Scientology
spielt sich Hauptsächlich im Kopf einer Person ab. Einsichten, Ansichten, vieles wird
verdreht, so dass ein Scientologe manchmal gar nicht mehr sehen kann, ob man es gut mit
ihm meint. Ein grosses Problem sind auch die von Scientology produzierten Sprachbarrieren.
Der Scientologe kann sich dem Normalbürger kaum mehr verständlich machen. Dies trägt
nicht sehr zum Verständnis bei. Dem willigen Aussteiger oder schon Ausgestiegenen,
empfehle ich andere EX-Scientologen zu suchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ein
Ex-Scientologe weiss, wie schwer es ist, aus diesem Weltbild herauszukommen. Er kann neue
Argumente vortragen, erzählen, wie er mit seinen Gedanken umgegangen ist, Zusammenhänge
zeigen. Oftmals sind auch geheime Dokumente der Scientology in den Händen solcher
Ex-Scientologen und geben Aufschluss über Dinge, die der normale Scientologe in einer
Organisation gar nie erfährt.
Informieren Sie sich, suchen Sie im Internet, lesen Sie Bücher.
Hier verschiedene Listen, die Tips und Empfehlungen im Umgang mit Betroffenen geben:
Geben
Sie nie auf. Denken Sie immer daran, dass Ihr Kind von Ihrer Liebe und Ihrer Erziehung
geprägt ist. Diese Einflüsse können auf die Dauer von keiner Organisation ausgelöscht
werden. Dass sich das Kind der Organisation zugewendet hat, ist dem Einfluss der
Organisation zuzurechnen; ob sich das Kind von der Organisation wieder befreien kann,
hängt jedoch von Ihnen ab.
Zum
ganz praktischen Verhalten können hier nur kurze erste Ratschläge gegeben werden.
Weitere Informationen erhalten Sie über die kirchlichen, staatlichen Beratungsstellen,
sowie die Eltern- und Betroffeneninitiativen. Schnelle Hilfe kann viel bewirken, aber überstürzung,
Hektik und Verzweiflung sind keine guten Ratgeber.
1. Informieren Sie sich gründlich!
Bei
Jugendreligionen, Gurubewegungen, Sekten usw. ist es für die Angehörigen am wichtigsten,
sich schnell und umfassend über die jeweilige Gruppe zu informieren.
2. Halten Sie die Entwicklung schriftlich fest!
Es
ist sinnvoll, sich eine Art Tagebuch anzulegen, in dem man Informationen,
Zeitungsausschnitte etc. sammeln und Gesprächsnotizen, Abmachungen etc. festhalten kann.
Schreiben Sie alle Namen, Anschriften, Telefonnummern etc., die in Verbindung mit dem
Engagement ihres Angehörigen in der jeweiligen Gruppe stehen, auf. Mit so einer
"Erinnerungsstütze" ist dann auch das Gespräch mit einer Beratungsstelle sinnvoller und effektiver möglich.
3. Nehmen Sie sofort Kontakt zu einer Beratungsstelle auf.
In
der Anfangsphase kann eine schnelle und gezielte Information durch Fachleute noch viel
bewegen! Oft erfährt man erst relativ spät von einer Anwerbung, weil sie auf einer
Auslandsreise in den USA oder in England stattgefunden hat. Über die Beratungsstellen
sind auch Adressen von Beratungsstellen im Ausland zu erfragen.
4. Lassen Sie sich nicht "erpressen"!
Es
hilft nicht, Wohlverhalten oder positives Interesse vorzutäuschen. Lassen Sie sich
deshalb nicht darauf ein, sich selbst in die "Familie" einbeziehen zu lassen.
Deshalb Vorsicht bei Einladungen zu "Elternveranstaltungen". Lassen Sie sich
dabei nicht auf Wohlverhaltensbekundungen festlegen und lassen Sie sich nicht für
Positiv-Gutachten für die Gruppe einspannen. Anschliessende Ablehnung wird als besonders
bösartig gewertet.
5. Zahlen Sie niemals Geld!
Geben
Sie keine Bürgschaften u.ä., zahlen Sie keine Aussteuer, die doch nur im unersättlichen
Magen der Gruppe landet, und instruieren Sie Verwandtschaft und Freundeskreis
entsprechend. Unter Umständen ist es auch erforderlich, sich über vermögensrechtliche
und erbrechtliche Konsequenzen zu informieren, da die Gruppen oft erhebliche Summen von
ihren Mitgliedern fordern. Schenken Sie statt dessen Dinge von hohem persönlichen Wert:
Zum Beispiel einen selbstgestrickten Schal, ein Fotoalbum, einen Geburtstagskalender ihrer
Familie, einen Kaffeebecher mit eingelassenem Namen des Angehörigen usw.
