[1] Hört das Wort, das der HERR zu euch redet, o Haus Israel! [2] So spricht der HERR: Lernt nicht den Weg der Heiden und erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, auch wenn die Heiden sich vor ihnen fürchten! [3] Denn die Bräuche der Heiden sind nichtig. Denn ein Holz ist 's, das man im Wald gehauen hat und das der Künstler mit dem Schnitzmesser anfertigt. [4] Er verziert es mit Silber und Gold und befestigt es mit Hämmern und Nägeln, damit es nicht wackelt; [5] sie sind gedrechselten Palmbäumen gleich, sie können nicht reden; man muss sie tragen, denn sie können nicht gehen. Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie können nichts Böses tun, und auch Gutes zu tun steht nicht in ihrer Macht! [6] Doch dir, o HERR, ist niemand gleich! Groß bist du, und groß ist dein Name an Macht! [7] Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Denn dir gebührt dies; unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Königreichen ist ja keiner wie du! [8] Sie sind allesamt dumm und töricht, eine äußerst nichtige Lehre: Holz sind sie. [9] Gehämmertes Silber wird von Tarsis gebracht, und Gold von Uphas, eine Ar beit des Künstlers und der Hände des Goldschmieds; mit blauem und rotem Purpur sind sie bekleidet; sie sind alle nur das Werk von Kunstfertigen. [10] Aber der HERR ist in Wahrheit Gott; er ist der lebendige Gott und ein ewiger König. Vor seinem Zorn erbebt die Erde, und die Völker können seinen Grimm nicht ertragen. [11] So sollt ihr nun zu ihnen sagen: Die Götter, welche weder Himmel noch Erde erschaffen haben, sie werden von der Erde und unter dem Himmel verschwin den! - [12] Er ist 's, der die Erde erschaffen hat durch seine Kraft, der in seiner Weisheit den Welt kreis abgegrenzt und mit seinem Verstand den Himmel ausgespannt hat. [13] Sobald er den Donnerschall gibt, [sammelt sich] eine Wassermenge am Himmel, und Wolken ziehen herauf vom Ende der Erde. Blitze macht er zum Regen, und den Wind führt er aus seinen Kammern hervor. [14] Dumm steht jeder Mensch da, ohne es zu begreifen, und jeder Goldschmied wird an seinem Götzenbild zuschanden; denn sein gegossenes Bild ist Betrug, und kein Geist ist darin. [15] Schwindel ist 's, ein lächerliches Machwerk! Zur Zeit ihrer Heim suchung gehen sie zugrunde. [16] Aber Ja kobs Teil ist nicht wie diese, sondern der Schöpfer des Alls ist er, und Israel ist der Stamm seines Erbteils: HERR der Heer scharen ist sein Name. [17] Raffe dein Bündel auf von der Erde, die du in Belagerung sitzt! [18] Denn so hat der HERR gesprochen: Siehe, diesmal will ich die Bewohner des Landes hinausschleudern und sie ängstigen, damit sie es her ausfinden. [19] Wehe mir wegen meines Schadens! Wie tut mir meine Wunde so weh! Doch ich dachte: Sicherlich ist das mein Lei den; ich will es auch tragen. [20] Mein Zelt ist verwüstet, und alle meine Zeltstricke sind abgerissen; meine Kinder haben mich verlassen, sie sind nirgends mehr. Niemand schlägt mir mehr mein Zelt auf oder bringt meine Zeltbahnen an! [21] Denn die Hirten sind töricht geworden und haben den HERRN nicht gesucht; darum hatten sie kein Gelingen, und ihre ganze Herde ist zerstreut. [22] Horch! ein Gerücht: Siehe, es kommt, und zwar ein großes Beben aus dem Land des Nor dens, um die Städte Judas zu Trümmern zu machen und zu einer Wohnung für die Schakale! [23] Ich weiß, HERR, dass der Weg des Menschen nicht in seiner Macht steht, dass der Mann, wenn er geht, seine Schritte nicht zu lenken vermag. [24] Züchtige du mich, HERR, doch mit rechtem Maß und nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht zunichtemachst! [25] Gieße deinen Zorn über die Heiden aus, die dich nicht kennen, und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen; denn sie haben Jakob verzehrt, ja, ganz und gar aufgezehrt und aufgerieben und seine Wohnung verwüstet!