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Section 4

IV.



Louis: Es ist zwölf Uhr und Herr Meister ist (noch) nicht hier.

Anna: Ich wundere mich. Herr Meister kam (ich komme, ich kam, ich bin gekommen) nie zu spät.

Bella: Da kommt jemand (= eine Person). Hören Sie? Bitte, Louis, sehen Sie, ob es Herr Meister ist. (Louis geht.) Otto, haben Sie heute das Gedicht von Hoffmann von Fallersleben?

Otto: Ja wohl; hier ist es, und wenn mein Bruder Louis wieder kommt, so — ah, hier ist er. (Louis kommt mit einem Briefe.)

Otto: Nun? Kommt Herr Meister?

Louis: Ich glaube (= denke) nicht. Hier ist ein Brief von ihm.

Bella: O, das ist ein dicker Brief.

Louis: Die Adresse ist:

Herrn Louis Parks,
        225 5. Ave.,
                hier.

Louis: Ich will den Brief öffnen und ihn laut vorlesen:

Mein lieber Freund Louis!

Ich bin recht traurig, daß ich Ihnen schreiben muß: Ich kann heute nicht kommen. Gestern Abend war ich im Theater und sah ein Drama von Lessing: »Nathan der Weise.« Es ist Lessings letztes und größtes Drama. In vielen Jahren hatte ich es (= das Drama) nicht gesehen, und da wollte ich (ich will, ich wollte, ich habe gewollt) es nicht versäumen. Alles war wundervoll. Warum waren Sie nicht bei mir, mein Freund? Im Theater war es warm von den vielen, vielen Gaslichtern, und als ich am Ende des Stückes (= Dramas) auf die Straße kam, war der Wind eiskalt, und so habe ich mich erkältet; ich kann kein Wort sprechen.

Doktor Smith, mein Arzt, kam heute Morgen zu mir und sagte sehr ernst: Herr Meister, Sie müssen heute im Bette bleiben; ich werde (= will) Ihnen Medizin verschreiben; davon (= von der Medizin) nehmen Sie jede Stunde einen Theelöffel voll. Halten Sie sich warm; und so hoffe ich, in vier oder fünf Tagen können Sie wieder aus dem Hause gehen. So sprach der böse Doktor (ich spreche, ich sprach, ich habe gesprochen). Vier oder fünf Tage im Hause bleiben! Das ist schlimm (= nicht gut), sehr schlimm für mich; aber was kann ich thun?

Sie kennen (ich kenne = ich weiß) meine Töchter Martha und Gretchen. Nicht wahr? Sie (= Martha und Gretchen) sind in guter Laune (= Humor), daß ich zu Hause bei ihnen (= Martha und Gretchen) bin. Sie spielen auf dem Piano, singen Lieder von Schumann und Mendelssohn, und soeben (= in dieser Minute) sangen sie (ich singe, ich sang, ich habe gesungen) das wundervolle Lied von Abt: »All' Abend bevor ich zur Ruhe (= Rast) gehe.« Ich möchte (= will) nun nicht, daß Sie Ihr Deutsch vergessen; ja, ich wünsche (= möchte, will), daß Sie mehr lernen, und darum habe ich Fragen für Sie und Ihre Freundinnen[IV-1] aufgeschrieben (ich schreibe auf, ich schrieb auf, ich habe aufgeschrieben), und ich sende sie (= die Fragen) hier. Ihr Bruder Otto versteht sehr gut Deutsch. Er kann Sie und Ihre Freundinnen fragen. In wenigen Tagen werde ich wieder bei Ihnen sein. So hoffe ich. Meine besten Empfehlungen (= Komplimente) an Sie, Ihren Bruder und Ihre Freundinnen Bella und Anna.

Ihr Freund,
W. Meister.

Louis: Sie hören, meine Damen, Herr Meister kann nicht kommen. Er ist unwohl, er kann nicht sprechen, er hat sich erkältet.

Anna und Bella: O, das ist schlimm (= nicht gut)!

Otto: Ich höre hier, Herr Meister ist verheiratet. Das wußte ich nicht (ich weiß, ich wußte, ich habe gewußt).

Louis: Verheiratet? Was ist das?

Otto: Herr Meister hat ein Weib.

Bella: Und zwei Töchter.

Louis: Ein Weib? Ich verstehe auch das Wort Weib nicht.

Bella: O Louis! Das wissen Sie nicht? Es ist dasselbe wie im Englischen. Adams Weib war Eva und George Washingtons Weib war Martha Washington.

Louis: O ja, nun weiß ich, was du meinst, Otto. Ich habe oft das Wort Frau gehört, aber noch nie das Wort Weib.

Anna: Ist Weib und Frau dasselbe?

Otto: Nicht immer. Man sagt im Deutschen: Herr Meister hat ein schönes Weib, und auch: Herr Meister hat eine schöne Frau. Das eine ist so gut, wie das andere. Man sagt aber nicht: Das ist Weib Meister; nein, man sagt: Das ist Frau Meister.

Louis: Das kann ich gut verstehen.


Bella: Herr Meister kommt oft mit seiner Frau und seinen Töchtern in unser Haus.

Anna: Sage mir, Bella, ist Martha älter (alt, älter, ältest) als Gretchen?

Bella: Nein, Anna; sie ist größer als Gretchen, und so denken alle Leute, sie ist älter; sie ist aber nicht älter; sie ist jünger. Beide (= die eine und die andere) sind sehr klug (= weise), und sie haben viel gelernt. Und Martha hat die wundervollsten, blauen Augen und ihr Kopf mit dem langen, braunen Haar ist schön, wie der Venuskopf — ah, Martha ist schön!

