3Als Strahlenbündel bezeichnet man die Gesamtheit aller durch einen Punkt des Raumes gehendengeraden Linien oder Strahlen; der Punkt selbst heißt sein Scheitel oder sein Mittelpunkt.
5Eine ausführliche Würdigung dieser Verhältnisse findet man bei Helmholtz, in dem Aufsatze: „DasAuge und das Sehen“, Populäre wissenschaftliche Vorträge, Heft 2.
6Als Projektion bezeichnet die Sprache zwar auch den Prozess des Projizierens, zumeist aber seinErgebnis.
7Eine ausführlichere Erörterung der unendlichfernen Punkte kann erst in §6gegebenwerden.
8Es ist also G der Fluchtpunkt und G' die Spur von g.
10Bei unserer Festsetzung über die Lage des Auges zur Bildebene kommt hier nur derjenige Teil derGeraden g in Betracht, der hinter der Bildebene liegt. Näheres in §6.
11Man vgl. Fig.5, in der man außer dem Fluchtpunkt G der Geraden g nur noch den Fluchtpunkteiner Geraden anderer Richtung anzunehmen braucht.
12Man beachte die richtige Lage der in γ enthaltenen Stücke von l und r in der Zeichnungsebene.Es muß l nach links unten und r nach rechts unten gehen, damit beide Geraden beim Zurückdrehen indie Ebene γ in ihre richtige Lage kommen.
13Hier wird immei vorausgesetzt, daß wir die Lage des Auges beliebig annehmen dürfen.
14Freilich konnte dies bei den Figuren dieser Schrift mit Rücksicht auf den Platz nicht immergeschehen.
15In Fig.8gehen N P' und das von P auf a gefällte Lot durch denselben Punkt derAchse.
16In neuerer Zeit hat man sich auch der Frage zugewandt, wie man eine Figur durch einMinimum zeichnerischer Schritte (Anlegen des Lineals, Schlagen eines Kreises usw.) erhaltenkann. Diese Untersuchungen, die wesentlich von E. Lemoine ausgehen, können ebenfalls zurVereinfachung der Ausführung beitragen; vgl. seine Schrift: Géométrographie ou art des constructionsgéométriques Paris 1902. Allerdings steht hier auch die Genauigkeit der Zeichnung in vordersterLinie.
17Die Figur stellt zugleich die Durchdringung eines dreiseitigen Prismas und einer dreiseitigenPyramide dar.
19Auf weitere durch S0gehende Gerade und Ebenen besonderer Art kommen wir in §6ausführlicher zurück.
20Die Ebenen, die zwei parallele Geraden von ε mit S0verbinden, sind nämlich in diesem Fallparallel und schneiden daher auch ε' in parallelen Geraden.
21Die Figur enthält zugleich die Durchdringung eines dreiseitigen und eines vierseitigen Prismas.Diese ist also so zu zeichnen, daß Satz IIIvon §4für jedes Paar entsprechender Geraden erfüllt ist.Vgl. auch §14, Beispiel 4.
22Die Geraden, die durch P und P' parallel zu s laufen, sind übrigens stets entsprechendeGeraden.
23Fällt P auf P', so sind je zwei entsprechende Winkel beider Strahlenbüschel einandergleich.
24Man kann offenbar irgend zwei entsprechende Seiten der Dreiecke ABC und A'B'C' zu diesemZweck benutzen.
29Die zueinander parallelen Geraden g, g1, g2...von ε bezeichnet man deshalb auch alsParallelstrahlenbüschel und nennt G∞seinen Scheitel. Die ihnen entsprechenden Geraden bilden in ε'einen gewöhnlichen Strahlenbüschel mit dem Seheitel G.
30Ich setze als bekannt voraus, daß jeder Kegel, der durch Projektion eines Kreisesvom Punkte S0aus entsteht, durch eine Ebene in einer Kurve zweiter Ordnung geschnittenwird.
31Die Hilfslinien sind in den Figuren nachträglich wieder getilgt worden. Übrigens sind auch dienicht sichtbaren Punkte A für die Zeichnung benutzt worden.
32Es ist sehr zu empfehlen, die Zeichnung von Parabel und Hyperbel selbst auszuführen, sowohlnach der ersten, wie nach der zweiten Methode. Man kann übrigens auch beide Methodenverbinden.
34Die Geraden p, v, n stellen drei zueinander senkrechte Richtungen dar, was ebenfalls ihrebevorzugte Benutzung erklärt.
35Für Darstellungen, die nur die Bedeutung konstruktiver Hilfsmittel besitzen, geschieht diesallerdings doch. Vgl. §12.
36Die nicht sichtbaren Linien sind nachträglich getilgt worden.
37Zur Kontrolle der Zeichnung wird man dies immer benutzen; vgl. §3, 5.
38Man kann auch F' selbst so zeichnen; der Genauigkeit halber wird man aber auch mit B'Noperieren.
39Die Reihenfolge, in der man die einzelnen Punkte und Geraden des Bildes erhält, ist stets Sachedes Zeichners, bedarf also, um die Zeichnung möglichst zu kürzen, in jedem Fall besondererErwägung.
40Diese Verbindungslinie pflegt meist punktiert gezeichnet zu werden. Vgl. die Anm.52 aufS.84.
