Sie lesen hier wie L. Ron Hubbard eine Auditing-Session durchführt.
From: Chris Owen
Subject: ESSAY: Hubbard's research methods revealed
Date: Sat, 22 Jan 2000 00:35:50 +0000
Etwas über das ich mich seit langem richtig wunderte ist, wie Hubbard zu seinen bizarren Mythen von Scientology kam: ein schäbiger, heruntergekommener Himmel mit radioaktiven Statuen, die 'Fifth Invader Force' mit "unglaublich schrecklichen Händen" (sic) und so weiter und so fort.
Ein besonders befremdender Punkt ist, dass seine originalen Forschungsberichte nie publiziert wurden. Sie könnten ihn als völlig Verrückten aufzeigen, falls ein faszinierender Vortrag mit dem Titel "Elektromagnetische Aufklärung: Kampf der Universien" (April 1952, genaues Datum unbekannt) etwas dazu beitragen kann. Dieser Vortrag war damals 1952 nur gerade eine weitere Einzelheit von Scientology - es war nichts Geheimes oder in dieser Hinsicht Religiöses dabei (das war in den Tagen, als ausdrücklich festgehalten wurde, dass sie eine Wissenschaft ist, keine Religion). Erst anfangs der 60er Jahre wurde damit begonnen, solches Material als Bestandteil der OT Kurse als "vertraulich" zu bezeichnen. Gerade der Zugriff auf dieses Tonband ist heute stark eingeschränkt, anscheinend ist es Bestandteil des OT Materials.
Der Vortrag zeigt Mary Sue Hubbard beim Auditieren ihres Ehemannes. Ron versucht "Theta Existenzen" - sein damaliger Begriff für das, was später als Body Thetane bezeichnet wurde - ausfindig zu machen und zu befragen um ihre Absichten herauszufinden. Die Hubbards benutzten die erste Version eines E-Meters (die Version von Matheson) um verschiedene Ideen auszuprobieren und zu sehen, ob sie eine auf eine Antwort von Seiten der BTs hinweisende Reaktion auf dem E-Meter hervorrufen.
Zu Beginn der Session erklärte Hubbard, "ich bin, zum ersten Mal aller Zeiten, vollständig ohne körperliches Wahrnehmen" - mit der Bedeutung, da körperliches Wahrnehmen ("Empfinden von Leid oder Schmerz") nach Hubbards Ansicht durch BTs verursacht werden, dass die BTs davonliefen und sich versteckten um zu vermeiden, durch das E-Meter entdeckt zu werden. Ganz bestimmt, sagt Ron, "ich gewann den Eindruck, dass sie alle etwa 6 m von mir weg sind, mindestens".
Die Frage-und-Antwort Sitzung gibt einen lebendigen Einblick in die Art wie Hubbard seine Mythen ausarbeitete.
LRH: Gut, wir machen hier das, was wir Heimuniversum nannten. Dies ist eigentlich das MEST-Universum...
MSH: Hier fallend.
LRH: ... und war tatsächlich das Heimuniversum und wir kamen recht gut zurecht, der Grund dass wir uns niederliessen und begannen das Heimuniversum zu erschaffen und so weiter und den Hauptkörper von Theta fallenliessen ist, weil Theta sich auszubreiten begann. Nichts anderes als das. Es begann nur gerade sich auszubreiten. Ich denke dort stimmte vermutlich etwas nicht in seiner Umgebung oder etwas dergleichen.
MSH: Die Nadel ist steigend.
LRH: Etwas stimmt nicht in seiner Umgebung.
MSH: Fällt da. Was stimmte nicht in seiner Umgebung?
LRH: Es wurde einfach von ihm Besitz ergriffen, es ist so eine Art von teile und herrsche. Es ist die eigentliche Funktionsweise der anderen Universien. Sie begannen gewissermassen den Hauptkörper von Theta zu verlassen. Nein, kein Abfallen. Jedenfalls wurde das Thetauniversum ganz plötzlich ehrgeizig und entschied, ein Universum zu schaffen und nahm alles auf und ...
MSH: Deine Nadel fällt ...
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MSH: Gut, aus was sind diese Existenzen zusammengesetzt?
LRH: Was..?
MSH: Gut, wie würdest du diese Art von Material nennen?
LRH: Gut, es könnte Material des ersten Universums sein - und Material ...
MSH: Klar.
LRH: ... vielleicht Material des neunundzwanzigsten Universums - des fünfzehnten Universums - Material des einundzwanzigsten Universums - dreiunddreissigsten Universums ... gibt es ein dreiunddreissigstes Universum?
MSH: Kein Abfallen.
LRH: Nein ...
MSH: Sie kommen aus vielen unterschiedlichen Universien.
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Hier kam Hubbard auf die Idee, die Erde sei ein "Gefängnisplanet", die eigentliche Begründung für Xenu, der hier Leute an erster Stelle entsorgt.
