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Thanksgiving, 1998
(aktualisiert 1999)
Ich war während vielen Jahren Mitglied von Scientology. Alles
Auditing das ich je bekam war von der offiziellen, autorisierten
Scientology.
Vor einigen Jahren, in der Hand von einigen ihrer höchttrainierten
Mitglieder, machte ich eine zerstörerische Erfahrung die meinen
Verstand und Geist erschütterte. Ich war keine ganzheitliche Person
mehr. Erst jetzt bin ich in der Lage darüber zu reden. Geschichten
wie die meine sind die Ausnahme, eher als die Regel. Die meine ist
jedoch nicht die Erste, sie wird auch nicht die Letzte sein.
Ich veröffentliche dies anonym weil ich nicht 'geoutet' werden
möchte. Es geht mir besser, aber ich benötige Zeit um mit meiner
Heilung voranzukommen. Allerdings werden Scientologen im Office of
Special Affairs International (OSA Int) und Religious Technology
Center (RTC) erkennen wer ich bin, weil sich dies unter ihrer Obhut
ereignete.
Die Geschichte die ich erzählen möchte begann fast drei Jahre zuvor,
im Jahr 1996. Ich wusste es damals noch nicht, aber meine Geschichte
begann acht Wochen nach dem Tod von Lisa McPherson am 5. Dezember
1995 in Clearwater. Mehrere Aspekte meiner Geschichte sind ähnlich,
wenn nicht die gleichen wie bei Lisa; wir hatten beide Scientologen
als Ärzte, es wurden uns dieselben Vitamine und das gleiche
Kräutergebräu verabreicht ebenso auch das Medikament Chloralhydrat,
und beide von uns hatten ausgeprägte Nervenzusammenbrüche mit
Halluzinationen. Zum Glück gab es einige Aspekte die ziemlich
verschieden waren, insbesondere was unser Ende betrifft.
Lisa und ich waren beide seit langem Scientologen. Ich verbrachte
über 10 Jahre als Mitarbeiterin von Scientology (in der Sea Org) als
Vollzeitangestellte oder Angehöroge des Personals in einer ihrer
Organisationen. Mehrere Jahre verbrachte ich beim Scientology
International Management (Int.). Nach dem Weggang von der Sea Org
verbrachte ich weitere zehn Jahre als allgemeine Scientologin mit
unterschiedlichem Grad der Beschäftigung.
Als Scientologin stiess ich innerhalb der Kirche auf viele Umstände
und Situationen, die mir missfielen oder mit denen ich nicht
einverstanden war. Ich spielte diese jedoch herunter und betrachtete
sie aus einer Perspektive die es mir erlaubte zu empfinden, ich
könnte und sollte weiterhin ein aktives Mitglied bleiben. Vermutlich
hoffte ich stets, dass sich diese Umstände schliesslich zum besseren
wenden könnten.
Anfangs 1990 empfand ich, dass meine Hoffnungen nur gering waren und
meine Zweifel und Unstimmigkeiten sich nicht so leicht beruhigen
liessen. Ich machte einige Scientology Kurse mit der Absicht, eine
Lösung frür diese Zweifel und Unstimmigkeiten zu finden. Stattdessen
wurden die Zweifel nur noch stärker.
Gegen Ende 1994 bekam ich einen Anruf von jemandem von OSA Int., die
wollte von mir, dass ich mich an einer neuen Gruppe im Internet
beteilige, die "Wolly" gestartet hatte. ("Wolly" ist der Name, den
die Belegschaft von OSA Int. für Larry Wollersheim benutzt, ein
ehemaliger Scientologe.) Sie wollte wissen, was "Wolly" vorhatte.
Ich wies sie ab, indem ich ihr sagte, dass ich mich mit dem Internet
nicht auskenne.
Trotzdem machte mich ihr Anruf neugierig und bald hatte ich gelernt,
wie man 'online' geht. So entdeckte ich das Internet. Im Verlaufe
1995 fand und las ich viele Gerichtsfälle, gerichtsurteile,
eidesstattliche Erklärungen und Presseinformationen von und gegen
Scientology.
Während mir diese Informationen viele Fragen beantworteten,
erleichterten sie meine Zweifel nicht noch machten sie mich zu einer
stärkeren Scientologin. Ich machte einige Ausflüge in die AOLA (die
Advanced Scientology Organization in Los Angeles) und das CCLA (das
Celebrity Center in Los Angeles)um irgendwie Hilfe zum Umgang mit
meinen Gefühlen zu finden. Doch diese Aktinen halfen auch nicht.
Einige der Punkte die ich anführen möchte waren:
a) Wenn Scientology den Planeten 'klären' will, wie kommt es, dass
es soviel kostet? Die meisten Leute in der normalen bürgerlichen
Welt die ich kenne können sich die niedrigen Grade von Scientology
nicht leisten - noch weniger die höheren Grade des "Klärens".
Aufgrund der Preise schien eher als eine elitäre Gruppe zu sein als
an der Hilfe für die Menschheit zu arbeiten. Ich weiss von einem
Mitglied, das bereits 300'000 Dollars bezahlt hatte um sich sagen zu
lassen, er brauche weitere 60'000 Dollars auszugeben um den ersten
Grad über "Clear" zu erreichen.
b) Wohin floss all das Geld? Mir erschien es so, dass ein enormer
Anteil an Anwälte ging, um Gerichtsfälle gegen Leute zu handhaben,
die von den übermässigen Geldbeträge betroffen waren, welche für
Dienstleistungen verlangt wurden. Und sie mussten diese enormen
Geldbeträge verlangen weil ihre Anwälte so viel kosteten.
c) Ist es wirklich eine Religion? Als ich mich anschloss wurde mir
klar gesagt, dass das Etikett 'Religion' nur aus steuerlichen und
rechtlichen Gründen benutzt werde und dass niemand seine persönliche
religiöse Bindung ändern müsse um Mitglied zu sein. Während meiner
20jährigen Mitgliedschaft hatte ich nur an einer einzigen
kirchlichen Andacht von Scientology teilgenommen. Einmal suchte ich
eine Scientology Andacht, an die ich meine Kinder mitnehmen konnte.