41Für unsere Zwecke kommen nur solche Raumfiguren Σ in Betracht, die sich vomAuge aus hinter der Bildebene und über der Grundebene befinden; die Lage von P1und P2,ist alsdann immer so, daß P1unter und P2über der Achse liegt. Läßt man allgemeinereLagen von Σ zu, so können auch P1und P2andere Lagen in der Zeichnungsebene annehmen.Dies bleibt aber hier außer Betracht; für die dadurch bedingten Verhältnisse muß ich auf dieausführlicheren Lehrbücher verweisen. Dort pflegt man sich den Gegenstand im allgemeinen vor derAufrißebene stehend zu denken, nimmt die Grundrißebene als Zeichnungsebene und legt dieAufrißebene in die Grundrißebene um. Alsdann sind diejenigen Teile des Gegenstandes im Aufrißstark zu zeichnen, die von der Aufrißebene den größten Abstand haben; vgl. den Schluß von§10.
42Die von E ausgehenden Kanten sind nicht gezeichnet, sie sind unsichtbar. Dies wirkt stärkerräumlich als die Figur36.
43Sind sie gegeben, so beachte man, daß sie sich in der Aufrißebene gemäß §5in ihrer natürlichenGröße darstellen.
44Erst nachträglich bemerke ich, daß die Buchstaben E und F doppelt vorkommen. Auchsteht die Pyramide wegen Platzmangel der Bildebene zu nahe, um einen guten Eindruckhervorzubringen.
45Die Figur würde besser sein, wenn die Pyramide nicht — aus Platzmangel — der Bildebene zunahe stände.
46Es empfiehlt sich, die Bilder zu den Figuren35und36selbst zu zeichnen.
48Man beachte, daß die Figuren durch Hineindrehen der Grundrißebene in die Aufrißebeneentstehen.
49Da sich der Zeichner ebenfalls vor resp.über der Aufrißebene befindet, sind dies zugleichdiejenigen, die er selbst sieht.
50Um Grundriß und Aufriß als gute körperliche Bilder aufzufassen, hat man das Auge aufunendliche Sehweite einzustellen. Vgl. S.125 Anm.64.
51Diese Bezeichnung weicht zwar von dem allgemeinen Schema etwas ab, sie wird aber nur andieser Stelle vorübergehend benutzt.
52Diese Spuren pflegt man vielfach so zu zeichnen, wie es oben geschehen ist, nämlich aus Strichenund Punkten. Es ist ein Haupterfordernis einer guten Figur, daß man aus der Art, in der die einzelnenLinien gezeichnet sind, ihre Bedeutung und damit die Gestalt der bezüglichen Raumfigur leicht zuentnehmen vermag. Ich habe deshalb die früher ziemlich allgemein gebräuchliche Zeichnungsartbenutzt.
53Sind g und f windschief, so ist der Schnittpunkt (g1,f1) die erste Projektion desjenigenPunktes, in dem f die projizierende Ebene γ1kreuzt. Die analoge Bedeutung hat der Punkt(g2,f2).
54Mittels des obenerwähnten Satzes löst man auch leicht die Aufgabe, die Spuren einerEbene zu zeichnen, die durch drei Punkte A, B, C geht, wenn die Projektionen dieser Punktegegeben sind. Mit den Projektionen von A, B, C sind nämlich auch die Projektionen ihrerVerbindungelinien gegeben, man braucht also nur deren Spuren in π1und in π2zu konstruieren undzu verbinden, um die Spuren der Ebene zu erhalten. Übrigens genügt es, die Spuren vonzwei Geraden zu konstruieren. Der Kontrolle wegen wird man es aber auch für die drittetun. Ähnlich konstruiert man auch die Spuren einer durch eine Gerade und einen Punkt bestimmtenEbene.
55Die Figur betrifft nur den Fall eines Flachenstücks Φ.
56Dies folgt zunächst für die Kanten durch A und H, und damit auch für die andern, die diesenparallel sind.
57Dies Verfahren ist nichts anderes als eine Anwendung der allgemeinen Methode, alle Ebenen indie Zeichnungsebene hineinzudrehen.
58Um den Grundriß nicht zu stören, ist die Ebene durch AB selbst gelegt worden.
59Dies ist identisch mit der obenerwähnten Tatsache, daß die Aufrißprojektionen ihrer Länge nachungeändert bleiben, wenn man den Gegenstand Σ um eine zur Grundrißebene vertikale Achse dreht.Seine so entstehende Lage zur Aufrißebene kann man nämlich auch dadurch herstellen, daß man ihnfesthält und die Aufrißebene dreht, und dies bedeutet wiederum die Einführung einer neuenProjektionsebene.
60Die Zeichnung soll auch hier durch besondere Wahl und Art der Linien ihre Bedeutung erkennenlassen; vgl. S.84 Anm.52.
62Eine praktische Folge hiervon ist, daß das Zeichnen der Achse a entbehrlich ist. Bei Festhaltungder Aufrißebene bedeutet dies die Zulassung einer variablen Lage für die Grundrißebene.
63Der Satz gilt auch dann noch, wenn zwei Seiten des Dreiecks A'B'C' zusammenfallen.
64Bei Bildern, die mittels einer Parallelprojektion gezeichnet werden, müssen wir uns gemäß §1vorstellen, daß sich das betrachtende Auge in unendlicher Entfernung befindet, und zwar in derRichtung, die durch die projizierenden Strahlen angegeben wird. Um einen möglichst guten optischenEindruck eines axonometrisch gezeichneten Bildes zu erhalten, haben wir daher das Auge auf Unendlicheinzustellen und ihm überdies die Lage zur Bildebene zu geben, die durch die projizierenden Strahlengefordert wird. Bei einer Orthogonalprojektion muß es also senkrecht über dem Bilde stehen. Deroptische Eindruck wird um so besser werden, je weiter man das Auge von der Zeichnungsebeneentfernt.