LRH: Die Entheta-Wesen ... Ich glaube in letzter Zeit haben Entheta- Wesen an bestimmten Orten über Theta triumphiert und ich glaube, die Erde ist gewissermassen ein Gefängnisplanet, weil sich die Entheta- Wesen über die hier anwesenden Leute ziemlich gut durchgesetzt haben.
MSH: Da hattest du einen grossen Abfall.
LRH: Hatte ich? Entheta-Wesen haben alle Leute die hier sind ausgenutzt und das ist es gerade, worauf ich einen grossen Abfall bekam ist gerade ... Gut, nun können wir einen Auftrag zur Wiederherstellung erfüllen überall in diesem Teil des Universums und wir können einen Auftrag zur Wiederherstellung erfüllen beim Klären dieser Entheta-Wesen und Theta. Weil alle Entheta-Wesen überall herumlaufen - sie sind hier fehl am Platz. Sie könnten das Produkt einer Vereinigung sein. Die Entheta-Wesen [unverständlich] oder sonst etwas von dieser Art. Sie machten nicht, was man ihnen sagte.
MSH: Du hattest hier ein Abfallen.
[...]
LRH: Gut, das ist es was Theta machte. Nun, Theta sitzt jetzt irgendwo draussen im Weltraum, auf anderen Planeten und so weiter, plötzlich erkennend, zum Teufel mit diesen Körpern und Wesen, wir gerieten in eine Hölle durch diese Menge von Theta-Wesen ...
MSH: Bang! die Nadel fällt.
LRH: ... die durch Entheta-Wesen besiegt wurden.
MSH: Bang!
LRH: Und das Schlachtfeld ist zu rauh und diese Dinge haben sich aufgelehnt, so lasst sie alle an einen Platz bringen und sperrt sie auf die Erde. Sie müssen auf der Erde bleiben bis wir sie geklärt haben. Sie werden früher oder später jemand herabsenden und er wird sie klären.
MSH: Du hattest bei all dem Material Abfälle der Nadel.
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Hubbard fährt fort, auf das Christentum und Religion im Allgemeinen einzuschlagen (was der Beschuldigung von Gegnern als anti-religiös durch Scientology eine ganz neue Perspektive gibt). Tatsache ist, seine Kommentare in dieser Sitzung waren ein weiteres Teil seiner vielen anderen Verunglimpfungen von etablierten Religionen, ganz besonders des Christentums, aber auch des Islams und Hinduismus. (Das ist vielleicht nicht erstaunlich; nur sechs Jahre zuvor war er Mitglied des schwarzmagischen Zirkels von Jack Parsons.) Er schlägt auch den Gattungsnamen für MEST Wesen vor:
LRH: ... Diese Entheta-Wesen werden durch Religion unter Kontrolle gehalten. Ich glaube es war einmal ein Experiment, das war ein religiöses Experiment.
MSH: Du bist abgefallen. Die Nadel fällt.
LRH: Grosses Experiment mit Religion.
MSH: Ist das, als das Christentum überhandnahm?
LRH: Das war ein Entheta Unternehmen. Kein Abfallen?
MSH: Leicht.
LRH: Es erweist sich als ein Entheta Unternehmen.
MSH: Wirklich?
LRH: Entheta - Das Entheta ist eigentlich wie alles, was unter Zwang steht, diese Entheta-Wesen - wir sollten sie nicht Entheta- Wesen nennen - wir müssten sie Targs rufen... Dies ist ihr Eigenname.
MSH: Crash!
LRH: Targs - einige von ihnen sind Targs. Es gibt mehrere andere Arten. Es gibt andere Arten als Targs.
MSH: Wie kamst du zu dem Namen - Targ?
LRH: Der ist vielen Theta-Sprachen gemeinsam. Er bedeutet Sklave. Entheta-Sklave.
MSH: Du hast einen Abfall.
LRH: Sklaven niedriger Rangordnung. Inhaber von Körpern - Pferdenhalter - Stiefelputzer. Entheta ist wirklich [unverständlich]. Ich vermute, es könnte ausserhalb dieser Galaxie noch einige weitere Gefängnisplaneten geben.
MSH: Gibt es andere Planeten, die [unverständlich] sind.
LRH: Ich glaube die Fliegenden Untertassen kommen jetzt um noch mehr Theta-Wesen zu entsorgen - ah, mehr Entheta entsorgen, Entheta- Wesen. Targs.
MSH: Mmm.
LRH: Was sie hier abladen ist von Targ durchdrungen. Es ist eine Krankheit - jemand wird von Targ durchdrungen - wird geistesgestört. Die auszuführende Sache ist weniger zu wissen, wie man die Targs loswird als wie man Targs klärt. - Kein Abfallen?
MSH: Kein Abfallen - Targ will nicht geklärt werden.
