(SZ)Es macht Plopp, ein letztes Mal. Dieses Plopp, das für P. ein deutsches Geräusch ist, wie es auch amerikanische Geräusche gibt, schottische und französische. Wenn das Sternenbanner im Wind flattert zum Beispiel - so knattert sonst keine Flagge der Welt. Ein Dudelsack. Ein peitschenhaft-geschmeidiges Non aus dem Mund des französischen Außenministers. Oder eben dieses typisch deutsche Plopp, als P. das letzte Flens öffnet, den Bügelverschluss sanft nach hinten biegend, hart an den Druckpunkt ran, den Widerstand überwindend, und Abschuss mit Kohlensäure: Plopp. Leider beginnen nun für P. die Troubles. Hat schon mal jemand versucht, in Washington das Pfand für eine Kiste Flensburger einzulösen? Von Drugstore zu Drugstore, von Supermarkt zu Supermarkt und immer dieselbe Antwort: Nein, Flensbörger nehmen wir nicht zurück. P. hat noch das bellende Gelächter im Ohr, auch das ein typisch amerikanisches Geräusch, denkt er sich. Andere lachen anders. Aber er, P., wird zuletzt lachen. So kam es also, dass der amerikanische Außenminister Powell seinem deutschen Kollegen Fischer ("mein guter Freund Joschka") die Kiste Flensburger Bier, dieses Danaergeschenk, am Donnerstag zurückgab, auf dass sie in der Bundeswehrmaschine verstaut, über den Atlantik getragen und in Berlin von einem Pförtner des Auswärtigen Amtes zum Getränkemarkt gebracht werde, die Bügel an allen Flaschen geöffnet, wie sich's gehört. So macht man das in good old Germany, Mister Powell! Und zwar mit allen Sorten, mit dem Modell "Longneck" genauso wie mit der Variante "Kropfhals", mit den braunen Flaschen wie mit den grünen, mit den pummelig runden wie mit den oktagonalen. Beim Pfänderspiel nämlich, da geben die Deutschen ihr Letztes. Flaschenpfand, Dosenpfand - wir sehen ein weites Feld, das zu beackern dem deutschen Umweltminister gut anstünde. Große Teile der Erde sind noch nicht von der Pfandpflicht erfasst, auch die USA, wenn wundert's, verharren im Stande der Unschuld. Aber ist das ein Zustand, dass man die Bierdosen aus München zwar in Chicago loswird, nicht aber in Hamburg, wohingegen jede Bügelflasche in Deutschland wiederbefüllt wird, nicht aber in Australien? Ein Pfandgipfel mus her unter dem Dach der Vereinten Nationen. Sicher werden Powell und sein Freund Joschka die Einführungsreden halten. Auf den Konferenz tischen werden Flensburger Biere stehen, und so wird, wenn die Rahmenkonvention zum Protokoll für das weltweite Rücknahmesystem von Bügelflaschen endlich auch die Zustimmung Malaysias gefunden hat, ein tausendfaches Plopp durch den Konferenzsaal gehen. Powell und Fischer werden dann versonnen lächeln. Die Globalisierung eines deutschen Geräusches: ein Erfolg stiller Diplomatie.