Otto: Sie muß sehr schön sein.

Bella: Ja, sie ist sehr schön, und alle Leute sagen es.

Louis: Hier, Otto, gebe ich dir die Fragen des Herrn Meister.

Otto: Meine Damen, was wollen Sie hören, die Fragen oder das Gedicht von Hoffmann von Fallersleben?

Bella: Ich bitte, mit den Fragen zu beginnen und dann mit dem Gedichte zu enden.

Anna: Ja, so ist es gut.

Otto: Und was meinst du, mein lieber Louis?

Louis: Ich bin zufrieden mit allem, was die Damen sagen.

Otto: Sehr wohl. Dann werde ich Sie zuerst fragen, Fräulein Bella; und dann Sie, Fräulein Anna; und dann dich, mein lieber Louis. Die erste (= 1ste) Frage ist:

1) Ist der Fisch in dem Wasser? Ja, der Fisch ist in dem Wasser. — 2) Kann der Fisch schwimmen? Ja, der Fisch kann schwimmen. — 3) Kann der Schwan gut schwimmen? Ja, der Schwan kann gut schwimmen. — 1) Kann die Henne schwimmen? Nein, die Henne kann nicht schwimmen. — 2) Kann der Schwan so gut schwimmen, wie die Gans? Ja, der Schwan kann so gut schwimmen, wie die Gans. — 3) Ist der Schwan größer, als die Gans? Ja, der Schwan ist größer, als die Gans.  — 1) Ist er auch schöner, als die Gans? Ja, er ist auch schöner.

Otto: Louis, ich will dir eine Frage geben, aber es ist nicht Herrn Meisters Frage. Kann der Schwan singen?

Louis: Nein, der Schwan kann nicht singen.

Otto: Was sagen Sie, Anna?

Anna: Ich sage dasselbe.

Otto: Und Sie, Bella?

Bella: Ich habe nie gehört (ich höre, ich hörte, ich habe gehört), daß der Schwan gesungen (ich singe, ich sang, ich habe gesungen) hat. Aber man sagt: Der Schwan singt vor seinem Ende.

Louis: O, das ist eine Sage (= Fabel).

Otto: Man sagt auch von dem letzten Werke eines Dichters: Das ist sein Schwanengesang, das ist: das letzte Werk vor seinem Ende.

Louis: Dann ist »Nathan der Weise« Lessings Schwanengesang?

Otto: So ist es!

Bella: Was ist Schillers Schwanengesang?

Otto: »Wilhelm Tell.«


Otto: Bitte, Bella, antworten Sie wieder.[IV-2] — 1) Ist der Schwan oft im Wasser? Der Schwan ist oft im Wasser. — 2) Ist er auch oft auf dem Lande? Er ist auch oft auf dem Lande. — 3) Ist der Fisch im Wasser und auf dem Lande? Nein, der Fisch ist nicht auf dem Lande.

Otto: Mein lieber Louis! Du antwortest nicht auf meine Frage. Antworte genau (= exakt) auf meine Worte; ich fragte dich: »Ist der Fisch im Wasser und auf dem Lande?«

Louis: Der Fisch ist im Wasser und nicht auf dem Lande. Otto, müssen wir immer so genau (= exakt) antworten?

Otto: Ja, es wird gut sein. — 1) Ist der Fisch immer im Wasser? Der Fisch ist immer im Wasser. — 2) Kann der Fisch auf dem Lande leben? Der Fisch kann nicht auf dem Lande leben.

Otto: Nein, der Fisch kann nicht auf dem Lande leben; er (= der Fisch) muß sterben auf dem Lande. — 3) Können Schwäne und Gänse im Wasser und auf dem Lande leben? Schwäne und Gänse können im Wasser und auf dem Lande leben.


Otto: 1) Können alle Menschen (= Personen) schwimmen? Alle Menschen können nicht schwimmen.

Otto: Sie können auch so sagen (= sprechen): Nicht alle Menschen können schwimmen. Louis, kann man schwimmen lernen?

Louis: O ja, ich habe es (= das Schwimmen) letzten Sommer gelernt (ich lerne, ich lernte, ich habe gelernt).

Bella: Bei einem Schwimmmeister?

Louis: Nein, Fräulein Bella.

Otto: Mein Bruder hat allein schwimmen gelernt (ich habe gelernt, er hat gelernt).

Anna: Allein? Was ist das? Ich verstehe das Wort allein nicht.

Otto: Nein? Ich will es Ihnen sagen, Anna:

Im Beginne machte Gott den Himmel und die Erde und die Sonne und den Mond und die Sterne und die Pflanzen (die Bäume, das Gras), die Tiere auf dem Lande (Bären, Elefanten) und die Fische im Wasser, und zuletzt (= am Ende) machte er den Menschen, einen Mann; das war Adam. Da sagte Gott: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, und da gab (ich gebe, ich gab) er ihm (= Adam) ein Weib — Eva. Da war der Mensch nicht (mehr) allein. Verstehen Sie? Sie sind nicht allein hier; Fräulein Bella ist auch hier bei Ihnen, und Louis ist hier, und ich bin auch hier. Verstehen Sie das Wort »allein«?

Anna: Danke, Otto, sehr gut; danke.


Bella: Lord Byron war ein guter Schwimmer. Er ist über den Hellespont geschwommen.

Louis: Kapitän Boyton hat mehr gethan (ich thue, ich that, ich habe gethan), er ist über den englischen Kanal geschwommen. Kapitän Boyton ist ein Amerikaner. Er ist unser Landsmann.