Eine Scientology Organisation erklärte mir, dass sie kurze Andachten
abhielten WÄHREND die Leute in einer Pause eines Scientology
Ausbildungskurs ihren Lunch assen. Eine andere Organisation
verbrachte ihre Sonntagmorgen als grossen, geselligen Brunch, den
sie bestens ankündigten und förderten. Und ich hörte, dass eine
Organisation ihre Andachten am Sonntagabend abhielt, was ziemlich
gut war. Also ergiff ich an einem Sonntagabend meine Kinder und
ging. Vor dem Gebäude, in dem uns gesagt wurde, dass dort die
Andachten stattfinden, stand eine andere Person. Es war ein dunkles,
verschlossenes Gebäude. Wir gingen beide zum Haupteingang des
Gebäudes nebenan. Nachdem wir verschiedene Mitarbeiter fragten
wussten wir immer noch nichts über die Sonntagsandacht, wir fanden
nur ein Herr der zufällig sagte "Oh, nein, die wurde heute abend
abgesagt". Ende meiner Ausflüge zu Andachten von Scientology mit
meinen Kindern.
d) Falls Scientology eine Religion ist, was ist die Überzeugung der
Gruppe über Gott? Ich dachte, dass mir meine Beratung durch
Scientology ein besseres Verständnis und eine nähere Beziehung mit
Gott bringt (dem Heiligen, Universalen, wie immer sie es nennen),
aber hier stand ich nun 20 Jahre später, hatte die höchsten Grade
der Beratung durch Scientology erfahren und fühlte mich Gott
übrhaupt nicht näher. Die meisten Scientologen, die ich persönlich
kenne, glauben nicht an Gott. Aber, war dies ihre eigene
Entscheidung oder war es der Einfluss von Scientology über sie? Ich
versuchte es herasuzufinden. Das war damals, als ich die massive
Überarbeitung entdeckte, der das Material von Scientology unterzogen
wurde. Das einzige Buch, in dem ich einige klare LRH Bezugnahmen auf
die religiöse Basis von Scientology fand (Notes on the Lectures)
musste ich in einem Geschäft für gebrauchte Bücher kaufen, da es
Scientology "widerrufen" hatte.
e) Wie kommte es, dass da immer diese "Feinde" waren? Ich war an
einigen Unternehmen für das GO und OSA Int. beteiligt und während
diesen Unternehmen bekam ich die Gelegenheit, etwas Zeit mit
einigen von diesen "SPs" und "Feinden" zu verbringen. Ich empfand
sie nicht als die Ungeheuer, als die sie von Scientology ihren
Mitgliedern geschildert werden. Tatsächlich wussten die meisten von
ihnen einige begründete Einzelheiten über das beschämende Verhalten
von Scientology, das ihre Unzufriedenheit oder ihren Ärger
hervorrief. Mit anderen Worten, meiner Ansicht nach wurden diese
Feinde durch genau diese Gruppe geschaffen, die sich selbst für
das 'Opfer' hält.
Dies waren einige meiner Empfindungen und Sorgen als ich im Internet
herumstöberte.
Ungefähr Neujahr 1996 erkannte ich, dass ich meinen Ehemann
anvertrauen musste was ich empfand, obgleich es ein schweres
vergehen ist, einem anderen Scientologen über die eigene
Unzufriedenheit mit Scientology zu erzählen. Ich sagte ihm
ausserdem, dass ich nicht mehr länger eine Scientologin sein möchte.
Er war sichlich besorgt und mit mir darüber einig, dass dies für ihn
ein Problem sein würde. Ich wusste, dass ich meine Ehe und die
Kinder gefährde wenn ich meine eingeschlagene Richtung einhalte.
Also hörte ich auf über meine Empfindungen zu reden.
Am Montag den 5. Februar 1996 erhielt ich einen Anruf von einem
Mitglied von OSA Int., das ich persönlich kannte. Sie wollte sich
mit mir treffen. Ich traf mich mit ihr und ihrer Partnerin im
Sitzungszimmer von OSA Int. am Hollywood Blvd. Zu meinem Erstaunen
überreichten sie mir eine persönliche Emailmitteilung, die einige
Monate zuvor an jemand geschickt hatte. Scientology hatte diese
Person als 'Suppressive Person' erklärt, was bedeutet, dass die
Kirche sie aus der Mitgliedschaft entlässt, ihre Verbindung zu
Scientology und aktiven Scientologen trennt und allen Scientologen
verbietet, irgend etwas mit ihr zu tun zu haben. Die Person, in
ihrer Mitteilung an mich, zeigte sich darüber erstaunt, dass ich als
eine Scientologin mit gutem Ansehen, ihm immer noch vertraute und
mit ihm verkehrte. Ich entgegnete, dass ich ihm nicht persönlich
misstraute, dass ich jedoch über die Spione betroffen war, die
Scientology, das war mir gewiss, in seiner Nähe engesetzt hatte.
Die beiden Damen des OSA Int. gaben nie zu, wie sie zu meiner
privaten Email gekommen waren. Ich erklärte ihnen, dass ich nicht zu
verbergen hatte und deshalb mit meinem realen Namen unterschrieb,
dass ich auch von den Beobachtern und Spionen wusste, die sie
überall hatten. Ich erzählte ihnen auch von meinen Besuchen bei AOLA
und CCLA um zu versuchen, mir über meine Gedanken und Gefühle über
Scientology klar zu werden, einschliesslich einiger Gedanken die ich
mir kürzlich machte.
Ich erklärte ihnen, dass ich vielen der gegen ihre sogenannten
"Feinde" angestifteten Aktionen von OSA Int. nicht zustimmen konnte,
da sie unethisch waren. Ich lehnte die Denkweise von Scientology ab,
dass "der Zweck die Mittel heiligt", die alle ihre Aktionen und
Entscheidungen beherrschen, einschliesslich denjenigen, an denen
ich persönlich beteiligt war oder aus erster Hand Kenntnis davon
hatte.
Sie schienen nicht wirklich an meinem Standpunkt interessiert zu
sein, sondern sie griffen stattdessen nur bestimmte Namen heraus,
die ich erwähnte und wollten wissen, ob ich mit dieser oder jener
Person gesprochen habe, die natürlich alle auf der Liste ihrer
Feinde standen.
Sie boten mir Hilfe an beim Durcharbeiten meiner Zweifel und
Verwirrungen. Sie sagten, dass ein wundervoller Auditor, den ich
kannte aber seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte, meine
Ordner studierte und dass sie mir helfen wollten.
Ich war einem Hilfsangebot gegenüber nicht ablehnend eingestellt,
darum nahm ich an einem D of P Interview teil. Nur um
herauszufinden, dass es kein D of P Interview war wie alle, die ich
je hatte, sondern eher ein verhör. Ich wurde gefragt, ob ich Leute
kannte, die von der Brücke weg waren. Kannte ich irgend jemand, der
eine SP ist? Wie steht es mit den Leuten, mit denen ich plaudere? An
was denke ich??