6. Geben Sie möglichst keine Originaldokumente fort!
(Zeugnisse,
Urkunden usw.) Pfarrämter und die gesetzlichen Krankenkassen sind gern bereit, Kopien vom
Original zu beglaubigen.
7. Halten Sie auf Ihre Art Kontakt!
Familienmitglieder
müssen sich klarmachen, dass ihre Ratschläge und Sorgen für den Angehörigen nicht erwünscht
sind. Dennoch ist zu raten: Lassen Sie sich nicht unsicher machen. Halten Sie die
Verbindung zu Ihrem Angehörigen aufrecht. (Regelmässige Anrufe,
Geburtstagsgratulationen, Briefe). Reden Sie bei Treffen und Kontakten über alles Andere
und Schöne - nicht dauernd über das Leben und die Pläne in der Gruppe. Sprechen Sie über
gemeinsame Hobbies, positive Kindheitserinnerungen, Familienangelegenheiten, gute Musik
usw....
8. Vorsicht vor falschen Freunden und "professionellen Helfern",
die
versprechen, gegen Geld und mit teilweise illegalen Methoden ihren Angehörigen zurückzubringen.
Die deutschen Elterninitiativen haben schon vor Jahren vor dem sogenannten Deprogramming
gewarnt.
9. Denken Sie immer daran, dass andere Familien die gleichen Probleme haben,
ganz
unabhängig von sozialem, kulturellem und religiösem Hintergrund. Schliessen Sie sich
einer Elterninitiativgruppe an. Die Beratungsstellen vermitteln Ihnen den Kontakt zu
solchen Elterninitiativen, über die man gleichfalls Betroffene, aber vielleicht auch
ehemalige Mitglieder kennenlernen kann, die es wieder geschafft haben, sich von
Jugendreligionen und Gurubewegungen zu lösen.
10. Nehmen Sie eine deutliche und feste Position ein!
Machen
Sie Ihre grundsätzliche Ablehnung der Jugendreligion und ihrer Ideologie deutlich.
Verbitten Sie sich Werbevorträge. Machen Sie Ihre grundsätzliche Zuneigung zu Ihrem
Familienmitglied deutlich; sagen Sie ihm, dass Ihre Liebe unabhängig ist von
Meinungsverschiedenheiten.

du
willst per Anhalter nach München fahren. Überraschend halten nette, fremde Leute an und
bieten Dir eine Mitfahrgelegenheit. Das Auto, eine Dir völlig unbekannte neue Marke,
sieht stark aus. Die schon drinsitzen, freuen sich riesig, daß Du auch noch einsteigst.
Die
Fahrt geht los, und bald schon merkst Du, daß der Fahrer einen rasanten Stil fährt.
Ampeln und Verkehrszeichen existieren für ihn nicht. Bremsen scheint das Auto auch nicht
zu haben.
Du
siehst nicht, wohin der Fahrer steuert, und fragen kannst Du ihn nicht selbst, weil da
eine Trennscheibe ist. Wenn Du jetzt dahinterkommst, daß der Fahrer seinen Führerschein
selbst gedruckt hat, möchtest Du nur noch raus aus diesem Horrorauto. Aber Du kannst
nicht an die Tür heran, denn die bewacht ein besonders energischer Mitfahrer, und der
lässt Dich nicht an den Türgriff.
Mit
viel Glück schaffst Du es, bei einem kurzen Stop dennoch auszusteigen. Du bist in
Buxtehude, nicht in München, aber halbwegs unversehrt. Und Du schwörst Dir, in Zukunft
genau zu prüfen, wo Du einsteigst.
Ein löblicher Vorsatz.
Erst recht, wenn Du mit Körper, Geist und Seele irgendwo "einsteigen"
willst!
Religiöse
Gruppierungen und Sekten: Ständig tauchen neue auf, täglich drückt uns irgendwer
irgendein "ungeheuer wichtiges" Flugblatt in die Hand. Nicht alles, was da
sammelt, und informiert, wirbt und missioniert, ist gleich gut. Nicht alles muss schlecht
sein.