Otto: Mein Bruder Louis ist ein guter Patriot, nicht wahr, meine Damen? Aber nun kommen Fragen, meine Damen, Fragen! — 1) Kann ein Mensch immer im Wasser leben? Ein Mensch kann nicht immer im Wasser leben. — 2) Kann die Katze besser eine Maus fangen, als einen Fisch? Die Katze kann besser eine Maus fangen, als einen Fisch. — 3) Kann der Mensch auch Fische fangen? Der Mensch kann auch Fische fangen. — 1) Fängt der Fischer die Fische mit dem Netze? Der Fischer fängt die Fische mit dem Netze. — 2) Kann der Fischer im Hudson so große Fische fangen, wie im Atlantischen Ocean? Der Fischer kann im Hudson nicht so große Fische fangen, wie im Atlantischen Ocean.


Otto: In meinem Collegium habe ich ein Gedicht von Goethe gelesen: »Der Fischer«; das müssen (ich muß, Sie müssen) Sie auch lesen, meine Damen.

Anna: Ist es schön?

Otto: Sehr schön.

Louis: O, es giebt (= es ist) so viel Gutes, was wir lesen müssen!

Bella: Ja, aber wir sind noch jung und haben viel, viel Zeit.

Louis: Ich fange die Fische nicht mit dem Netze; ich habe ein Instrument .....

Otto: Ein Instrument?

Louis: Ja. Ich weiß den Namen nicht. Sieh hier, das Instrument ist lang und an dem einen Ende ist ..... ist .....

Otto: .... ist ein Haken von Metall.

Louis: Ja, ein Haken von Metall.

Otto: Das Instrument ist »die Angel.«

Louis: Und an diesen Haken hänge ich einen Wurm, den halte ich in das Wasser. Dann kommt der Fisch, er sieht (ich sehe, er sieht) den schönen Wurm, will ihn (= den Wurm) fangen, — aber ich habe den Fisch!

Otto: So ist es oft; oft ist es auch nicht so.

Louis: O, nein; oft muß ich an dem Wasser, ach, so lange sitzen, lange, lange Stunden, und kann nicht einen Fisch fangen; dann bin ich traurig. Oft aber kommen Momente, dann hören Sie mich (= Louis): »Otto, o sieh diesen schönen Fisch!« und dann hören Sie Otto: »Louis, o sieh hier, diesen großen Fisch!« Und alles bringen wir nach Hause zu unserer guten Mutter. Ha! das ist schön! Nicht wahr, Otto?

Otto: Gewiß, lieber Louis.


Otto: 1) Geht der Fischer in einem Boote auf den Ocean? Der Fischer geht in einem Boote auf den Ocean.  — 2) Gehen Sie oft in ein Boot? Nein, ich gehe nicht oft in ein Boot.

Otto: Louis, möchtest du in einem Boote auf den Ocean gehen?

Louis: Ja, ich möchte in einem Boote auf den Ocean gehen.

Otto: Und Sie, Fräulein Bella?

Bella: Nein, ich möchte nicht.

Anna: Ich auch nicht.

Otto: 3) Gehen die Leute in einem Boote oder in einem großen Schiffe nach Liverpool? Ich antworte selbst: Die Leute gehen nicht in einem Boote, sondern in einem großen Schiffe nach Liverpool.

Otto: 1) Möchten Sie in einem Boote nach Hamburg reisen? Ich möchte nicht in einem Boote nach Hamburg gehen. — Nach Bremen? Auch nicht nach Bremen. — 2) Hat ein Schiff einen Mastbaum? Ein Schiff hat einen Mastbaum. — 3) Haben große Schiffe mehr als einen Mastbaum? Große Schiffe haben mehr als einen Mastbaum. — 1) Haben wir auch Schiffe mit drei Mastbäumen? Wir haben auch Schiffe mit drei Mastbäumen.  — 2) Ist der Mastbaum von Metall? Der Mastbaum ist nicht von Metall.

Otto: Nein, der Mastbaum ist nicht von Metall; er ist von Holz. So oft ich das Wort Mastbaum höre, muß ich an Odysseus (Ulysses) denken.

Louis: Odysseus? Wo lebt (= ist) er?

Otto: Odysseus lebt nicht mehr, Louis. Er ist tot, — schon sehr lange.

Louis: Wo hat er gelebt?

Otto: In Griechenland. Ah, ich sehe an deinen Augen, du willst wissen, wo Griechenland ist. Griechenland ist ein Land in Europa, und der König von Griechenland wohnt (= lebt) in Athen.

Louis: Ich danke. Bitte, erzähle (= sage) mir von Odysseus.

Otto: Sehr wohl.

Otto: Odysseus kam mit seinen Schiffen von Troja in ein Meer (= Ocean), wo die Sirenen waren.

Louis: Sirenen?

Otto: Das sind Frauen im Wasser, die sehr schön sind und wundervolle Melodieen singen, wenn ein Schiff mit Männern zu ihnen (= den Sirenen) kommt.

Louis: Frauen im Wasser?!

Otto: So habe ich gelesen (ich lese, ich las, ich habe gelesen). Halb sind sie Frauen und halb Fische. Die Schiffer hören den Gesang, sehen die schönen Frauen und wollen zu ihnen; springen in das Wasser und —

Louis: Und — ?

Otto: Und versinken alle auf den Grund; die Sirenen lachen. O, so viele Schiffer waren auf den Grund gesunken.

Louis: Wenn ich dahin komme, so werde ich nicht in das Meer springen; und ich will sie hören und sie sehen.