Ich kehrte wie betäubt heim. Ich wollte nicht darüber sprechen. Ich
wusste, falls ich ihr "Handhaben" verweigerte, würde ich 'declared'
(zur 'SP' erklärt) und ich wusste, dass meine Ehe (und andere
Aspekte meines Lebens) gefährdet war falls ich 'declared' wurde.
Diese Nacht ergab es sich, dass ich einen Anruf von einer meiner
Scientology Freundinnen bekam. Sie war besorgt. Ihre Org (AOLA)
hatte von ihr verlangt, sich von ihrer besten Freundin zu trennen
(als Mitglied unzufrieden mit Scientology, aber kein erklärter
Feind). Ihr Mann erklärte ihr, wenn sie sich nicht trenne, würde sie
auf der Brücke nicht weiter kommen und falls sie auf der Brücke
nicht weiter komme, könnte er nicht länger mit ihr verheiratet sein.
Ich fühlte mich in eine ähnliche Ecke wie sie gedrängt und ich hatte
keine andere Wahl, als am anderen Tag an der geplanten "Sitzung" zu
erscheinen. Ich nenne es ein "Sitzung",weil es kein Interview war;
das Interview wurde am vorhergehenden Tag gemacht. Es war als
informelles Interview gedacht bevor das eher "formelle" Auditing
begann.
Am nächsten Tag begleiteten mich die beiden OSA Int. Damen zurück in
den Auditingraum um mich mit der Auditorin zu treffen. Sie folgten
mir in diesen winzigen Auditingraum. Erst schaute ich auf diese drei
Damen und ihre harten Gesichter und wunderte mich, ob dies ein "Gang
Bang Sec Check" werden sollte, worüber ich Jahre zuvor hörte. Es war
jedoch keiner und bald liessen sie mich allein mit meiner Auditorin.
Was sich die nächsten paar Tage abspielte war kein "Auditing" wie
ich es je zuvor erfahren hatte. "Zermürbend" ist ein Wort, das einem
dazu einfällt. Die Sitzungen waren stundenlang und erstreckten sich
über mehrere Tage.
Ich erinnere mich, wie am zweiten Tag die Auditorin mich zum Lesen
dieser verschiedenen Bulletins zwang un mir zu zeigen, dass das
alles wirklich zu meinem Vorteil war und dass diese Sitzungen nicht
als Inquisition oder als "Angriff" auf mich gedacht waren. Die
Auditorin sagte, dass sie wirklich über mich besorgt war und dass
dies nur deshalb gemacht wurde um mir zu helfen. Aber dann begann
sie mich anzuschreien wegen etwas das ich gesagt hatte oder weil sie
mit mir nicht übereinstimmte.
Beispielsweise erinnere ich mich, wie ich ihr von etwas erzählte,
das ich einer 'Suppressiven Person' antat und das ich für einen
Overt hielt, nur um dafür von ihr angeschrieen zu werden. Sie
brüllte mich an, dass das was ich getan hatte unmöglich ein Overt
sein konnte, denn "Du kannst gegenüber Suppressiven Leuten keine
Overts begehen".
Wir hatten einige Unstimmigkeiten über die Definition eines Overts.
Ich erklärte, dass ich der Definition nicht zustimmte "Zum Besten
der Mehrheit" wie sie zur Rechtfertigung vieler unrichtiger Aktionen
benutzt wurde, die ich beging. Ich sagte, dass ich fühlte wie für
mich "an Anderen verübt" oder "wer sich vergeht, kommt selbst um"
bedeutend grössere Gültigkeit hatte und ich benutzte diese um zu
entscheiden, ob ich mich vergangen hatte. Die Auditorin widersprach
meinem Standpunkt vehement, da er weder mit Hubbards noch mit
Scientologys Glaubenssätzen übereinstimmte, was zu einigen
zusätzlichen schreienden Episoden führte.
Diese "Sitzungstage" dauerten etwa eine Woche. Wenn ich nicht in der
Sitzung war sprach ich sehr wenig. Ich fühlte mich die ganze Zeit
wie betäubt. Obwohl ich es versuchte konnte ich nicht einschlafen.
Ich musste mich zum Essen zwingen um "einen Stoffwechseltest" zu
bestehen, das Phänomen der Nadel, das anzeigt, dass dein Körper
ausgeruht und genährt ist und den Beginn der Sitzung erlaubt.
In der Nacht konnte ich fühlen, wie sich diese "Sitzungen" in meinem
Verstand wiederholten. Es war, wie wenn die Sitzung nie aufhörte.
Ich nahm die Auditorin mit nach Hause. Sie war in meinem Verstand,
widersprach mir, schrie mich an und drang immer tiefer in meinen
Kopf ein.
9. oder 10. Februar 1996
Dies war die längste Sitzung die ich je hatte, etwa sechs Stunden.
Ich erinnere mich wie ich verzweifelt wünschte zu entkommen. Ich war
jedoch in einem der oberen Stockwerke von OSA Int. Wenn ich mir die
Schwierigkeiten vorstellte an meiner Auditorin vorbei zu kommen wie
auch auf den Korridoren und Treppen, die überall mit Kameras
überwacht wurden und wo stets Mitarbeiter und Sicherheitswachen
anwesend waren, ausgebildet um das Verlassen von Sitzungen zu
verhindern, blieb mir nichts anderes als zu bleiben. Ich verbrachte
die meisten dieser sechs Stunden schluchzend in einem kleinen
Auditingraum oder überfüllte einen Abfalleimer mit benutzten
Taschentüchern.
Sonntag Nacht, 11. Februar 1996
Ich legte mich schlafen. Etwa am 2 Uhr morgens erwachte ich durch
das Zusammenbrechen meines Verstandes, meiner Selbst, meiner Seele.
Ich weiss nicht wie ich es anders beschreiben könnte, anders als mit
mein Verstand zerbrach. Es trieb mich, irgend etwas zu tun, aber ich
wusste nicht was. Ich schrie nach meinem Mann, aber es hörte sich
nicht so an als ob ich Worte schrie.
Ich rannte aus dem Haus. Mein Mann, der mir folgte, erwischte mich
bevor ich die Einfahrt verliess. Ich schritt rund um den Wagen und
versuchte die Bäume zu umfassen. Mein Mann konnte mich soweit
beruhigen, dass er mich ins Haus zurückbringen konnte.
