(SZ) Eines der Lieder von Britney Spears heißt "I'm Not A Girl Not Yet A Woman", und darin geht es um den schwierigen Zeitpunkt im Leben eines jungen Menschen, an dem seine Ernährung von Milch auf Red Bull umgestellt wird; an dem er die Spangen aus dem Kiefer löst und den Umgang mit Zahnweiß lernt; von dem an er schließlich - wie der CSU-General Söder soeben festgeschrieben hat - auch nach 20 Uhr allein auf die Straße darf. Gestern Kind, heute Erwachsener: dass das nicht jede Frau packt und zeitlebens in einer Art Übergangsstadium verharrt, lässt sich beobachten, wenn man im Privatfernsehen zum Beispiel Sonya Krauss oder Hella von Sinnen herumhoppeln sieht, wie sie sich mit Hilfe von Minikleidchen (Krauss) oder Kampfmonturen (von Sinnen) vergeblich als volljährige Frauen zu tarnen versuchen. Der Prototyp der Kindfrau ist allerdings Britney Jean Spears, 22, die aus Louisiana in die Welt gezogen ist, genauer gesagt aus dem Städtchen Kentwood mit seinen 1200 schweigsamen Einwohnern. Britney aber hat immer gesungen - naja, eigentlich hat sie gequiekt wie eine Gelbbauchunke, der jemand auf den Schwanz getreten ist. Aber in den Produktionsstudios haben sie mittlerweile Musik-Computer, mit denen man alle Geräusche zu Top-Hits emporjazzen kann, vor allem, wenn sie hervorgebracht werden von einem Mädchen wie Britney, deren Bauch nicht gelb ist, dafür aber einen Nabel vorweist, der nicht umsonst Nabel der Welt genannt wird, schließlich zeigt sie ihn überall gerne vor. Allerdings nicht in Australien. "Wo liegt eigentlich dieses fucking Australien", hat sie mal in einem Interview gefragt, damals, als sie noch ein Star war, dessen Lied klang wie ein leise rülpsendes Baby. Britneys Hit hieß "Ooops!". Zu deutsch: Upps. Was ist das für eine Perspektive? Sich den Rest des Lebens fragen zu lassen: Und, was hast du so gesungen? Und dann immer antworten müssen: Upps. Britneys Manager beschlossen, sie solle kein Kind mehr sein, sondern ein Vamp, und von da an tat Britney, was schlimme Vamps so tun. Probierte Zungenküsse mit Madonna. Enthemmte sich mit einer Flasche Red Bull und ließ ihren Hintern für ein - auf die Publikation von Hintern spezialisiertes - Magazin fotografieren. Trank soeben eine weitere Flasche und heiratete in Las Vegas einen Jugendfreund. 55 Stunden und ein paar Schlagzeilen später waren die beiden wieder geschieden, ihre neue Platte läuft zwar immer noch nicht besser, dafür wird sie von der Bild-Zeitung jetzt Brautney genannt. Und während sich Brautney, daheim in Kentwood, neue Streiche ausdenkt, sollte hier der Herr Söder alles daransetzen, seinen Einfluss - und den seiner CSU - auszudehnen, bis nach Louisiana, wo ein großes Kind sitzt, das nicht allein gelassen werden darf, morgens nicht und abends nicht und gar nie in der Nacht.