Otto: Ja wohl, mein guter Louis. Viele Schiffer sprachen so, und kamen sie (ich komme, ich kam, sie kamen) zu den Sirenen, so thaten sie, was alle zuvor gethan und — versanken.

Louis: Odysseus auch?

Otto: Nein, er nicht. Und das kam so. Odysseus stopfte Wachs .....

Anna: Wachs?

Otto: Ja, Wachs. Im Englischen ist dasselbe Wort "Wax." Das Wachs kommt von der Biene, und der Honig auch.

Anna: Ah, so!

Otto: Odysseus stopfte Wachs in die Ohren der Männer; so konnten (ich kann, ich konnte, ich habe gekonnt) sie nicht hören; ihn selbst (= Odysseus) mußten die Männer an einen Mastbaum binden. Nun kommt das Schiff zu den Sirenen. Die Sirenen singen, singen wundervoll: »Kommt, o kommt, ihr schönen Schiffer!« Sie hören nicht aber Odysseus hört sie, — und sieht sie, — und will zu ihnen, — er kann nicht; er ruft (= sagt laut) den Schiffern: »Macht mich los!« Sie hören ihn nicht, denn das Wachs war in ihren Ohren; und das war gut. Sie kamen an den Sirenen vorbei und da binden sie Odysseus wieder los. Alle sind am leben.

Bella: Das ist sehr schön.

Anna: Sie sprechen sehr gut Deutsch, Otto.

Louis: Bitte, Otto, sieh (ich sehe) auf deine Uhr.

Otto: O, o, meine Damen! Es ist zwanzig Minuten nach zwei. Ich muß gehen.

Anna: Ich muß auch gehen.

Louis: Und ich auch.

Bella: Sind Sie zu Ende mit Herrn Meisters Fragen?

Otto: Nein, Bella. Sehen Sie hier.

Bella: Das sind noch viele. Können Sie nicht heute Abend in mein Haus kommen? Wir können dann die anderen Fragen hören.

Otto: Um wie viel Uhr, Fräulein?

Bella: Um sieben Uhr.

Louis: Um sieben Uhr kann ich heute nicht; ein Freund kommt zu mir (= Louis); den muß ich sprechen.

Bella: Um acht Uhr dann?

Louis: Ja, das ist besser.

Bella: Um acht Uhr heute Abend.

Anna: O, das ist schön!

Otto: Um acht Uhr dann in Bellas Haus. Auf Wiedersehen!


Otto: Guten Abend, meine Damen!

Louis: Guten Abend, Bella; guten Abend, Anna!

Anna: Guten Abend, meine Freunde!

Bella: Willkommen, Otto und Louis! Wollen Sie hier sitzen auf dem Sofa?

Otto und Louis: Danke, danke.

Bella: Ist das Gaslicht gut? Können Sie sehen?

Otto: O, sehr gut! Kann ich beginnen?

Alle: Bitte, bitte!

Otto: Herrn[IV-3] Meisters Frage ist: 1) Sind alle Schiffe von Holz? Nicht alle Schiffe sind von Holz. — 2) Haben wir auch Schiffe von Eisen? Wir haben auch Schiffe von Eisen.

Louis: Ist Eisen ein Metall?

Otto: Ja. — 3) Ist das Segel an dem Mastbaume von Linnen? Ja, es ist von Linnen. — 1) Ist das Linnen des Segels fein? Das Linnen des Segels ist nicht fein.

Otto: Es ist grob.

Fein ist nicht grob,
Grob ist nicht fein.

2) Hat ein Boot oft auch ein Segel? Ein Boot hat auch oft ein Segel. — 3) Muß ein Segelschiff Wind haben? Ein Segelschiff muß Wind haben. — 1) Kann ein Segelschiff segeln, wenn es keinen Wind hat? Ein Segelschiff kann nicht segeln, wenn es keinen Wind hat.


Otto: Die Griechen wollten (ich will, ich wollte, ich habe gewollt) nach Troja; da konnten sie lange Zeit nicht segeln, weil sie keinen Wind hatten. Und das ist sehr gut für uns.

Anna: Gut für uns?

Otto: So sagte ich. Gut für Sie, Anna, und für alle, die das Gute und Schöne lesen und hören wollen.

Bella: Was meinen (= denken) Sie, Otto?

Otto: Die Griechen konnten nicht segeln, weil sie keinen Wind hatten. Da fragten sie den Priester Kalchas: »Was sollen wir thun?« Und der Priester antwortete: »Iphigenia, Agamemnons Tochter, muß sterben auf dem Altar der Götter (ein Gott, zwei Götter); dann geben die Götter euch (= den Griechen) guten Wind zum Segeln.« Und der König Agamemnon mußte seine Tochter Iphigenia dem Priester geben. Auf dem Altar sollte sie sterben. Aber es kam nicht so, Dank der Göttin Diana! und viele Jahre war Iphigenia eine Priesterin der Diana auf Tauris. Drei große Dichter haben Dramen geschrieben (ich schreibe, ich schrieb, ich habe geschrieben) über diese Iphigenia: Euripides, Racine und Goethe. Das Drama von Goethe: »Iphigenia auf Tauris« habe ich im Colleg gelesen. — O, meine Freunde, welch ein Frauencharakter ist diese Iphigenia von Goethe! Mein Professor im Colleg sagte dieses: »Vieles Schöne danken wir den Griechen und vieles den Franzosen —«

Louis: Franzosen?

Bella: Verstehen Sie das nicht? Die Engländer sind in England und in London; die Deutschen in Deutschland und in Berlin; die Franzosen in Frankreich und in Paris.

Louis: Danke, Bella.