Ich war zu Tode geängstigt. Etwas war mit meinem Verstand passiert
und ich wusste mich in einem anderen Zustand. Mein Mann rief das OSA
Int. an und sprach mit meiner Auditorin (die um 2 Uhr morgens noch
auf war)... Sie sprach mit meinem Mann und dann mit mir selber.
Alles an das ich mich erinnere war ihre Aussage "Es gibt keine Tech
um dies zu handhaben". Ich erinnere mich, wie ich mich in weiter
Ferne fühlte während ich dachte "sie könnte mich ja wenigstens
belogen haben..."
Es war entweder am 12. oder 13. Februar, als irgend jemand eine
weitere Auditingsitzung mit meiner Auditorin arrangierte. Sobald
die Sitzung begann, zog die Auditorin die "Security Check Correction
List" hervor, ein Auditingvorgehen, das zum Herausfinden und Lösen
der Probleme gedacht war, die in den Sicherheits Untersuchungen von
Scientology so oft anzutreffen sind. Von den meisten dieser
Schwierigkeiten wurde angenommen, dass sie von einem oder mehreren
Geheimnissen herrühren, die der Preclear nicht offengelegt hatte. Ich
fühlte mich sofort zerstört. "Sie" (gemeint sind C/S und Auditor)
dachten, dass dieses Problem mit meinem Verstand nicht anderes war
als ein "zurückgehaltenes Geständis". Doch ich wusste, dass es
nicht das war, was bei mir verkehrt lief. Ich fühlte auch, dass der
Fallüberwacher und die Auditorin verbessern konnten, was mit mir
geschah und ich konnte nicht verstehen warum sie es nicht taten. Die
Auditorin redete mit mir bis meine Nadel "floatete" und beendete dann
die Sitzung. Ich erinnere mich wie ich sie fragte "Aber was ist mit
dem in Ordnung bringen von dem, was bei mir falsch ist?" Sie
antwortete mir nie. Ich wurde nach Hause geschickt und sie sagten,
dass sie mich anrufen würden.
Die nächsten paar Tage blieb ich zuhause. Ich war äusserst
ängstlich, fühlte mich bedroht und krank. Wenn ich einzuschlafen
versuchte wurde ich bald darauf durch "die in meinem Verstand
ablaufenden Dinge" wieder aufgeweckt. Es ist schwer erklärbar, was
diese Schatten und Dämonen waren. Ich wollte nur, dass sie
aufhörten. Ich wollte nur die Klarheit in meinem Denken zurück. Ich
erhöhte die Dosierung der Vitamine, zu deren Einnahme mich meine
Auditorin anhielt - Melatonin, Kalzium, Magnesium und Vitamin B1. Mein
Zustand verschlechterte sich jedoch und es fiel mir immer schwerer
meine Auseinandersetzung mit der Welt aufrechtzuerhalten.
Die Nacht des 13. Februars verbrachte ich umhergehend in der Garage,
damit ich die Familie nicht weckte. Ich versuchte meine rasenden
Gedanken zu beruhigen, zu verhindern, dass sich die Welt rund um
mich auflöste. In diesem Zustand verstand mein Mann nicht, was mit
mir vorging und ich fühlte mich sehr allein.
Um 5 Uhr morgens rief ein anderer Scientologe an, er was mein bester
Freund und Auditor. Ich dachte, er könnte in der Lage sein, mir
die Hilfe zu leisten die ich benötigte. Er war ein grosser Trost; er
verglich das, was ich durchmachte mit einem sehr schlechten LSD
Trip, den er vor vielen Jahren hatte. Es war tröstlich zu wissen,
dass jemand im gleichen Zustand wie ich war, gleichzeitig war ich
jedoch verwirrt, da ich nie LSD nahm.
Mein Freund kannte die Leute von OSA Int. und versprach
herauszufinden, warum sie mir keine Unterstützung gaben.
Es ist wichtig zu wissen, dass ich mir die ganze Zeit über bewusst
war - vom Zeitpunkt an als mein "Verstand zusammenbrach" bis zu
diesem Tag (etwa 4 Tage später) - dass ich einen Zusammenbruch
erlitten hatte. Mein Verstand war zusammengebrochen, und das
zerstörte meine von Scientology erhaltene Beratung im Innersten.
Aber ich erinnerte mich, was L. Ron Hubbard gesagt hatte, "Der Weg
hinaus, ist der Weg hindurch" und "Das was es hervorrief, wird es
auch beenden", also wartete ich auf das OSA Int. damit sie
reparieren was sie zerbrachen. Ich fühlte, dass die die Werkzeuge
hatten um meinen zerbrochenen Verstand in Ordnung zu bringen. Doch
die Sache verschlimmerte sich. Es waren nun Tage vergangen, Stunden
auf Stunden und ich begann zu ahnen, dass sie mit ihrer Hilfe
absichtlich zurückhielten. Ich bekam Wahnvorstellungen.
15. Februar 1996
Jemand von OSA Int. rief an und teilte mir mit, dass der
Fallüberwacher angeordnet habe, dass ich einen Scientology Arzt
besuchen müsse. Ich hatte keinen. Ich wusste genug über die
Techniken von Scienrology um erkennen, dass der Fallüberwacher eine
ärztliche Meinung über meinen Zustand wollte.
Nun begann ich mich zu fragen ob Captain Bill (Robertson)
letztendlich doch wirklich recht hatte. Captain Bill war ein
ranghoher Mitarbeiter der Sea Organization. Er ging bereits 1982
"weg vom Abgrund" als er die Sea Org verliess. Er hatte Geschichten
gesponnen, wie die höheren Stufen der Sea Org von Aliens übernommen
wurden, Markabianer genannt, vom Planeten Markab. Bis jetzt hatte
ich diesen Geschichten nie besonders Aufmerksamkeit geschenkt. Diese
OSA Int. Mitarbeiter handelten so kaltherzig, sie schienen 'Aliens'
zu sein. Was wenn Captain Bill die ganze Zeit recht hatte? Der Arzt,
zu dem ich geschickt wurde, war OT8. Vielleicht waren die OT8 in das
Alien Programm zur Bewusstseinskontrolle verwickelt und betrachteten
alles auf Distanz?? Vielleicht war dies der Grund, dass mein
Verstand gebrochen wurde.
