Wie kommt man zu Scientology?

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Der Versuch einer Analyse

(Version 1)

Es werden hier die Ausdrücke Opfer und Scientologe verwendet. Natürlich ist der Scientologe auch ein Opfer, doch zugleich ist die überzeugte Scientologin oder der Scientologe auch ein Täter. Zwecks Klarheit wird das Opfer immer noch so genannt, obwohl er nach einer gewissen Zeit selbst Scientologe geworden ist.

1. Gesprächsbereitschaft

       a) Jemand der nichts weiss über Scientology (Scn) oder Dianetik, wird im Sportverein, im Geschäft, unter Freunden, wo auch immer von einem Scientologen angesprochen. Dies geschieht nicht direkt, der Scientologe erkundigt sich in einem unverbindlichen Gespräch über die Realität (den Sinn, sich Dinge vorstellen zu können, die sich in der Welt der Phantasie abspielen) des anderen. Er lenkt das Gespräch wie zufällig auf vergangene Leben, oder Telepathie um herauszufinden, ob das Opfer für solche Themen ansprechbar ist. Wenn ja, so wird der Scientologe mit Fragen feststellen wollen, ob das Opfer solche Dinge weiss, oder erlebt hat, wird Geschichten von einem kleinen Mädchen erzählen, die sich in ihrem neuen Leben über die Familie im vergangenen Leben gesorgt hat. Der Scientologe versucht im Gespräch viele Übereinstimmungen festzustellen um als Seelenverwandter des Opfers dazustehen.
       b) Die andere Möglichkeit, dass das Opfer schon etwas über Scn oder Dianetik gehört hat, zwingt den Scientologen dazu, das Opfer zu 'Handhaben'. Dazu gehört, dass der Scientologe die Bezugsquellen, meist sind dies Zeitungen, unglaubwürdig macht. Er arbeitet mit Verallgemeinerungen und ein geübter Scientologe hat einen speziell dafür zusammengestellten Ordner mit positiven Zeitungsberichten, scientologischen Erfolgsberichten, Buchverkaufszahlen und einer Auflistung der 'Ehrungen' die L.Ron Hubbard für seine Schriften bekommen haben soll. Das Opfer wird einfach mit einer Datenflut zugedeckt, und da sein Gegenüber realer ist als der Journalist einer Zeitung, neigt das Opfer dazu mehr seinem 'Freund, Bekannten oder Arbeitskollegen' zu glauben. Das Ziel des Scientologen ist nicht, das Opfer gleich zu einem Test zu schleppen, vielmehr wird er einfach einmal die Situation bereinigen. Das Opfer soll nicht schlecht über Scientology denken, sondern über diejenigen, welche diese negativen Berichte schreiben. Der Scientologe wird versuchen, das Opfer davon zu überzeugen, dass es meist Psychiater sind, die verhindern wollen, dass es jemandem besser geht. Und durch Scn würde es jedem besser gehen, was er mit Nachdruck betont. Die Psychiater würden dann nämlich arbeitslos werden und ihre Subventionen vom Staat wären dann auch gestrichen. Es gibt viele Argumente dazu und das Opfer bemerkt meist nicht, dass seine schlechte Emotion in eine andere Richtung gelenkt wird. Der Scientologe zeigt sich selbst als gutes Beispiel.
       c) Jemand wird von einem Scientologen auf der Strasse angesprochen und eingeladen einen Test zu machen. Der Bodyrouter versucht dem Opfer den Test in die Hand zu drücken. Sehr schnell wird klar, ob das Opfer interessiert ist und zu einem Gespräch bereit. Mit Argumenten wie; der Test wird gleich ausgewertet, oder mit Versprechungen, dass man sehen kann, wo dass man im Leben steht, wird versucht die Person in ein nahegelegenes Lokal zu locken, welches von den Scientologen extra angemietet wurde. Dort füllt das Opfer den Fragebogen aus und erfährt das erstemal etwas von Dianetik. Das Wort Scientology wird aufgrund der schlechten Presse, weniger verwendet. Der Test wird meist in einer Mission oder einer Organisation ausgewertet. Im Falle dass dem Opfer sie sofortige Auswertung versprochen wurde, wird es meist dorthin eingeladen, hingefahren oder es befindet sich ganz in der Nähe.

2. Selbsteinsicht

Wenn das Opfer wie in a) interessiert ist an früheren Leben, geistigen Kräften oder einfach daran seine Fähigkeiten zu verbessern, dann weiss der Scientologe, dass hier jemand ist, der schon gelernt hat, sich mit sich selber zu beschäftigen. Durch geschicktes Fragen kann der Scientologe die Gedanken des Opfers auf sich selber lenken, so dass das Opfer Mängel an sich findet, oder sich phantastische Möglichkeiten vorstellen kann. Die Sprache kommt hier sehr oft auf das Erinnerungsvermögen, oder Fähigkeiten Probleme lösen zu können. Es kommt der Test ins Spiel, oder der Scientologe versucht ein Buch zu verkaufen, dass ähnliche Themen beinhaltet.
       War jemand wie in b) kritisch Eingestellt, geht der Scientologe vorsichtiger zu Werke. Meist würde er versuchen dem Opfer ein Buch über Scientology zu verkaufen, mit dem Argument, dass er dann sehe, was Scientology wirklich ist und damit er es in Ruhe zu Hause durchlesen kann. Das Gespräch wird auch oft sehr persönlich über Ziele, die man im Leben hat, oder Glauben und Religion geführt. Die Aufmerksamkeit des Opfers wird auf Geistiges gelenkt. Um die eigenen geistigen Fähigkeiten festzustellen wird der Scientologe einen Test vorschlagen.
       Kommt das Opfer wie in c) in eine Scientology-Organisation, wird der Test ausgewertet. Die Kurven und Punkte auf dem Tabellenblatt laden zur Selbstbetrachtug ein, das Opfer vergleicht für sich selber, inwiefern da Dinge sind die Stimmen oder nicht. Ähnlich, als wenn jemand ein Horoskop liest.