Dennoch:
Manche Gruppen können eine Gefahr für die geistige, seelische und körperliche
Gesundheit der Mitglieder sein.
Deshalb:
Wer sich aus Neugierde oder nur mal so zum Spass da hineinbegibt, der geht ein grosses
Risiko ein. Es gibt Situationen, da ist jeder anfällig.
Wir
haben deshalb diese Checkliste für religiöse / weltanschauliche / ideologische Gruppen
zusammengestellt. Sie kann dir helfen, eine erste Beurteilung vorzunehmen oder vielleicht
einen Freund oder Angehörigen vor der "echt guten Gruppen, die ich jetzt zu meinem
Glück kennengelernt habe!" zu bewahren.
Wir
empfehlen: heute schon gründlich lesen - durcharbeiten bevor du irgendwo
"einsteigst" - aufbewahren!
Wer sind wir?
Die
Eltern- und Betroffeneninitiative gegen psychische Abhängigkeit - für geistige Freiheit
Berlin e. V.
Heimat 27
14165 Berlin
Fon: 030-8183211
eMail:gandow@contrib.de
Wir bieten Informationen und Argumente - entscheiden musst Du Dich selbst.
Streiche
einfach die Behauptungen durch, die auf "Deine" neue Gruppe nicht zutreffen. -
Wenn Du nicht wirklich alle Behauptungen streichen kannst, ist schon VORSICHT
geboten !
- Schon der erste Kontakt mit der Gruppe eröffnete eine völlig neue Weltsicht
("Schlüsselerlebnis")
- Das Weltbild der Gruppe ist verblüffend einfach und erklärt wirklich jedes Problem.
- Bei der Gruppe findest Du alles, was Du bisher vergeblich gesucht hast.
- Die Gruppe hat einen Meister / Führer / Vater / Guru / Vordenker, der allein im Besitz
der ganzen Wahrheit ist und oft wie ein Gott verehrt wird.
- Die Welt treibt auf eine Katastrophe zu, nur die Gruppe weis, wie man die Welt noch
retten kann.
- Die Gruppe ist die Elite, die übrige Menschheit ist krank / verloren - wenn sie nicht
mitmacht / sich retten lässt.
- Die Gruppe lehnt die etablierte Wissenschaft ab. Die Lehre der Gruppe wird als einzig
"echte Wissenschaft" verstanden.
- Die Gruppe lehnt das "rationale Denken", den "Mind", den
"Verstand" oder die "Verkopfung" als negativ / satanisch /
unerleuchtet ab.
- Kritik und Ablehnung durch "Außenstehende" ist gerade der Beweis, daß die
Gruppe recht hat.
- . Die Gruppe bezeichnet sich als die "wahre" Familie oder Gemeinschaft.
- . Die Gruppe will, daß Du alle "alten" Beziehungen (Familie,
Wohngemeinschaft, Freundschaften) abbrichst, weil sie deine "Entwicklung"
behindern.
- . Die Gruppe grenzt sich von der übrigen Welt ab, z.B. durch
- Kleidung
- Ernährungsvorschriften
- eine eigene "Gruppensprache"
- Reglementierung von zwischenmenschlichen Beziehungen
- . Die Gruppe verlangt strikte Befolgung der Regeln oder "absolute Disziplin",
"denn dies ist der einzige Weg zur Rettung!"
- . Die Gruppe schreibt dein Sexualverhalten vor, z.B.:
- Partnerzusammenführung durch die Leitung oder
- Gruppensexualität oder
- totale Enthaltsamkeit für einfache Mitglieder
- . Du bist keine Minute des Tages mehr allein - jemand aus der Gruppe ist immer bei dir.
- . Die Gruppe füllt die gesamte Zeit mit Aufgaben, z.B.:
- Verkauf von Büchern und Zeitungen
- Werben neuer Mitglieder
- Absolvieren von Kursen
- Meditationen.
- . Zweifelst du / stellt sich der versprochene Erfolg nicht ein oder wirst du nicht
"geheilt", bist du selber schuld, weil du dich nicht genug eingesetzt / weil du
nicht genug glaubst.
- . Mitglied der Gruppe sollst du möglichst sofort / heute werden.
- . Es gibt kaum eine Möglichkeit, sich in Ruhe ein Bild von der Gruppe zu machen: Du
sollst nicht erst einmal nachdenken / reflektieren / prüfen, sondern erleben: "das
kann man nämlich nicht erklären, komm doch gleich in unser Zentrum und mach erst mal
mit!"