Otto: ..... »Vieles Schöne danken wir den Griechen und vieles den Franzosen; aber eines konnten sie uns nicht geben, und das ist — einen Frauencharakter wie die »Iphigenia« von Goethe.«[IV-4]

Bella: »Iphigenia auf Tauris« von Goethe, das müssen wir lesen, Anna!

Anna: Wir wollen es Herrn Meister sagen.

Otto: Ja, thun Sie das.


Otto: Nun muß ich wieder fragen: 1) Trinken Sie das Wasser aus dem Glase oder aus der Tasse von Porzellan? Ich trinke das Wasser aus dem Glase. — 2) Trinken die Leute (= die Personen) den Kaffee, den Thee und die Chokolade aus dem Glase oder aus der Tasse? Die Leute trinken den Kaffee, den Thee und die Chokolade nicht aus dem Glase, sondern aus der Tasse. Das war eine lange Frage, Otto.

Otto: Und das war eine gute Antwort. O, wir lernen viel! Herr Meister wird sich wundern, wenn er kommt! — 3) Ist das Seewasser salzig? Das Seewasser ist salzig. — 1) Ist es auch bitter? Es ist auch bitter.

Otto:

Bitter ist nicht süß,
Süß ist nicht bitter.

Zucker ist süß und Honig auch. — 2) Ist das Wasser auf dem Lande bitter und salzig? Das Wasser auf dem Lande ist nicht bitter und salzig. — 3) Ist frisches Wasser gut zum Trinken? Frisches Wasser ist gut zum Trinken. — 1) Ist das Wasser des Waldes auch im Sommer frisch und kühl? Das Wasser des Waldes ist auch im Sommer frisch und kühl. — 2) Ist im Sommer das Wasser in der Stadt so frisch, wie das Wasser auf dem Lande? Im Sommer ist das Wasser in der Stadt nicht so frisch, wie das Wasser auf dem Lande. — 3) Springt (= kommt) das Wasser im Walde aus der Erde? Das Wasser springt im Walde aus der Erde.

Otto: Wo das Wasser aus der Erde springt, da ist die Quelle.

Otto: 1) Ist das Wasser aus der Quelle klar? Das Wasser aus der Quelle ist klar. — 2) Ist klares Wasser gut zum Trinken? Klares Wasser ist gut zum Trinken.

Otto:

Klar ist nicht trüb,
Trüb ist nicht klar.

3) Ist trübes Wasser gut zum Trinken? Trübes Wasser ist nicht gut zum Trinken. — 1) Ist warmes Wasser gut zum Trinken? Warmes Wasser ist auch nicht gut zum Trinken.

Otto: Wasser, das sehr warm ist, ist heiß.

Louis: Wenn ich mich erkältet habe, muß ich heißes Wasser trinken. Meine Mutter sagt dann: »Heißes Wasser ist gut für dich, mein Sohn. Trinke es, trinke es.«

Anna: Herr Meister sollte (auch) heißes Wasser trinken.

Otto: Ich will es ihm (= Herrn Meister) sagen.

Louis: O, es schmeckt so schlecht (= nicht gut)!

Anna: Aber nicht so schlecht wie die Medizin, Louis.


Bella: Wollen Sie eine Anekdote hören von heißem Wasser?

Alle: O, eine Anekdote! Bitte, Bella, bitte.

Louis: Anekdoten sind so schön!

Bella: Ich weiß nicht, ob ich sie (= die Anekdote) gut erzählen kann im Deutschen.

Otto: O, gewiß (= ja, ja); Sie sprechen so gut Deutsch, wie ich.

Bella: O, Otto; Sie machen mir Komplimente! Nun: — Ein Engländer in Berlin kam (ich komme, ich kam, ich bin gekommen) in ein Hotel. Er sprach nicht gut Deutsch.

Louis: So wie ich!

Bella: Und sein Englisch war auch nicht gut. Für horse sagte er 'orse und für hand sagte er 'and; für aunt sagte er h'aunt und für eye sagte er h'eye. So machte er es auch im Deutschen. Einer von den Leuten (= Personen) des Hotels kam zu ihm und fragte: »Mein Herr, was wünschen Sie (= wollen Sie)?« Engländer: »Bringen Sie mir ein Glas Heis–Wasser.« Kellner (= der Mann aus dem Hotel): »Sehr wohl, mein Herr!« Und in wenigen Minuten kam der Kellner mit einem Glase, voll mit heißem Wasser. — Engländer: »Ich will Heis–Wasser, Kellner, Heis–Wasser; das ist nicht Heis–Wasser.« — Kellner: »Mein Herr, das Wasser kommt in dieser Minute vom Feuer, es ist heißes Wasser.« — Engländer: »O, verstehen Sie nicht Deutsch hier in Berlin? Bringen Sie mir a glass of hice–water.« — Kellner: »Very well, my Lord, ich verstehe. Sie wünschen nicht heißes Wasser, sondern ein Glas Eiswasser, ein Glas Wasser mit Eis.« — Engländer: »Das ist es! Das ist es!« Und in wenigen Minuten hatte der Engländer ein Glas Eiswasser.

Otto: Die Anekdote ist sehr schön, Bella. Aber nun muß ich wieder fragen. — Anna: 2) Ist es im Winter kälter im Walde als in der Stadt? Im Winter ist es im Walde kälter als in der Stadt. — 3) Ist viel Eis und Schnee dort (= im Walde)? Es ist viel Eis und Schnee dort. — 1) In welchem Monate wird die Sonne das Eis und den Schnee schmelzen? Die Sonne wird das Eis und den Schnee im Monate März oder April schmelzen.

