hymn for Ascension Day.

God is gone up with a shout, the Lord with the sound of a trumpet.

Ps. xlvii. 5.

Lo! God to heaven ascendeth!

Throughout its regions vast,

With shouts triumphant blendeth

The trumpet’s thrilling blast:

Sing praise to Christ the Lord,

Sing praise with exultation!

King of each heathen nation!

The God of Hosts adored!

With joy is heaven resounding,

Christ’s glad return to see;

Behold the saints surrounding

The Lord who set them free:

Bright myriads thronging come;

The cherub-band rejoices,

And loud seraphic voices

Welcome Messiah home.

No more the way is hidden,

Since Christ our Head arose:

No more to man forbidden

The road to heaven that goes.

Our Lord is gone before,

Yet here He will not leave us,

But soon in heaven receive us;

He opens wide the door.

Christ is our place preparing,

To heaven we too shall rise,

And, joys angelic sharing,

Be where our treasure lies:

There may each heart be found!

Where Jesus Christ has entered,

There let our hopes be centred,

Our course still heavenward bound!

May we, His servants, thither

In heart and mind ascend,

And let us sing together—

We seek Thee, Christ our Friend,

Thee, God’s Anointed Son,

Our Life, and Way to Heaven,

To Whom all power is given,

Our Joy, and Hope, and Crown.

When, on our vision dawning,

Will break the wished-for hour

Of that all glorious Morning,

When Christ shall come with power?

O come, thou welcome Day!

When we, our Saviour meeting,

His second Advent greeting,

Shall hail the Heaven-sent Ray.

Pfingstlied.

Schaff in mir, Gott, ein reines Herz:

Und gieb mir einen neuen gewissen Geist.

O Geist des Herrn, nur deine Kraft,

Ists, die uns neue Herzen schafft!

Du bists, der uns zum Guten treibt,

Uns lehrt, uns stärket, bei uns bleibt.

Du machst, dass froh die Seele singt,

Wenn Angst und Elend uns umringt;

Du machst uns Jesu Christo gleich,

Bist Pfand uns auf sein himmlisch Reich.

O du des Himmels beste Gab,

O senke dich ins Herz herab;

Nimm Dir uns ganz zu eigen hin,

Und schenk uns Jesu Christi Sinn.

Lehr uns des Vaters Willen thun,

In seiner Führung kindlich ruhn:

Erleuchte den Verstand; dein Trieb

Mach alles, was Gott liebt, uns lieb!

Erquick uns in der Dunkelheit,

Versichr’ uns unsrer Seligkeit;

Mach uns von jedem Flecken rein,

Und lehr uns, uns des Todes freun.

Johann Caspar Lavater. 1741-1801.

Hymn for Whit-Sunday.

Create in me a clean heart, O God; and renew a right spirit within me.

Ps. li. 10.

O Holy Ghost! Thy heavenly dew

The hearts of sinners can renew;

Thou dost within our breasts abide,

And still to holy actions guide.

Through Thee the soul is fain to sing

When sorrow’s clouds are deepening;

With Jesus Christ Thou mak’st us one,

Earnest of heaven, from God’s High Throne.

Best Gift of God, and man’s true Friend,

Now to my inmost soul descend;

The mind of Jesus Christ impart,

And consecrate to Thee my heart.

Teach me to do my Father’s Will,

To lie, beneath His guidance, still;

Lighten my mind, my heart incline

To make henceforth His Pleasure mine.

From spot and blemish make me pure,

My future bliss in heaven secure;

When lost in darkness, give me light,

And cheer me through death’s dreary night.