(SZ)Halt zu finden, ist schwer in diesen Tagen, da die Wahl des neuen Bundestags immer näher rückt. War nicht schon alles klar vor drei Monaten, als die Regierenden kleinlaut daherkamen wie zur Hofübergabe gezwungene Bauern? Und ist der Kandidat aus Bayern nicht schon in die Säle geschwebt wie einer dieser yogischen Flieger, die sich im Sitz aus ihren Kissen katapultieren und das Universum in harmonische Schwingung versetzen? Nun aber das: Getragen von der Welle der neuesten Umfragen meiert der Kanzler den Kandidaten im Bundestag ab; da hat er es wieder gezeigt, das wölfische Lächeln, den Gestus des Alpha-Tieres. Aber weiß er wirklich, was zu tun ist? Und weiß es der Kandidat aus Bayern? Eine, die es immer schon wusste, schaut uns nun wieder entgegen. Wenn es denn eine gibt, die uns Halt gibt, dann sie. Viele sind alt geworden in und mit dieser Republik, doch auf diese Frau war immer Verlass. Wahl um Wahl hat sie uns seit den siebziger Jahren stetig begleitet, und ist doch so taufrisch geblieben wie am ersten Tag: Helga Zepp-LaRouche, einstmals Vorsitzende der Europäischen Arbeiterpartei, jetzt Chefin der "Bürgerrechtsbewegung Solidarität". Kurz Büso genannt, wie heimelig, Teddybären könnten so heißen. Ach Helga, du Stütze in schwierigen Zeiten. "Finanzkrach und Kriegsgefahr ... Ich weiß, was zu tun ist." Leider wissen zu wenige, dass du es weißt - nur 0,02 Prozent der Stimmen sind zusammengekommen bei der letzten Wahl zum Bundestag, aber ist das so wichtig? Trost und Hilfe ist dein vertrautes Gesicht. Es mag uns begleiten bis zu dem Tag, da das letzte Kreuz gesetzt ist. Überhaupt sind es die Kleinen, die uns das Herz erwärmen im eiskalten Krieg der Großen. Nur zu den Wahlen treten sie heraus aus dem Schatten der Fernsehsender, am anrührendsten tun es "Die Violetten". Ein freundlicher Herr mit Bart spricht für sie, und schnell wird da jedem bewusst, was so schmerzlich gefehlt hat in den Rededuellen der Mächtigen: eine alternative spirituelle Politik im neuen Zeitalter. Ha, reden Sie mal mit Gerhard Schröder über Spiritualität! "Steinhäger oder Grappa?", wird er dann kontern, haha. Oder fragen Sie mal den Kandidaten der Union nach der Farbe mit der höchsten Schwingungszahl. Nein, eben nicht schwarz, Herr Stoiber! Natürlich violett, weil es eine ausgewogene Einheit der männlichen (blau) und weiblichen (rosa) Elemente darstellt. Der freundliche Herr mit dem Bart weiß das alles, kein Wunder, er ist nicht zum ersten Mal auf dieser Welt. Karma, Herr Schröder, Reinkarnation, Herr Stoiber. Der Mann hat einen langen Atem, er kommt wieder, eines fernen Tages, wenn es die Union und die SPD längst nicht mehr gibt. Nur eine wird dann noch von den Wahlplakaten lächeln, taufrisch wie am ersten Tag: Helga Zepp-LaRouche mit ihrer neuen Bürgerbewegung.