Intelligenztests
| von H. J. Eysenck, Ph. D., D. Sc., Professor Emeritus
of Psychology, University of London. Der Intelligenzquotient gilt
als Mass der allgemeinen Intelligenz eines Menschen. Dies
beinhaltet unter anderem die Fähigkeit, abstrakt zu
denken und Probleme zu lösen. Mit der Feststellung des
IQ können Prognosen für den Erfolg in Ausbildung
(Grundschule bis Universität), Beruf und auch anderen
Bereichen, in denen eine gewisse Intelligenz erforderlich
ist, gestellt werden. Individuelle Unterschiede zwischen
IQ-Werten werden meiner Ansicht nach zu 70 % von
Genetikfaktoren und zu 30 % von der Umgebung des Menschen
(Familie, Schule) bestimmt. Erstaunlicherweise wurde
festgestellt, daß eineiige Zwillinge sehr ähnliche IQ
haben, auch wenn sie bei der Geburt getrennt und in
unähnlichen Umgebungen erzogen wurden. Dies ist meiner
Ansicht nach einer der vielen Beweise für die
Wichtigkeit des Erbfaktors. Die durchschnittliche Person
hat einen IQ von 100, unter 70 ist unter dem Normalwert.
Studenten haben einen IQ von im Schnitt 120, in der
Medizin, Jura und im pädagogischen Bereich Tätige um
130. Natürlich ist der IQ nicht alles, denn ein hoher IQ
garantiert nicht automatisch Erfolg. Faktoren wie
Motivationsmangel, Faulheit, Psychopathologie und
Alkoholismus können zu Misserfolgen führen, auch wenn
eventuell gute intellektuelle Voraussetzungen vorliegen.
Ein hoher IQ ist eine notwendige, aber sicher nicht die
einzige Voraussetzung für den Erfolg in Berufen, die
intellektuelle Fähigkeiten erfordern. |
Vom Wesen der Intelligenz
Intelligenz, Intelligenztest,
Intelligenzquotient: häufig begegnet man diesen
Zauberbegriffen. So gut wie jeder Mensch benutzt diese
Begriffe. Wir bezeichnen Menschen als mehr oder weniger
intelligent, bei der Diskussion von Problemen werden
intelligente Lösungen gesucht, oder wir verwenden sogar
die Worte ,,Intelligenz einer Fliege", um einen
anderen zu beleidigen. Das Beherrschen der IQ-Testfragen kann dabei nur von Vorteil sein. In einer gesellschaftlichen
Situation, in der manche immer lauter nach Selektion von
Menschen schreien, in der die allgemeine Zugänglichkeit
von Universitäten erschwert werden soll und in der
einigen Leuten selbst der große Andrang an die Gymnasien
ein Dorn im Auge ist, ist es nicht unproblematisch, einen
Intelligenztest zu veröffentlichen. |
Die Geschichte der Intelligenzmessung
Das Phänomen Intelligenz war
bereits in der Antike bekannt, ebenso wie die
Beobachtung, daß es zwei Ebenen geistiger Fähigkeiten
gibt: die vorhandene Bildung einerseits und die
Fähigkeit, neues Wissen aufzunehmen und damit umzugehen,
andererseits. |
Der Binet-Test und das Intelligenzalter
Der erste modernen Anforderungen genügende IQ-Test wurde von Alfred BINET (1857-1911)1905 entwickelt. Binet sollte im Auftrag des Französischen Erziehungsministeriums einen objektiven Test zur Früherkennung lernschwacher Kinder entwickeln, nach dem gerecht entschieden werden sollte, wer zur Sonderschule geschickt wurde. Binets Test hatte bereits fast alle Merkmale heutiger Tests. Seine Fragen wurden an einer grossen Anzahl von Kindern ausprobiert. Jeder Frage wurde das ,,Intelligenzalter" zugeordnet, in dem genau die Hälfte aller Kinder dieses Alters die Frage noch richtig beantworten konnten. War die Korrelation zum Alter nicht eindeutig, wurde die Frage verworfen. Nun wurden alle Fragen in der Reihenfolge des lntelligenzalters angeordnet und den Kindern gestellt. Danach, bis wohin die Kinder durch die Fragen nicht überfordert wurden (diesen Punkt festzustellen gab es eindeutige Anweisungen), wurde das individuelle Intelligenzalter des Kindes festgelegt. Die 9jährige Diana mit dem Intelligenzalter 10 Jahre war also überdurchschnittlich intelligent, der 8jährige Jean mit einem Intelligenzalter von 6 Jahren und 5 Monaten war entsprechend zurückgeblieben. Binets Test wurde bald in andere Sprachen übersetzt, war in der Version ,,Stanford-Binet' bis in die 7Oer Jahre im praktischen Einsatz und ist auch heute noch erhältlich. |
Der erste Intelligenzquotient
Der Deutsche William STERN
war es, der 1912 als erster den Begriff
'Intelligenzquotient' prägte. Ausgangspunkt war das
Problem, daß es recht wenig über die Intelligenz
aussagt, wenn man nur weiss, um wie viele Jahre jemand
vor- oder zurückliegt. Es ist sicherlich nichts
Besonderes, wenn ein l2jähriger schon ein
Intelligenzalter von 14 Jahren hat. Ein 6 Monate alter
Säugling mit einem Intelligenzalter von 2½ Jahren
dagegen ist eine geradezu unglaubliche Sensation. Stern
suchte ein altersunabhängiges Mass für die menschliche
Intelligenz, teilte zu diesem Zweck Intelligenzalter
durch Lebensalter und multiplizierte das Ergebnis mit
100. |
Die Berechnung des modernen IQ
Die Idee lag nahe, für jeden
Menschen anzugeben, wie gut er im Verhältnis zu seinen
Altersgenossen bei dem jeweiligen Test abschnitt. Hierzu
war es nötig, eine repräsentative Probe zu machen. Die Formel zur Berechnung des IQ lautet also:
X = Messrohwert, D = Durchschnitt aller messrohwerte in der Altersgruppe, O = Standardabweichung Hieraus folgt nun die berühmte Grafik der IQ-Verteilung in der Bevölkerung, die in keinem Buch über Intelligenztests fehlen darf:
Die Glockenkurve der Intelligenzverteilung 68 % aller Personen einer
Population haben somit einen durchschnittlichen IQ
zwischen 85 und 115. |
Die wissenschaftliche Definition von Intelligenz
Wenn man im Alltag über
Intelligenz redet, gibt es selten zwei Menschen, die die
gleiche Vorstellung darüber haben, was Intelligenz
überhaupt sein soll. Der eine schliesst auf Intelligenz,
wenn eine Person gute Leistungen in der Schule erbringt
oder sich einfach nur erfolgreich durchschlägt. |
Uneinigkeit über Definitionen
Obgleich es nun seit etwas
über einem Jahrhundert Messinstrumente zur Erfassung von
Intelligenz gibt, existiert keine allgemein anerkannte
Intelligenztheorie. Was Intelligenz überhaupt ist, ist
vielen Wissenschaftlern auch erst einmal egal. Wichtig
für sie ist die Brauchbarkeit in der Anwendung. |
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