Otto: Sie haben diese Antwort sehr gut gegeben (ich gebe, ich gab, ich habe gegeben), Bella. — 2) In welchem Monate kommt mehr Wasser aus der Quelle, im April oder im August? Ich meine (= denke), im April kommt mehr Wasser aus der Quelle.

Otto: Das ist recht, Anna! Das Wasser aus vielen Quellen macht oft ein Wasser. Das ist ein Bach. — 3) Hat eine Quelle Fische? Eine Quelle hat keine Fische. Ich habe noch keine Fische darin (= in der Quelle) gesehen. — 1) Hat ein Bach Fische? Ein Bach hat Fische. — 2) Haben Sie schon kleine Boote auf dem Bache gesehen? Ich habe schon kleine Boote auf dem Bache gesehen.

Otto: Das Wasser aus vielen Bächen macht einen Fluß. — 3) Hat ein Fluß mehr Wasser, als ein Bach? O, gewiß. Ein Fluß hat mehr Wasser, als ein Bach.


Otto: 1) Ist ein Bach so tief, wie ein Fluß? Ein Bach ist nicht so tief, wie ein Fluß. — 2) Ist ein Fluß tiefer, als ein Bach? Ein Fluß ist tiefer, als ein Bach. — 3) Was ist am tiefsten, der Bach, der Fluß oder der Ocean?

Louis: Welch eine Frage!

Otto: Bitte, Louis, antworte. Herr Meister hat die Frage gegeben und er weiß warum.

Louis: Nun ja; der Ocean ist am tiefsten.

Otto: 1) Ist ein Bach so breit, wie ein Fluß?

Bella: Ist weit und breit dasselbe?

Otto: Hier ist es dasselbe.

Bella: Der Bach ist nicht so breit, wie ein Fluß.

Otto: Das Wasser von vielen Flüssen macht einen Strom. — 2) Ist der Rhein ein schöner Strom? O, ja, der Rhein ist ein schöner Strom. — 3) In welchem Gebirge (= Bergen) entspringt (= kommt) der Rhein? Das weiß ich nicht.

Otto: In den Alpen, Louis. Du mußt die Geographie von Europa gut studieren, mein lieber Bruder.

Louis: Ja, das will ich thun.

Otto: 1) Gehen Segelboote auf dem Rhein und auf dem Hudson? Es gehen Segelboote auf dem Rhein und auf dem Hudson. — 2) Auch Dampfboote? (Das sind Boote mit Maschinen.) Auch Dampfboote gehen auf dem Rhein und auf dem Hudson.

Otto: Anstatt Dampfboot sagt man im Deutschen auch Dampfer.

Louis: Darf ich einmal fragen, Otto?

Otto: Bitte sehr, bitte.

Louis: Sagen Sie mir, Fräulein Bella: In welchem Jahre hatte Robert Fulton das erste Dampfboot fertig (= beendet)?

Bella: Das weiß ich nicht, Louis; ich habe es vergessen (ich vergesse, ich vergaß, ich habe vergessen).

Louis: Wissen Sie es, Anna?

Anna: Nein, ich weiß es auch nicht.

Otto: Und ich weiß es auch nicht, Louis.

Louis: Ha, ha! Nun gut; ich werde es Ihnen sagen: Im Jahre 1807. Ich habe noch ein Frage: Auf welchem Strome ist Fulton zuerst mit seinem Dampfer gefahren? Nun? Niemand (= keine Person) antwortet. — Fulton ist am[IV-5] 7. Oktober 1807 zuerst auf dem Hudson von New York nach Albany gefahren, auf dem Dampfer »Elermont.«

Bella: Louis, Sie wissen sehr viel!

Otto: Sie wundern sich, meine Damen, über meinen Bruder. Von Odysseus und Agamemnon, von den Alpen und von Griechenland weiß er nicht viel; aber von Maschinen und Dampfbooten, von Fulton, von Morse, von Singer, von Edison, von Washington und Lincoln weiß er sehr viel zu sprechen. Louis, wie viele Meilen kann ein gutes Dampfboot in einem Tage zurücklegen?

Louis: Ein gutes Dampfboot kann in einem Tage 428 Meilen zurücklegen.

Otto: Das ist viel, sehr viel. Ein Dampfboot geht schnell.

Anna: Louis, kann ein Segelboot auch 428 Meilen bei gutem Winde machen?

Louis: Nein, Anna; das kann ein Segelboot nicht.

Otto: Ein Dampfer geht viel schneller, als ein Segelboot.

Anna: Louis, kann ein Wagen so schnell gehen, wie ein Segelboot?

Louis: Das weiß ich auch nicht. Ich werde meinen Onkel Adolf fragen; der weiß alles.

Otto: Meine Damen, die Zeit vergeht schnell. Es ist zehn Minuten vor zehn und ich glaube (= denke) wir müssen nun gehen. Ich hoffe, Sie morgen um zwölf Uhr wieder zu sehen.

Bella: Wir hatten einen schönen Abend, nicht wahr, Anna?

Anna: O, sehr schön.

Bella: Otto und Louis, wir danken Ihnen.

Otto und Louis: Gute Nacht!

Anna und Bella: Gute Nacht!


Anna: Kamen Sie gestern Abend gut nach Hause?

Louis: Danke, sehr gut. Wir fanden (ich finde, ich fand, ich habe gefunden) unsere Eltern (= Vater und Mutter) beim Feuer sitzen.

Otto: Haben Sie gut geschlafen, meine Damen?

Anna: Danke, ich habe sehr gut geschlafen.

Otto: Und Sie, Bella?