Trotz meinen Befürchtungen wurde ich zu einer Scientology Ärztin in
Los Angeles gebracht. Sie erklärte mir, mit dem Melatonin, Vitamin
B1, Kalzium und Magnesium weiterzumachen, das mich meine Auditorin
einnehmen liess. Zusätzlich empfahl sie mir einige weitere Kräuter
zu nehmen und sie verschrieb mir Chloralhydrat. Sie sagte, dass Dr.
Denk (ein anderer Scientology Arzt, der Hubbard bis zu seinem Tode
behandelte) Forschungen anstellte und herausfand, dass Chloralhydrat
das beste "nichtpsychiatrische" Medikament sei das ich benutzen
konnte.
Während den nächsten Tagen ging es mir ständig schlechter. Ich
halluzinierte häufig. Ich wanderte herum. Ich ass nichts mehr. Ich
fühlte, wie mir das Universum stetig entschwand. Ich fand, dass
Bewegung die Welt gegenwärtig erhielt und die Dämonen in Schach
hielt.
Der einzige hilfreiche Rat, den meine Auditorin von OSA Int. während
der ganzen Zeit gab, war dass sie meinem Mann sagte, mich nicht
Autofahren zu lassen.
Ich fühlte mich wie auf einem Riesenrad. Ich hatte Perioden von
klarem Verstand während denen ich erkennen konnte, dass ich
geisteskrank war. Diese waren jedoch kurz und dauerten nicht an.
Jedesmal wenn ich aus meinem Delirium erwachte wusste ich, dass der
Augenblick nicht anhielt und dass die beängstigende Macht meines
zerbrochenen Verstandes mich bald wieder zurück hinabziehen würde.
Ich war am Ertrinken und fühlte wie die Leute des OSA Int.
verfolgten wie ich verschwinde.
Während den nächsten paar Tagen versuchte ich vieles um mir selbst
zu helfen oder Scientologen dazu zu bringen mir zu helfen. Ich
sprach wiederholt mit Leuten von OSA Int. und übergab ihnen sogar
meine persönlichen Tagebücher und andere persönliche Papiere in der
Hoffnung, sie könnten helfen dass der Fallüberwacher mich und das
ich durchmachte versteht.
Ich erzählte ihnen, dass ich in der Hölle war, in meinem Verstand
war es wie in Dantes Höllenfeuer. Ich erklärte ihnen, dass ich sie
wirklich benötigte um mir eine Sitzung zu geben und mir meinen
Verstand wieder herzustellen. Die einzige Antwort die ich erhielt
war, dass meine Preclear Ordner beim RTC (Religious Technology
Center) zur technischen Überprüfung wären und ich deshalb warten
müsse, bis sie zurück waren bevor irgend welches Auditing wieder
aufgenommen werden könne.
Während der ganzen Zeit nahm ich gutgläubig alle Medikamente wie
empfohlen ein. Denkend dass es helfen könnte erhöhte ich die
Dosierung und begann Vitamin B1 in grossen Mengen einzunehmen, aber
ich konnte immer noch nur in kurzen Abschnitten von 30-40 Minuten
schlafen. Ich konnte aus einem Traum aufwachen und meinen, dass das
was ich geträumt hatte tatsächlich passierte.
Mein Mann verstand nicht wirklich, was mit mir geschah. Ich war
wirklich allein. Ich erinnere mich, wie ich einmal im Dunkeln in
meinem Wandschrank war, in einer Ecke zusammengerollt, schluchzend,
mit meinem Kopf gegen die Wand schlagend. Ich wollte nur meinen
Verstand zurück.
Ich erinnere mich, wie meine Auditorin von mir verlangte mit den
Gesprächen mit meinem Freund, dem Scientology Auditor (derjenige der
nicht Mitarbeiter war) aufzuhören. Sie sagte, er sollte nicht mit
hineingezogen werden.
Monate später fragte ich meinen "FSM", warum er während diesem
Vorfall nicht dagewesen war. Er erzählte mir, dass OSA Int. ihm
gesagt habe, sie "hatten es unter Kontrolle" und er sich da
heraushalten sollte.
In der Nacht vom 20. Februar 1996 konnte ich üebrhaupt nicht
schlafen. Ich war mir nun gewiss, dass Captain Bill recht hatte mit
seinen Theorien und Ansichten. Die Markabianer hatten das oberste
Management von Scientology übernommen. Captain Bill hatte mir
erzählt, dass die Markabianer oben auf dem Big Blue Gebäude in Los
Angeles "Tepafone" angebracht hatten (für Menschen unsichtbar).
Durch diese Tepafone übten sie ihre Bewusstseinskontrolle auf die
Menschen aus. Es leuchtete ein, dass es das war was mir meinen
Verstand raubte. Und es erklärte auch, warum die Leute des OSA Int.
gegenüber meinem Leid so kaltherzig waren - sie waren entweder
Aliens oder wurden durch Aliens kontrolliert.
Es war mir klar, dass OSA Int. nicht die Absicht hatte mir zu
helfen.
An diesem Tag traten viele irrationale Dinge auf. Ich war völlig
paranoid, gänzlich psychotisch und halluzinierte. Ich kann mich
erinnern wie ich über eine vielbefahrene Strasse eilte und wie durch
ein Wunder auf der anderen Seite ankam. Ich war so sicher,
angefahren zu werden, dass ich nicht wusste was ich als nächstes tun
sollte.
Es war kurz darnach, dass ich auf dem Gehsteig körperlich
zusammenbrach. Ich erinnere mich wie ich versuchte meinen Körper vom
Gehsteig aufzustellen, aber ich konnte nicht aufstehen, nicht einmal
aufsitzen. Ich war nun körperlich draussen, wie auch psychisch. Ich
kämpfte dagegen. Ich wurde unter meinen Vorbehalten mit der Ambulanz
eiligst ins Spital gebracht.
Mein Mann erschien sehr schnell nach meine Ankunft im Spital. Ich
war völlig ausser mir und erkannte ihn nicht. Meine Blutwerte
erwiesen sich als verrückt und ich war dehydriert. Mein Mann brachte
ihnen die Flasche mit Chloralhydrat, die mir die Scientology Ärztin
verschrieben hatte. Einige der Spitalmitarbeiter waren skeptisch
über die Verschreibung von Chloralhydrat. "Das gaben sie ihr um sie
zum Schlafen zu bringen!!!", lachten einige von ihnen.
Später fand ich heraus, dass die verschreibende Ärztin, die
Scientologin, wegen meinem Kollaps und psychischen Zustand angerufen
wurde. Diese alarmierte OSA Int., das sofort Leute herschickte um
eine Zustimmung zu psychiatrischer Behandlung zu verhindern.