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Was ich bei dieser bizarren Auditingsitzung besonders faszinierend finde ist, dass sie genau zeigt wie Hubbard zu seinen Ideen kam. Prof. Martin Gardner schrieb ein Essay über Dianetik in seinem klassischen Buch "[Fads and Fallacies] In the Name of Science" (1953) (eine online-Version bei http://wpxx02.toxi.uni-wuerzburg.de/~cowen/essays/gardner.html), in welchem er die dem hubbardschen Auditing innewohnenden Irrtümer analysierte:
Die vielleicht entlarvendsten Teile in Dr. Winters Buch ["Dianetics: A Doctor's Report", Dr. J.A. Winter, 1951] sind die Aufzeichnungen von seinen eigenen Dianetik-Sitzungen - entlarvend, weil sie mit unmissverständlicher Offenheit die Methode bezeugen, mit der der Auditor einem Patienten suggeriert, an welche Art von Dingen er sich erinnern soll. In den meisten Fällen, das muss in Erinnerung gerufen werden, ist der Patient bereits vertraut mit der Theorie von Dianetik... Die Fragen des Therapeuten haben einen dermassen "leitenden" Charakter, dass sogar Dr. Winter zugibt, dass diese "die Fantasie beflügelt".
Hubbard seinerseits gab zu, dass viele Patienten in Fantasien über ihre vorgeburtlichen Erfahrungen schwelgen. "Der Patient erzählt über Vater und Mutter", schreibt er, "und wo sie liegen und wie das Schlafzimmer aussieht, trotzdem er dort noch im Mutterleib ist." Hubbard verwarf die Theorie "dass der misshandelte Fötus aussersinnliche Wahrnehmungen entwickle um zu sehen, was als nächstes folgt". Das ist eine gute Theorie, gestand er, sie muss jedoch anbetrachts der Tatsache verworfen werden, dass der Fötus keinen Verstand hat und deshalb keine hellseherische Kräfte haben kann.
Ein Dianetik "Patient", der sich Auditing unterzieht, wird sich typischerweise an eine Vielzahl von Vorkommnissen erinnern, einige zweifelsfrei wirklich verschüttet Erinnerungen und einige offenkundige Fantastereien, wie die vorher erwähnten vorgeburtlichen Erfahrungen. Die in den "Research & Discovery Series" Bänden abgedruckten Abschriften von Dianetik Auditingsitzungen zeigen, dass dort sehr viele freie Assoziationen im Verstand des "Patienten" ablaufen, in vielen Fällen durch die Suggestivfragen der Auditoren bedingt.
Die Dianetikbewegung brach schliesslich zusammen als Hubbard auf dem Auditieren "früherer Leben" bestand, was sogar noch unglaubwürdiger war als die sogenannten "Sperma Träume" in der Gebärmutter. Er und andere Supporter - viele von ihnen waren bezeichnenderweise Science Fiction Leser, die seinen ursprünglichen Artikel über Dianetik in "Astounding Science Fiction" von Juni 1950 gelesen hatten - berichteten über ausgegrabene Erinnerungen an frühere Leben auf der Erde oder im Weltall. Eine Sammlung von Berichten von Scientologen über frühere Leben wurde schliesslich in "Have You Lived Before This Life?" (1960) publiziert, welches meines Erachtens "A History of Man" im Rang um das seltsamste je von Scientology veröffentlichte Buch knapp schlägt. Die Berichte, die wirklich hysterisch lustig sind, umfassen den eines Mannes, der sich in "einen Roboter, der äusserlich als ein hübsches rothaariges Mädchen verkleidet war" verliebte, ein anderer Mann erinnerte sich, wie er auf dem Mars von einem Bischof mit seiner Dampfwalze überfahren wurde, oder die Erinnerungen des späteren Kritiker Cyril Vosper an das Leben als intergalaktisches Walross, das durch den Sturz aus einer fliegenden Untertasse umkam und die Story von "einem sehr glücklichen Wesen, das vor 23'064'000'000 Jahren zum Planeten Nostra vagabundierte". Freud hätte damit einen grossartigen Tag verbracht.
Aus diesem Vortrag ist leicht zu erkennen wie solche Seltsamkeiten entstanden. Man setze einen Science Fiction Fan (und Schreiber, in Hubbards Fall) und ein Auditor zusammen, fügt eine grosse Dosis freier Assoziationen und eine wissenschaftlich unbewiesene Theorie, was die E-Meter Ablesungen darstellen, hinzu. Voila - das Ergebnis ist eine Science Fiction Story im Fluss der Einfälle mit Biofeedback, als Messungen mit dem E-Meter, zur Redaktion. Es tat nichts zur Sache, dass dies den Anforderungen an Fiktion nicht genügte, geschweige denn an eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Hubbard glaubte, dass seine Grundlage - die Ideen vom Thetan und dass Gedanken elektronisch erkannt werden können - völlig gesichert war. Das Tonband "Battle of the Universes" zeigt lebhaft wie ausführlich der Überbau geplant war, den er so zufällig auf solch zerbrechliche Grundlagen konstruierte.
Chris Owen - chriso@OISPAMNOlutefisk.demon.co.uk