Bella: Ich? o nein, ich habe nicht gut geschlafen. Ich habe böse Dinge im Schlafe gesehen.

Otto: Sie hatten einen bösen Traum. Träumen Sie oft?

Bella: Nein, nicht oft, selten, sehr selten.

Anna: Bitte, erzähle (= sage) mir deinen Traum, Bella.

Bella: O nein; ich kann nicht, Anna.

Alle: Bitte, Bella, den Traum! den Traum!

Bella: Nun gut. Wenn alle es wünschen (= wollen), kann ich nicht nein sagen.

Wir waren auf dem Ocean in einem Boote. Auf der einen Seite des Bootes saßen (ich sitze, ich saß, ich habe gesessen) Anna und Louis, und auf der anderen Seite saßen Otto und ich. Das Boot war klein. O wie schön war alles! Das Wetter war wundervoll, die Luft war so mild, und auf dem Ocean war alles still. Hier und da kam ein kleiner Fisch aus dem Wasser, sah uns, wunderte sich, schwamm (ich schwimme, ich schwamm, ich bin[IV-6] geschwommen) dann zu den anderen Fischen in die Tiefe und sagte ihnen (= den Fischen) alles, was er gesehen. So war es eine Weile. Da kam eine andere Scene. Der Himmel war schwarz und das Wasser war rot, so rot wie Blut. Überall Sturm! Da kam ein großer, großer Fisch mit hundert Köpfen (1 Kopf, 2 Köpfe). Er kam auf mich zu, wollte nach mir schnappen, da rief ich (= sagte ich) laut: Otto! Otto! Hilfe! Hilfe! Und — »Meine Tochter,« sagte da meine Mutter: »Meine Bella, du sprichst ja so laut. Was ist dir, liebe Tochter?« Und ich sagte zu meiner Mutter: »Danke, beste Mutter; danke, daß du mich geweckt hast; ich hatte einen bösen, bösen Traum.« »O,« sagte meine Mutter, »Träume sind Schäume (= nichts).«

Otto: Ja, so denke ich auch. Haben Sie den Rest der Nacht gut geschlafen, Fräulein Bella?

Bella: O ja; danke, Otto, sehr gut.


Bella: Haben Sie nichts von Herrn Meister gehört?

Louis: Wir waren heute morgen bei ihm in seinem Hause; er ist ein wenig besser.

Anna und Bella: Das ist gut.

Otto: Er (= Herr Meister) sendet Ihnen seine besten Empfehlungen (= Komplimente). Ich sagte ihm, wie gut Sie Deutsch sprechen.[IV-7]

Bella: Sie sind sehr gütig (= gut), Otto.

Otto: Und Herr Meister sagte: »Beenden Sie die Fragen. Sie werden viel Neues lernen.«

Anna: Ja, ich glaube (= denke) es auch.

Otto: Kann ich beginnen?

Bella: Ja, wir sind bereit.

Otto: 1) In welchem Monate gehen die reichen Leute an den Ocean?

Louis: Die reichen Leute? Was für Leute sind das?

Otto: Das sind Leute, die viel Geld haben. Vanderbilt ist ein reicher Mann, Astor und Rothschild sind reiche Leute.

Reich ist nicht arm,
Arm ist nicht reich.

Louis: Die reichen Leute gehen im Juli oder August an den Ocean. Da (= an dem Ocean) ist es schön. Wir gehen alle Jahre.

Otto: Das Land an dem Ocean ist die Küste. — 2) Ist die Luft an der Küste so warm, wie in der Stadt? Die Luft an der Küste ist nicht so warm, wie in der Stadt.  — 3) Ist die Luft in der Stadt wärmer, als die Luft an der Küste? Die Luft in der Stadt ist wärmer, als die Luft an der Küste. — 1) Ist die Luft an dem Ocean im Sommer kühl? Die Luft an dem Ocean ist im Sommer kühl. — 2) Ist Newport ein guter Platz zum Baden? Newport ist ein guter Platz zum Baden. — 3) Hat Amerika mehrere gute Badeplätze? Amerika hat mehrere gute Badeplätze: Cape May und Long Branch auch, und .....

Otto: Nicht mehr, Louis, bitte. Das ist genug.


Otto: 1) Ist das Wasser des Oceans im November so still, wie im Juni? Das Wasser des Oceans ist im November nicht so still, wie im Juni. — 2) Ist das Wasser des Oceans im Dezember ruhig (= still)? Das Wasser ist im Dezember nicht ruhig. — 3) Wann ist das Wasser ruhiger, im Mai oder im Januar? Das Wasser ist im Mai ruhiger.

Otto: Das Wasser ist nicht ruhig, — dafür kann ich sagen: Das Wasser bewegt sich; sehen Sie, meine Hand ist nicht ruhig, nicht wahr? dafür sage ich: »ich bewege meine Hand,« so; nun bewege ich meinen Arm. Louis, bewege deinen Kopf. So — das ist gut, Louis, das ist gut; o nicht mehr, bitte, bitte.

Bella: Louis' Kopf ist sehr beweglich.

Otto: Ja wohl. Das Wasser, das sich bewegt, sind: die Wogen oder die Wellen. Haben Sie schon die Wellen des Oceans im Sturme gesehen, Bella?

Bella: O ja, gestern Nacht in meinem Traum.

Otto: Nicht zuvor?

Bella: Nein, nie zuvor und das ist auch gut.