Nach einigen Stunden und ein wenig Unterstützung war ich in der
Lage, die Schlüsselfragen auf einer Notfallstation zu beantworten -
"Wer sind sie?", "Welchen Tag haben wir heute?" und "Wo befinden sie
sich?". Die Ärzte wollten mich im Spital behalten, erlaubten mir
aber, diesen zu verlassen um von meinem Mann gepflegt zu werden und
ich unterzeichnete eine Austrittserklärung "entgegen ärztlicher
Empfehlung".
Nach meinem Ausflug ins Spital bekam ich einen zwanglosen
"Babywatch". Ich sage zwanglos, weil
a) er spielte sich in meinem eigenen Haus ab,
b) die mich überwachenden Scientologen mir bekannt waren, und
c) es ihnen nicht verboten war, mit mir zu sprechen.
Was dann mein Mann zuhause, hatten sie zu verschwinden.
22. Februar l996
Jemand von OSA Int. kam zu mir nach Hause um mir eine Notiz des
Fallüberwachers zu geben. Ich erinnere nicht nicht mehr, um was es
ging, nur dass es mich in eine lange Schwatztirade mit der Dame die
es überbrachte verwickelte.
Und ausserdem begannen die "Leute" (es waren unsichtbare Leute, die
nur ich sehen konnte) die mit ihr ankamen einen Kampf mit "meinen
Leuten".
Unnötig zu sagen, nach diesem Besucht hatte mein Mann wenig Hoffnung
auf irgend welche Hilfe von Seiten des Fallüberwachers/Auditing.
Mein Mann rief die Scientology Ärztin an um wenigstens etwas Hilfe
zu bekommen. Unglaublich, sie sagte ihm dass sie nichts tun könne,
da meine einzig mögliche Hilfe psychiatrische Medikamente wären und
sie diese nicht verschreiben könne.
Darauf hin kam mein Mann zu mir und umfasste mich. Er erklärte mir,
dass von OSA Int. keine Hilfe komme und von keinem der anderen
Scientology Ärzte. Er sagte, dass wir auf uns allein angewiesen
waren und dass wir dies gemeinsam durchstehen würden. Selbst in der
Verwirrung des Verrückseins, ich war glücklich nicht mehr länger
alleine zu sein. Ich empfand etwas Hoffnung. Ich erinnerte mich an
das Lachen der Ärzte über das Chloralhydrat und ich spürte, dass wir
das GEGENTEIL von dem tun mussten, was uns gesagt wurde. Mein Mann
stimmte zu und ich hörte mit all den Vitaminen, Kräutern und
Medikamenten auf, die mir durch irgend jemand in Verbindung mit OSA
Int. empfohlen wurden.
Stattdessen nahm ich nur Aspirin weil ich irgendwo mal las, dass
dieses Medikament "mentale Bilder und Vorstellungen abstellt".
23. Februar - 1. März
Die ganze nächste Woche konnte ich immer noch nicht schlafen. Die
Halluzinationen und die Paranoia dauerten an. Ich war jedoch nicht
länger allein. Die einzige Art wie ich es beschreiben kann ist, dass
mein Mann mit mir hinein in den Wahnsinn kam. Er sah, was ich sah
und hörte, was ich hörte oder zumindest, er liess mich empfinden
dass er es tat. Er half mir mich zu beruhigen. In der Nacht, wenn
die Wogen der Angst am schlimmsten waren, stand er mir bei. Es war
als ob er in meinem zerrütteten und ertrinkenden Verstand einen
Leuchtturm erschaffen hatte und ich folgte seinem Leuchtfeuer zurück
und hinaus aus dem Terror.
Mein Mann verglich es noch mit dem Film "Poltergeist", wo der Vater
ins "andere Universum" geht um seine Tochter zu retten, die durch
den Fernsehapparat aufgesaugt wurde. Das war es, was mein Mann
grundsätzlich tat, er kam hinein in die Psychose, fand mich und
brachte mich hinaus.
Langsam begann ich mehr zu schlafen. Langsam lösten sich die Ängste
auf. Die Halluzinationen waren noch da, aber sie wurden sanfter. Die
Stimmen die ich hörte wurden freundlicher.
Während diesem Zeitabschnitt der sich abzeichnenden langsamen
Heilung rief niemand von OSA Int. an. An einem Punkt spürte ich die
dringende Notwendigkeit, meine Bücher und Tagebücher zurück zu
bekommen. Mein Mann rief OSA Int. an und bekam tatsächlich Bündel
von meinen persönlichen Sachen zurück. Die Tagebücher wurden beim
Öffnen flachgedrückt (wie auf einem Kopiergerät) und gewisse Seiten
(auf denen ich Scientology erwähnte) wiesen Eselsohren auf. Aber ich
hatte zumindest meine Originale wieder.
Ich erinnere mich, wie ich versuchtr zur Normalität zurückzukehren.
Früher stand ich gewöhnlich am Morgen auf, hatte meinen Fruchtsaft
und Kaffee und las die Zeitung. Nun begann ich die ganze Prozedur zu
durchgehen - aufzustehen, meinen Fruchtsaft und Kaffee zu haben und
die Zeitung zu öffnen. Obschon ich nicht in der Lage war, mich zu
konzentrieren und nicht mehr als ein Wort hier und dort lesen
konnte, konzentrierte ich mich auf zwei kleine Statements - "tun als
ob" und "täusche es vor bis du es machen kannst". Ich wartete auf
einer Zeitungsseite etwa so lange ab wie ich dachte, dass es
brauchen würde wenn ich sie tatsächlich las und wendete dann zur
nächsten.
Ich war bemüht, meinen Verstand wieder in Ordnung zu bringen und
zurück in die reale Welt zu finden und Tag für Tag zu leben. Jede
Nacht schlief ich ein wenig länger und jeden Tag fühlte ich mich ein
wenig besser.
6. März 1996
Ich erhielt einen Anruf von meinem Auditor Freund, demjenigen der
mir mit seiner LSD Geschichte und anderen Taten geholfen hatte bevor
mein Mann verstand was sich abspielte. Er wollte mich befragen und
meine Erfahrungen aufzeichnen.
Ich hatte zwar bereits entschieden, dass ich "diese Dosen nie wieder
festhalten" wollte. Trotzdem vertraute ich ihm und stimmte zu. Er
wollte MEINEN Standpunkt dokumentieren. Ich wollte nicht, dass mein
Preclear Ordner, über den mir Scientology niemals erlauben würde zu
verfügen, die einzige Aufzeichnung meiner Erfahrungen sein sollte.
