

                    Kemils CeBIT-Report '95
                    


Samstag, gegen 5 Uhr: 6 Wecker schalten sich ein. Zeit um ins
Bett zu gehen, sagt man sich normalerweise, doch heute ist kein
NORMALERWEISE! Heute ist CeBIT-Tag, und der soll noch ordentlich
hei werden, wie sich spter zeigen wird. Also: 6 Mann begeben
sich aus ihren (?) Betten. Ich, Kemil, werde um zehn vor sechs
von Eric dem Schrecklichen (EdS) heimgesucht. Um sechs begeben
wir uns raus, um auf den Rest (Gabriel, Grisu, Mozart und XAP) zu
warten. Um zehn nach sechs ist es soweit: Ein drhnendes Etwas
kommt an der roten Ampel zum Stehen. Beim Anfahren glaubt man,
auf einem Rangierbahnhof zu stehen. Das 'Ding' hat Heckantrieb,
und wie sich herausstellen soll, wurde die hintere Sitzreihe fr
EdS und mich freigelassen. Toll, man begreift, da der Rangier-
bahnhof nur von auen zutrifft, von innen mu man von einem Ra-
ketenstart sprechen. Noch jetzt, wo ich diesen Text tippe, 2
Stunden nach meiner 'Heimkehr', drhnen mir die Ohren, und ich
fhle mich immer noch nicht ganz schwindelfrei. Was soll's.
Eigentlich sollten wir 25 Pfennig pro Kilometer fr dieses Un-
getm bezahlen. Gabriel erzhlt uns aber, nein, er schreit uns zu
(...:-)), da niemand etwas dagegen htte, wenn man sich den
Kilometerstand nicht merkt, sondern hinterher rt... Tja, so
wurde aus einer Monheim-Hannover-Monheim-Tour eine 200 km
Strecke. (Wir kannten da eine Abkrzung...)
Die Fahrt war eigentlich ziemlich ruhig und locker. Neben ein
oder zwei kleineren Fast-Staus gab's nur noch ein brennendes
Auto... Wir haben das Auto gesehen und sind dann natrlich, nett
wie wir nun mal sind, gleich rechts ran gefahren und wollten
helfen. Der verzweifelte Fahrer wollte ein wenig Wasser von uns
haben! Na klar, wir hatten ja schlielich extra den Kofferraum
vorher aufgefllt, da man mit so etwas schlielich immer mal
rechnen mu. Der Mann war irgendwie geistig verworren. Grisu,
unser kleiner Feuerwehrmann, versuchte prompt mittels Winkzeichen
Autos zum Stoppen zu bringen. Vielleicht hatten diese ja Wasser
dabei. Ich indes trabte zur nchsten Notrufsule. Der Fahrer des
brennenden Autos jammerte wahrscheinlich nur rum. Zum Glck hatte
ich gerade 2 Tage zuvor gehrt, wie man sich an Notrufsulen ver-
hlt (ich mache gerade meinen Fhrerschein), allerdings kam ich
gar nicht zum Zuge, da sich schon ein anderer, vollkommen Fremder
dieses Recht genommen hatte. Naja, dafr mute ich nicht ganz so
weit laufen. Als ich wieder zurck ging, hatten Grisu und die
anderen wohl schon einen (oder zwei?) Busse angehalten, da diese
bekanntlich Feuerlscher 'on board' hatten. Allerdings waren sie
viel zu schnell leer (die Lscher). Das Auto brannte also weiter.
Vorne links sank es immer mehr in Richtung Erdmittelpunkt, vorne
sprangen nacheinander die Scheinwerfer in Scherben, gefolgt von
den Seitenfenstern. Zu dieser Zeit etwa nahm der Fahrer seine
Sachen aus dem Kofferraum. Dann machte er seine Tren auf, wahr-
scheinlich, 'damit der Rauch nicht so in die Polster zieht', wie
Grisu spter dokumentierte... Das Auto brannte lichterloh wei-
ter. Irgendwann traf dann auch die Feuerwehr ein. Gleich mit
zwei Wagen. Wahrscheinlich waren die Feuerwehrmnner freiwillig
dabei, denn teilweise zogen sie sich erst am Unfallort an. Das
Auto wurde zwar nicht sofort gelscht, wobei ich schon annehme,
da sie das Feuer direkt im Griff hatten. Denn als wir dann nach
einigem Gaffen weiterfuhren, wurde die Unfallstelle schon mit
Schaum bearbeitet. Abends auf dem Rckweg war das Auto wie vom
Erdboden verschluckt. Nicht einmal ein Dankeschn hatte der
Autofahrer fr uns brig, dafr nun aber auch kein Auto mehr
(... hehe ;-().
Den Rest der Strecke legten wir ohne Schwierigkeit zurck.
Zwischendurch irritierte uns nur noch einmal, da eine 'normale'
Autobahn, mit jeweils zwei Spuren in jede Richtung, zu einer
vierspurigen in eine Richtung umfunktioniert wurde. Man war sich
nicht ganz sicher, ob nun auch das Rechtsfahrgebot in ein links-
seitiges umgendert werden wrde, sollte, htte oder auch nicht..

Tja nun, ich glaube so etwa gegen halb elf betraten wir das 
Messegelnde. Die CeBIT ist toll. Es ist schon imposant, wenn man 
von 24 oder 25 vorhandenen Messehallen nur 5 oder 6 zumindest 
teilweise vollstndig besichtigen kann. Halle 9 war stark. Multi-
media pur! Halle 6 war auch nicht schlecht, Presse pur. Wir hat-
ten uns in zwei oder drei Gruppen gesplittet: EdS, Mozart und ich 
in einer, Gabriel und Grisu in der anderen. XAP war glaube ich 
zuerst alleine unterwegs und spter mit G&G, vielleicht aber auch 
nicht. Um 14 Uhr hatten wir uns zum Essen getroffen. Ein versal-
zenes Schinkenbaguette fr 6,20 DM war schon hart, das passende 
Getrnk dazu (0,3 l Cola/Fante) fr 4,30 ebenso. Soviel gibt es
(zumindest von mir) eigentlich gar nicht direkt ber die Messe
erzhlen. Es gab eigentlich nichts, was einen wirklich vom Hocker
gerissen htte (bis auf den Power Manager von AIC, von dem mir
ein Freund schon vorher berichtet hatte - siehe Bericht!). Ins-
gesamt war es aber einfach doll. Vor allen Dingen fr Grisu. Der
hatte nmlich irgendeinem Typen bei Corel irgendetwas von Sch-
lerzeitung geblubbert und hat dann wohl aus Dank eine Vollversion
von Photo Paint 5 bekommen - zum Nulltarif! So wird's gemacht,
und nicht anders!

Auf dem Rckweg konnten wir uns dann noch Mozart anschauen, wie
er mit seinen 91 kg Lebendgewicht 19,30 DM in McDonalds-Ware in-
vestierte (3 Cheesburger, ein BigMac und 1 Liter Vanilleshake).
Beim Tanken war's auch toll: Irgendwie war der Schlauch an der
Zapfsule so kurz, da man diesen bei 'normaler' Stellung (also
wenn man vorwrts auf's Tankstellengelnde fhrt) nicht zur Tank-
ffnung bekam. Nach mehrmaligem vor und zurck und andersartigem
Rangieren, ist Gabriel dann einmal auen rum gefahren und hat
sich andersherum hingestellt.


Ich fand's ein echt tolles Erlebnis, da man nchstes Jahr auf
jeden Fall wiederholen sollte. Vielleicht trifft man sich dann
ja auch mal auf der CeBIT.

                                                 Kemil