Otto: 1) Haben Sie schon Perlen gefunden (ich finde, ich fand, ich habe gefunden) an der Küste des Oceans? Ich habe nie eine Perle an der Küste des Oceans gefunden.  — 2) Sehen wir viele Bäume an der Küste des Oceans? Nein, wir sehen nicht viele Bäume an der Küste des Oceans. — 3) Sehen wir viele Bäume an dem Ufer des Stromes?

Louis: Ufer? Das Wort kenne ich noch nicht.

Otto: Ufer ist das Land an den beiden (= 2) Seiten des Flusses und des Baches.

Louis: Ja, wir sehen viele Bäume an dem Ufer des Stromes und dem Ufer des Flusses und des Baches.

Otto: 1) Sind an dem Bache auch Büsche (1 Busch, 2 Büsche)? An dem Bache sind auch Büsche. — 2) An der Quelle auch? An der Quelle auch. — 3) Auch an dem Brunnen?

Bella: Brunnen? Was ist das?

Otto: Brunnen ist eine tiefe Quelle.

Bella: O ja, an dem Brunnen sind auch Büsche. Ich habe oft Rosenbüsche an dem Brunnen gesehen.

Otto: 1) Ist es im Sommer in den Bergen kühler (kühl, kühler, kühlst), als in der Stadt? Im Sommer ist es in den Bergen kühler, als in der Stadt. — 2) Ist der Bär und der Wolf in den White Mountains? Ich weiß es nicht.

Louis: Ich habe schon einen Wolf dort gesehen.

Otto: 3) Ist der Wolf ein Freund des Lammes? O nein, der Wolf ist kein Freund des Lammes.

Otto: Nein, er (= der Wolf) ist kein Freund, er ist ein Feind des Lammes.

Louis: Ich weiß eine Fabel von einem Wolfe und einem Lamme. Darf (= kann) ich sie erzählen?

Otto: Bitte, Louis, beginne!

Louis: Ein Lamm kam an einen Bach; es (= das Lamm) war durstig und wollte trinken. Da kam der böse Wolf und sprach (= sagte): »Was thust du hier? Du machst mein Wasser trüb, daß ich nicht trinken kann.« »Ach, lieber Wolf,« sprach das Lamm, »ich trübe das Wasser nicht; denn sieh, ich trinke ja hier unten an dem Bache, das ist so weit von dir.« Der Wolf sagte: »Und im letzten Jahre hast du auch Böses (= nicht Gutes) von mir gesprochen.« »Ach nein, lieber Wolf,« sagte das Lämmlein, »das habe ich nicht gethan; im letzten Jahre war ich noch nicht geboren.« »Nicht? so war es dein Bruder!« »Mein Bruder? Ich habe keinen Bruder und keine Schwester.« »Nun so war es ein anderer aus deiner Familie,« sprach der böse Wolf, und in wenigen Minuten war das Lämmchen in den Klauen des Wolfes.

Anna: Das ist eine schöne Fabel, Louis.

Otto: Und du hast sie (= die Fabel) sehr gut erzählt.

Bella: Ja, das ist wahr.


Otto: 1) Wann hat das Schaf mehr Wolle, im Dezember oder im Juni? Das Schaf hat im Dezember mehr Wolle, als im Juni. — 2) Ist das Schaf im Winter auf dem Grasplatze oder in dem Stalle? Das Schaf ist im Winter in dem Stalle.

Otto: Der Mann, der die Schafe zum Grase und zum Wasser bringt, ist der Schäfer. — 3) Warum bringt der Schäfer die Schafe und Lämmer nicht im Winter an den Bach? Weil die Schafe und Lämmer das Wasser nicht trinken können; Eis ist im Bache.

Otto: Ja, Eis ist im Bache — der Bach friert zu im Winter. — 1) Frieren die Flüsse oft zu? Die Flüsse frieren oft zu im Winter. Friert der Hudson auch zu, Otto?

Otto: Nicht immer; aber in sehr kaltem Winter ist auch der Hudson zugefroren und auch die Themse bei London. Dann können die Leute auf dem Eise vom einen Ufer zum andern gehen; auch Wagen können von dem einen Ufer zum andern fahren. Aber das ist nicht oft so; das ist sehr selten.

Anna: Wie kommen die Leute im Sommer von einem Ufer zum andern?

Otto: Sie können mit dem Segelboote segeln oder auf dem Dampfboote fahren oder auch über die Brücke gehen. — 2) Welche Brücken sind am besten; die Brücken von Stahl, von Steinen oder von Holz? Die Brücken von Stahl sind am besten. Die Brücke von New York nach Brooklyn über den East River ist auch von Stahl.

Bella: O, das ist eine Brücke! Ein Wunderwerk!

Louis: Und so lang und so hoch, daß große Schiffe mit Mastbäumen unter ihr (= der Brücke) segeln können.


Otto: 1) Welche Jahreszeit ist besser für den Schiffer, der Winter oder der Sommer? Der Sommer ist die bessere Jahreszeit für den Schiffer. — 2) Welche Jahreszeit hat mehr Stürme, der Winter oder der Sommer? Der Winter hat mehr Stürme als der Sommer. — 3) Ist das Wetter im Sommer immer klar auf der See? Das Wetter ist im Sommer nicht immer klar auf der See; es regnet.

Otto: Und es ist Nebel.

Bella: Das Wort Nebel verstehe ich nicht.

Otto: London hat viel Nebel. Wir haben im Herbst oft Nebel und oft auch im Winter. Dann ist kein Regen in der Luft, kein Schnee; und doch ist die Luft dick; wir können nicht weit sehen, oft nicht das Haus auf der andern Seite der Straße.

Bella: Ich verstehe. Der Nebel ist nicht gut für die Schiffer, nicht wahr?