Wir trafen uns an einem privaten, sicheren Ort.
Nachher erklärte mein Freund als ausgebildeter Auditor, dass er
unvollständige Anwendungen und Fehler in den Techniken feststellte
die ich erhielt. Seine Feststellung brachte für mich nichts in
Ordnung noch zeigte sie mir irgend etwas Neues, aber sie half mir zu
verstehen, dass der Verlust meines Verstandes nicht meine Schuld
war.
Freitag, 8. März
Ein weiterer Anruf kam von meinem Freund, dem Auditor. Er berichtete
mir, dass eine Frau von OSA Legal von mir das Unterzeichnen von
einigen Erklärungen wolle. Er erzählte mir, dass OSA Int.
ursprünglich um seine Hilfe baten um mich zum Unterzeichnen dieser
Erklärungen zu bringen. OSA Int. kümmerte sich nicht um meine
Information und zeigte kein Interesse, mich über mein Empfinden über
das Vorgefallene zu befragen. Er sagte mir, dass er es war der die
Durchführung einer Befragung für die Aufzeichnungen verlangt hatte.
Ich war aufgebracht. Ich suchte die Telefonnummer von OSA Legal. Ich
war verärgert, dass diese Person von Legal nicht einmal den Anstand
hatte mich direkt anzurufen. In Wahrheit erhielt weder mein Mann
noch ich Telefonanrufe in meiner Angelegenheit seit dem Freitag, als
er realisierte, dass OSA und Scientology uns nicht behilflich sein
würde.
Als ich die Frau von OSA Legal anrief erklärte sie mir, dass sie
eine kurze Erklärung und ein langer Verzicht für mich zum
Unterzeichnen habe. Ich sagte ihr, dass ich Kopien wollte und Zeit
um diese erst mal zu lesen. Als ich so mit ihr sprach wurde mir
plötzlich klar, dass nach alldem was ich durchmachte dies alles war,
was ich von Scientology noch erwarten konnte. Nichtscientologen
hatten mir Blumen und gute Wünsche geschickt. Scientology wollte von
mir, dass ich rechtliche Dokumente unterzeichne. Ich begann zu
schluchzen und hängte ihr auf. Eine Weile später rief ich ihr zurück
und sie willigte ein, mir die Papiere mit der Post zu schicken.
Ich war über diese Wende der Ereignisse bedrückt, traurig und
zutiefst enttäuscht, dass dies alles war was ich von meiner
angenommenen Kirche erwarten konnte. Mein Mann war im Gegenteil
nicht traurig, sondern darüber erzürnt dass alle diese betroffenen
Leute sich nur um ihren eigenen Arsch kümmerten.
Die Erklärungen kamen nie mit der Post. Auch so fragte ich mich, ob
ich sie zu unterschreiben sollte oder nicht. Ich wusste, falls ich
sie nicht unterschrieb würde OSA Int. für mich zur Bedrohung und sie
würden weiter Aktionen gegen mich unternehmen.
Obschon es mir besser ging, war ich immer noch labil und irgend
etwas in mir war besorgt wegen der Übernahme durch die Aliens und
diese "Tepafone", welche die markabianischen Aliens auf dem blauen
Scientologygebäude angebracht hatten. Ich war mir auch bewusst, dass
sie mich geradewegs in die Hölle zurückschicken konnten, der ich
gerade entstiegen war.
13. März
Die Frau von OSA Int. Legal rief an und sagte, sie könne die
Dokumente nicht mit der Post schicken, hätte aber gerne dass ich
diese lese (in ihrer Gegenwart) und unterzeichne.
Mein Mann war an diesem Tag abwesend. Der einzige Freund den ich
erreichen konnte empfahl mir, diese Dokumente zu unterschreiben
damit mich Scientology in Ruhe lassen würde.
Ich wollte die Legal Frau nicht im Scientologygebäude treffen. Wir
kamen überein uns in einem Restaurant zu treffen, aber ich war zu
aufgebracht um aus dem Wagen zu steigen und kamen nicht weiter als
auf den Parkplatz des Restaurants. Es war nur ein wenig mehr als ein
Monat seit dem Anfang meiner Qual und nur eine Woche seit ich
vorzugeben begann, normal zu sein. Noch nicht wieder in der realen
Welt verankert fühlte ich mich unsicher. Ich sass mit ihr im Wagen
auf dem Parkplatz, weinend, während sie mir die beiden Dokumente
vorlas. Sie sagte, dass diese normalerweise ein Anwalt erklären
würde damit ich wusste was ich unterschrieb, da ich aber nicht in
der Lage war in ihr Gebäude zu kommen und mich mit ihrem Anwalt zu
treffen, war dies nicht möglich.
Wir wechselten einige Worte. Sie bezeichneten das, was mir passierte
meine "stressvolle Periode". Sie drängten mich zur Unterschrift, mit
der ich anerkannte dass dies nicht ihre Schuld war und dass
Scientology mit geholfen hat.
Die andere zu unterzeichnende Sache war ein Verzichterklärung, sie
sagte, dass dies allgemein üblich war. Sie sagte, dass er nun jeden
Tag von vielen Leuten unterschrieben werde. Es ist eine wirklich
allgemein übliche Handlung. Jedermann der die Belegschaft verlässt
unterzeichnet einen. OSA Int. bewahrt sie im Legal Büro in
Schachteln in einem Schrank auf. Sie hoffen, der ausscheidende
Angestellte werde nie zu einem Feind und dass diese
Verzichterklärungen nie gebraucht werden müssen, nur für diesen Fall
wollen sie diese unterschrieben haben bevor jemand die Sea Org
verlassen kann.
Sie stimmte zu, den Wortlaut etwas zu ändern. Sie ging dann saubere
Kopien machen und wir vereinbarten, uns zum Unterschreiben zu
treffen. Ich wollte gerade wegzugehen als sie sich mir zuwandte und
sagte "Oh, noch etwas, ich möchte gerne dass sie beim unterschreiben
auf Video aufgezeichnet werden. Damit "wir beweisen können, dass sie
nicht zur Unterschrift genötigt wurden", falls Arnie Lerma etwas
davon erfährt.
Die Ironie, in einem Wagen zu sitzen, auf einem Parkplatz, mit
tränenüberströmtem Gesicht, durch die seelischen Belastung unfähig,
es auch nur in ein Restaurant zu schaffen, war unglaublich. Ich
erklärte ihr, ich wolle nicht auf ihrem Video sein.