3. Das Problem

Das Opfer in a) ist sich seiner Mängel bewusst, doch es ist bereit etwas dagegen zu tun. Der Scientologe wird von seinen eigenen Erfolgen erzählen und auch, dass man Kurse machen kann um Fähigkeiten zu verbessern. Enthusiastisch erzählt der Scientologe seine eigenen Vorher - Nachher-Geschichten und lädt das Opfer zu einem Informationsfilm oder einem Kurs ein. Unverbindlich erzählt der Scientologe was für Kurse welche Verbesserungen bringen und sehr schnell kommt das Gespräch auch auf das Auditing.Das Problem für das Opfer ist meist Zeitbedingt oder finanziell.
       Wenn die Person b) und c) vor ihrer Testauswertung sitzen, glauben sie mehr oder weniger daran, dass ein paar Punkte schon in etwa richtig sein könnten. Meist sind das die guten Punkte. Der Scientologe richtet das Augenmerk jedoch nicht drauf, sondern auf ein oder zwei Negativpunkte, die er aufgrund seiner Erfahrung und anhand der Person des Opfers herausnimmt. Er wird versuchen das Opfer dazu zu bringen über diese Dinge nachzudenken und dazu zu bringen, dass es sich eingesteht, dass es hier Probleme gibt. Das Opfer wird sich hier meist schlechter Eigenschaften bewusst und dazu gebracht, dass es aus dem Gefühl des schlechten Gewissens, etwas dagegen tun will. Der Scientologe wird betonen, dass diese Dinge wieder geschehen werden und dass das Opfer nur in Scientology die Möglichkeit habe etwas zu verändern. Ein guter Scientologe arbeitet hier mit einem geschickten Mass an Geben und Nehmen, was beim Opfer immer das Gefühl der Unverbindlichkeit erzeugt.

4. Die Lösung

Ist das Opfer soweit, dass es einen Kurs gekauft hat, wird es dazu gebracht, diesen so schnell wie möglich zu tun. Der Scientologe wird alles daran setzen um die Person noch Morgen auf Kurs zu setzen. Der Scientologe ist meist durch eigene Erfahrung sehr geschickt im Regeln von finanziellen Lösungen und er stellt sich als der Helfer in der Not dar, indem er als Ratgeber und Freund zu Seite steht. Hat das Opfer einen Kurs gekauft, wird es für den Moment in Ruhe gelassen, bis es sich in den Kurs ein wenig eingelebt hat. Die Einstiegskurse bestehen meist aus schnellen Lebensproblem - Lösungen die vermischt mit Anspielungen auf vergangene Leben oder unglaubliche geistige Fähigkeiten sind. Die Neugierde des Opfers wird geweckt und durch die Übungen er in manchen Kursen machen muss, die Umgebung und die Mitarbeiter wird der Eindruck erweckt, dass es um eine Ernste Sache geht. So schnell als möglich werden die Grundlagen scientologischen Wissens beigebracht. Dort lernt das Opfer das er unsterblich ist, dass alles auf einen zurückschlägt und, dass man für sich selbst verantwortlich ist, all dass gemischt mit Betätigungen in den Schriften und der Mitarbeiter, das sie den rechten Weg gewählt haben.

5. Auditing

Das Auditing ist für viele eine Erfahrung. Jemand ist da und kümmert sich nur um das Opfer und versucht ihm zu helfen, so die Information. Durch die Kursmaterialien angeregt, versucht das Opfer sich an die Kindheit und an längst Vergangenes zu erinnern und erzählt Wahrheitsgetreu alle Dinge, die ihm zu einer vom Auditor gestellten Frage einfallen. Schnell lernt das Opfer, den ersten Gedanken einzufangen und zu artikulieren. Dem ersten Gedanken wird sehr viel Gewicht beigemessen und so ist eine gewisse Fixierung auf diesen ersten Gedanken von den Scientologen erwünscht. Diese Gedanken sind meist frei von allen gesellschaftlichen und privaten Konventionen und beinhalten mitunter Phantastisches. Durch das gelernte Kursmaterial, wird diesen Blitzgedanken eine Richtung zugewiesen. Diese Phantasien werden mit der Zeit zur Realität und verdrängen die sonst durch Konventionen eingeschränkte Ansicht des Lebens. Je weiter das Opfer den Erleuchtungsstufen folgt, desto tiefer gehen die im Auditing gestellten Fragen. Sie behandeln viele Einzelbereiche des normalen Lebens und werden durch die eigene Akzeptanz des Opfers ernst genommen. Das Ergebnis ist eine Verschiebung des Realitätssinnes. Das Opfer verschiebt seine Wahrheiten, ist von neuen Dingen überzeugt und versucht diese durch das Auditing und die Kurse gewonnenen Ansichten zu ersetzen. Das gelingt nicht immer beim erstenmal, doch die Struktur der Kurse der Scientology ist so aufgebaut, dass verschiedene Themen, in abgewandelter Form, immer wieder vorkommen. So ist eine regelmässige Indoktrinierung gewährleistet. Durch Verhaltensregeln werden der inneren Phantasie Grenzen gesetzt, durch Informationen werden scheinbar Dinge der eigenen Phantasie bestätigt, und so glaubt das Opfer zuletzt, was in seinen Phantasien erzeugt wurde, alles in der Annahme, die Wahrheit über sich selber herauszufinden. Es wird äusseres Weltbild aufgebaut, dass durch die Inneren, im Auditing gefundenen Wahrheiten gestützt wird.


Karl Maij

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