Mein Mann war immer noch unerreichbar. Ich wusste nicht, was zu
machen. Ich wollte nicht ein einen Krieg mit Scientology verwickelt
werden wegen dem Unterschreiben der Dokumente. Ich wollte einfach
meinen Verstand zurück. Ich nahm an, dass das Unterzeichnen der
Papiere sie davon abhalten werde, mich zu belästigen (and aiming
those tepaphones at me), ich sollte es machen und mein Leben
weiterführen.
Ich ging nach Hollywood zurück um mich mit dieser OSA Frau und einem
öffentlichen Notar zu treffen. Ich liess sie vor dem OSA Int.
Gebäude einsteigen und wir fuhren um die Ecke und parkierten. Ich
unterzeichnete die Dokumente in meinem Wagen. Ich bekam meine Kopie.
Sie warnte mich, diese sicher aufzubewahren und niemandem zu zeigen.
Scheinbar war es ungewöhnlich, dass Leute Kopien bekamen.
Mein Mann war nicht gerade glücklich, besonders als er herausfand,
dass OSA Int. dies an einem Tag durchzog, an dem er unerreichbar war.
Das Leben geht weiter. Das Leben ging weiter. Ich wurde langsam
wieder gesund.
Ich erinnere mich an Ende Juni oder Anfangs Juli 1996, als ich
fühlte wie die "Mauern" in meinen Verstand zurückkehrten.
In diesen Monaten sprach ich nie darüber, was vorgefallen war, nicht
mal mit meinen engsten Freunden und der Familie. Ich diskutierte es
auch nicht mit denjenigen, die wussten was geschah. An diesem Punkt
war es besser, nur gerade vorwärts zu gehen und nicht darüber
nachzudenken.
Im Juni 1996 erzählte mir eine Freundin, dass sie meinen Auditing
Ordner bei der Advanced Org gesehen habe. Ich war zufrieden zu
hören, dass mein Ordner zumindest aus dem Bereich OSA Int/RTC weg
war. Ich rief die D of P an und fragte sie, ob dort eine Notiz für
mich vom Fallüberwacher zu finden war. Es war nicht nur kein Notiz
vorhanden, sondern das von meinem Auditor Freund gemachte Interview
fehlte, das alle Fehler dokumentierte. Tatsächlich fehlten mehrere
Sachen. So war nichts in meinem Ordner aus der Zeit, als mir
befohlen zum Scientology Ärztin zu gehen - keine Informationen über
meinen Zusammenbruch oder die Ambulanz oder den Aufenthalt im
Spital, erst recht nicht von der Hölle durch die ich ging - absolut
nichts. Es war, als ob sich nie so etwas ereignet hatte. Meine
Auditing Ordner wurden durchforstet. Alle und jeder belastende
Beweis entfernt. OSA Int. und RTC schätzen es nicht, wenn
untergeordnete Orgs über ihre Angelegenheiten orientiert sind.
14. August 1996
Ich erhielt einen Telefonanruf von einem sehr jungen Kerl, der sagte
dass er von OSA Int. war. Er erklärte, er wollte mit mir einen
termin ausmachen um vorbeizukommen und die im Februar begonnene
Auditingaktion zu Ende zu bringen. Ich war vor Überraschung
schockiert. Ich glaubte ihn nicht richtig zu verstehen. Doch er
sagte, dass mein Auditor ihn beauftragt habe anzurufen. Er sagte,
dass ich "im für mich ausgearbeiteten Programm nicht sehr weit
gekommen war". Ich fragte ihn ob er irgend etwas davon wisse, was
mit mir geschehen war. Er antwortete nur, dass ich nicht weit
gek0ommen war und es notwendig sei abzuschliessen. Ich entgegnete,
dass ich nach dem Durchführen der letzten Aktion im Spital endete.
Er wies meinen Kommentar zurück als ob es völlig mein Fehler war
und sagte "Ich habe nie gehört das Scientology ein schlechtes
Resultat liefert".
Das Gespräch zufällig mithörend nahm mein Ehemann das Telefon in das
anliegende Zimmer um mit dem Gentleman ein Wörtchen zu reden. Ich
weiss nicht, was mein Mann alles sagte, aber der junge Mann rief nie
mehr an. Es war anfangs 1997 als ich das erste Mal von Lisa
McPhersons Tod hörte. Ich war sehr traurig und es berührte mich
stark. Sie war wie ich seit langem Scientologin. Ich sah viele
Ähnlichkeiten. Als ich die von ihren Betreuern geschriebenen
täglichen Anmerkungen las, verstand ich die anscheinend verrückten
Bemerkungen und Handlungen von Lisa. Ich weiss genau, wo sie mit
ihrem Verstand angelangt war. Es war dort, wo auch ich gewesen war
und es ist kein Ort, den ich irgend jemandem wünschen würde.
Ich habe keine Verbindung zwischen den Drogen, Vitaminen und
Kräutern erkannt, die Lisa und ich einnahmen, bis ich im Sommer 1997
eine TV Sendung sah. Ich hatte bereits den Schlafentzug und seine
Auswirkungen auf die mentale Stabilität studiert. Nach der TV
Sendung wandte ich mich weiter den Nebenwirkungen von Chloralhydrat
und anderen Pillen zu. Ich realisierte, dass ich gleichen
Medikamente wie Lisa genommen hatte und unter den gleichen
Auswirkungen gelitten hatte. Erst als ich mit der Einnahme der
Medikamente aufhörte begann es mir besser zu gehen.
Im September 1997 schrieb ich an David Miscavige, Vorsitzender des
RTC und Führer von Scientology und informierte ihn über meine
Erfahrung und den Zusammenhang mit den Medikamenten und Vitaminen,
da ich besorgt war, dass dies anderen Scientologen nicht passiert.
Er antwortete nie.
Ich habe meine Geschichte seither einigen nahestehenden persönlichen
Freunden erzählt. Ich wechselte die Stellen. Ich zog um.
Ich bin immer noch am Erholen von den Auswirkungen meiner Tortur.
Ich bin mental und emotional nicht mehr so stark wie ich es früher
war. Es könnte noch weitere Jahre dauern, oder es könnte den Rest
meines Lebens dauern, aber ich bin für jeden Tag dankbar an dem ich
noch atmend erwache und kenne den Unterschied zwischen einem
Alptraum und der realen Welt, was ich für selbstverständlich erachte.
Kathryn
--
Peter Widmer <pwidmer@access.ch>
Waldegg <http://www.access.ch/pwidmer>